Nilquelle, Malaria und Kenia

St. Vincent Guesthouse in the catholic diocese, Kisii, Kenia, Geoposition S00° 40.140’ E034° 46,056’ Höhe 1622m, 30.09.2011

Lake Viktoria

Fast unmittelbar grenzt der Serengeti National Park an den Lake Viktoria. Fast, denn dazwischen gibt’s noch eine Strasse, einen bewohnten Küstenstreifen von ca 5 km Breite und darin eine kleine Lodge, mit Campingmöglichkeit direkt am See.
Mit 1 2/3 Fläche der Schweiz, der zweitgröste Süsswassersee der Welt und somit grösster See in Afrika reicht auch der Viktoria See für den Betrachter bis zum Horizont, scheint wie ein Meer. Natürlich macht man sich an seinem Ufer Gedanken zum Nil, der hier als Victoria Nil aus dem See abfliesst und diesen somit zu seiner bedeutensten Quelle macht.
Eigentlich ist die Nilquellangelegenheit wesentlich komplizierter und unromantischer hat logischerweise auch der Vaiktoriasee einen grössten Zufluss, der Kagera oder je nach Namensgebung Kagera-Nil. Dieser wiederum entsteht aus dem Zusammenfluss eines burundischen und eines ruandischen Flusses wovon der burundische der längere ist, gennant Ruvuvu mit nebenfluss Luvironza, und der ruandische somit ausscheidet. Der Albernheit noch nicht letzten Stadions hat aber der Luviroza noch einen Bachzufluss, der nochmals etwas länger ist und somit als mündungsfernster Nilzufluss gilt, entsprechend mit kleiner Pyramide vermerkt, aber völlig ungewürdigt, denn die Fliesslänge des Nil wird vom Ruvuvu aus gemessen und als umgangssprachliche Quelle gilt schlichtweg der Viktoriasee. Natürlich weiss der so besser schweigsame Betrachter der Wassermassen davon nichts, erfährt es nur durch Wikipedia, fühlt sich grossartig im Bestaunen des weltgrössten Flusses Quelle im weltzweitgrössten See, oder eben nicht.
Hier stehen wir für eine Nacht, wollten eigentlich zwei, aber eine Quellangelegenheit anderen Ausmasses durch Rinnen der Klospühle, Ursache für einen permanenten Wasserstand im uns zur Verfügung gestellten Bad, machts ungemütlich. Zudem gehen unsere Vorräte zur Neige, was uns nach Musoma, der nächsten und letzten grossen Stadt vor der Grenze zu Kenia treibt. Gemäss Reiseführer gibt’s da nichts zu sehen, ganz toll ist jedoch das von uns ausgesuchte Camp, gelegen auf einer felsigen Halbinsel mitten in der Nilquelle und so geniesen wir hier unsere geplante Entspannung, allerdings mehr ich als Christina, denn irgendwo haben Mücken wieder zugeschlagen, und den zeitlich verzögerten, hier nun ausbrechenden, Malariaerreger platziert, Resultat Christina liegt flach. Da wir noch von den Notfall-Medis haben heisst dies vorallem aussitzen, 2 Tage fürchterliche Übelkeit und Fieber und 3 Tage Tabletten schlucken. Glücklicherweise ist am See das Klima angenehm, die Nächte kühl, der Tag nicht all zu heiss. Ich nütze die Zeit bevor es weiter geht, den Blog entsprechend abzudaten, zudem müssen wir uns die verbleibende Reisezeit sowie dazugehörige Finanzlage einteilen.
Aus Zeitgründen entscheiden wir uns gegen den Uganda-Abstecher fahren nicht um den Lake Victoria sondern geradewegs nach Norden und Kenia. So bleibt uns ein Monat für Kenia, was auch gut ist, denn immer noch ungelöst ist das Problem mit dem äthiopischen Visum.
Am 30.09 fahren wir bei Isibania nach Kenia ein. Ausreise aus Tansania ist absolut problemlos. Christina kann Pässe stempeln gehen und ich erledige das Carnet.
