Äthiopien – Fazit

Ich habe es versucht. Mit aller Kraft und immer wieder habe ich es versucht. Aber es wollte mir einfach nicht gelingen. Für Äthiopien wird es leider kein allzu gutes Fazit geben. Dabei wäre es doch eigentlich so schön. Grünste Hügel in atemberauben Höhen, steinige Pässe, zum ersten Mal seit langem wieder Kulturelles mit den in Stein gehauenen Kirchen von Lalibella. Sehr beeindruckend! Aber wie soll man das alles geniessen, wenn man sich ständig über die herumlungernden Leute aufregen muss, vorallem junge Männer in bester Kleidung und Kinder, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun wissen, als am Strassenrand zu sitzen und die Handfläche nach oben auszustrecken, wenn ein Touristenauto vorbeifährt. Dabei könnte so viel getan werden und man will diese Leute einfach nur schütteln und ohrfeigen für ihre Faulheit und Dreistigkeit. Und dann überall, wo man hinkommt, die Touristenpreise, nichts bekommt man zum „Afrikapreis“. Fragt sich der Lesende jetzt: ist das nicht überall so in Afrika? Ja, manchmal schon, aber hier ist Afrika hoch 3! Die Leute sind einfach zu agressiv und die Steine werfenden Kinder geben noch eins oben drauf.
Wiedermal bemerken wir, dass da, wo die Bettelei am schlimmsten ist, auch am meisten Entwicklungshilfe geleistet wird. Auch wenn vielerort sicher gut gemeint, bringt die Hilfe einfach nichts ausser Bettelei, Korruption und Bevölkerungszuwachs. Denn Hilfe an sich ist kontraproduktiv. Menschen sind einfach so, dass sie den Eigenantrieb verlieren, wenn ihnen zu viel vorgekaut wird. Und deshalb wird sich Entwicklungshilfe immer nur im Kreis drehen, vielerorts die Situation sogar verschlechtern. Wahre Welt, grausame Welt.
Wenigstens ist das Brot super und ich geniesse auch den Injera-Fladen mit den verschiedenen Fleischsaucen, Domi ist er leider zu sauer.

Kenia – Fazit

Wo soll ich anfangen mit schwärmen? Bei den wunderschönen Tierparks, den Vulkankratern, den Riftvalleyseen mit tausenden Flamingos und heissen Quellen? Oder den schönen Stränden, den saftig grünen Hügeln, den endlosen Weiten des einsamen Nordens? Den vielen verschiedenen Stämmen mit ihrem traditionellen Schmuck? Kenia ist einfach einmalig wunderbar und beinhaltet für jeden etwas. Die Leute in Kenia sind erstaunlich gut gebildet und Nairobi bietet so viel wie eine westliche Stadt. Supermärkte haben ein tolles Angebot. Überall fühlt man sich sicher und willkommen. Zugegeben, die Parks sind recht teuer, aber einige davon lohnen sich auch wirklich! Und für den abenteuerlustigen Reisenden bietet die Lake Turkana Route (am besten von Maralal bis Loyangalani) alles was zu einem richtigen Afrika-adventure gehört! Für mich ist Kenia „Afrika pur“ und zusammen mit Botswana das absolute Hightlight unserer Reise!

Tansania – Fazit

Der Magier im magischen Afrika, so wird Tansania genannt, und wir erwarten viel. Umso mehr sind wir zuerst enttäuscht, als uns statt Steppe mit Akazienebäumen eine grüne Hügellandschaft begrüsst. Jedoch macht ein toller Vulkankratersee das Ganze grad wett. Auch enttäuscht sind wir von den Leuten, die uns entweder abzocken (Geldwechsel Grenze) oder sehr abweisend reagieren. Schnell finden wir aber heraus, das dies nur wegen der Sprachbarriere so ist, denn Englisch spricht hier fast niemand. Der wunderschöne Strand in Dar es Salam versöhnt uns dann wieder mit diesem Land, obwohl wir immer noch sehr enttäuscht sind von den horrenden Parkeintrittspreisen, die im starken Kontrast zu dem sonst so billigen Land stehen. So bescheissen wir Tansania zurück und fahren billiger in die Parks, können so auch die fantastische Serengeti geniessen, allein wegen der sich schon ein Besuch Tansanias lohnt. Alles in allem bleibt bei mir aber die Enttäuschung, ich kann an Tansania nicht viel Magisches finden. Der Killimanjaro lässt sich in Moshi leider auch nur einmal kurz blicken. Anders geht es Dominik, er möchte unbedingt nochmal hin, dann aber an den Tanganikasee, den auch ich noch unbedingt sehen will und wo sich vielleicht die gesuchte Magie befindet.

