Trackfiles August 2011

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Wunderliche Natur, Naturwunder

Mattvilla Beach and Campsite, Musoma, Tanzania, Geoposition S01° 28.688’ E033° 48.133’, Höhe 1136m, 29.09.2011

Krater
christischnüf
masai
eingang
simba hills
kuplungsstange gerissen
aufgeschäucht
thommys
sunrise
eden
mampf
eles
kleine migration

Vor 2,5 Mio. Jahren soll er so gross wie der Kilimanjaro gewesen sein, dann soll der Vulkan durch Erosion und tektonische Aktivität am Ostafrikanischen Grabenbruch in sich zusammengestürzt sein, um als riesige Caldera der Nachwelt erhalten zu bleiben. Der Riese hatte keinen Namen, die Caldera ist heute weltbekannt unter der Bezeichnung Ngorongoro Krater. 16 mal 20 km misst die Schüssel, die 600 m tief ins umliegende Hochland gebettet ist, einmalig der Blick vom Kraterrand, und einmalig soll auch die Tierwelt sein, die sich auf seinem Boden rumtreibt. Einmalig nicht Dank endemischer Arten, sondern durch die unvergleichliche Dichte, die den Krater zu einem idealen Ziel für Safaritouristen machen, die es sich nicht leisten können oder wollen, die Zeit aufzubringen, in der unvergleichlich grösseren Serengeti die Tiere zu suchen. Leider sei das ökologische System des Kraters arg in Mitleidenschaft gezogen durch das hohe Verkehrsaufkommen, das sich tagtäglich durch den Krater schlängelt.
Wir fahren nicht hinein aber zugegebener Massen nicht weil wir rücksichtsvoller und nachhaltiger als die anderen sind, sondern weil’s wie bereits erwähnt 200US$ extra kostet. Weiter nicht tragisch, den die Kulisse ist hier der Star, grandios der Blick vom 2300m hoch gelegenen Kraterand. Da es aber ausserhalb des Kraters nicht viel Wegsystem und auch kein Wild gibt, beschränkt sich unser Tieresichten auf den Blick durchs Fernglas, mit dem sich mühelos Elefanten oder Büffelherden im Kratergrund ausmachen lassen. Nicht zu sehen sind aber Simbas (Swahili für Löwe) denn diese sind braun wie der Hintergrund, wir können sie, einem Virologen nicht unähnlich, nur an Antikörpern in Form von schlangestehenden Safarimobilen auf einzelnen Wegabschnitten bestimmen. So treiben wir uns mangels Alternativen schon früh auf der Public Campsite am Kraterrand herum, werden bald von geschäftigen Masai umringt, die uns irgendwelchen Schmuckkrimskrams andrehen wollen. Da wir uns aber schon in Arusha mit obligatorischen Souvenirs dieser markantesten aller afrikanischen Volksgruppen eingedeckt haben, zeigen wir wenig Interesse, können aber einen kleinen Fussmarsch zu einem schönen Aussichtspunkt arrangieren, wandern bald darauf wohl verbotenerweise aber begleitet von 3 Masai, und dem jungen Campmanager der übersetzt, da die Masai nur Swahili sprechen, durch den Busch zu einem netten Fleck. Wir machen Bilder vom Krater und uns selbst und natürlich wollen auch die Führer aufs Bild, bescheren uns so Masaifotos, die man sonst mit Kleingeld zu verdanken hat. Irgendwann fragt einer, ob wir ihm 10 US$ in tansanische Shilling wechseln können. Dass wir das können spricht sich schnell rum, denn alle haben sie von anderen Touristen Dollars für Schmuck bekommen, die sie eigentlich nicht brauchen können.
Unverhofft werden wir so zur Masai-Wechselstube, die mit dem Festkurs 1500 Tsh für 1 US$ ca. 60 US$ Umsatz generiert. Für die Masai kein schlechter Kurs, würden sie wohl sonst nur 1400 oder gar 1300 Tsh kriegen, für uns auch nicht, denn so können wir nochmals ein paar Dollar aufstocken.
24 Stunden gilt unser Eintrittsbillet was bedeutet, dass wir um 11.35 Uhr wieder raus müssen. Auf unserem Reiseplan bedeutet das Querung zur Serengeti auf dem Serengeti Highway, dessen zustand nur mit äusserst Mangelhaft zu beschreiben ist. Ums trotzdem bis Mittag zum Naabi Hills Gate zu schaffen stehen wir um 5.00 Uhr auf, fahren mit dem ersten Licht und durch stockdichten Nebel in die Senke runter zu den Serengeti Plains. Unterwegs machen wir Zwischenstopp in der unter Paleoantropologen nicht unbekanten Oldupai Gorge, wo ein kleines Museum von den hier lokalisierten Ausgrabungsstätten einer gewissen ebenfalls nicht unbekannten Mary Leakey berichten, die hier Urmenschen vom Typ Australopithecus Boisei (vergleiche Malema-Mann) und die als Laetoli Footprints in die Geschichte eingegangenen Fussspuren dreier Vormenschen vom Typ Australopitecus afarensis.
Der Übergang vom NCA in die Serengeti ist fliesend, einzig das Gras, das zu dieser Jahreszeit in den angrenzenden Serengeti Plains nicht oder noch nicht abgefressen ist unterscheidet sich zu jenem im Ngorongoro Conservation Area, wo ganzjährig Masai ihr Vieh weiden.
Die Serengeti, sicher wohl der meistgefilmte Nationalpark weltweit und in diesen Filmen wohl jeweils die GNU Migration, das Hauptereignis. 1,5 Mio. Gnus und 300'000 Thomson-Gazellen und Zebras folgen jährlich einer inneren Uhr die sie im Uhrzeigersinn durch die zusammenhängenden Schutzgebiete, Serengeti NP, NCA, Maswa Game Reserve, Grumeti Game Reserve, Ikorongo Game Reserve sowie dem kenianischen Masai-Mara führt.
Wir scheinen leider Pech zu haben, denn gemäss der inneren Gnu-Uhr befinden sich die Tiere im September und Oktober auf kenianischem Boden, bevor sie im November wieder nach Tanzania reintröpfeln (oder besser schauern, gemessen an der Anzahl). Ob sich also eine Besichtigung der gemäss Reiseführer „wie leergefegten“ Serengeti zu dieser Jahreszeit lohnt, mögen viele verneinen, aber uns ist’s egal, denn Tiere haben wir schon viele gesehen, freuen uns auf die als einmalig angekündigte Landschaft. Viele Parks haben wir schon gesehen, alle haben sie spezielle Landschaftsformen zu bieten, sei es Etosha mit seiner Pfanne oder Moremi im Okovango-Delta, Chobe mit der Riverfront oder die Wüstenparks der Kalahari und des Karoo, die Schwemmebenen von South Luangwa oder wie zuletzt der Krater von Ngorongoro. Alle waren sie toll doch die Serengeti spielt einfach in einer anderen Liga. Eine Savannenlandschaft wie im Afrika-Bilderbuch. Grasebene bis zum Horizont, gespränkelt mit den typischen Schirmakazien und Granitfelsen, manchmal durchzogen mit Palmen-geränderten Flüssen manchmal mit leicht bewaldeten Hügeln. Und was heisst hier leergefegt! Giraffen und Elefanten, unglaubliche Dichte von Tüpfelhyänen, hunderte wenn nicht tausende von Zebras und noch mehr von den putzigen Thomsongazellen, genannt Thommys und als wir anderntags durch den Westernkoridor zum Lake Viktoria brausen, Gnus bis zum Horizont, wohl der Schwanz der Migration, dessen Uhr durch die üppige Regenzeit etwas unpünktlich geht. Leider können wir auch hier budgetbedingt nur 24h bleiben und Katzen lassen sich leider während diesen nicht blicken, dafür können wir im Tierbuch Lichtstein’s Harebeest, Topis und die bereits angesprochenen Thommys als zum ersten mal gesehen abhaken.
Eines ist auf jeden fall sicher wenn wir gross sind wollen wir hier noch mal hin.

