Kenia – Fazit

Wo soll ich anfangen mit schwärmen? Bei den wunderschönen Tierparks, den Vulkankratern, den Riftvalleyseen mit tausenden Flamingos und heissen Quellen? Oder den schönen Stränden, den saftig grünen Hügeln, den endlosen Weiten des einsamen Nordens? Den vielen verschiedenen Stämmen mit ihrem traditionellen Schmuck? Kenia ist einfach einmalig wunderbar und beinhaltet für jeden etwas. Die Leute in Kenia sind erstaunlich gut gebildet und Nairobi bietet so viel wie eine westliche Stadt. Supermärkte haben ein tolles Angebot. Überall fühlt man sich sicher und willkommen. Zugegeben, die Parks sind recht teuer, aber einige davon lohnen sich auch wirklich! Und für den abenteuerlustigen Reisenden bietet die Lake Turkana Route (am besten von Maralal bis Loyangalani) alles was zu einem richtigen Afrika-adventure gehört! Für mich ist Kenia „Afrika pur“ und zusammen mit Botswana das absolute Hightlight unserer Reise!

Good Bye Kenya!

Irgend ein kleines Guesthouse, Omorate, Äthiopien, Geoposition, Höhe

Schweren Herzens, lassen wir E-Simon und Axel im Sibiloi zurück, nicht nur weil wir es lustig fanden mit den zwei zu reisen, sondern auch weil der lädierte Engländer mit dem RAV4 wieder zurück nach Nairobi fahren muss. Axel ist so vernünftig, mit dem Schiff über den Lake Turkana zu setzen und von da mit öffentlichem Transport zurückzufahren. Vielleicht kommt er ja noch zur Vernunft, vielleicht durch den zweiten schleichenden Platten. Aber eben Konsequenzen sind zu bedenken, auch bevor man mit einem nicht ganz geeigneten Mietwagen entlang dem Lake Turkana fährt und sollte E-Simon es nicht zurück schaffen, wird er schlechtestenfalls zum Darwin-Kandidaten, oder muss bestenfalls 1000 USD bezahlen (viel später erfahren wir, dass der RAV4 auch 2 Tage später noch da stand und die zwei wohl zusammen mit dem Schiff abgereist sind).
Für uns siehts hingegen nicht schlecht aus, erst durch den Park, dann entlang diesem auf leidlich guten Pisten, die nur zu Beginn etwas schlammig sind, und den Abstecher nach Kubi Fora unmöglich machen.
Tiere sehen wir auch im Park, Hartebeast, Zebras, Kudus,Gerenuks und ein Oryx. Der Himmel bleibt blau das Wetter trocken. Die Verhältnisse bessern sich. Kleiner Wehrmutstropfen, unser Regler zur Lichtmaschine scheint ausgestiegen zu sein, die Battery wird mit Vollgas geladen und dann gekocht.
Um ca. 15.30 Uhr erreichen wir Ileret, wo uns die Polizei registriert, unser letzter Kontakt mit Kenianischen Offiziellen. Der Empfang ist sehr freundlich und die Informationen über kommende Pisten umfangreich und vorallem positiv dank mittlerweile bereits 3 regenfreien Tage. Da aber in der Regenzeit nach 3 trockenen Tagen meistens Regen folgt, verzichten wir auf die zum Standartprozedere gehörende Möglichkeit hier zu übernachten und fetzen weiter, etwa 10km zur effektiven Grenze und nach Äthiopien. Die Einreise dahin ist vorerst easy going, besteht aus einem Holzhaus und einer, dank anderer Rumhänger und fehlender Uniformen nicht zu bestimmenden Anzahl Polizisten, diese wollen uns eine Patrullie mitgeben bis Omorate, wo die effektive Einreise ist, aber das können wir verhindern, tun so als hätten wir keine Ahnung von gar nichts und keinen Platz und sowieso.
Es folgt erster Kontakt mit der äthiopischen Bevölkerung, über die man besonders Ungeliebtes hört, vorallem die Kinder seien Bettler, werfen Steine nach den Autos, treiben das Vieh davor oder versuchen selbst unbedeutende Verletzungen abzubekommen, um dann gross Kasse zu machen. Vorerst bleiben aber solche Erfahrungen aus, wieder ist mal winken angesagt und gekreischiges Nachrennen. Aber tatsächlich bleiben Bettler nicht lange aus, Entäuschung entläht sich aber noch nicht in Steinen, einzig einer springt hinten auf den Landi und klaut Simons zum trockenen aufs Dach gebundenenen Socken.
Zu fahren ists gut, zu gute kommt uns, wo kein Fluss ist, die Feuchtigkeit, macht den ansonsten als Tiefsand beschriebenen Boden griffig. Halten tun wir nur um irgendwann die Lichtmaschine vom Regler zu trennen und ein endgültiges Kochen der Baterien zu verhindern. Mit einsetzender Dunkelheit erreichen wir wieder richtiges Strassennetz und kurz darauf zu noch vernünftiger Zeit um 19.00 Uhr Omorate und ein kleines Guesthouse am Stadteingang, können ein wenig Geld wechseln und Bier auftreiben.

Tansania – Fazit

Der Magier im magischen Afrika, so wird Tansania genannt, und wir erwarten viel. Umso mehr sind wir zuerst enttäuscht, als uns statt Steppe mit Akazienebäumen eine grüne Hügellandschaft begrüsst. Jedoch macht ein toller Vulkankratersee das Ganze grad wett. Auch enttäuscht sind wir von den Leuten, die uns entweder abzocken (Geldwechsel Grenze) oder sehr abweisend reagieren. Schnell finden wir aber heraus, das dies nur wegen der Sprachbarriere so ist, denn Englisch spricht hier fast niemand. Der wunderschöne Strand in Dar es Salam versöhnt uns dann wieder mit diesem Land, obwohl wir immer noch sehr enttäuscht sind von den horrenden Parkeintrittspreisen, die im starken Kontrast zu dem sonst so billigen Land stehen. So bescheissen wir Tansania zurück und fahren billiger in die Parks, können so auch die fantastische Serengeti geniessen, allein wegen der sich schon ein Besuch Tansanias lohnt. Alles in allem bleibt bei mir aber die Enttäuschung, ich kann an Tansania nicht viel Magisches finden. Der Killimanjaro lässt sich in Moshi leider auch nur einmal kurz blicken. Anders geht es Dominik, er möchte unbedingt nochmal hin, dann aber an den Tanganikasee, den auch ich noch unbedingt sehen will und wo sich vielleicht die gesuchte Magie befindet.

