To Do List

Jungle Junction, Nairobi, Kenia, Geoposition S01° 1.333’ E036° 45.627’ Höhe 1799m 13.10.11

1. Ferdern vorne ersetzen und einbauen.
2. Kardanwellen auswuchten
3. Scheibenwischer revidieren
4. Kühlwaser kontrollieren
5. Abschmieren
6. Oelwechsel
7. Neuer Pass für Dominik
8. Visa Äthiopien
9. Visa Sudan
10. Visa Ägypten
11. Blogupdate
12. Wäsche wieder mal in richtiger Maschine waschen
13. Gasflasche Füllen
14. Bremsen nachstellen
15. Kuplungsgestänge ersetzen
16. Linsenmittel Christina einkaufen
17. Kleinkram (Wasser auffüllen, Tanken, Einkaufen....)
18. Konvoi zusammensuchen für die „gefährliche“ Reise durch Nordkenia

Die Liste ist entsprechend lang, denn seit geraumer (SA) und für geraume (CH?) Zeit ist Nairobi die beste Adresse um sein Auto auf Vordermann zu bringen, Unterhaltsarbeiten zu erledigen und Vorbereitungen für eine sichere Weiterreise zu treffen.
Wir treffen am Mittwoch, den 05.10 in der Jungle Junction ein, ein von Chris geführter Treffpunkt für Überlandreisende, die gleiches oder ähnliches nötig haben wie wir, und somit beste Adresse am besten Ort um alles herzurichten, etwas was wir bitter nötig haben, denn unterwegs von der Masai-Mara, die nachweislich und von uns nun vollständig geprüft nur schlechteste Zufahrtsstrassen hat, haben wir noch die zweite Feder vorne verloren, und fahren, da beide vor der Achse gebrochen sind, mit etwas schwabligem Fahrverhalten bei unebener Strasse.
In der Jungle Junction herrscht bereits volles Haus, ein Holländer mit MAN-Truck, drei Engländer mit Landrover und zwei junge Südafrikaner mit Hilux sind vor Ort und haben sich bereits zu einem Konvoi gefunden, wollen aber am Montag los, für uns zu früh.
Am Donnerstag geben wir erst mal unsere Wäsche ab (Punkt 12) und fahren zur schweizer Botschaft (Punkt 7.), denn ich habe nur noch 3 leere Seiten im Pass und das reicht nicht, für alle noch benötigten Visas (Punkte 8.-10.). Auf der schweizer Botschaft warten derweil mehrere Kenianer auf die Abarbeitung ihres Visaantrages, was uns wieder mal vor Augen führt, wie schwierig es ist für Afrikaner ein europäisches Visum zu beantragen, und dass es jetzt ein Schengenvisum ist machts auch nicht leichter. Da steht zum Beispiel der junge Mann am Schalter und antwortet ganz selbstverständlich auf die Frage nach seinem Bankkonto und entsprechendem Geldnachweis, er habe sein ganzes Geld auf dem Handy!
So funktioniert nämlich der geldlose Zahlungsverkehr in Kenia, will der Kunde was berappen zückt er sein Handy und überweist per SMS, nennt sich MPESA, funktioniert überall, im Supermarkt, im Restaurant, am Imbisstand und zum schmieren von Polizisten. Ist auch ganz praktisch, denn auch in Kenia herrscht manchmal akkuter Mangel an Kleingeld.
Ja aber das funktioniere im Ausland nicht schon gar nicht in Europa! Der Gute muss also los und sich erst mal ein Bankkonto beschaffen.
Wir haben Glück, denn ich bin ja Inhaber des schweizer Passes und somit nicht genötigt in der Schlange anzustehen, kann bald darauf am Schalter vorsprechen und meinen neuen Pass verlangen.
Ob ich denn einen Termin hätte?
Termin, was ist das?
Denn hier ist, trotz des täuschend echt vermittelten Gefühls durch die kenianische Angestellte, Schweiz, und da braucht man einen Termin! Habe ich aber nicht, erkläre trotzdem nochmal mein Anliegen für einen neuen Pass und zeige den vollen vor. Dieser wird in ein Hinterzimmer getragen und ich kann, einer spontanen Eingebung folgend, ihm gerade noch nachrufen, dass ich kein kenianischer Resident bin. Kurz darauf erscheint ein Schweizer mitte fünfzig und fragt auf schweizerdeutsch nochmal nach, wieso ich denn eigentlich einen neuen Pass brauche. Wir seien eben mit dem Auto unterwegs, und bräuchten bis Zuhause noch mindestens drei Visa!