Hochlichter

Doffa Camp, Karatu, Tanzania, Geoposition S03° 21.173’ E035° 36.682’, Höhe 1540m, 24.09.2011

göttlich
fähre
deutsche vergangenheit
sonenuntergang
mighty kilimanjaro
rift valley

Nach 3 Tagen in Dar am Strand zieht es uns weiter, heisst nach Norden nach Bagamoyo, dann Richtung Moshi und Arusha. Bagamoyo haben wir ins Programm genommen, um wenigstens etwas Geschichtliches von der Ostküste mitzunehmen, denn Zanzibar ist dem Rotstift zum Opfer gefallen (auch hatten Sabine und Michael im Gepäck, dass es da nichts besonderes gibt wenn man aus Marokko kommt und nach Ägypten weiterreist). Andererseits ist Bagamoyo auch nicht allzu weit weg von Dar, was gut ist, denn die Strassen in dieser Stadt sind notorisch verstopft und unsere Reiseroute beinhaltet auch noch eine Stadtfähre, die uns von den südlich gelegenen Stränden überhaupt erst ins Zentrum führt.
Dar es Salaam selber ist trotz des Verkehrs aber auf jeden Fall sehenswert, zwar nicht unbedingt genügend für einen separaten Stadtrundgang aber lohnend zum durchfahren und wohl die modernste Stadt seit Gabarone. Auch wenn die Rotlichter hier nicht funktionieren und wenn doch hält sich eigentlich niemand daran. Man fährt wann immer Platz ist und so kommt was kommen muss, auf jeder wichtigen Kreuzung steht noch ein Polizist unter den Ampeln und verteilt den Verkehr manuell.
Wir warten wohl eine Stunde an der Fähre, die für die Überfahrt gerade 5 Minuten braucht, kommen aber ganz ordentlich durch, erreichen kurz nach 3 Uhr Bagamoyo, heute ein verschlafenes Fischerstädtchen, aber mit, je nach Standpunkt, Ruhmreicher Vergangenheit. Angeblich soll hier der Ursprung des ostafrikanischen Christentums sein und sicher die erste deutsche Verwaltungshauptstadt von Deutsch-Ostafrika. Historische Zeugen sind ein Denkmal für die Christianisierung sowie unglaublich heruntergekommene Kolonialbauten. Zwar werden sie so wohl kaum den UNESCO World Heritage Status erhalten, aber auf mich wirken sie, gerade weil so heruntergekommen, authentische, denn sie waren mal da, wurden gebraucht, dann nicht mehr, seither der Zeit überlassen.
Ab Bagamoyo (Meereshöhe) fahren wir entlang den Usambara Bergen Richtung Moshi (800m) machen Zwischenhalt in ebendiesen auf 1300 m mit Ausblick über die Masai-Steppe, lohnenswerter Sonnenuntergang und angenehme Kühle zur Schlafenszeit.
Moshi ist normalerweise der Ausgangspunkt zu Kilimanjarobesteigungen. Die Stadt liegt an dessen Fuss, kriegt aber den Berg fast nie zu Gesicht, denn dieser ist standardisiert wolkenverhangen, zeigt sein Gesicht wenn überhaupt nur frühmorgens oder im Glücksfall. Wir haben vorerst kein Glück, sehen nur grüne Abhänge, die ins Wolkenmeer aufsteigen. Wir beschliessen hier nochmals einen Tag Ruhezeit einzulegen, denn ohne Bergsicht wollen wir keines Falls abreisen und Wäsche ist auch mal wieder fällig, eine Besteigung schenken wir uns vordergründig weil’s 1000US$ pro Person kostet, hintergründig haben wir auch keine Lust 5000 Höhenmeter am Äquator mit Sonennhöchststand hochzukraxeln. So beschränkt sich unsere übermenschliche Anstrengung aufs Wecker stellen, 5.30 Uhr und darauf folgendes zum Pool torkeln und Kiliblickontrolle. Nicht sehr enthusiastisch, tun wir das am ersten Morgen, denn ein Tscheche, der auch im Gegenuhrzeigersinn Afrika bereist und hier auf die Reparatur seiner Kamera wartet meint, Kili hätte er erst kurz und nur partiell gesehen. Aber wer's nicht probiert, der's nicht schafft, wir tun's und haben Glück, sichten den vereisten Vulkan noch vor Sonnenaufgang, knipsen ihn warten auf die Sonne und hoffen auf roten Schimmer am Gipfel aber pünktlich mit dem Feuerball verschwindet der Kegel im Gewölk. Was soll’s wir haben ihn auf jeden Fall gesehen fahren frohen Gemüts nach Arusha weiter, der Safarihauptstadt Tanzanias.
Unterwegs steht auch noch Mount Meru am Strassenrand, etwas kleiner als mighty Kilimanjaro aber nicht weniger eingedampft von der Atmosphäre und deren Wassergehalt, nur ein grüner Sockel, denn eines haben die Anwohner von den Bergen auch ohne sie zu sehen, Regen und kausal damit verbundene saftige Natur.
Arusha selbst ist doch eher enttäuschend, allerdings nur, weil uns Leute gesteckt haben, hier sei die Versorgungslage besser und billiger als in Dar es Salaam. Weiter nicht tragisch, denn wir kriegen auch so alles was wir brauchen, decken uns ein für 3 Tage Safari (im weltsprachlichen Sinn), denn wir haben uns entschlossen, nun nicht weiter zu Darben, uns den Ngorongoro Krater und die Serengeti zu geben, koste es was es halt kostet. Übernachten tun wir etwas ausserhalb von Arusha, und müssen so Tags darauf nochmals in die Stadt zum Ngorongoro Conservation Area (NCA) Verwaltungsbüro um tatsächliche Preise und mögliche Campsites zu checken. Unverhofft werden wir mit wolkenfreiem Mount Meru und Kilimanjaro begrüsst, freuen uns dank daraus resultierendem Adrenalinspiegel auf Kommendes, auch wenn die Safaripläne erst mal einen Dämpfer erleben, denn Ngorongoro kostet nicht nur 50US$ pro Person (was wir wussten) und 60 US$ campen (wussten wir auch) und 200 US$ Auto bis 7 Tonnen (wussten wir auch) sondern 200 US$ Crater-fee (wussten wir nicht) um in den weltberühmten Krater hineinzufahren! Wer will’s dem tanzanischen Staat verdenken, kosten doch organisierte Safaris hierzulande tausende von Dollars bei uns in den Reisebüros, Geld das von aussen kommt und gerade wieder in ausländische Kassen verschwindet. So will der Staat am Geldsegen partizipieren, mit dem Ergebnis, das der Selbstreisende ausbleibt, was verheerende Auswirkungen auf lokale Touristikprojekte hat, denn die Allinclusiv-Gäste kommen an, werden am Flughafen abgeholt, brausen mit Safarimobilen von Luxuslodge zu Luxuslodge. Hauen wieder ab hinterlassen kaum Spuren in den lokalen Kassen.
Freundlichst werden wir deshalb, da meist die einzigen Gäste in Campsites, begrüsst erwärmen mit unseren paar Worten Swahili schwarze Herzen. Nicht zuletzt im Doffa Camp, ideal gelegen kurz vor dem NCA aber komplett verlassen.