Der Spass beginnt

Sibiloi HQ, Sibilo Nationalpark, Kenia, Geoposition, Höhe, Datum

Rav4 in action
Movi in action
Flussfahrt
all 3 stuck
Testlauf
Kamele

Eigentlich haben wir uns überlegt, einen Tag Ruhepause in Loyangalani einzulegen, aber da wir das Palmshade Camp bereits Mittags erreicht haben, fahren wir am nächsten Morgen gleich weiter, zudem hats seit 48 Stunden nicht geregnet und das soll eigentlich ausgenützt sein. Anzumerken, denn entscheidend für die nächsten zwei Tage ist, dass sich Axel und E-Simon uns entgültig angeschlossen haben, und so fahren wir nun zu dritt im Konvoi.
Die Piste ist weiterhin ausgezeichnet und wir beginnen uns ernsthaft zu fragen, wo denn eigentlich die schlechten Stücke abbleiben, als der Regen wieder einsetzt und das Gelände steiniger wird und zu einer Geröllwüste ansteigt. Tief werden die Fahrspuren, für uns und den Landrover aber kein Problem, allerdings für den RAV4, der zum ersten Mal richtig stecken bleibt, nicht mehr vor und zurück kann. Aber Konvoi sei dank, das Auto braucht nicht komplett ausgegraben zu werden, ein einebnen der Strecke reicht, und der Landi zieht ihn raus. Überhaupt kommen die zwei mit dem Spielzeug 4x4 doch recht gut durch, lösen Passagen, die Wühlkraft erfordern, mit Geschwindigkeit und halsbrecherischer Fahrweise, bleiben vorerst nicht mehr weiter stecken. Glücklicherweise hat auch der zwischendurch biblische Regen wieder aufgehört.
Irgendwann ist dennoch die wieder sandig-kiesige Piste komplett überschwemmt, schickt uns auf eine Ausweichspur, die um ein Wasserbecken zu führen scheint. Vorerst geht alles gut, aber immer wieder folgen Stellen, die oberflächlich hart scheinen aber nach erstem Einsinken komplett nassen Sand zum Vorschein bringen, ähnlich dem Angoladebakel. Es kommt, was kommen muss, der RAV4 steckt ein. Wir, die wir zuhinderst fahren und immer Abstand vor schwierigen Passagen halten, bleiben auf trokenem Grund stehen und die Schotten im Landy zuvorderst auch. Wir besichtigen die Einsteckstelle, E-Simon ist bereits am graben, Axel kommt zu Hilfe. Vorerst erfolglos, die beiden stecken bis zum Chassi im Schlamm (Gut bei 10 cm Bodenfreiheit nicht weiter schwierig). Wir entscheiden abermals den Landi zu Hilfe zu nehmen und den Toyota rauszuziehen. Dummerweise zeigt sich aber, dass damit vorerst nichts ist, denn auch der Landi grabt sich ein, hat zu lange am selben Ort gestanden. Einzig Mowag ist vorerst noch im Trockenen, und ich entscheide mich nach gründlicher Auslotung des Terrains diesen etwas näher zu parken auf einem vermeintlich trockenen Grund. Leider habe ich aber damit ebenfalls keinen Erfolg, bleibe stecken. Konvoi komplett steckt im Schlammsand, glücklicherweise aber nicht zu tief, das Problem liegt so weniger beim Ausgraben wie beim Verhindern nochmaligen Einsteckens, lehrt uns, dass ein Verlassen der Fahrspur mitunter fatal sein kann. So graben wir zwar unsere Autos aus, warten aber mit dem Weiterfahren, bis der Boden weiter ausgetrocknet ist. Derweil haben Kirsty und Christina die weitere Fahrspur untersucht, und festgestellt, dass eine Verfolgung dieser schneller zur Hauptspur führt wie ein Wenden. Es wird ein Spiesrutenlauf aber wir schaffens.
Es zeigt sich, dass wir mit unseren fast 5 Tonnen erheblich benachteiligt sind, wenns von der Piste abführt. Zu weich ist der Untergrund, immer wieder sinken wir leicht ein, können uns aber dank erhöhter Geschwindigkeit in Bewegung halten. Erhöhte Geschwindigkeit führt aber auch zu vermehrtem Rumhopsen, was Mowag gar nicht mag und immer wieder durchschlägt.
Kurze überschwemmte Passagen sind also, auch wenn mit schlammiger Oberfläche, einfacher und sicherer zu bewältigen als Umfahrungen, denn Mowag sinkt einfach auf harten Grund und wühlt sich problemlos durch.
Kurz nach vier ist aber entgültig Schluss, nicht weil wir wieder einstecken sondern weil ein reissender Fluss unseren Weg kreuzt. Wir suchen zwar erst noch nach einer Umfahrung, aber damit ist nichts und so beschliesen wir mit entsprechendem Sicherheitsabstand zu campen. Lagerfeuer, Wildnis, Frieden.
Der Plan für den folgenden Morgen beinhaltet frühes Aufstehn, Fluss besichtigen, und wenn möglich vor dem nächsten Regen zu queren und auf der anderen Seite zu frühstücken. Um 6.30 Uhr stehen wir also am Ufer, werden mit der Tatsache vertraut, dass Flüsse hierzulande schneller verschwinden wie Dik-Diks im Gebüsch, wo am abend zuvor das Wasser noch Arschtief und reissend war, ist es heute bestenfalls Knöcheltief. Eine Querung ein Kinderspeil, der Kaffee danach köstlich.
Dass wir nicht die einzigen waren, die in der Wüste übernachtet haben zeigt die Uhr, als der erste Besuch uns beim Frühstück überrascht. Zwei Landcruiser vollgepackt mit irgendwelchen Regierungshelfern tauchen auf, leifern uns hilfreiche Informationen über die folgende Piste (sehr gut), wir wollens ihnen gleich tun, aber die Tatsache das wir einen RAV4 dabei haben sagt eigentlich alles.
Wunderbar sind die folgenden Kilometer, führen uns entlang einem steinigen Hügelzug, auf besten Kiespisten, weitere Dryriverbeds sind tatsächlich trocken, führen uns bis Mittags fast so weit wie gestern den ganzen Tag.