Malawi Fazit

Ein See, tausend Strände mit weissem Sand, ringsherum Berge bewachsen mit Urwäldern, grün, fruchtbar, endlos viel Trinkwasser, Malawi ist gesegnet und zu recht „The warm heart of Africa“ . Zum ersten Mal auf unserer ganzen Afrikareise treffen wir hier Einheimische, die nicht aus ihrem Land wegwollen. Im Gegenteil, es fragen uns sogar alle, warum wir denn nicht nach Malawi ziehen wollen, hier sei es doch so schön!
Wunderbare Hängertage verbringen wir am See, reden mit bekifften Einheimischen, spielen Bao, essen Fisch. Fantastische Landschaften bewundern wir auf dem Weg in die regenwaldbewachsenen Berge des Nordens, tolle afrikanische Dörfer, Wasserfälle.
Fazit: Malawi ist einfach toll und ein ideales Reiseland für 2 Wochen Erlebnis und gleichzeitig Entspannungsferien. Nur zu empfehlen!

Zambia Fazit

Ganz anders als Zim, verhält sich der Nordteil des ehemaligen Rhodesien: Zam. Sofort fühlen wir uns wieder in Afrika! Während man Zimbabwe noch zum südlichen Afrika zählen kann, was Organisiertheit und so angeht, gehört Zambia sicher zu Ostafrika. Hier gibt es wieder Märkte an der Strasse, wo frisches Obst und Gemüse angeboten wird (und zu vernünftigen Preisen!), in den Städten kann man wieder von „drive-in supermarket“ profitieren. Bunte Kleider, schöne Lehmhüttendörfer und grandiose Landschaften machen das Bild komplet. Und der South Luangwa Park ist einer der schönsten Parks der bisher gesehenen. Zambia macht richtig Spass und Lust auf mehr. Leider können wir durch unser doch langsam geschmältertes Budget nicht mehr zu viele Umwege machen und müssen deshalb die Besichtigung des Nordens und Westens weglassen. Aber das werden wir ganz sicher auf einer nächsten Reise nachholen!

Zimbabwe Fazit

Der südliche Teil des ehemaligen Rhodesien ist ja bekannt für seinen massiven Wirtschaftszusammenbruch und seine Hungersnot, nachdem der schlaue Präsident alle weissen Farmer enteignet hatte, und diese das Land verlassen mussten. So sieht man in Zim auch viele verlassene Häuser im 70er-Baustil. Schön herrschaftlich sieht es zum Teil in den Städten aus, nur leider ist alles ein wenig heruntergekommen. Nachdem nun aber der US Dollar eingeführt wurde, scheint es wieder bergauf zu gehen und das merkt man dann doch auch vielerorts.
Die Victoria Fälle sind sicher das Hightlight Zim’s und die Landschaft des Matopos Parks ist wirklich wunderschön (obwohl „world’s view“ wohl doch übertrieben ist, der gute Rhodes war wohl nie in den schweizer Bergen...).
Ein sehr positiver Punkt sind die Zimbabwier! Extrem zuvorkommend und wahnsinnig geschäftig. Da fühlt man sich wirklich wohl.
Leider gefallen uns die verlassenen Gebäude, die doch karge Landschaft im Mittelteil des Landes und die extreme Teuerung durch den Dollar gar nicht. Deshalb beschliessen wir, uns nicht so lange in diesem Land aufzuhalten.
Es war interessant Zimbabwe mal zu sehen, aber man hätte es auch getrost weglassen können. Auf jeden Fall müssen wir hier sicher nicht nochmal hin.

Fazit vom südlichen Afrika (Namibia-Südafrika-Swaziland-Botswana)