Gegenverkehr

Sunrise Beach Resort, Dar es Salam, Tanzania, Geoposition S06° 50.997, E039° 21.511’, Meereshöhe, 16.09.2011

Hanomag
Stadtrand dar es salaam
auch stadtrand
schon wieder
alex und magda

Ab Mbeya fahren wir über Iringa und Mikumi nach Dar es Salaam, eine Strecke, die sich durch zweierlei auszeichnet, nämlich das Vorhandensein von Camps (Old Farmhouse, nähe Iringa / Tan-Suisse, Mikumi / Sunrise Beach Resort, Dar es Salam), die uns bereits lange im voraus empfohlen wurden und einher mit diesen die Zusammenkunft mit anderen Überlandafrikafahrern, denn wir scheinen keineswegs die einzigen zu sein, denen Übernachtungstips weitergegeben werden, wodurch sich besagte Camps zu Treffpunkten meistern, was uns gesellige Zusammenkünfte beschert. Zum ersten Mal in Mbeya im Karibuni Center, wo uns Jens und Janina, zwei Deutsche, die mit einem VW-Bus unterwegs nach SA sind begegne, seit Van und Anita in Lusaka, die ersten Overlander, die wir treffen. Zwischendurch haben wir zwar mal ein paar Velofahrer getroffen die auch Cairo-Cape machen aber mit dem Auto finden wir sie doch spärlich gesät, eine Erfahrung, die wiederum Jens und Janina nicht teilen, denn sie haben schon den einen oder anderen getroffen. Im Tan-Suisse bleiben wir drei Nächte, treffen zuerst auf Pat und Verena (DE), unterwegs mit blauem Hanomag Jg. 1968, früher wohl das meistgefahrene Auto Deutscher in Afrika, heute nicht mehr, was uns bescherte bis fast wieder nach Hause zu fahren, bevor wir wissen, wie so was aussieht. Als diese abreisen, kommen Detlef und Connie (DE, Landcruiser) die wir im Matopos (Zim) bereits getroffen haben, vorbei, gleichen Tags dann noch zwei Schweizer, die mit australischem OKA unterwegs sind. Speziell an diesen zwei Reisepaaren, sie sind beide vorerst nach Norden unterwegs und werden uns wohl das eine oder andere Mal wieder mit Anwesenheit beehren. Nicht nach Norden sondern nach Hause sind die nächsten Deutschen, Werner und (Name entfallen, folgt hoffendlich)unterwegs, die wir im Sunrise Beach Resort treffen, etwas südlich von Dar es Salaam (wie der Name schon sagt natürlich am Strand). Sie sind jetzt über ein Jahr unterwegs, waren auch im nahen Osten und stellen hier ihr Auto (Landcruiser) unter und fliegen für eine längere Auszeit nach Hause. Nicht zu Hause, sondern in Zanzibar waren Sabine und Michael (DE), haben ihren Laster (Mercedes, Typ weiss ich nicht aber mit OM 366, somit dem gleichen Motor wie wir nur mit zwei Zylindern mehr) in der Zwischenzeit hier deponiert, und so lernen wir Ihr Auto vor ihnen kennen.
Eine ganz spezielle Erwähnung verdienen zwei junge Österreicher, Alex und Magdalena (auch im Sunrise Beach Resort), nicht nur weil Alex mir hilft, schon wieder eine Feder zu wechseln, sondern auch weil die zwei mit Abstand die Jüngsten sind, die wir treffen und mit einem kurligen alten Ford-Bus mit Heckantrieb unterwegs sind. Wie bei allen und auch uns überwiegen die positiven Erlebnisse aber auch wie alle andern die länger in Afrika bereisen verfluchen auch sie die „Entwicklungshilfe“ zusätzlich aber mit dem Enthusiasmus der Jugend, haben harsträubendes aus einer katholischen Mission zu berichten, tun das bei viel Bier und Zigaretten, geben uns einen ersten Vorgeschmack auf Äthiopien, wo es das Sprichwort gibt: Lieber Gott lass es regnen... in Kanada, denn da kommt der Weizen her!

Habari za Safari?

Sunrise Beach Resort, Dar es Salam, Tanzania, Geoposition S06° 50.997, E039° 21.511’, Mereshöhe, 16.09.2011