Dass es doch nicht so weit wie am Vortag ist, liegt an einer weiteren überschwemmten Stelle. Abermals scheint ein Vorwärtskommen am selben Tag ausgeschlossen. Verstärkt wird das Gefühl von einem Toyota Landcruiser, der 200m weiter hinten im Schlammsand abseits der Piste steckt, und von den sechs KWS Mitarbeitern, die kurz nach uns auf der andern Seite auftauchen, nach kurzer Besichtigung, einen Versuch der Querung starten, aber auf halber Strecke vom Weg abkommen, hoffnungslos stecken bleiben. Vielleicht hätten sie es geschafft, wenn sie nicht einfach nur wie die Wilden drauflosgedonnert wären, sondern auch etwas Feingefühl für entsprechend besser zu fahrende Fahrspur an den Tag gelegt hätten. Aus unserem Konvoi würds Mowag wohl so am ehsten schafffen, wohl auch der Landy sicher, aber nicht der RAV4. Für den wäre hier wohl Schluss, nicht aber für E-Simon, der sich fest vorgenommen hat, den Sibiloi heute oder gar nicht zu erreichen, darum mit Axel gewettet hat, der sowieso von beiden der Vernünftigere zu sein scheint und das ganze unternehmen mit gesunder Skepsis betrachtet. E-Simon gibt sich also nicht geschlagen, läuft weite Strecken den Wassergraben ab um eine Furt zu finden, die eine Querung erlaubt. Tatsächlich hat es so eine, und so fahren wir, E-Simon, Simon und ich mit dem RAV4 dahin, wobei mein Augenmerk eher auf den Zufahrtswegen dahin liegt, denn Offroad hat Mowag uns gestern gezeigt, ist eigentlich zu verwegen.
Aber das Terrain scheint trocken, wir wagen und meistern die Anfahrt.
An der Behelfsfurt ist erst mal etwas Sträucherwegräumen angesagt, denn für Mowag brauchts etwas mehr Spielraum oben und für den Toyota unten. So kommt erstmals mein Masaischwert, das ich in Tanzania erhandelt habe, und Simons Samburuklinge, zum Einsatz. Die Schwerter sind tatsächlich über Erwarten scharf, ermöglichen grossflächige Rodungen und eine ziemlich lange knochentiefe Schramme im Schienbein. Zugefügt hat sie sich, wie könnte es anders sein, E-Simon, der mit einem Bein hinterm Busch steht, als er diesen mit dem Samburustahl zu bändigen versucht, was ihm dank genügend Schwung 1A gelingt. Als Kommentar zu seiner Aktion fügt er in knochentrockenem Englisch an: „That wasn’t a good idea!“
Glücklicherweise sind die zwei Schotten wie gesagt Ärzte, haben entsprechendes Repertoir dabei, Simon näht mit drei Stichen!
Nach kurzem Intermezzo rückt nun wieder Flussqueren in den Vordergrund. Plan ist, Landi zuerst, dann der Toyota, zuletzt wir. Notfallplan, ist bei Einsinken können die Trockenstehenden das fehlgeschlagene Auto bergen.
Landi kommt recht gut durch, bleibt aber am letzten Absatz hängen, kurzes Graben und heftigeres Anschieben reicht aber, durch.
Der RAV4, mit E-Simon bereits wieder am Steuer, machts wie gehabt mit speed schafts auch. Nun ich und wie immer werde ich leicht nervös, wenn wir die einzigen sind, die am falschen Ufer zurückbleiben. Zusätzlich legen wir noch Sträucher in die Fahrbahn, Untersetzung 3. Gang und natürlich Allrad, keine Probleme.
Aktion erfolgreich, einzig der Toyota hat sich einen Platten eingefangen, den Axel und E-Simon beheben müssen. Wir andern stellen sicher, dass die zwei das auch managen und machen uns auf, zurück zur ca. 2km entfernt leigenden Strasse, über mit Büschen durchstetzte Sandebene.
Und es wird ein Höllenritt, immer noch in Untersetzung und 3. Gang versuchen wirs, merken unmitelbar nach Abfahrt, dass das Gelände sehr tief ist. Immer wieder verlangsamt sich unsere Geschwindigkeit, gefolgt von abnehmender Höhe über der Hinterachse, fast erreichen wir Stillstand, um nur kurz darauf wieder an Geschwindigkeit zuzulegen. Wieder geschafft! Zur Risikominderung versuchen wir über buschiges Terrain zu fahren, denn dort scheints trockener. Die Büsche sind nur etwa 3cm hoch, würden also kein Risiko bedeuten, spielt aber keine Rolle, denn bei Radkontakt versinken diese im Sand, geben aber doch Griff. Wos keine Büsche gibt wird unsere Spur bis 50 cm tief, möglichst wenig lenken ist angesagt. Wir schaffens, erreichen die Sicherheit der Strasse.
Die KWS-Typen sind mitlerweile auch weg, bleibt nur der Landcruiser im Schlammsand. Passagiere hier, zwei Männer, zwei Frauen und ein Baby! Seit fast 24 Stunden stecken sie schon hier, sind gestern abend um 8.00 Uhr (dann ist bereits stockdunkel, wohlgemerkt) hier lang gekommen und einfach existierenden Spuren gefolg, haben kein Wasser und kein Essen mit. Randbemerkung, dass die Deppen, die zweifelsohne Kandidaten für den Darwin Award wären, würden sie hier verenden, lokale Mitarbeiter von Veterinairs sans Frontier sind.
Aber wir wollen das wider besserem Wissen verhindern, unterbrechen die natürliche Selektion, helfen ihnen zurück auf die Strasse, und supporten sie mit Wasser und Brot.
Für uns sind die Abenteuer des Tages so abgeschlossen und wir erreichen auf weiterhin bestmöglichster Piste und unbeschreiblicher Landschaft, den Sibiloi National Park, wo sich E-Simon und Axel im Guesthouse einquartieren, und uns so einen kostenfreien Stehplatz davor ermöglichen. Bier gibt’s keines, aber kalte Softdrinks und Gin haben wir noch mit. Butternut-Curry!

