Travelpermit

Irgendwo nördlich von Khartoum, Sudan,Geoposition N16 29.548 E33 08.622, Höhe 384müM, 24.11.2011

Schlafplatz in der Wüste

Um nach Ägypten zu kommen müssen wir von Wadi Halfa aus eine Fähre nehmen, die uns 400 km über den Nasser Stausee den Nil Runterbringt,die Landverbindung ist gesperrt. Diese Fähre fährt regelmässig einmal pro Woche, immer Donnerstag, hat 18 Stunden. Leider nicht gleichregelmässig verkehrt die Fahrzeugfähre. Diese hat 2-3 Tage und verkehrt manchmal vor manchmal nach der Personenfähre. Die Lösung für das ungleichmässige Übersetzten sieht in Assuan ein Wartezeit vor, bis man das Auto verladen hat und dann mit der Personenfähre übersetzen kann. In Wadi Halfa übergibt man die Schlüssel einem Mittelsmann und besteigt die Personenfähre. Der Mittelsmann fährt das Auto auf die Fähre und schickt es einem nach. Ganz koscher scheint uns und wohl jedemann die Sache nicht zu sein, aber alle machen das so Pobleme habe ich jenseits von imensen Wartezeiten noch keine vernommen. Organiseren kann man das Ganze inklusive Ausreise und Fährticket über Magdi den Cheffixer. Wir treffen den Mann, der sehr vertrauenswürdig rüberkommt, in Khartoum, und verhandeln hier auch alle Preise.
231 Dollar kostet unser Auto, das glücklicherweise knapp unter 5m ist.
17 Dollar kostet die Porttax
7 Dollar das Ausstempeln pro Person
40 Dollar seine Hilfe, die wir noch auf 30 runterhandeln.
41 Dollar kostet das Fährticket pro Person, erster Klasse, heisst mit Kabine.
Zusammen macht das 374 US$ nicht grad billig, aber wenn man bedenkt, dass es eben mehr als nur eine Flussfähre von 15 Minuten ist, sondern über Nacht und 400km geht und zudem noch sämtliche Porttaxen etc.(mindestens auf Sudanesischer Seite) enthalten sind geht’s eigentlich ok. An 7 Dollar pro Person Ausstempeln glaubt keiner von uns, aber ich habs in meinem Kopf schon als 44 US$ dafür, dass der Fixer uns und unser Auto mag und entsprechend gut behandelt, abgebucht.
Zudem haben wir ehrlich gesagt mit etwa 450 bis 550 US$ gerechnet und sind nun sowieso positiv drauf. Handschlag, Kaffee und freundliches Geplauder inklusive Gratisinformation was es wo zu besichtigen gibt.
Alles Richtung Norden und jawol da fahren wir durch!
Ja ob wir denn ein Travelpermit hätten?
Äh, ein Was? Nein hätten wir nicht. Ja das sei ganz einfach das gäbs beim Tourismusministerium, Passkopie etc. Gratis, gehe schnell.
Da es mittlerweile bereits wieder kurz vor Mittag ist, wollen wir uns aufteilen, die Töfffahrer fahren Richtung Ministerium und wir holen die Tickets für die Fähre, die es bei der Eisenbahn gäbe.
Der Weg ist einfach wir sind nach 20 min da, fragen nach entsprechendem Schalter, zeigen die Notiz von Magdi, der unser Kommen auch bereits angekündigt hat, werden bevorzugt behandelt. Haben die Tickets für alle vier bereits zur Mittagszeit im Sack.
Jetzt heissts warten auf Nolan und Stephen. Es wir 13.00 Uhr. 14.00Uhr. Anlaufende SMS-Komunikation verspricht nichts Gutes, aber die zwei bleiben drann. 15.00 Uhr. 16.00 Uhr immer noch nichts. Wir beschleissen abzubrechen und wollen die entnervten Jungs an der Nielbrücke treffen.
Jaja einfach! Gar nichts ist einfach. Zuerst seien sie zu besagtem Tourismussministerium gefahren, da hätte gar niemand eine Ahnung gehabt, man hätte sie wieder zum selben Ort wo wir auch gestern gewesen seien geschickt. Auch da keine Chance, glücklicherweise habe eine Frau, die arabisch könne sich ihnen erbarmt und wäre mit ihnen wieder zum Tourismus ministerium gefahren, hätte den Prozess angerissen. Nun gut, Formulare ausfüllen, alles wie gehabt, abgeben. Wo sei denn der Garant?
WAS?
Ja, es brauche einen sudanesischen Garanten.
Wir haben alle nur kopfschütteln übrig, beschliessen einfach ohne Permit Richtung Norden zu fahren und uns dumm zu stellen. Sollte jemand ernsthafte Schwierigkeiten machen, müssten wir halt nach Khartoum zurück und den direkten Weg fahren, dafür ist kein Travelpermit nötig. Vielleicht ist das der Preis für nicht vorhandene Bettelei und Abzocke, dass man sich in untouristischen Ländern mit komplizierten Bewilligungsverfahren abzumühen hat, denn hier ist Tourismus ein Fremdwort, dafür das Verhalten der Menschen noch original.
Christina und ich fahren bereits heute los, auch wenn’s schon fast 17.00 Uhr ist. Im Sudan kein Problem, denn wenns Dunkel wird, fährt mann einfach ab der Strasse ca 200m ins Gelände, denn hier wohnt niemand und wenn doch, dann wohnt er am Nil.
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Comments

Posted by Peter Britt | December 12, 2011 | 11:48:09
Hoi Zäme
Es tönt sehr Abentürlich bi eu, schön das de Mowag wieder lauft. Bald wüssed ihr wo jedes Teil mit welere Schrube aneghört und chönd eu als die Mowagspezialischte rüeme, gratuliere!
Ich wünsche eu und hebe Düme das ihr euern Mowag mit allem Innhalt vo de Rederi wieder überchömed. Hebets no schön, gnüssed, und eifach immer guete Bode under de Räder.
Liebi Grüess, gueti Gsundheit Peter
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