plantains
aufstieg
kratersee
tanzania
markt

Tanzania! Da sind wir nun. Ist Afrika Magie, sei Tanzania der Magier, sagt man. Kilimanjaro, Serengeti, Ngorongoro, Dar es Salaam, Zanzibar! die Liste kann endlos fortgeführt werden! Sicher war Tanzania eines unserer Ziele in Afrika und schon in Malawi haben wir uns schlau gemacht, den Reiseführer für dieses Land gewälzt, gesucht und geplant was wir uns zu Gemüte führen wollen. Trotzdem mag aber nicht ungetrübte Euphorie aufkommen, denn einher mit dem Gedanken an die Tophighlights, sei es eine Besteigung des Kilimanjaro (750-1000US$) oder eine Safari auf eigene Faust in der Serengeti oder im Ngorongoro-Krater (360 US$ pro Tag) geht die Erkenntnis, Topspots in Tanzania sind einfach zu teuer, stehen somit in krassem Gegensatz zu den restlichen anfallenden Kosten, denn Campsites, Essen und Trinken sind im afrikanischen Vergleich doch eher preiswert.
So suchen wir uns Punkte aus dem Reiseführer, die sehr wohl wärmstens empfohlen aber nichts oder nur wenig kosten, zum Beispiel der Kraterlake Ngozi kurz nach der Malawischen Grenze, gemäss Reiseführer einer der schönsten im Land. Allerdings behauptet der Reiseführer auch, dass der Aufstieg unbeschwerlich und nicht sehr steil ist, eine Feststellung Autorenseits, die wir weder schätzen noch unterstüzen und schon gar nicht teilen. 300 Höhenmeter auf 3.5km durch dichten Regenwald, manchmal auf allen vieren, manchmal von Wurzel zu Wurzel geht’s Bergauf, eine Stunde dauert die Kraxelei, belohnt wird sie mit einem fantastischen Ausblick über einen Kratersee, der wieder etwa 100m tiefer liegt. Ohne irgend welche anderen Kraterseen besichtigt zu haben, stimme ich sofort mit dem Autor unseres Reiseführers überein, dies muss der schönste in Tanzania sein, auch weil er fast kostenlos ist!
Ganz kostenlos ist die Konfortation mit der touristischen Attraktion, die wohl am tiefsten im Altag verwurzelt ist, die Sprache! Entgegen aller anderen Afrikanischen Gebiete wird hier als erste Landessprache nicht eine Weltsprache wie englisch arabisch oder französisch gesprochen, sondern Kisuaheli oder Swahili, eine Sprache entstanden aus arabisch und Bantumischmasch, gewürzt mit deutschen Überbleibseln wie Shule = Schule. Schon bei der Begrüssung, zeigt sich, die Sprache ist einfach göttlich:
Schulmässige Begrüssung ist ‚Hujambo’, Antwort darauf ‚Sijambo’, wenns mehrere sind ‚Hamjambo’, beantwortet mit ‚Hatujambo’. Eigentlich recht einfach und noch einfacher der Altag, wo hauptsächlich einfach ‚Jambo’ mit ‚jambo’ beantwortet wird. Hat man dies gelernt und stürzt sich aufs Begrüssen sämtlicher Tanzanier, stolpert der Ahnungslose über ‚Mambo’ was ugst. mit ‚Boa’, oder das höfliche ‚shikamo’, das mit ‚marahaba’ beantwortet wird. Natürlich gibt’s noch tausend Formen von ‚Habari za’ Blabla (‚Wie war’ oder ‚wie lief das’ Blabla (Blabla ist hingegen kein Swahili-Wort sondern Stellvertretend für irgendwas wie Morgen, Reise, Abend, Arbeit)), mit der die Begrüssung fortgeführt werden kann, beantwortet meist mit nzuri oder njema (gut, denn wie überall ist es unhöflich eine Frage nach dem Wohlbefinden negativ zu beantworten). Natürlich kann und wird aber auch hier, ähnlich wie bei den Jambo-floskeln meist nur ‚Habari?’ gefragt und mit Nzuri beantwortet.
So wird der eigene Goodwill, die lokale Sprache ansatzweise zu sprechen, schon bei der Begrüssung gnadenlos auf tatsächlich Gekonntes ausgelotet, was mich zu der Aussage hinreissen lässt, überstehst du das Begrüssungsritual gehörst du zur Familie!
Ein Wort, das aber garantiert jeder von uns in Swahili kann, auch wenn er’s zumeist nicht weiss: ‚Reise’ heisst in Swahili ‚Safari’, hat sich von hier als Synonym für Spazierfahrt mit Tierbesichtigung über die Ganze Welt ausgebreitet!

Malawi Fazit

Ein See, tausend Strände mit weissem Sand, ringsherum Berge bewachsen mit Urwäldern, grün, fruchtbar, endlos viel Trinkwasser, Malawi ist gesegnet und zu recht „The warm heart of Africa“ . Zum ersten Mal auf unserer ganzen Afrikareise treffen wir hier Einheimische, die nicht aus ihrem Land wegwollen. Im Gegenteil, es fragen uns sogar alle, warum wir denn nicht nach Malawi ziehen wollen, hier sei es doch so schön!
Wunderbare Hängertage verbringen wir am See, reden mit bekifften Einheimischen, spielen Bao, essen Fisch. Fantastische Landschaften bewundern wir auf dem Weg in die regenwaldbewachsenen Berge des Nordens, tolle afrikanische Dörfer, Wasserfälle.
Fazit: Malawi ist einfach toll und ein ideales Reiseland für 2 Wochen Erlebnis und gleichzeitig Entspannungsferien. Nur zu empfehlen!

Abgezockt

Bongo Camp, Tukuyu, Tanzania, Geoposition S09° 12.763’ E033° 38.346’, Höhe 1476m, 09.09.2011