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We were sending to out of space to finde an other race!

Palmshade Camp, Loyangalani

Strecke um Maralal.jpg
die beiden Abenteurer
malerische Landschaft
wunderschöne Weiten
Lake Turkana
Sonnenuntergang am lake turkana

In Maralal heists erst mal Vorräte aufstocken, denn dieser Platz ist wahrscheinlich der letzte wo Waren verfügbar sind, die nicht auf Bäumen wachsen, und sicher für 1200km der letzte wo Diesel zu haben ist. Es heisst zwar, dass im Glücksfall bereits nach 800 km Treibstoff zu haben ist aber darauf wollen wir uns nicht verlassen und eigentlich machts auch keinen grossen Unterschied. Volltanken, inklusive Zusatztank und Kanister.
Vorerst regnets nicht, und wir fahren auf guter Piste Richtung Norden, wo uns der Weg an einem Aussichtspunkt vorbei übers Escarpment zurück ins Rift Valley führen wird. Im Moment ist kleine Regensaison, heisst immer wieder heftiger Regen, unsere Taktik darum: nicht auf Trockenphasen warten, sondern fahren, wenns geht, denn keiner kann sagen wann und wo es mal drei Tage nicht regnet und wann doch, warten können wir auch im Nirgendwo.
Die Landschaft ist hügelig steil, bewachsen mit Zedernwäldern, diese wiederum mit Moos und Flechtenschlieren. Leider ist der Aussichtspunkt im Nebel, versagt uns zusätzliche Glückseligkeit, während vorhandene weggespühlt wird, durch einsetzenden Regen. Erst schwach und nicht hinderlich, dann stärker, dann heftig, schliesslich flutend, gibt uns irgendwann das Gefühl, bei ansteigender Felsstrasse einen Wasserfall zu erklimmen. Aber Mowg kanns und auch der Landy von Simon und Kirsty wird nicht weggespühlt.
Einsamer wird’s, der spärliche Rest von Befölkerung gehört zum Stamm der Samburus, ein Volk, das ähnlich geschmückt wie die Masai herumläuft, den Farbtupf in der Ggrüngrauen Nebelregenlandschaft darstellt. Wir kommen gut voran, trotz Regen, denn die Strasse bleibt gut, ist bei ausgeprägter Steilheit auch durch Betonfahrbahnen befestigt, kritisch nur wo solche Befestigung am entstehen ist und der Verkehr über mehr oder weniger befestigte Umfahrungen mit entsprechendem Schlammaufkommen geleitet wird. Unser Ziel ist South Horr, erster Etappenort, bei Tageslicht zu erreichen, eigentlich kein Problem, dank besagter guter Unterlage. Was Leider eine Piste von einer Strasse auch bei bestem Zustand unterscheidet, ist die Absenz von Brücken. Manchmal wird’s durch eine befestigte Furt mehr als wettgemacht, denn hier beginnt wieder die Wüste und somit per Definition ein Mangel an Flüssigkeit, die wiederum Flussbette von Flüssen unterscheidet.
Aber wie bereits erwähnt regnet es und unsere Zielvorgabe beginnt zu wanken als uns der Weg durch eine wasserführende Furt verstellt ist. Das an ein Überqueren nicht zu denken ist zeigen vier Fahrzeuge die bereits warten.
Der Regen hat jedoch glücklicherweise bereits wieder abgenommen, wenn nicht sogar aufgehört, also warten auch wir optimistisch, nutzen die Zeit für Mittagessen, Kaffee und Kuchen und gegenseitiges Kennenlernen. Unsere zwei Reisebegleiter sind Ärzte, haben längere Zeit in Zambia gearbeitet und sind nun auf dem Nachhauseweg. Sicher nicht ganz unpraktisch.
Eine Stunde dauert die Warterei, dann kanns weitergehen, erst noch etwas hügelig dann hinunter ins Rift Valley und was uns hier erwartet wird im Reiseführer mit „zum Weinen schön“ beschrieben. Obwohl keiner zu weinen beginnt, triffts die Beschreibung schon ziemlich, vor uns liegen tausend Kilometer Niemandsland, vulkanisch hügelig, einsames Afrika. Dank der Regensaison entsprechend grün, es fehlt einzig das Grosswild.
Irgendwo unterwegs kreuzen uns Axel und E(ngland)-Simon, auch ihr Ziel ist heute South Horr. Kurz vor diesem kommen leider recht steinige und steile 10km, die hinunter in ein Tal führen in dem sich die Oase befindet. Hier lassen wir nochmals Zeit liegen, aber sonst nichts und so schaffen wirs zwar nicht vor Sonnenuntergang aber ohne Probleme nach South Horr.
South Horr-Loyangalani ist im Routenbeschrieb als erst tiefsandig, dann steinig beschrieben. Mehrere Kilometer mit Untersetzung und Allrad heisst es da, aber hier kommt uns der Regen vom Vortag zu gute, hat sämtliche Sandunterlagen verfestigt, ermöglicht im grossen ganzen ein zügiges Vorankommen.
Mittlerweile hat die Landschaft komplett auf Wüste gedreht, ist steinig und trotz der einsetzenden Regensaison nur spärlich bewachsen. Vereinzelt hats Nomadendörfer der Samburu aber eigentlich wohnt hier niemand. Manchmal ist der Boden von Vulkangestein übersäht, porös wie Schwämme und in ähnlicher Form. Wir halten, wollen in einer Wasserpfütze testen ob diese schwimmen, tun sie nicht.
Gerade wollen wir weiterfahren, als wir weiter hinten zwei Typen ausmachen, die um ein Auto herumstehen und irgendwie geschäftig wirken. Natürlich machen wir uns in dieser Einöde auf, zurückzufahren und Hilfe anzubieten, allerdings nicht ohne uns vorher mit dem Feldstecher zu vergewissern, dass da nichts Böses im Anzug ist, denn die Gegend ist leider auch berüchtigt für somalisches Banditentum. Allerdings schon lange nicht mehr, mit ein Grund wieso wir uns für die Lake Turkana-Route entscheiden haben, und nicht für die direktere aber eben anscheinend gefährlichere Moyale-Route.
Nicht ganz unerwartet handelt es sich bei den zwei jedoch um E-Simon und Axel, die sich eigentlich mit ihrem RAV4 recht gut gehalten haben, aber jetzt und hier den Auspuff an einem Stein abgefahren haben. Aber ein Auspuff ist nicht entscheidend für die Fahrtüchtigkeit. Also Hochbinden und weiter gehts.
Auf weiterhin leidlich guter Piste erreichen wir den mystischen See, der wegen des salzigen Wassers und daraus resultierendem Algenbewuchs Jadefarben schimmert, so auch als Jademeer bekannt ist. Obwohl auch in unmitelbahrer Umgebung des Sees die Landschaft denkbar karg ist, leben hier wieder vermehrt Menschen. Vier Stämme sind hier heimisch, die Samburu, die El Molo, die Turkana und die Rendille. Alle samt sind sie Nomaden, leben in kleinen Igluhaften geflochtenen Zelten, die allerdings neuartigerweise zum Teil mit Plastikplanen überdeckt sind. Stören tuts nicht, verstärkt nur das Gefühl von exoterestrischen Lebensformen, und das scheinen sie auch zu sein, denn wie sollten sie sonst zurecht kommen, in dieser unwirtlichsten aller Gegenden. Faszinierend auf jeden Fall.
Später im Palmshade Camp in Loyangalani, einer Ansamlung von Hütten, die einer lokalen Stadt wohl am nächsten kommt (übrigens auch der Drehort von „the constant gardener“), erzählt uns ein Resieführer, dass der lokale Speiseplan Ziegen, Rinder, Kamele, Fisch, Nilpferd oder Krokodil enthält, und zwar nicht alles auf einmal, sondern die einen Stämme essen keinen Fisch, die andern kein Kamel und die dritten kein Krokodil oder Nilpferd.

