Fazit vom südlichen Afrika (Namibia-Südafrika-Swaziland-Botswana)

Zuerst mal Namibia. Namibia kann man eigentlich als riesengrossen Ferienresort bezeichnen. Das riesige Land hat kaum eine eigene Wirtschaft. Die meisten Waren werden aus Südafrika importiert. Das einzige, was in Namibia floriert, ist der Tourismus. Ca 80% der übrigen Bevölkerung lebt in einem schmalen Steifen nördlich des Etoscha Nationalparks, einem ehemaligen Homeland (die unwirtlichen Gebiete, in die die Schwarzen während der Apartheid vertrieben wurden). Und dort spielt sich auch das afrikanische Leben ab! Dort gibt es noch Märkte, nackte Himbas, Kühe auf der Strasse. Etwas südlich vom Etoscha gibt es dann noch das Damaraland, auch ein ehemaliges Homeland. Dies ist auch das Gebiet in Namibia, das uns am meisten gefällt. Wunderschönste, ausserirdisch anmutende Landschaften, nette Leute, uralte Felszeichungen. Weiter südlich wird es dann karg, sehr touristisch, nicht unser Geschmack. Die Städte sind allgemein eher dörflich, Swakopmund und Lüderitz aber trotzdem äusserst sehenswert. Windhoek kann man getrost weglassen. Namibia ist alles in allem ein tolles, sehr einfaches Reiseland, in dem man die Zivilisiertheit des südlichen Afrikas geniessen kann (zB. Supermärkte!), aber auch noch die schwarzafikanische Lebenart mitbekommt und die speziellsten Landschaften geniessen kann, die ich bisher gesehen habe.
Wenn man dann nach Südafrika einreist, heisst es erst mal, alle Türen verschliessen. Dieses Land, das so modern ist, so europäisch, so amerikanisch, weist leider auch die grösste Armut auf, die wir auf unserer bisherigen Reise angetroffen haben. Vielleicht ist es auch der Unterschied zwischen arm und reich, der so schockiert. Dies ruft leider auch die extrem hohe Kriminalitätsrate hervor und die damit verbundene obsessive Sicherheitssucht. In Südafrika versteckt sich sogar Gott hinter Elektrozäunen! Keine Strecke, auch nicht die kleinste, wird zu Fuss zurückgelegt, immer wird das sichere Auto vorgezogen. Schade, denn eigentlich wäre das Land so schön, es würde sich so gut dort leben lassen. Wir haben das Land ziemlich gut auskunschaftet. Unserer Meinung nach sind vorallem der Norden (Limpopo, Mpumalanga, Krüger Park, Kwa-Zulu Natal, greater Karoo) einen Besuch wert. Das kleine Swaziland sollte man auch nicht auslassen. Schöne Bergformationen, herzige Nationalparks und nette Menschen. Die Garden route ist in den letzten Jahren leider sehr touristisch geworden und nur noch wenig afrikanisch. Cape Town ist allerdings immernoch äusserst sehenswert und ein Besuch auf Robben Island bietet auch einen guten (und schockierenden) Einblick in die ehemalige Apartheidspolitik.
Reist man dann nach Botswana ein, fängt das afrikanische Leben auf einen Schlag wieder an! Zudem kann man seine Autotüren wieder unverschlossen lassen. Verantwortlich dafür scheint uns die relative grosse Mittelschicht in Botswana. Die Leute sind auch extrem stolz auf ihr Land und ihre Herkunft. Die Leute sind wunderbar herzlich und zuvorkommend. Die unglaubliche Leere der Kalahari ist dann einfach überwältigend. Obwohl sie gar nicht so leer ist, denn so viele wilde Tiere wie in Botswana haben wir auf unserer Reise auch noch nirgends gesehen. Aber das Gefühl, im Umkreis von mehr als 100km, die einzigen Menschen zu sein ist schon nicht ohne. Da die Kalahari allerdings landschaftlich nicht so abwechslungsreich ist, freut man sich dann umso mehr über die Grüne an der Chobe River Front. Ausserdem sehen wir dort definitiv die grössten Zebra-, Giraffen- und Elefantenherden auf der Welt! Traumhaft! “Die Perle Afrikas” ist wirklich die beste Bezeichung für dieses wundervolle Land!
Wer einmal mehr Zeit hat zum reisen, für den empfielt sich auf jeden Fall ein Tripp in die beschriebenen Länder des südlichen Afrikas. Diese waren wohl das bisherige Highlight unserer Reise!
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Comments

Posted by Marion | August 14, 2011 | 07:31:22
Obwohl es wehmütig langsam heimwärts geht, weiterhin eine gute Fahrt!! So lässig, habt Ihr all die Tiere gesehen!, ( Wow, s'Gotti het en eigene Zoo vor de Hustüre!:) Danke für die Eindrücke!
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