Zuerst mal Namibia. Namibia kann man eigentlich als riesengrossen Ferienresort bezeichnen. Das riesige Land hat kaum eine eigene Wirtschaft. Die meisten Waren werden aus Südafrika importiert. Das einzige, was in Namibia floriert, ist der Tourismus. Ca 80% der übrigen Bevölkerung lebt in einem schmalen Steifen nördlich des Etoscha Nationalparks, einem ehemaligen Homeland (die unwirtlichen Gebiete, in die die Schwarzen während der Apartheid vertrieben wurden). Und dort spielt sich auch das afrikanische Leben ab! Dort gibt es noch Märkte, nackte Himbas, Kühe auf der Strasse. Etwas südlich vom Etoscha gibt es dann noch das Damaraland, auch ein ehemaliges Homeland. Dies ist auch das Gebiet in Namibia, das uns am meisten gefällt. Wunderschönste, ausserirdisch anmutende Landschaften, nette Leute, uralte Felszeichungen. Weiter südlich wird es dann karg, sehr touristisch, nicht unser Geschmack. Die Städte sind allgemein eher dörflich, Swakopmund und Lüderitz aber trotzdem äusserst sehenswert. Windhoek kann man getrost weglassen. Namibia ist alles in allem ein tolles, sehr einfaches Reiseland, in dem man die Zivilisiertheit des südlichen Afrikas geniessen kann (zB. Supermärkte!), aber auch noch die schwarzafikanische Lebenart mitbekommt und die speziellsten Landschaften geniessen kann, die ich bisher gesehen habe.
Wenn man dann nach Südafrika einreist, heisst es erst mal, alle Türen verschliessen. Dieses Land, das so modern ist, so europäisch, so amerikanisch, weist leider auch die grösste Armut auf, die wir auf unserer bisherigen Reise angetroffen haben. Vielleicht ist es auch der Unterschied zwischen arm und reich, der so schockiert. Dies ruft leider auch die extrem hohe Kriminalitätsrate hervor und die damit verbundene obsessive Sicherheitssucht. In Südafrika versteckt sich sogar Gott hinter Elektrozäunen! Keine Strecke, auch nicht die kleinste, wird zu Fuss zurückgelegt, immer wird das sichere Auto vorgezogen. Schade, denn eigentlich wäre das Land so schön, es würde sich so gut dort leben lassen. Wir haben das Land ziemlich gut auskunschaftet. Unserer Meinung nach sind vorallem der Norden (Limpopo, Mpumalanga, Krüger Park, Kwa-Zulu Natal, greater Karoo) einen Besuch wert. Das kleine Swaziland sollte man auch nicht auslassen. Schöne Bergformationen, herzige Nationalparks und nette Menschen. Die Garden route ist in den letzten Jahren leider sehr touristisch geworden und nur noch wenig afrikanisch. Cape Town ist allerdings immernoch äusserst sehenswert und ein Besuch auf Robben Island bietet auch einen guten (und schockierenden) Einblick in die ehemalige Apartheidspolitik.
Reist man dann nach Botswana ein, fängt das afrikanische Leben auf einen Schlag wieder an! Zudem kann man seine Autotüren wieder unverschlossen lassen. Verantwortlich dafür scheint uns die relative grosse Mittelschicht in Botswana. Die Leute sind auch extrem stolz auf ihr Land und ihre Herkunft. Die Leute sind wunderbar herzlich und zuvorkommend. Die unglaubliche Leere der Kalahari ist dann einfach überwältigend. Obwohl sie gar nicht so leer ist, denn so viele wilde Tiere wie in Botswana haben wir auf unserer Reise auch noch nirgends gesehen. Aber das Gefühl, im Umkreis von mehr als 100km, die einzigen Menschen zu sein ist schon nicht ohne. Da die Kalahari allerdings landschaftlich nicht so abwechslungsreich ist, freut man sich dann umso mehr über die Grüne an der Chobe River Front. Ausserdem sehen wir dort definitiv die grössten Zebra-, Giraffen- und Elefantenherden auf der Welt! Traumhaft! “Die Perle Afrikas” ist wirklich die beste Bezeichung für dieses wundervolle Land!
Wer einmal mehr Zeit hat zum reisen, für den empfielt sich auf jeden Fall ein Tripp in die beschriebenen Länder des südlichen Afrikas. Diese waren wohl das bisherige Highlight unserer Reise!

Leave comment (1)

Angola – Fazit

5 Tage haben sie uns Zeit gegeben, dieses riesige Land zu durchqueren. 5 Tage - zu wenig für die wunderbare Natur. 5 Tage - zu wenig für die traumhaften Strände. 5 Tage - zu wenig für die katastrophalen Strassen! So brauchen wir dann auch 7 - leider immer noch zu wenig. Angola kennen wir ja alle aus der Schule (also meine Generation), das ist das Land, wo Bürgerkrieg herrscht. Seit 1990 ist das aber nicht mehr so, und seit dem ist das Land voll im Aufschwung. Es wird gebaut ohne Ende, wobei leider nicht mal die Hälfte der Gebäude schon vermietet ist. Es wird sich zeigen, ob die Regierung eine gute ist und den Ölreichtum positiv für das Land nutzen kann (und nicht wie in Nigeria für die eigenen Verwandten). Zu hoffen ist es, denn dann wäre Angola in 10-20 Jahren sicher eine top Feriendestination!
Banken gibts im Übermass und Supermärkte, nur teuer ists etwas. Kontakt zu den Leuten haben wir leider nur wenig, denn portugisisch können wir nun wirklich nicht.
Und was sehen wir zum ersten Mal auf unserer ganzen Afrikareise? Buschleute. Wir mussten also in den Süden Angolas und Norden Namibias kommen, um das erste Mal richtig traditionelle gekleidete afrikanische Buschleute zu sehen! Wo man doch immer hört, sowas gäbe es nur noch so richtig in Westafrika. Hm, da haben wir andere Erfahrungen gemacht.