Power Nr1
grenzfluss
ziegelbrennerei

Einmal muss ichs noch durchleben: die Schmach der Ungläubigkeit, die Unterwerfung des Grossmutes, die Belehrung des Unbelehrbaren. Ort des Geschehens: Grenze von Malawi nach Tanzania. Hintergrnd des Sachverhaltes: 20ste Einreise in Afrika. Gegenstand des Problems: Währung und seine Nebeneffekte.
Der Reihe nach würde das Ereigniss beim Polizeiposten 30 km vor der Grenze beginnen, einer Kontrolle, die kontrolliert, nämlich Rückfahrlichter (!). Einschalten soll ich sie, im Normalfall ein Vorgang der durch Einlegen des Retourganges geschieht. Ich führe nach anfänglichem Zögern durch Nachvollzug des Sachverhaltes aus, setze zusätzlich etwas zurück um dem Gendarm zu verdeutlichen, dass ich tue was er sagt, wohlweisslich der Tatsache bewusst, dass die Erfindung von Rückfahrlichtern zeitlich nach der Konstruktion unseres Fahrbaren Untersatzes kam, einen Tatsachenbestand, den ich auf die Frage: Ja wieso wir denn keine Rückfahrlichter hätten, veräussere.
In Malawi sei aber ein Vorhandensein von Rückfahrlichtern Pflicht! Wie immer in solchen Situationen bringe ich die Story des Carnets, will aber, da wir hier in unmitelbarem Einzugsbereich von Zollstationen sind, nicht auf einer nichtexistenten Fahrzeugkontrolle dieser Behörde rumreiten, beschränke mich auf den Hinweis, dass es ja wohl nicht sein kann, dass wir seit 2 Wochen im Land unterwegs seien, und jetzt bei der letzten Kontrolle zum ersten Mal mit einem Problem konfrontiert würden, das im ganzen Land prioritäre Behandlung zu geniesen scheint. Etwas unpolite, aber ich bin doch auch entäuscht von den zwei Individuen, die mit einem Roadblock die gute Erinnerung an eine ganze Nation zerstören können, denn bis jetzt war Malawi für uns, auch in Polizeiangelegenheiten, Sinnbild für easygoing und anständiges Benehmen.
Die zwei lassens dann gut sein, aber besagter Gemütszustand bleibt zurück, mag bis zur Grenze nicht verrauchen. Kurz vor der Grenze kommt einer in Hemd und Anzugshose, erklärt sich als Versicherungsheini von Tanzania, heisst uns willkommen, gibt uns den Rat von hier bis zur gegenüberliegenden Schranke nicht zu dealen und schon gar kein Geld zu wechseln, vorallem nicht auf der Brücke! Ja ja, denke ich, ich bin ja kein Anfänger, wie blöd muss man sein, auf Trickbetrüger reinzufallen. Kurz danach kommt bereits ein Uniformierter daher und will irgend eine Quittung sehen von etwas, was wir überhaupt nicht kennen. Ich blocke ab und wir gehen erst mal zur Passkontrolle und zum Zoll, beides problemlos. Wieder zurück kommt der Uniformierte wieder und will uns zu einem Büro geleiten. Da der Mann aber Kleidung eines privaten Sicherheitsdienstes trägt, glauben wir kein Wort. Verlangen eine Bestätigung vom offiziellen Zöllner. Dazu bitten wir den Sicherheitsmann uns zu diesem zu begleiten. Ihm ists sichtlich peinlich, uns aber egal und wir erfahren, ja das sei Road Tax für Malawi, und somit obligatorisch und wie auch der Gang in bereits erwähntes Büro. Hier erfahren wir, dass eine Bezahlung von 51 US$ nötig wird.
Hä? Davon hätten wir aber noch nie was gehört, wieso denn keiner bei der Einreise darauf hingewisen hat?
Das System sei auch nicht frei von Fehlern, manchmal gebe es Unstimmigkeiten.
Christinas Antwort, dann müsse man manchmal bezahlen und manchmal eben nicht, vermag auch beim Wachmann ein Schmuzeln zu generieren, bringt uns aber nicht um die Tatsache, Gefordertes berappen zu müssen.
Ausreise wird mit Malawi Vergangenheit, es folgt die Brücke. Natürlich hat uns der Versicherungsmakler gewarnt, aber ich bin ja kein Greenhorn und kann durchaus rechnen. Geldwechsler bestürmen uns und wollen ihre Tätigkeit an uns vollziehen. Bankkurs ist 1:10 zum Mkwacha, offiziel in Wechselstuben 1:7.5. Wir starten mit der Forderung von 1:12 um sich in zukünftiger Verhandlung 1:10 anzunähern. Völlig perplex wird uns aber 1:12 sofort abgekauft. Und ich verlange Geld für 20'000 Mkwacha. Erhalte 42 Noten für das Bündel von 40 verlange gerechterweise nochmals 6 dazu und gebe mit gutem Gewissen 40 50-MKwacha noten für 48 500-Tansanische Shillingnoten! Guter Deal meine ich, als aber Christina in einer eigenen Verhandung neben mir zu rechnen beginnt und ein Viertel meines Ertrages mit einem 20-tel des Aufwandes erwirtschaftet, geht uns auf, voll in die Scheisse gegriffen zu haben! Fehler der Überlegung Malawinoten sind ebenfalls 500-er und nicht 50-er, somit erhaltener Wechselkurs 1:1,2!
Natürlich ist die schnelle Akzeptanz des von uns geforderten Wechselkurses Teil der Strategie, genauso wie das bestürmen durch viele tausend Münder oder das Aushändigen von vorgefertigten Bündel an 500-er um den Eindruck eines normalen Vorganges zu bestätigen. Ja die Leute verstehen ihr Handwerk, und wers realisiert ist bereits zu spät, der andere schon über alle Berge. Geschlagen ziehen wir ab, wütend und entäuscht vorallem über mich selbst und weniger über die schlechten Seiten, die halt eben auch zu Afrika gehören, bin ich nun nachweislich genauso deppert wie viele vor mir und wohl viele nach mir. Der Schaden ca. 80 US$, ja es könnte auch schlimmer sein.
Wütend erreichen wir Tanzania wo wir freundlichst willkommengeheissen werden. Wiederum ist Carnet und Pass keine weitere Erwähnung wert, Visum kostet 50 US$ Auto 20$ Tax und 5$ Strassenzoll. In der Zwischenzeit hat allerdings einer unser Frontschild abgerissen, aber freundliche Jungs, drunter der offizielle Geldwechsler, habens zurückgebracht! Auch das ist eben Afrika! Wir bedanken uns und wechseln noch die restlichen Mkwacha zum Dank und offiziellen Kurs von 1:7.5, was uns nochmals die 130'000 TShilling vor Augen führt, die ich heute in den Sand gesetzt habe.
Etwas verraucht ist die Wut, aber Sicherheit noch grossgeschrieben nach den letzten Erlebnissen, so bleibt Christina beim Auto als ich ins Versicherungsbüo gehe, wos endlich die COMESA-Versicherung gibt, gültig für 90 Tage und bis und mit Ägypten! Natürlich haben hier alle gemerkt, das ich auf der Brücke abgezockt wurde, unweigerlich die Belehrungen, die über mir zusammenschwapen, ja sie hätten mich doch gewarnt, ja ich sei vollkommen selber schuld! Inzwischen kann ichs auch mit Humor und gewissem Geschäftssinn nehmen, führe das verlorene Geld ins Gefecht um die Preisverhandlung, erreiche einen Nachlass von 20 US$, kriege die Versicherung für 120 statt den ofiziellen 140 US$. Natürlich hätte Christina auch hier wohl mehr erreicht, aber so ist mein Verlust von heute auf 60 US$ geschrumpft, was Budgettechnisch einen Tag früher nach Hause bedeutet.

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Historisches!

Malema Camp, Malema, Malawi, Geoposition S10° 01.192' E033° 55.609', Höhe 521m, 08.09.2011