Aber der Pass habe doch noch drei leere Seiten!?!
Reicht aber nicht aus es braucht immer mindestens zwei pro Visa.
Ok ich solle am nächsten Morgen Herrn Barelli anrufen, denn der sei zuständig und einen Termin abmachen, denn die Passmaschine laufe leider nicht jeden Tag. Wenn schweizer Organisationstalent auf Afrika trifft.
Na gut, Punkt 7. auf Eis gelegt.
Inzwischen ist es kurz nach Mittag und da wir uns am Morgen bei Chris nach einem Federflicker erkundigt haben, können wir gleich mit Punkt 1. weitermachen und da vor Ort vorsprechen. Leider hat mittlerweilen die Entropie auf Nairobis Strassen entsprechend zugenommen und die 3 km kosten uns erst mal 2 Stunden, so dass wir als wir im Federladen eintreffen, auf morgen verwiesen werden, aber immerhin können wir die kapute Ersatzfeder da lassen, damit sie uns bereits die neuen Hauptblätter schmieden können. Freundlich an der Federaktion in Nairobi, vier Hauptfederplätter inklusive Montage von zweien unter dem Auto, ca 100 US$, dafür gabs in Capetown ein gutes und in Lilongwe ein schlechtes.
Nagutnadann, fahren wir wieder zurück zur Jungle Junction vielleicht lässt sich ja noch der eine oder andere Punkt angehen. Leider ist aber gar nichts mehr anzugehen heute, denn der Verkehr ist nicht besser geworden und wir erreichen die jj kurz vor dem Einnachten, können glücklicherweise noch unterwegs einkaufen (Punkt 17.) und uns nach eventuell passendem Oel umsehen (Punkt 6.), zunächst erfolglos, denn 10W40 Semisynthetisch gibt’s hier nicht.
Freitags machen wir uns früh auf, nachdem wir noch früher aufgestanden sind, hoffen vor dem grossen Verkehrsscrash den Federladen (Punkt 1.) zu erreichen, verpassen das Ziel, um 8.00 Uhr oder früher da zu sein, müssen dadurch erst mal warten, bis ein anderes Auto fertig ist.
Per Telefon (Punkt 7.) melde ich mich erst mal bei der schweizer Botschaft, verlange nach Herrn Barelli, und erkläre, nach kurzer Konfusion über was für eine Muttersprache dieser wohl spricht, mein Anliegen auf Hochdeutsch, denn mein italienisch ist doch etwas zu schlecht dafür.
Also der neue Pass sei überhaupt kein Problem, ich solle erst mal den Antrag auf dem Internet ausfüllen, er werde dann die Angaben prüfen, worauf wir uns auf einen einen Termin verständigen können.
Ich glaube, mich tritt ein Pferd! Das hätte man mir sicher auch direkt erzählen können, dann wären wir jetzt bei der Terminabsprache und nicht bei Vorabklärungen zu Verfahrensfragen mit Hinweisen zu Internetaktivitäten, die ich im Moment (Freitag, Industriegebiet Nairobi) nicht durchführen kann.
Aber ich habe Glück, Herr Barelli versteht unsere Situation durchaus, anerbietet sich, das Internetformular mit mir über Telefon zu vervollständigen und wir terminverabsprachen uns auf Montag Morgen 8.00 Uhr oder früher, er sei auf jeden Fall da!Saubi!
Die weitere Zeit bis es los (zurück zu 1.) geht nütze ich, um mich ein bisschen in der von indischen Kenianern geführten Fabrik umzuschauen und zu staunen. Fein säuberlich liegen Federstahlbaren in allen Dicken und Breiten am Lager, werden im ersten Schritt hydraulisch auf Länge geschnitten, darauf in diversen Unterschritten gewärmt, gebogen, gewärmt, geschmiedet,gewärmt, gerichtet, dann zu Federpaketen zusammen genietet und geschraubt, lackiert, zum Schluss beschrieben mit allen möglichen Automarken und Typen. Mangels bekannter Marke und Namen zu uns findet Christina unsere kapute Feder in der Montagehalle liegend, mit Muzungu beschriftet.
Inzwischen haben wir Tee erhalten, Mowag ist in Arbeit und Christina und ich machen uns auf in Ersatzteilläden unser Kuplungsgestänge (Punkt 15.) vorzuzeigen und hoffen entsprechend Ersatz zu finden für den gebrochenen Kugelkopf. Leider ist aber Nairobi im Laufe der Zeit zu stark entafrikanisiert worden und zur Beschaffung eines Ersatzteiles eine Artikelnummer oder zumindest eine Typenbezeichnung des Fahrzeuges inkl. Baujahres nötig. Um wenigstens angehört zu werden versuchen wir es mit einem Mercedes Unimog Teil anstelle von MOWAG 1959 haben aber trotzdem keinen Erfolg.