Zurück zum Auto, wo sich in der Zwischenzeit bereits wieder Geldwechsler eingefunden haben. Natürlich sind wir bei dieser Angelegenheit besonders auf Trab, im Hinterkopf die verlorenen 80 US$ beim letzten Geldwechseldebakel.
Aber wir haben noch 40'000 Tsh und wollen die auch wechseln, kriegen dafür einen Kurs von 20:1 auf kenianische Shilling angeboten, den wir noch auf 17:1 drücken können.
Zollkontrolle gibt’s keine und so verlassen wir Tanzania ohne korruptionstechnologische Probleme, und mit besten Erinnerungen.
Auf Kenianischer Seite scheint alles ein bisschen grosszügiger angelegt und geordneter zu sein. Allerdings wird der Eindruck entkräftet durch das Vorhandensein von Schleppern, die uns durch das Prozedere geleiten wollen. Wir lehnen dankend ab, parkieren und machen uns erst mal auf zur Immigration und der Visabesorgung. Leider kostet dieses auch hier 50 US$, gilt 3 Monate und kommt zu unserer Freude als Aufleber und nicht nur als Stempel daher, touristentechnisch interessant, mit den Big Five, allerdings ist dem Gestalter ein markanter Fehler unterlaufen, ist nämlich der Leopard eine Cheeta.
Ausstellung dauert keine 15 Minuten, wird getätigt nach dem Ausfüllen eines Visaantragsformulars und eines Einreiseregistrierungszettels.
Es folgt die Autoeinführung und dazugehörige Carnetstempelung, in einem kleinen Zollbüro bei dem leider gerade ein ziemlicher Andrang herscht. Was solls, wir stehen auch rein und kriegen von einem der Schlepper den Gratistipp, dass es gegenüber der Strasse nochmals ein Office gebe. Wir gehen dahin, müssen warten werden darauf aufmerksam gemacht, dass das Auto 40 US$ pro Monat kostet. Ein Betrag der durch ein entsprechendes Schrieben an der Bürowand bestätigt und somit richtig zu sein scheint. Kenia soll gemäss aller möglicher Informationen anderer Reisender und Reiseführer sehr korrupt sein und daher sind wir froh um den Zettel, der hier hängt und die Richtigkeit der erhobenen Taxe bestätigt. Leider ist dies aber der einzige Vorteil des uns empfohlenen Büros, denn die Gute Sachbearbeiterin kann weder Geld kassieren noch uns ins unumgängliche Einreise-Milimeter-Hauptbuch eintragen. So artet die Zollregistrierung in ein mehrmaliges Hinundherlaufen meinerseits (Christina hat sich rekonvaleszentsbedingt wieder ins Auto gesetzt) von einem Zollbüro zum anderen aus. Aber eigentlich ist alles straight forward und ich habe nur ein müdes Lächeln für den Schlepper übrig, als dieser mich bei einem Zollbürowechselgang mit dem Spruch „I see you seem to be stressed!“ anspricht. Der gute hat keine Ahnung was man unter Grenzen so alles versteht. Bach 50 Minuten sind wir durch und in Kenia.
KENIA! Unser letztes grosses Ziel.Tsavo, die Heimat vom Geist und der Dunkelheit. Mombasa und Nairobi. Migration am Marafluss.
Leider bedeutet aber Kenia vorerst schlechtes Wetter und für uns ein Umweg über Kisii, denn die landschaftlich interessante Abkürzung zum Masai-Mara führt zweimal durch das Bett eines Flusses sowie durch als Black-Cotton-Soil bekannten schwarzen Untergrund oder eben Schlamm bei Anwesenheit von Wasser.
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Comments

Posted by Marion | October 17, 2011 | 09:49:03
Gueti Besserig!
und
Liebi Grüess!
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