Bergwelt
african solution
holprig
tief

Ab dem See geht’s erst mal nach Mzuzu. Hier wurde uns ein Backpackers empfohlen, dass MzoozooZoo oder einfach kurz Zoo heist. Geführt von zwei älteren Engländern im 68er Stil, sowohl die Herren wie auch das Backpackers. Frank Zappa Musik und Bier mit Zigaretten, Sitzen am Kamin, Afrikaschwatz.
In Mzuzu wollen wir auch Benötigtes wieder aufstocken, zahlen dafür im Supermarkt 4000 MKwacha für ein paar Sachen wie Shampoo und danach auf dem Markt für einen riesen Sack Gemüse 400 MKwacha. Im Zoo haben wir uns zudem noch über die Strasse nach Livingstonia erkundigt, einer historischen Missionsstation, gut historisch bedeutet in diesem Zusammenhang Anfang 20 Jahrundert, bei uns gibt’s Holzschupen die älter sind, aber es ist hier spärlich gesähte Kultur und wir wollens uns nicht entgehen lassen. Ebenfalls nicht entgehen lassen wollen wir uns die genauso historische Zufahrtsstrasse, denn die Station liegt auf über tausend Meter mit zum Teil steilstem Aufstieg und Serpentienen, die gemäss Aussagen von informationsverteilenden Individuen ein nochmaliges Ansetzen bei den Spitzkehren erfordern, für Lastwagen versteht sich.
Wir wollen uns allerdings von hinten anschleichen, über eine bekantermassen schöne wie auch staubige Piste, die entlang der Bergflanke zur Mission führt. Tatsächlich ist die Piste auch mit 5 cm feinstem Strassenstaub belegt, was wohl eine Freikarte für alle Anwohner auf Lungenkrebs bedeutet, gesäumt von Palmenplantagen, mit zu geniesender Aussicht, stetig bergauf, unterbrochen von Quertälern und einer Demonstration, sprich etwa 50 Leute die mit einer blau-weissen Fahne durchs dünn besiedlete Land ziehen, wohl nicht sehr medienwirksam, dafür sicher auch nicht gewalttätig.
Die Mission selbst, ist durchaus sehenswert, mit schönen alten Backsteinhäusern, Universität, Kirche und Spital. Fantastisch ist die Lage für die „Helfer“, die vor 100 Jahren ins Land kamen um den Wilden das Christentum und Zivilisation zu bringen. Fantastisch wohlgemerkt was Aussicht und Klima betrifft, weniger nach praktischen Grundsätzen beurteilt, (welcher Schwerkranke kann sich schon 500 steile Höhenmeter ins Spital schleppen) wohl eher mit dem Hintergedanken, hier sicher seine Ruhe zu haben, Hilfe da zu leisten wo mans toll findet und nicht unbedingt wo sie gebraucht wird, ein Grundsatz der auch heute noch Bestand zu haben scheint.
Wir übernachten in der Mushroom Farm einem Camp dirket an der Klippe mit Blick auf See und Sonnenaufgang, wir wollen uns das nicht entgehen lassen, stellen den Wecker auf 5.30 Uhr, um einen unspektakulären Sonnenaufgang im Dunst zu erleben. Wir lassens gut sein Schlafen noch bis neun, denn unser Tagesziel ist nur irgendwo unterhalb der legendären Strasse, sprich am See wischen hier und Grenze zu Tanzania. Eigentlich wollten wir ja zwei Tage bleiben, aber ich kann die wiederholt als geführchtete betietelte Strasse kaum erwarten.
Zwar entpuppt sich die Ansammlung von 18 Serpentinen als eng und mit benachbartem Abgrund auch furchterregend, aber keinesfalls problematisch, ja sogar meistens befestigt. Auch kann Mowag den Radius ohne zweites Ansetzen, nur einmal mach ich den Fehler, lenke zu spät ein und muss frisch ansetzen.
Wieder am See haben wirs auf einmal doch gesehen, wollen nicht nochmal baden sondern nur weiter, beschliessen erst im Malema Camp zu übernachten.
Malema Camp hat zudem etwas wirklich historisches zu bieten, hier haben nämlcih Friedeman Schrenk und Timothy Bromage vor ca. 15 Jahren den Malema Mann ausgegraben einen Paranthropus Boisei der vor ca 2.5 Mio Jahren hier gelebt hat und Berühmtheit erlangt hat durch das Buch „Adams Eltern“. Die Ausgrabungsstelle kann besichtigt werden, was wir auch tun unter sachkundiger Führung durch Herrn Malema, der so heisst, da er der Sohn des Chiefs ist und so causal, nach seiner Aussage, ein direkter Nachfahr des Malemamannes, ungeachtet der Tatsache, dass die Paranthropen eine Sackgasse in der Menschevoltion darstellen.
Ebenfalls ungeachtet seiner adeligen Abstammung setzt sich unser Guide auf der Ausgrabungsstelle vor uns in den Dreck um die Knochenarbeit zu verbildlichen, die geleistet werden muss, um Überbleibsel dem harten Boden zu entlocken. Leider nicht ganz verstanden hat er das System mit Forschung und deren Finanzierung, habe doch der Finder des Knochens nur 500MKwacha gekriegt, wohingegen die Forschungsgruppe 9'000'000 Deutsche Mark vom Staat eingestrichen habe. „It’s a dirty business“.

Zambia Fazit

Ganz anders als Zim, verhält sich der Nordteil des ehemaligen Rhodesien: Zam. Sofort fühlen wir uns wieder in Afrika! Während man Zimbabwe noch zum südlichen Afrika zählen kann, was Organisiertheit und so angeht, gehört Zambia sicher zu Ostafrika. Hier gibt es wieder Märkte an der Strasse, wo frisches Obst und Gemüse angeboten wird (und zu vernünftigen Preisen!), in den Städten kann man wieder von „drive-in supermarket“ profitieren. Bunte Kleider, schöne Lehmhüttendörfer und grandiose Landschaften machen das Bild komplet. Und der South Luangwa Park ist einer der schönsten Parks der bisher gesehenen. Zambia macht richtig Spass und Lust auf mehr. Leider können wir durch unser doch langsam geschmältertes Budget nicht mehr zu viele Umwege machen und müssen deshalb die Besichtigung des Nordens und Westens weglassen. Aber das werden wir ganz sicher auf einer nächsten Reise nachholen!

Zimbabwe Fazit

Der südliche Teil des ehemaligen Rhodesien ist ja bekannt für seinen massiven Wirtschaftszusammenbruch und seine Hungersnot, nachdem der schlaue Präsident alle weissen Farmer enteignet hatte, und diese das Land verlassen mussten. So sieht man in Zim auch viele verlassene Häuser im 70er-Baustil. Schön herrschaftlich sieht es zum Teil in den Städten aus, nur leider ist alles ein wenig heruntergekommen. Nachdem nun aber der US Dollar eingeführt wurde, scheint es wieder bergauf zu gehen und das merkt man dann doch auch vielerorts.
Die Victoria Fälle sind sicher das Hightlight Zim’s und die Landschaft des Matopos Parks ist wirklich wunderschön (obwohl „world’s view“ wohl doch übertrieben ist, der gute Rhodes war wohl nie in den schweizer Bergen...).
Ein sehr positiver Punkt sind die Zimbabwier! Extrem zuvorkommend und wahnsinnig geschäftig. Da fühlt man sich wirklich wohl.
Leider gefallen uns die verlassenen Gebäude, die doch karge Landschaft im Mittelteil des Landes und die extreme Teuerung durch den Dollar gar nicht. Deshalb beschliessen wir, uns nicht so lange in diesem Land aufzuhalten.
Es war interessant Zimbabwe mal zu sehen, aber man hätte es auch getrost weglassen können. Auf jeden Fall müssen wir hier sicher nicht nochmal hin.

Lazy Days!

Njaya Lodge, Lake Malawi, Malawi, Geoposition S11° 37.230' E'34° 18.265'', Höhe 456m, 05.09.2011

Capemaclear
auch
fischer
ausflugsboot
Strand bei Njaya Lodge
Chambo auf Grill
Bao