Der Anlauf

Maralal Safari Lodge, Maralal, Kenia, Geoposition, Höhe, Datum

Flamingos
Camp am Lake Bogoria
heisse Quellen
Flussfahrt
Schlammfahrt

Anfangs ist’s unspektakulär, Standarttourisch fahren wir über Lake Bogoria und Lake Baringo nach Maralal. Erster besticht durch Hunderttausende Flamingos und heisse Quellen, zweiter durch gar nichts, erfreut uns aber bei der Weiterfahrt auf der ausgezeichneten Piste nach Norden mit göttlicher Aussicht. Wirklich hervoragend ist die Piste auch zu fahren, kaum steinig und meistens eben. Leider nimmt dieser Zustand beim Einbiegen auf die Hauptpiste nach Norden massiv ab und als es kurz vor dem Ziel zu regnen beginnt wird’s zudem erwähnenswert matschig! Glücklicherweise fährt vor uns erst ein LKW, der die Fahrspur freipflügt. Als dieser aber stecken bleibt, entscheiden wir uns, auf eine Umfahrung auszuweichen, die uns bei vorheriger Besichtigung besser befahrbar erscheint. Als wir sie aber mit unserem Gefährt erreichen, ist nicht mehr viel davon zu sehen, komplet überschwemmt ist sie, gibt uns das Gefühl, einen Bach entlang zu fahren. Glücklicherweise ist der Untergrund aber hart und wir erreichen 5 km später wieder die Hauptpiste, welcher wir noch 10 km folgen müssen. Der Regen ist schwellend, wechselt von stark zu heftig, aber es ist griffig und so nicht weiter schwierig. Kurz vor dem Ziel kommt aber nochmlas ein gröberes Schlammassel, ca 150m Tiefschlamm, mittendrinn ein alter Toyota Pikup. Wir besichtigen zu Fuss, finden rechtsrum übers Gras seis wohl besser, aber da steckt ein LKW, der uns eines besseren belehrt. Auf der anderen Seite stehen drei Matatus, die abwahrten, oder doch nicht, denn erstes macht sich auf die Schlammpasage zu bezwingen brettert Vollgas durch, schlingert, hüpft rum wie wild aber der Fahrer kanns, kommt durch. Natürlich sehen das die anderen, machens nach, schaffens auch. Weder werden Gäste ausgeladen noch die Spur besichtigt. Alles oder nichts, Konsequenzen sind nichts womit sich der Afrikaner im Vorneherein beschäftigt.
Entgegen den Matatus haben wir Allrad und Untersetzung, machen beides rein und fahren auch durch. Natürlich nicht mit Vollgas, denn wir lieben unser Auto, zudem finde ich, dass Geschwindigkeit bei hartem Untergrund (unter dem Schlamm versteht sich) nicht gar so zwingend ist, wie eben Kontrolle die gewählte Spur nicht zu verlassen.
Unser Ziel in Maralal ist die Safari Lodge, die ganz ausgezeichent sein soll und auf deren Parkplatz man campen kann. Wir erreichen sie im Dauerregen aber noch bei Licht, können so die Aussicht übers kleine Game Sanctuary und den wunderbaren Kolonialholzbau geniesen. Leider nicht so Glück haben Simon und Kirsty, zwei Schotten, mit denen wir die Turkanastrecke bestreiten wollen, sie verspäten sich, kriegen die volle Dosis Schlamm, Regen und Dunkelheit ab. Aber ihr Landy kommt ebenfalls durch, kann sich mit Difflock rauswühlen. Das Bier am Kaminfeuer mags entschädigen.
Ebenfalls in der Safarilogdge treffen wir auf zwei nicht ganz alltägliche Safariurlauber, Axel aus Deutschland und Simon aus England. Die zwei sind mit einem gemieteten Toyota RAV4 unterwegs, heisst einem 4x4, der in etwa gleichermassen für Offroad geeignet ist wie ein Audi A4 Quattro. Nicht destotrotz wollen die beiden Verrückten, oder besser der Verrückte Engländer und sein Mitfahrer, mit dem Mietwagen bis zum Sibiloi Nationalpark fahren.

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Wiedersehen

Jungle Junction, Nairobi, Kenia, Geoposition, Höhe, Datum

Thunfisch auf Grill
Wild dogs
Darius und Jane

Nach dem wir uns ein paar Tage am indischen Ozean um die Ohren gehauen haben, deren wichtigster Inhalt mit „Essen wir heute einmal oder zweimal frischen Fisch vom Grill?“ umschrieben werden kann, machen wir uns auf den Rückweg nach Nairobi. Unterwegs Halt in der hervorragenden Sagala Lodge, dann im Tsavo East, wo wir zwei Glückspilze tatsächlich nochmals ein Rudel Wildhunde vor die Linse kriegen.
Dieses hängt erst auf einem Felsen, will dann unseren Weg kreuzen, als just in dem Moment ein Dik-Dik weiter vorn über die Strasse flitzt und die Meute hinter sich her zieht. Die Frage ob diese Zwergantilope mehr als nur einen Snack für die Wilddogs bedeutet erübrigt sich zwar, denn sie erwischen es nicht, für uns interessanter ist aber, dass sich die Bewegung des Rudels dem Strassenverlauf anpasst und wir ihm so für gut 1km folgen können, bevor weitere Dik-Diks die Räuber endgültig ins Dickicht ziehen.
Zurück in Nairobi bedeutet auch wieder zurück im Regen. Sintflutartig ist dieser, überschwemmt den Platz 10cm tief. Uns machts nichts aus, denn unsere Bodenfreiheit ist ausreichend, nicht aber die von Darius und Jane’s Zelt, das komplet überschwemt wird.
Diese treffen nämlich einen Tag nach uns im jj’s ein, benötigen für Jane einen neuen Philipinischen Pass. Äthiopien-Visa haben die zwei schon, waren da erfolgreich, wo wir gescheitert sind, nämlich in Harare, Trick dabei ein gefaktes Empfehlungsschrieben der Deutschen Botschaft in Addis Abbeba. Wir besorgen uns mit einem ebensolchen aber nicht gefakten von der Schweizer Botschaft das Sudanvisum, das innert 24h ausgestellt wird.
Ausserordentlich ist die Freude, als die zwei alten Bekanten aus Westafrika hier auftauchen. Zwar waren wir immer im Bilde, wo sie sich mehr oder weniger befinden, aber da sie erst im April zurück in Europa sein wollen, haben wir uns keine Hoffnungen gemacht auf ein Wiedersehen. Gefeiert und befeuchtet wird’s um so mehr, verläuft sich in allabendliches Rumhängen und Quaseln über Afrika und Reisefeinheiten.
Letzter Behördengang ist vor der Abreise, das Stempeln des Carnets und des Passes zur Ausreise aus Kenia, denn wir wollen das Land über die Turkanaroute verlassen, und da gibt’s keinen Zoll. Beides ist hochoffiziel und komplet frei von Kompliziertheit.
Besagte Turkanaroute verläuft durchs Rift Valley und die daraus ausufernde Wüstenebene, entlang dem Lake Turkana und durch ein Gebiet dass noch zu den ursprünglichsten in Afrika zählt, zusammen mit dem angrenzenden Omo-Valley in Äthiopien, zahlreiche Stämme in noch originaler Aufmache enthält. Preis für die Ursprünglcihkeit ist allerdings ein angeblich kaum vorhandenes und sich in spektakulär schlechtem Zustand befindliches Wegsystem, dass uns durch die knapp 800 km geleiten soll.
Am 1. November machen wir uns auf, unser letztes grosses Abenteuer in Afrika zu bestreiten.