Kurz nach 14.30 Uhr ist Mowag fertig, hat zwei neue Hauptfederblätter vorne und ab jetzt zwei Ersatz im Gepäck, und wir machen uns auf durch den Nairobifreitagnachmitagverkehr zurück zu jj treffen entsprechend kurz vor 18.00 Uhr da ein.
Abends treffen der Reihe nach Detlef und Conni, die wir zum dritten mal treffen, Susi und Ruedi mit dem OKA, die wir aus dem Tan-Suisse kennen und Henning und Carolin die wir aus Dar kennen, ein. Mittlerweilen ist der Platz recht voll, für uns sehr positiv, denn so fliessen die Informationen, man tauscht sich aus, und auch gut am ganzen, eigentlich alle fahren nach Norden, heisst Äthiopien.
Gesellig wird’s Samstag. Heute ist alles geschlossen, bedeutet für uns mal Ausschlafen, nicht aber für die Engländer, diese müssen früh los, denn heute ist erste Knock-out Runde bei der Rugby WM und diese findet in Neuseeland statt also morgens um acht. England verliert, aber einer der Engländer hat Familie in Wales, ist für Wales und Wales gewinnt! Grund für Häme an die Englandfans, aber kein Grund sich nicht gemeinsam zu betrinken, und so kommen die drei stockbetrunken um Mittag zurück.
Um nicht ganz untätig zu sein, kämpfe ich mich, auf Chris’ Ratschlag hin, durchs Web, um herauszufinden was genau für Öl (Punkt 6.) für unseren OM 364 LA gut wäre. Kämpfen darum, denn ich erwarte eigentlich irgend einen Forumeintrag der sagt nimm 10W40 oder 15W40 oder 20W50 oder irgend was halt, aber leider gibt’s in Foren meistens nur Klugscheisser, die irgend so was Kleinkariertes von sich geben und das dann mit undurchsichtigen Argumenten untermauern (wie ich halt!). Nach mehrstündiger Recherche finde ich eine MB-Norm (Mercedes Benz) die erfüllt sein soll und dann ist das Oel gut (MB 228.1-228.5). Was das genau bedeutet spielt keine Rolle, wichtig ist nur, dass diese Normen völlig unerwartet tatsächlich auf den Flaschen vermerkt sind!
Sonntags shoppen in der Mall, Pizza zum Essen zu mittag und Braai zum Nachtessen Rindsfilet für mich, Prawns für Christina. (Kein Punkt).
Montags sind wir richtig früh dran, erreichen bereits um 7.50 das International House, in dem sich die Schweizer Botschaft (Punkt 7.) befindet. Erste Hürde hier ist die Eingangskontrolle, die uns noch nicht reinlassen will, denn die Büroöffnungszeit ist erst um 9.00 Uhr. Dank unserem Termin werden wir aber mit persönlicher Bewachung zur Botschaft vorgelassen, treffen im Fahrstuhl einen freundlichen Herrn der auch bei der Botschaft arbeitet und uns durch den Hintereingang mitnimmt, direkt zu Herrn Barelli. Ein bisschen Smaltalk, die Herren sind natürlich erfreut über unser Gefährt und wir verabreden, für die gefährliche Strecke bis Äthiopien einen Terminplan zu schicken und uns jeweils in Etapen zu melden.
Die Erfassung der Passdaten dauert 10 Minuten und nach bezahlten 11000 Ksh (100 CHF) kriege ich eine Quittung und den Hinweis, den Pass am Dienstag abzuholen.
Zurück in der JJ’s nehmen ich Punkt 2 in Angriff, die Kardanwellen auswuchten. Dazu rät mir Chris, mit dem Mopettaxi zu fahren, denn die Firma, die das macht ist mitten im schlechtesten Quartier und die Strassen entsprechend, zudem hats seit Sonntag geregnet, was auch nicht hilfreich ist.
Setze ich mich also mit zwei Kardanwellen im Rucksack auf den Sozius einer Indischen 125er und fetze nach erfolgtem Versprechen mich einfach nicht zu töten, durch Nairobi. Natürlich habe ich am Anfang Angst, komme mir aber bald recht cool vor, vorallem wenns vorbei an Muzungus in weissen Volunteerallradlern geht, die im Stau stecken.