Ostafrikanischer Grabenbruch bedeutet in diesen Breiten Malawisee, einer der grössten Süsswasserseen der Welt. Taucherparadies, Badeurlaub, Fischkost, Zeit für Sonnenbrand und Bücher. Wir wollen erst mal ans Cape Maclear am südlichen Ende und dann entlang dem See nach Tanzania.
Ein See wie das Meer, endlos zum Horizont, manchmal Steilküste, manchmal Sumpflandschaft, viel Strand und afrikanisch relaxte Ferien Resorts. Wir fahren vom Cape Maclear bis Nkatha Bay dem See entlang, machen Zwischenstationen bleiben manchmal über Nacht, manchmal drei Tage, relaxen, lernen das malawische Easy-going kennen, potenziertes afrikanisches Verhalten, kein Wunder in Anbetracht des unermässlichen Süsswasser-reservoirs mit seinem Fischreichtum, zum Teil endemische Arten, kommen also nur im Malawisee vor, hoffentlich aber nicht vom Aussterben bedroht, denn wir kosten sie alle, fritiert und filletiert, gebraten und grilliert. Über die Tage tasten wir uns an die malawischen Originalpreise in Obst (3 Bananen für 10 MKwacha, ursprüglich für 10 Banahnen 350 Mkwacha verlangt) und Souveniers.
Sonntags hängen wir in Nkatha am Strand in einer Gruppe Malawier, trinken „Power Nr1.“, einheimischer Zuckerrohrschnaps also Rum, mit Cola, ich gewinne gegen einen Einheimischen im Bao, ein sinnlosesBrettspiel das hier jeder spielt und auch bekifft geht, denn bekifft sind sie hier alle, auch mein verlierendes Gegenüber. Keine 10 Minuten kann man am Strand hängen, ohne dass einem eine Haschischfahne entgegenweht oder einer Gras verkaufen will. Wir verzichten wohlweisslich, da wir keine Lust haben Polizisten mit Schmiergeld zu versorgen. Obwohl das Gesetz doch eher lasch gehandhabt wird, auf meine ablehnende Bemerkung „No thanks, it’s ilegal!“ folgt zur Antwort „Only if you smoke in a police station!“
Nicht desto Trotz lassen wir uns so ein Bao-Brettspiel machen, handelns von 8000 auf 2500 und eines unserer alten Handys runter.
Einziger Haken ist eine nicht zu vernachlässigende Verbreitung von Billharziose, eine Krankheit ausgelöst von einem Parasiten, der in Afrika in stehenden und schwach fliessenden Gewässern vorkommt. Natürlich machen wir uns Sorgen, nicht aber der Schwarzafrikaner, der mit 98% Wahrscheinlichkeit so oder so infiziert ist. Meistens macht das auch nichts, wird nur im akuten Stadium behandelt. Wir haben uns prophylaktisch mit Tabletten eingedeckt, die es in Lilongwe zum Spottpreis gibt und bei uns rezeptpflichtig sind. Einfach sechs Wochen nach dem letzten Schwimmen im See einnehmen meint das malawische Laisser-fair in Gestalt des Apothekers hinterm Tresen. Wahrscheinlich sind wir wohl ebenfalls bereits infiziert.

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Every problem has an expiery date!

Chiwimbo Lodge, Lilongwe, Malawi, Geopositio, Höhe, Datum

zambia
auch
malawi
malawi
sticker

Ab South Luangwa National Park geht’s erst mal Richtung Grenze zu Malawi, nach Chipata. Hier haben wir von Katrin, der Reiseleiterin von Rotel-Tours, eine Telefonnummer, bei der uns eventuel mit dem kaputten Bügel geholfen werden kann. Das Provisorium würde im Extremfall auch bis Lilongwe halten, aber je früher wir wieder was Richtiges haben, desto besser, sonst geht vielleicht noch mehr in die Brüche. Inhaber der Telefonnummer ist Farouk, ein Zambier indischer Abstammung, der sein Geld mit Wechseln desselben verdient und zwar im grossen Stil. Freundlich ist der Empfang, gefolgt von einer Entsendung eines Boten, der tatsächlich innerhalb nicht mal einer Stunde ein brauchbares Ersatzteil aufbringen kann! Natürlich wird dafür ein astronomisch hoher Preis verlangt, den wir auf 100’000 Kwacha runterhandeln können, was immer noch eine Woche Faulenzen für den bisherigen Inhaber bedeutet. Um unsere Dankbarkeit zu zeigen wechseln wir auch noch Geld in Malawische Kwacha, haben wir doch eher schlechte Erfahrungen gemacht bei der Einreise nach Zambia. Der Kurs sei 180 Malawische Kwacha für ein US$, was 30 M-Kwacha besser ist als vor dem Kaufhaus. Wir wollen zehn 20 $-Scheine wechseln, was bei Farouk ein Zitronengesicht hervorruft, denn für kleine Noten gebe es nur kleine Preise nämlich 170 MK für ein US$! Ja so ist das eben in Afrika, vollkommen logisch, aber nicht für uns. Zum Dank fürs Helfen wechseln wir trotzdem.
Feder kriegen wir hier nicht repariert, was uns auch egal ist, denn das Camp, das uns von verscheidener Seite empfohlen wurde, Mama Rula, hat gerade den zambischen Präsidenten auf Wahlkampftour zu Besuch und ist auch sonst eher nicht ganz so toll wie die dazugehörigen Empfehlungen. Vielleicht ist unsere Wahrnahme auch getrübt vom Himmel, wo wir gerade herkommen, auf jeden Fall wechseln wir mit durchaus positiven Erinnerungen an Zambia nach Malawi, 19-tes Land auf dem afrikanischen Kontinent, das wir besuchen und das nun definitiv zu Ostafrika gezählt werden kann. Der Grenzübertritt ist, problemlos, Eintragen ins Ausreisebuch, Carnet ausstempfeln, Ausreise Karte ausfüllen, Pass ausstempeln, Smaltalk mit dem Ausreisekontrolleur, der keine Anstalten macht irgend was zu kontrollieren, 50 Meter zur Malawischen Grenze fahren, Einreise Karte ausfüllen, Pass einstempeln, Auto ins Einreisebuch eintragen, Carnet einstempeln, Smaltalk mit dem Barrierenwächter. Drinn! Aus irgend einem afrikanischen Grund wurde noch mein Visum auf drei Wochen gekürzt, was aus Malawischtouristischer Sicht eigentlich eine Dummheit ist, aber uns scheissegal, denn länger wollen wir sowieso nicht bleiben.
Wiederum nur ein paar Meter zum Versicherungsbüro, wo wir wieder eine Versicherung lösen müssen, da uns die Yellowcart ja nicht ausgestellt wurde. Kosten solls 8000 MKwacha für unser grosses Auto, wir kriegen es auf 6500 runtergehandelt, Strassengebühr und Carbon tax gibt’s hier nicht. Einziger Wehrmutstropfen bei der ganzen Grenzgelegenheit, der Wechselkurs ist auf beiden Seiten besser wie der Faroukische, aber wer weiss, vielleicht auch nur für die grossen Noten gültig!
Malawi ist gemäss Reiseführer, Afrika für Einsteiger, hier soll alles easy sein und mehr oder weniger geordnet. Einzig die Dieselversorgung soll im Moment katastrophal sein. Ursache der Knappheit ist ein Streit zwischen Malawi und England, dessen Ursache ist uns nicht ganz klar, aber es soll mit dem Malawischen Präsidenten zusammenhängen, der gerade seine Wahl zur zweiten Amtszeit gewonnen hat, gemäss Verfassung seine letzte. Dies versucht er nun irgendwie zu umgehen, geriet wie gesagt in Streit mit England, worauf England den malawischen Botschafter entliess was wiederum eine gleichartige Reaktion bei der Malawischen Regierung hervorrief. Nun ist aber das Hauptproblem des Malawischen Staatsalltags ein Staatsdefizit von ca 40%, dass jährlich von England ausgeglichen wird. Der Fluss dieses Geldes trocknete mit der Absenz des englischen Botschafters aus und es kam zu Unruhen (mit Toten), Lohnknappheit bei Staatsangestellten (wie Polizisten) und einem Dieselengpass.
Dies alles hat uns James in Lilongwe erklärt, bei dem wir ein erholsames Wochenende verbringen. James ist aus Südafrika, gerade dabei hier eine Lodge mit Campsite aufzubauen. Seine Nummer haben wir auch von Katrin, ebenfalls mit dem Verweis, dass er uns eventuell mit der Feder helfen könne. Leider ist gerade Wochenende aber Montags will er einen Mechaniker losschicken, um Möglichkeiten und deren Preise auszukundschaften. Leider wird uns abgeraten, bei der (erfolgreichen) Suche zu partizipieren, da weisse Haut in Malawi immer und überall eine Verdreifachung der Preise verursacht, was wir doch sehr befremdend finden. Nagut, das Land ist auch so spottbillig, aber wir nehmen uns trotzdem vor, hart um alle Preise zu fighten. Ursache ist eine Armee von Hilfswerkmitarbeitern, die mit 30'000 ständig anwesenden Mitgleidern nicht vorhandene und nicht benötigte Infrastruktur aufstellt und vorallem Überbevökerung und Bettelei produziert.
Montags zieht also der Mechaniker los, bringt eine reparierte Feder zurück, Kostenpunkt 15'000 MKwacha (ca. /200 = CHF).