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The Proposal

Sagala Lodge, Voi, Kenia, Geoposition, Höhe, Datum

Landschaft im Tsavo West
auf Vulkankegel
Eule
Puffotter
Blick auf Kili beim proposal

Um die Zeit zu überbrücken, die die Pässe für Nairobi-Schweiz-Nairobi benötigen, wollen wir für ein paar Tage nach Mombasa und an den Strand. Zusätzlich haben wir für den Weg nach Mombasa den Tsavo West National Park und für den Rückweg den Tsavo East National Park eingeplant.
Für Tsavo und gegen Amboseli haben wir uns entscheiden, weil wir grundsätzlch grössere Parks besser finden und auch wenn’s im Abmboseli wohl mehr zu sehen gibt und dieses im Glücksfall vor dem Kilimanjaro zu knipsen bereitsteht, geht doch bei garantiertem Tieresehen durch Autosammlungen anfahren das Jagdfieber komplett verlohren.
Umso glücklicher fühlen wir uns also, als der Kilimanjaro auch aus dem Tsavo zu sehen ist, zudem die Landschaft mit grandioser Weite und kleinen Vulkankegeln besticht. Ein Aussichtspunkt hat es uns besonders angetan, der Roaring Rocks Viewpoint, von dem man einen schönen Blick über das Rhino Valley und die vulkanischen Chyulu Hills mit dazwischenliegender Buschsavanne hat. Immer wieder kehren wir hierhin zurück, finden es so extraordinär, dass ich die Chance packe, als mal sogar der Kili zu sehen ist und Christina um ihre Hand anhalte. Natürlich mach ich das auf Knien und natürlich habe ich einen Ring zur Stelle. Auch natürlich ist in den gegebenen Umständen, dass er keinen Diamanten enthält, denn das Geld, das dieser kosten würde, ist leider knapp und so begnüge ich mich zwangsläufig mit ewas afrikanischem, nämlich einem handgefertigten Ring aus Hippo-Zahn, den ich bereits in Malawi am Cape Maclear habe fertigen lassen. Gekostet hat er 1700 MKwacha und ja, ich habe ihn heruntergehandelt aber leider nur auf 1500MKwacha (170Mk=1US$). Christina findets natürlich doppelt toll, dass es was wirklich afrikanisches ist und dass ich um den Preis gekämpft habe. Ob sie wirklich ja gesagt hat, wissen wir beide nicht mehr, denn sie hat, glaube ich mich zu erinnern, einfach zu weinen begonnen und ich habs als Ja aufgefasst und das war wohl nicht falsch, denn sie lies sich den Ring anstecken. Natürlich hatten wir beide keine Ahnung welche Hand dazu hergenommen werden muss. Schlussendlich trägt sie ihn jetzt rechts, denn er passt nicht zur Uhr.

Was Tiere betrifft, sind wir auch äusserst erfolgreich, können als neue Art das kleine Kudu abhaken. Etwas ganz besonderes sind im Tsavo die roten Elefanten, die natürlich genau so grau sind wie alle anderen afrikanischen Elefanten, aber hier haben es sich die Dickhäuter angewöhnt, sich nach dem Baden einen Hautbalsam aus der roten Erde anzulegen, wahrscheinlich als Sonnenschutz.
Löwen hats auch und das ist trotz den Mengen an Königsraubkatzen überall, ganz speziell, denn die Tsavo-Löwen haben dank geschichtlichem Hintergrund zweifelhaften Weltruhm erlangt. Als nämlich während der Kolonialzeit die Uganda Bahn gebaut wurde, haben zwei männliche Löwen begonnen, Kulis (indische Bauarbeiter) und lokale Hilfskräfte zu köstigen. 28 der ersteren und ungezählte von den Hilfskräften sollens den Meneatern zum Opfer gefallen sein, die im Volksmund „Der Geist und die Dunkelheit“ genannten wurden. Schauplatz der Tragik war der Bahnhof und das Camp zum Bau der Brücke über den Tsavofluss, die heute noch nach dem damals verantwortlichen Ingenieur als Patterson’s Brücke benannt ist. Schwerwiegende Folgen nebst dem verlust an ersetzbaren Menschenleben: die Bauzeit verzögerte sich um über ein Jahr und Hollywood hat einen Film darübergedreht, mit einer gefälligen Titelmelodie, zu deren Gesumme wir Brücke und Bahnhof besichtigen.

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To Do List

Jungle Junction, Nairobi, Kenia, Geoposition S01° 1.333’ E036° 45.627’ Höhe 1799m 13.10.11

1. Ferdern vorne ersetzen und einbauen.
2. Kardanwellen auswuchten
3. Scheibenwischer revidieren
4. Kühlwaser kontrollieren
5. Abschmieren
6. Oelwechsel
7. Neuer Pass für Dominik
8. Visa Äthiopien
9. Visa Sudan
10. Visa Ägypten
11. Blogupdate
12. Wäsche wieder mal in richtiger Maschine waschen
13. Gasflasche Füllen
14. Bremsen nachstellen
15. Kuplungsgestänge ersetzen
16. Linsenmittel Christina einkaufen
17. Kleinkram (Wasser auffüllen, Tanken, Einkaufen....)
18. Konvoi zusammensuchen für die „gefährliche“ Reise durch Nordkenia

