Die Infektion

Wim’s Hollandhaus, Addis Abeba, Äthiopien, Geoposition, Höhe Datum

Putztag
Wurmhand
Wurmbauch

Es hat nicht mehr geregnet, die Überfahrt gelingt mühelos, wir erreichen bald darauf, nach 970 km und 8 Tagen endlich wieder eine Teerstrasse. Wieder fahren Simon und Kirsty vorweg, denn sie habens eiliger wollen/müssen eine Fähre früher in Wadi Halfa sein. Allerdings bitten wir die Ärzte, sich eine Eiterlaufbahn an meinem Fingeransatz anzusehen, diese brennt, hat sich seit etwa 3 Tagen zu bilden begonnen, wächst länglich.
Unsere Vermutung, ein Wurm lebt in meiner Haut, gräbt sich vorwärts hinterläst eine Eiterbahn. sicher Eklig, aber nicht tödlich, ausser für den Wurm, dieser kann in der eigentlich ungeeigneten Umgebung nicht existieren, wird innert kurzer Zeit absterben und dann von meinem Körper absorbiert werden. Sollte es nicht so sein, wollen die zwei sich’s nochmals in Addis anschauen, denn da treffen wir sie sicher wieder.
Dazwischen Konso, wo wir uns zum ersten mal Injera reinziehen. Beschrieben am besten als gegärte Mischung zwischen Crèpe und Fladenbrot, geköstigt mit allerart Saucen, der Äthiopier isst’s im Normalfall 3 mal am Tag, ich vertrage es nur alle 3 Tage. Dann Richtung Arba Minch und hier ist leider wieder kurzzeitig Schluss mit der neuen Teerstrasse, es folgt schlaglöchrige Piste, auf die ich leider nach frischgewonnener Lustamendlichwiedervorwärtskommen nicht adaptieren kann. Ein paar kräfige Rumpser und es klakert wieder unterm Auto, allerdings nicht das vertraute Geräusch kaputter Federn. Halten am Strassenrand. Inspektion unterm Auto. Wie vermutet ist wieder eine Aufhängung an der Gussglocke gebrochen, allerdings nicht da wos vorher geschweisst wurde, sondern zwischen den Schraubenlöchern. Ich stelle sicher, dass kein Teil verloren gehen kann und unterstütze den Motorblock mit einem Spanngurt unter dem Getriebe, die zweite Aufhängung hält noch.
Inzwischen hat sich das realexistierende Äthiopien dem Gerücht über ebendieses angepasst, eine Aktion jedwelchen Ausmasses am Strassenrand, zieht sofort Kinder bis Jugendliche an, die mit minimalstem Abstand drumrumstehen und sich gegenseitig darin zu überbeiten versuchen, im unpassendsten Moment um einen Birr (Äthiopische Währung) etwas Süsses oder einen Kugelschrieber zu betteln.
So fixiert erreichen wir ohne weitere Probleme erst Arba Minch, dann Lake Langano schliesslich Addis Abeba, die Milionenstadt auf 2400 MüM. Inzwischen hat sich meine Eiterblase auf fast Zoll-Länge ausgedehnt und auf die Innenseite des rechten Unterarms, des linken Oberschenkels, Bauch und Christina ausgebreitet. Zusammen mit der Lichtmaschine oder deren Regler und der Motorenhalterung gibt das einiges zu erledigen und eine gute Ausgangslage auch in dieser Stadt Altagsleben zu erforschen.
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Comments

Posted by Philip | December 07, 2011 | 21:55:13
Injera ist super. Esse ich immer an Afro Pfingsten...
Infektion sieht unangenehm aus - gute Besserung!
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