Déjà-Vue

Croc Valley Camp, Mfuwe-Gate, South Luangwa National Park, Zambia, Geoposition S13° 06.010' E031° 47.644', Höhe 520m, 25.08.2011

Elefanten in Camp
Elefanten beim Baden
Sonnenuntergang mit Pukus
Könige
der König
Taxi
croc

Wie eigentlich vor 2 Tagen geplant fahren wir die direkte Strasse ab Petauke nach Mfuwe, durchs Luangwa Tal. Wie erwartet ist die Strasse eher ein Feldweg, aber durch nette Landschaft und Dörfer, wiedermal Kindergeschrei (Sweets, Sweets, Sweets!!). Wir geniesen die Fahrt durchs Niemandsland, werden uns aber unmissverständlich bewusst, dass Niemandsland auch Niemandsstrasse bedeutet, denn diese wird schlechter und schlechter, Flussbettquerungen, zum Glück trocken, steil runter, steil rauf und irgendwann von unter dem Auto ein vertrautes Klacken, das sich bei der Mittagskontrolle in einen handfesten Federbruch materialisiert, schonmal gehabt, vorne links und hinten links, nun zur Abwechslung einmal rechts und wieder vorne. Wenigstens keine der schon mal gewechselten, nährt so das Gefühl, dass wir die alten wohl vor der Reise tauschen hätten sollen. Wir fahren noch zum Camp, allerdings verliert der Fahrspass viel seiner Spassigkeit und so wird’s eher ein Abmühen mit schmerzhaftem Zucken bei jedem weiteren Klacksen.
Das Camp selber ist dafür erste Sahne, schön am Fluss gelegen, dieser voll mit Krokodilen und Hippos, bietet Aussicht auf den gegenüberliegenden Park und Impalas, Giraffen, Büffel und Elefanten.
Über Gesellschaft können wir uns auch nicht beklagen, treffen wieder auf Patrick und Allie ein holländisches Paar, das in Belgien lebt, ebenfalls mit eigenem Auto durch Afrika tourt, Australier auf Individualreise und eine Gruppe Deutsche mit Rotel-Tours, dem rollenden Hotel. Diese sind hier mein Glück, denn deren Fahrer, Alex und einer der Tourmitmacher, Christopher, stehen mir tatkräftig zur Seite beim Federwechsel. Eigentlich habe ich ja damit spekuliert, dass es beim zweiten Mal vorne besser geht aber irgendwie zeige ich Lernresistenz und erhöhte Unpraktikeit, die nicht Originale, nämlich revidierte Feder tut seines dazu, ist nicht schön gerade. Einen ganzen Tag dauert die Plackerei, wird nur zwischendurch von einem Rudel Elefanten unterbrochen, das mitten durch Reisegruppen, Zelte und Autos durchs Camp streift, alles frisst, was grün und grösser wie Gras ist. Darum macht eben Federnwechseln in Afrika trotz Hitze mehr Spass wie zuhause, wer kann sich schon schimpfen, dass er beim Werkeln von Elephanten gestört wurde, ohne seinen Job aufs Spiel zu setzen.
Auf der Verlustseite steht an diesem Tag auch einer der Haltebügel, der die Achse an die Feder klemmt (oder umgekehrt), wir machen ein Provisorium mit einem Gewindebügel, den wir dabei haben, nehmen uns vor, in Chipata oder spätestens in Lilongwe Bügel zu ersetzen und Feder zu flicken.
Am 23.08 fahren wir dann in den Park auf Gamedrive, kostet hier bereits 75 US$ pro Tag für uns zwei, bietet einen Vorgeschmack auf die Parkpreise im Osten. Wir geniessen wieder einmal die Fahrt mit den Tieren, sehen alles mögliche und zum ersten mal Pukus.
Auch zum ersten mal passiert uns was ganz dummes, nämlich wir stecken ein auf offener Strasse, namentlich im Sand eines trockenen Flussbetts. Es folgt erst eine kleine Graberei, dann eine grössere Graberei, das Einsetzen der Kardanwelle für den Frontantrieb, eine noch grössere Graberei, der Einsatz von Sandblechen und das Ablassen von Luftdruck. Alles nützt nichts. Glücklicherweise kommt aber nach etwas über einer Stunde Rumwerkeln eine Safari vorbei und so werden wir zum zweiten Mal nach Angola von einem Landi aus dem Dreck gezogen. Leider bis jetzt keine Löwen, aber der provisorische Bügel hält!
Der Park selber ist super und aufgrund ausbleibenden Safariglücks und den letzten nicht sehr erholsamen Tagen beschliessen wir nochmals zwei Tage zu bleiben, einen zum rumhängen und einen für eine zweite Safari. Nachts schlafen wir wieder einmal mit offenen Türen, denn es ist furchtbar heiss und das Auto noch warm von der Safarifahrt.
Irgendwann des Nachts wills aber jemand nicht wahrhaben, dass hier einer bei offener Türe pennt, schmetert unsere zu, wieder auf und wieder zu! Wir, inzwischen wach, Christina schneller, wollen natürlich wissen wer uns hier belästigt. Oder besser was, denn drausen steht ein Tier! Wir verreigeln, schauen durch die ebenfalls offen stehende Hintertür raus: Drausen stehen 5 Elefanten suchen nach Früchten und Gemüse. Ich mache Licht und die Elefanten verziehen sich, allerdings nicht, bis sie das ganze Camp wieder in Aufruhr gebracht haben. Frei nach Walter Moers: Nachts wenn der Elephant zweimal klopft.