Die Liste ist entsprechend lang, denn seit geraumer (SA) und für geraume (CH?) Zeit ist Nairobi die beste Adresse um sein Auto auf Vordermann zu bringen, Unterhaltsarbeiten zu erledigen und Vorbereitungen für eine sichere Weiterreise zu treffen.
Wir treffen am Mittwoch, den 05.10 in der Jungle Junction ein, ein von Chris geführter Treffpunkt für Überlandreisende, die gleiches oder ähnliches nötig haben wie wir, und somit beste Adresse am besten Ort um alles herzurichten, etwas was wir bitter nötig haben, denn unterwegs von der Masai-Mara, die nachweislich und von uns nun vollständig geprüft nur schlechteste Zufahrtsstrassen hat, haben wir noch die zweite Feder vorne verloren, und fahren, da beide vor der Achse gebrochen sind, mit etwas schwabligem Fahrverhalten bei unebener Strasse.
In der Jungle Junction herrscht bereits volles Haus, ein Holländer mit MAN-Truck, drei Engländer mit Landrover und zwei junge Südafrikaner mit Hilux sind vor Ort und haben sich bereits zu einem Konvoi gefunden, wollen aber am Montag los, für uns zu früh.
Am Donnerstag geben wir erst mal unsere Wäsche ab (Punkt 12) und fahren zur schweizer Botschaft (Punkt 7.), denn ich habe nur noch 3 leere Seiten im Pass und das reicht nicht, für alle noch benötigten Visas (Punkte 8.-10.). Auf der schweizer Botschaft warten derweil mehrere Kenianer auf die Abarbeitung ihres Visaantrages, was uns wieder mal vor Augen führt, wie schwierig es ist für Afrikaner ein europäisches Visum zu beantragen, und dass es jetzt ein Schengenvisum ist machts auch nicht leichter. Da steht zum Beispiel der junge Mann am Schalter und antwortet ganz selbstverständlich auf die Frage nach seinem Bankkonto und entsprechendem Geldnachweis, er habe sein ganzes Geld auf dem Handy!
So funktioniert nämlich der geldlose Zahlungsverkehr in Kenia, will der Kunde was berappen zückt er sein Handy und überweist per SMS, nennt sich MPESA, funktioniert überall, im Supermarkt, im Restaurant, am Imbisstand und zum schmieren von Polizisten. Ist auch ganz praktisch, denn auch in Kenia herrscht manchmal akkuter Mangel an Kleingeld.
Ja aber das funktioniere im Ausland nicht schon gar nicht in Europa! Der Gute muss also los und sich erst mal ein Bankkonto beschaffen.
Wir haben Glück, denn ich bin ja Inhaber des schweizer Passes und somit nicht genötigt in der Schlange anzustehen, kann bald darauf am Schalter vorsprechen und meinen neuen Pass verlangen.
Ob ich denn einen Termin hätte?
Termin, was ist das?
Denn hier ist, trotz des täuschend echt vermittelten Gefühls durch die kenianische Angestellte, Schweiz, und da braucht man einen Termin! Habe ich aber nicht, erkläre trotzdem nochmal mein Anliegen für einen neuen Pass und zeige den vollen vor. Dieser wird in ein Hinterzimmer getragen und ich kann, einer spontanen Eingebung folgend, ihm gerade noch nachrufen, dass ich kein kenianischer Resident bin. Kurz darauf erscheint ein Schweizer mitte fünfzig und fragt auf schweizerdeutsch nochmal nach, wieso ich denn eigentlich einen neuen Pass brauche. Wir seien eben mit dem Auto unterwegs, und bräuchten bis Zuhause noch mindestens drei Visa!
Aber der Pass habe doch noch drei leere Seiten!?!
Reicht aber nicht aus es braucht immer mindestens zwei pro Visa.
Ok ich solle am nächsten Morgen Herrn Barelli anrufen, denn der sei zuständig und einen Termin abmachen, denn die Passmaschine laufe leider nicht jeden Tag. Wenn schweizer Organisationstalent auf Afrika trifft.
Na gut, Punkt 7. auf Eis gelegt.
Inzwischen ist es kurz nach Mittag und da wir uns am Morgen bei Chris nach einem Federflicker erkundigt haben, können wir gleich mit Punkt 1. weitermachen und da vor Ort vorsprechen. Leider hat mittlerweilen die Entropie auf Nairobis Strassen entsprechend zugenommen und die 3 km kosten uns erst mal 2 Stunden, so dass wir als wir im Federladen eintreffen, auf morgen verwiesen werden, aber immerhin können wir die kapute Ersatzfeder da lassen, damit sie uns bereits die neuen Hauptblätter schmieden können. Freundlich an der Federaktion in Nairobi, vier Hauptfederplätter inklusive Montage von zweien unter dem Auto, ca 100 US$, dafür gabs in Capetown ein gutes und in Lilongwe ein schlechtes.
Nagutnadann, fahren wir wieder zurück zur Jungle Junction vielleicht lässt sich ja noch der eine oder andere Punkt angehen. Leider ist aber gar nichts mehr anzugehen heute, denn der Verkehr ist nicht besser geworden und wir erreichen die jj kurz vor dem Einnachten, können glücklicherweise noch unterwegs einkaufen (Punkt 17.) und uns nach eventuell passendem Oel umsehen (Punkt 6.), zunächst erfolglos, denn 10W40 Semisynthetisch gibt’s hier nicht.
Freitags machen wir uns früh auf, nachdem wir noch früher aufgestanden sind, hoffen vor dem grossen Verkehrsscrash den Federladen (Punkt 1.) zu erreichen, verpassen das Ziel, um 8.00 Uhr oder früher da zu sein, müssen dadurch erst mal warten, bis ein anderes Auto fertig ist.
Per Telefon (Punkt 7.) melde ich mich erst mal bei der schweizer Botschaft, verlange nach Herrn Barelli, und erkläre, nach kurzer Konfusion über was für eine Muttersprache dieser wohl spricht, mein Anliegen auf Hochdeutsch, denn mein italienisch ist doch etwas zu schlecht dafür.
Also der neue Pass sei überhaupt kein Problem, ich solle erst mal den Antrag auf dem Internet ausfüllen, er werde dann die Angaben prüfen, worauf wir uns auf einen einen Termin verständigen können.
Ich glaube, mich tritt ein Pferd! Das hätte man mir sicher auch direkt erzählen können, dann wären wir jetzt bei der Terminabsprache und nicht bei Vorabklärungen zu Verfahrensfragen mit Hinweisen zu Internetaktivitäten, die ich im Moment (Freitag, Industriegebiet Nairobi) nicht durchführen kann.
Aber ich habe Glück, Herr Barelli versteht unsere Situation durchaus, anerbietet sich, das Internetformular mit mir über Telefon zu vervollständigen und wir terminverabsprachen uns auf Montag Morgen 8.00 Uhr oder früher, er sei auf jeden Fall da!Saubi!
Die weitere Zeit bis es los (zurück zu 1.) geht nütze ich, um mich ein bisschen in der von indischen Kenianern geführten Fabrik umzuschauen und zu staunen. Fein säuberlich liegen Federstahlbaren in allen Dicken und Breiten am Lager, werden im ersten Schritt hydraulisch auf Länge geschnitten, darauf in diversen Unterschritten gewärmt, gebogen, gewärmt, geschmiedet,gewärmt, gerichtet, dann zu Federpaketen zusammen genietet und geschraubt, lackiert, zum Schluss beschrieben mit allen möglichen Automarken und Typen. Mangels bekannter Marke und Namen zu uns findet Christina unsere kapute Feder in der Montagehalle liegend, mit Muzungu beschriftet.
Inzwischen haben wir Tee erhalten, Mowag ist in Arbeit und Christina und ich machen uns auf in Ersatzteilläden unser Kuplungsgestänge (Punkt 15.) vorzuzeigen und hoffen entsprechend Ersatz zu finden für den gebrochenen Kugelkopf. Leider ist aber Nairobi im Laufe der Zeit zu stark entafrikanisiert worden und zur Beschaffung eines Ersatzteiles eine Artikelnummer oder zumindest eine Typenbezeichnung des Fahrzeuges inkl. Baujahres nötig. Um wenigstens angehört zu werden versuchen wir es mit einem Mercedes Unimog Teil anstelle von MOWAG 1959 haben aber trotzdem keinen Erfolg.