Die Firma für die Kardanwellen ist natürlich von Indokenianern geführt, blitzsauber und hauptsächlich ausgerichtet, Exzenterwellen und Zylinder neu auszuschleifen und zu richten, dazu haben sie grossartige Maschinen noch aus dem mechanischen Zeitalter. Schnell werden unsere Kardanwellen eingespannt und getestet. Leider muss die bereits verlängerte nochmals komplet neu geschweisst werden und da ich die andere ebenfalls verlängert haben will kostet beides zusammen 190 Dollar, worauf ich aufs verlängern verzichte, und diese nun neu als Ersatzwelle mitführen will. Die andere kriegen wir für 70 US$ gemacht, leider ist Christina nicht da, sonnst wärs wohl billiger gewesen. Abholen können wirs um 15.00 Uhr.
Wieder zurück zur Jungle Junction mit dem Mopetkurrier wo Christina sich wohl noch nie so gefreut hat mich wieder am Stück zu sehen. Da’s auch um 15.00 Uhr immer noch in Strömen regnet, bin ich trotz des Fahrspases froh, dass Pete the Mopedguy ohne mich die Kardanwelle abholt.
Dienstags müssen wir also erst um 14.00 Uhr in der Stadt sein und da es nicht regnet, anerbietet sich der Morgen um Punkte wie 3.-5. zu erledigen, zudem finden wir heraus, dass Chris Gasflaschen füllen organisiert, und als ich ihm von unserem Misserfolg mit dem Kuplungsgestänge erzähle, meint er „Mopet losschicken“ (Punkt 13. und 14. abgegeben). Ein recht erfolgreicher Tag kann nur noch erfolgreicher werden, nämlich als wir vor dem Botschaftsbesuch, in einem Optikerladen Downtown Christinas Linsenmittel ausfindig machen (Punkt 16). Dort muss die Bedienung gewünschtes Mittel erst selber organisieren. Zusätzlich verstrichene Zeit stellt sich im Folgenden als gar nicht störend heraus, denn an der Reception des International Houses ist man gar nicht erfreut, dass wir bereits um 13.50 Uhr auftauchen und nicht erst um 14.00 Uhr! Denn Abholen (Punkt 7.)ist ausdrücklch erst ab ZWEI! Jeder König seines Reiches, meinen wir, treten einen Schritt zur Seite, warten mit Blick auf die Uhr und Elbogen auf dem Tresen. Der Diensthabende Uniformträger findets gar nicht witzig, telefoniert fortan per Handy, wirft uns irgendwann die benötigten Besucher-schlüssel hin. Oben angekommen sind wir somit immer noch zu Früh warten beim Türkontrollierer, treffen wieder auf den freundlichen Herrn, der uns zwecks erfragter Kontaktdaten fürs Turkanatrecking eine Karte gibt und sich als Chef de Mission (Botschafter Himself) herausstellt. Passabholen selber ist Formsache, auf dem Rückweg kaufen wir noch MB228.irgendwas genehmigtes Motorenoel (Punkt 6).
Mitwoch der 12.10.2010 passiert endlich was wirklich wichtiges, nämlich unsere Pässe, verschwinden inklusive benötigter Kopien und Antragsformulare, mit DHL in die Schweiz (Punkt 8.). Allerdings nicht direkt zur äthiopischen Botschaft sondern zu Sonja, denn so können wir sicherstellen, dass, falls die äthiopishe Botschaft irgend was zu beanstanden hat, diese nicht sofort wieder nach Nairobi zurückkommen sondern in der Schweiz bleiben!
Da Sendungen verschicken was wirkliches schnelles ist, (logischerweise sonst könnte man die Zustellung selber vornehmen) folgt auf Punkt 8. Punkt 6..
Eigentlich könnten wir jetzt aus Nairobi vorerst verduften, aber 11. ist grausam hintennach und deshalb setze ich mich durch, erst um Freitag Morgen aufzubrechen (man bricht vernunftbedingt immer am Morgen auf) worauf Christina sich durchsetzt Punkt 14. auch noch abzuhacken. Der Rest muss warten.
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Comments

Posted by Peter Britt | November 06, 2011 | 10:25:52
Hei ihr zwei mached das super! Wünsch eu das die neue Federe guet hebed. En Schibewüschermotor hend ihr im Gepäck. de Chugelboltze isch es Normteil. Kardans verlängere und wuchte choschted bi üs es Vermöge,pro Welle 800-1000.-Fr., überleged eu guet, ob ihr die zweiti nid wend machelo. Motoreoel hesch guet usegfunde,es voll oder teil Synteisches isch eifach no besseri schmierig. Eifach lässig wär immer wieder gärn debi. Peter
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