Leave comment (2)

DRC – Fazit

Wir haben ja nur einen ganz kleinen Teil des grössten afrikanischen Landes gesehen. Vielleicht haben wir auch deshalb keine Kriminalität, extreme Unzivilisiertheit oder unpassierbare Strassen angetroffen. Die Ninjas (Strassenbanden) blieben auch aus. Korruption haben wir auch nur einmal angetroffen, sonst sehr nette und hilfbereite Beamte. Andere interessierten sich überhaupt nicht für uns, auch sehr gut. Klar, man merkt schon vielerorts, dass die belgische Kolonialherrschaft dem Land nicht so gut getan hat. Es wird zum Bespiel so gut wie kein Handel mit anderen afrikanischen Ländern betrieben. Wir haben zum Bespiel in Luozi einen Englischlehrer getroffen, der letztens gerade eine Konferenz mit seinen Arbeitskolegen hatte und sie darüber debattiert haben, was wohl “Fähre” auf Englisch heisst! Dictionnaire gibts dort nämlich keine! Wie soll das denn gehen? Zumal Bildung unserer Meinung nach der einzig richtige Weg zur Entwicklung ist. Darauf hin haben Chris und Bridge ihm gleich ihren Französisch-Englisch Dix geschenkt, sowas nenn ich Entwicklungshilfe!
Allerdings muss man sagen, dass wenn man über den Kongofluss nach Kingshasa schaut, man fast meint, man hätte eine New Yorker Skyline vor sich. Auch Matadi war sehr entwickelt. Die Pisten waren natürlich schon mit die schlechtesten, die wir bis dahin angetroffen hatten, da blieb dann auch nicht mehr viel Blick für die wunderbare Landschaft übrig. Glück hatten wir aber, die Strassen nicht während der Regenzeit passieren zu müssen. Es gibt Leute, die für die Strecke, für die wir 3 Tage hatten, 3 Wochen gebraucht haben!
Konsumiert haben wir in dem Land nicht viel, deshalb hier kein Ranking.
Alles in allem, halb so schlimm, als wir befürchtet hatten, eigentlich sogar recht toll, das Land (oder der Abschnitt, den wir gesehen haben). Eine tolle Erfahrung!

Information for other travelers (route Brazzaville – Kinkala - Boko – Manianga – Luozi – Matadi)

We decided not to take the ferry from BZV to Kingshasa, because we heard all sorts of bad stories about it. For everybody who wants to do the same thing as us, here a short description of the totally managable (!) alternative route, that we did in 3 days (you find the trackfiles under “trackfiles” on our blog):
- From Brazzaville to Boko: perfect tar
- From Boko to the border (exit Congo) at Manianga: good piste, no difficulties, did almost everything with 2-weel-drive; border police was very kindly! The costums didn’t have a stamp for the carnet, but assured us that the signature is enough. If you want to get a stamp, you have to look for it in Kinkala (they told us).
- From Manianga to Luozi: difficult piste. We had to use the low gear many times. There are no deep truck traces on the whole way to Luozi, but the road consits of really hard mud which is broken on steep hills. When it is wet, it gets crazily slippery, so do not drive when it’s wet!! You might not be able to avoid rain (because even in the small rainy season it rains at least every two days), but you have to wait for some hours of sunshine to let the road dry a little bit. We waited one day for 7 hours! (and still managed to arrive in Matadi within 3 days!) But all in all, we managed the road with no big difficulties and quite fast. DRC Immigration at Ndendanga was pretty anoying, since they wantet 50 Dollars for a useless document. Otherwise we would have to go back on the road to Congo! We fighted for 4 hours and in the end payed 10 Dollars, which is still stupid! We think that it depends on the person sitting behind the desk, so you might be luckier…
- Ferry in Luozi: Before getting on the ferry you have to register at the Immigration police there (again, but they don’t have a stamp, so you have the get that before in Ndendanga). Do that! The policeman is very nice and gives you his phone number in case you get into some trouble. And if you arrive there in the evening it is a very nice place to camp. The Ferry prices are totally ok, we payed 10’000 FCFA for one car (persons don’t have to pay). Apparently you can also pay in Franc Congolese, Dollars or even Euros. The ferry men were really nice and everything went quite quick and without any problems.
- From Luozi to Matadi: Piste to Kimpese ok, no difficulties, only sometimes hard mud and waterholes. From Kimpese on perfect tar.
- We dident get Stamps in the Carnet until Matardi, because there is no Custums on the Road. Nobody cared about. In Matardi they noticed the Entry and the Exit from DRC (usless but also harmless).
- W dident have an insurance for that country, we dident get any Roadblocks.

Fazit: We would definitely take that piste again! The ferry was easy, the landscape was beautiful and most people we met were amazingly kind (exept the immigration officer DRC).