Kurz nach 14.30 Uhr ist Mowag fertig, hat zwei neue Hauptfederblätter vorne und ab jetzt zwei Ersatz im Gepäck, und wir machen uns auf durch den Nairobifreitagnachmitagverkehr zurück zu jj treffen entsprechend kurz vor 18.00 Uhr da ein.
Abends treffen der Reihe nach Detlef und Conni, die wir zum dritten mal treffen, Susi und Ruedi mit dem OKA, die wir aus dem Tan-Suisse kennen und Henning und Carolin die wir aus Dar kennen, ein. Mittlerweilen ist der Platz recht voll, für uns sehr positiv, denn so fliessen die Informationen, man tauscht sich aus, und auch gut am ganzen, eigentlich alle fahren nach Norden, heisst Äthiopien.
Gesellig wird’s Samstag. Heute ist alles geschlossen, bedeutet für uns mal Ausschlafen, nicht aber für die Engländer, diese müssen früh los, denn heute ist erste Knock-out Runde bei der Rugby WM und diese findet in Neuseeland statt also morgens um acht. England verliert, aber einer der Engländer hat Familie in Wales, ist für Wales und Wales gewinnt! Grund für Häme an die Englandfans, aber kein Grund sich nicht gemeinsam zu betrinken, und so kommen die drei stockbetrunken um Mittag zurück.
Um nicht ganz untätig zu sein, kämpfe ich mich, auf Chris’ Ratschlag hin, durchs Web, um herauszufinden was genau für Öl (Punkt 6.) für unseren OM 364 LA gut wäre. Kämpfen darum, denn ich erwarte eigentlich irgend einen Forumeintrag der sagt nimm 10W40 oder 15W40 oder 20W50 oder irgend was halt, aber leider gibt’s in Foren meistens nur Klugscheisser, die irgend so was Kleinkariertes von sich geben und das dann mit undurchsichtigen Argumenten untermauern (wie ich halt!). Nach mehrstündiger Recherche finde ich eine MB-Norm (Mercedes Benz) die erfüllt sein soll und dann ist das Oel gut (MB 228.1-228.5). Was das genau bedeutet spielt keine Rolle, wichtig ist nur, dass diese Normen völlig unerwartet tatsächlich auf den Flaschen vermerkt sind!
Sonntags shoppen in der Mall, Pizza zum Essen zu mittag und Braai zum Nachtessen Rindsfilet für mich, Prawns für Christina. (Kein Punkt).
Montags sind wir richtig früh dran, erreichen bereits um 7.50 das International House, in dem sich die Schweizer Botschaft (Punkt 7.) befindet. Erste Hürde hier ist die Eingangskontrolle, die uns noch nicht reinlassen will, denn die Büroöffnungszeit ist erst um 9.00 Uhr. Dank unserem Termin werden wir aber mit persönlicher Bewachung zur Botschaft vorgelassen, treffen im Fahrstuhl einen freundlichen Herrn der auch bei der Botschaft arbeitet und uns durch den Hintereingang mitnimmt, direkt zu Herrn Barelli. Ein bisschen Smaltalk, die Herren sind natürlich erfreut über unser Gefährt und wir verabreden, für die gefährliche Strecke bis Äthiopien einen Terminplan zu schicken und uns jeweils in Etapen zu melden.
Die Erfassung der Passdaten dauert 10 Minuten und nach bezahlten 11000 Ksh (100 CHF) kriege ich eine Quittung und den Hinweis, den Pass am Dienstag abzuholen.
Zurück in der JJ’s nehmen ich Punkt 2 in Angriff, die Kardanwellen auswuchten. Dazu rät mir Chris, mit dem Mopettaxi zu fahren, denn die Firma, die das macht ist mitten im schlechtesten Quartier und die Strassen entsprechend, zudem hats seit Sonntag geregnet, was auch nicht hilfreich ist.
Setze ich mich also mit zwei Kardanwellen im Rucksack auf den Sozius einer Indischen 125er und fetze nach erfolgtem Versprechen mich einfach nicht zu töten, durch Nairobi. Natürlich habe ich am Anfang Angst, komme mir aber bald recht cool vor, vorallem wenns vorbei an Muzungus in weissen Volunteerallradlern geht, die im Stau stecken.
Die Firma für die Kardanwellen ist natürlich von Indokenianern geführt, blitzsauber und hauptsächlich ausgerichtet, Exzenterwellen und Zylinder neu auszuschleifen und zu richten, dazu haben sie grossartige Maschinen noch aus dem mechanischen Zeitalter. Schnell werden unsere Kardanwellen eingespannt und getestet. Leider muss die bereits verlängerte nochmals komplet neu geschweisst werden und da ich die andere ebenfalls verlängert haben will kostet beides zusammen 190 Dollar, worauf ich aufs verlängern verzichte, und diese nun neu als Ersatzwelle mitführen will. Die andere kriegen wir für 70 US$ gemacht, leider ist Christina nicht da, sonnst wärs wohl billiger gewesen. Abholen können wirs um 15.00 Uhr.
Wieder zurück zur Jungle Junction mit dem Mopetkurrier wo Christina sich wohl noch nie so gefreut hat mich wieder am Stück zu sehen. Da’s auch um 15.00 Uhr immer noch in Strömen regnet, bin ich trotz des Fahrspases froh, dass Pete the Mopedguy ohne mich die Kardanwelle abholt.
Dienstags müssen wir also erst um 14.00 Uhr in der Stadt sein und da es nicht regnet, anerbietet sich der Morgen um Punkte wie 3.-5. zu erledigen, zudem finden wir heraus, dass Chris Gasflaschen füllen organisiert, und als ich ihm von unserem Misserfolg mit dem Kuplungsgestänge erzähle, meint er „Mopet losschicken“ (Punkt 13. und 14. abgegeben). Ein recht erfolgreicher Tag kann nur noch erfolgreicher werden, nämlich als wir vor dem Botschaftsbesuch, in einem Optikerladen Downtown Christinas Linsenmittel ausfindig machen (Punkt 16). Dort muss die Bedienung gewünschtes Mittel erst selber organisieren. Zusätzlich verstrichene Zeit stellt sich im Folgenden als gar nicht störend heraus, denn an der Reception des International Houses ist man gar nicht erfreut, dass wir bereits um 13.50 Uhr auftauchen und nicht erst um 14.00 Uhr! Denn Abholen (Punkt 7.)ist ausdrücklch erst ab ZWEI! Jeder König seines Reiches, meinen wir, treten einen Schritt zur Seite, warten mit Blick auf die Uhr und Elbogen auf dem Tresen. Der Diensthabende Uniformträger findets gar nicht witzig, telefoniert fortan per Handy, wirft uns irgendwann die benötigten Besucher-schlüssel hin. Oben angekommen sind wir somit immer noch zu Früh warten beim Türkontrollierer, treffen wieder auf den freundlichen Herrn, der uns zwecks erfragter Kontaktdaten fürs Turkanatrecking eine Karte gibt und sich als Chef de Mission (Botschafter Himself) herausstellt. Passabholen selber ist Formsache, auf dem Rückweg kaufen wir noch MB228.irgendwas genehmigtes Motorenoel (Punkt 6).
Mitwoch der 12.10.2010 passiert endlich was wirklich wichtiges, nämlich unsere Pässe, verschwinden inklusive benötigter Kopien und Antragsformulare, mit DHL in die Schweiz (Punkt 8.). Allerdings nicht direkt zur äthiopischen Botschaft sondern zu Sonja, denn so können wir sicherstellen, dass, falls die äthiopishe Botschaft irgend was zu beanstanden hat, diese nicht sofort wieder nach Nairobi zurückkommen sondern in der Schweiz bleiben!
Da Sendungen verschicken was wirkliches schnelles ist, (logischerweise sonst könnte man die Zustellung selber vornehmen) folgt auf Punkt 8. Punkt 6..
Eigentlich könnten wir jetzt aus Nairobi vorerst verduften, aber 11. ist grausam hintennach und deshalb setze ich mich durch, erst um Freitag Morgen aufzubrechen (man bricht vernunftbedingt immer am Morgen auf) worauf Christina sich durchsetzt Punkt 14. auch noch abzuhacken. Der Rest muss warten.

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