Die Hohlschraube

Chiwemwe Lodge, Petauke, Zambia, Geoposition S14° 17.573’ E031° 20.330’, Höhe 998m, 19.08.2011

Korbstand an Strasse
Strasse nach Petauke
Fischer auf dem Luangwa Fluss

Der Weg ab Lusaka zum South Luangwe National Park ist in zwei Tagen zu schaffen, wir wollen uns Zeit lassen, fahren nur bis zu einem Bridge Camp genannten Platz, Tags darauf bis Petauke, von wo wir auf einem Überlandweg zum Mfuwe Gate fahren wollen. Bereits Mittags erreichen wir unser Camp, wollen die Zeit da nutzen um im Bridge Camp den Luftfilter zu reinigen und dessen Oel zu wechseln und in Petauke den Dieselfilter zu tauschen. Alles wunderbar, bis ich zum Nachfüllen und dem dazugehörigen Entlüften der Treibstoffzuleitung die Hohlschraube abbreche! Jetzt wird’s Ernst, denn dummerweise haben wir sowas nicht als Ersatz mit dabei und eine passende zu finden, in einer kleinen Stadt wie Petauke wohl aussichtslos. Im schlimmsten Fall blüht uns eine Taxifahrt zurück nach Lusaka, da eine aufzutreiben und wieder zurück. Teuer!
Wir fragen erst mal in der Lodge, wo wir gerade sind, nach Hilfe, werden mit William, dem jungen Mann, der für den Unterhalt zuständig ist, in die Stadt geschickt um ein Ersatz zu suchen. Die Distanz dahin beträgt 4km, wird in einem Taxi bewältigt. Christina bleibt hier, denn das Taxi kostet pro Person. Wir steigen also ins Taxi, nur um gegenüber gleich wieder auszusteigen, da dem Taxifahrer just in dem Moment der Sprit ausgegangen ist! Kein Geschäft für ihn.
Das nächste Taxi ist fahrtüchtig und wir erreichen das Zentrum, wenn man es denn so nennen will, kurz vor Geschäftsschluss, machen uns auf die Suche nach der Hohlschraube. Hohlschrauben gibt’s eigentlich tausende, auch in einem Nest am Ende der Welt wie Petauke, aber eben auch ebenso viele Varianten und in unserem Staffellauf durch die Ersatzteilshops lernen wir sie alle kennen. Der Staffellauf als solcher läuft keinefalls chaotisch ab, sondern folgt geregelten Bahnen, definiert durch das Beziehungsfeld der Verkäufer, und deren Beziehungen untereinander. So werden wir kreuz und quer durch das Geschäftsviertel geschickt, immer mit dem Hinweis, da werde uns sicher geholfen, der hat bestimmt so ein Teil, fragt nur nach XY. Geholfen wird uns dann nirgends, wir finden zwar eine mit dem selben Durchmesser, aber leider nur einstufig, also für einen Anschluss, wir brauchen aber zwei, da an der selben Hohlschraube auch die Rückführleitung für den Überlauf ist. Am erfolglosen Ende des Tages gehen wir zu einem Hartlöter, der die gebrochene Schraube zusammen kleistert.
Zurück beim Auto, schleife ich das überflüssige Lot weg, nur um herauszufinden, das die Schraube nicht dichtet, und beim Versuch etwas mehr anzuziehen wieder bricht. Kein Erfolg heute. Morgen sei auch noch ein Tag, meint William und ist sich sicher, dass wir Erfolg haben werden. Naja, ich nicht, aber was solls, andere Optionen gibt’s nicht, eventuell liese sich mit der einstufigen Schraube was basteln, nämlich wenn man die Rückführleitung wo anders anbringen würde, aber ich bin mir nicht sicher, vertraue lieber auf das bewährte System.
Am Nächsten Morgen machen wir uns wieder auf in die „Stadt“, diesmal mit Christina, denn wir müssen auf jeden Fall noch einkaufen auf dem Markt, der hier doch recht ansehnlich ausgestattet ist. Wiederum mit dem Taxi, diesmal will die Batterie nicht richtig, der Fahrer hat aber den richtigen Schraubenschlüssel, nämlich einen genügend grossen, um auf den Pols rumzuhämmern, bis es geht.
Wieder neue Shops wieder ein Staffellauf, dazwischen gehen wir zu einem Mechaniker, der seien Gehilfen mit der gebrochenen Schraube ebenfals auf die Suche schickt.
Erstmal haben wir den selben Erfolgsquotient des Vortages, geniessen aber das streifen durch das geschäftige Marktviertel, sehen dem afrikanischen Altagsleben beim geschehen zu. Inzwischen haben wir uns die eine Hohlschraube, für einen Anschluss besorgt, um eventuell den Umbauplan anzugehen. Zurück beim Mechaniker, treffen wir wieder auf unsere gebrochene Hohlschraube, und den Hinweis, dass ein Kollege von ihm eine habe, aber im Moment zu beschäftigt sei, wir können aber mit einem Taxi und seinem Gehilfen da rausfahren, um selber nachzusehen. Tun wir, finden ein Taxi, das uns vier hin und zurückfährt für 20'000 Kwacha (4 US$), aber der Taxinichtfahrer hat auch kein Benzin, Karre springt nicht an, wir nehmen halt ein anderes, fahren über kleinste Wege mitten in ein Wohnviertel, an einen Platz, voller alter Mercedestrucks, die weiss der Geier wie hierhergefahren wurden. Mercesdes ist schon mal vielversprechend, passt zu unserem Unimogmotor und der dazugehörigen Hohlschraube. Ja so was hätte er, müsse es aber zuunterst hervorkramen, verschwindet in seiner Hütte. Ich schaue mir derweilen an den grossen Lastwagenmotoren an, wie das da mit Rückführleitung realisiert wurde, bin nicht sehr optimistisch. Aber der gute Mann hat tatsächlich eine, nein sogar zwei passende Schrauben, meint wir seien glücklicher als das Wort Glück, schneidet sich einen Teil davon ab will für beide 60'000 Kwacha. Wir geben ihm 40'000 Kwacha und die einstufige, die beim Händler 2'500 Kwacha gekostet hat. Der Gehilfe erhält ebenfalls noch 5'000, es folgt befreites shoppen auf dem Markt, der hilfreiche William wird zum Essen und ein paar Bierchen eingeladen.

High Noon in Lusaka

Pioneer Camp, Lusaka, Zambia, Geoposition S15° 23.706’ E028° 27.075’, Höhe1187,
17.08.2011

Kairo Road in Lusaka
Stickerschande
hat auch viele Sticker

Wiederum Haupverkehrsachse, wiederum Polizeikontrollen, keine Probleme, aber auffallend viele Fahrzeuge, eigentlich alle mit Reflexionsklebern. In Zambia führen vier Strassen durchs Land, die Great East Road nach Osten, die Great North Road nach Norden und, da sie beide nach Westen führen, die, nicht great West Road sondern M9 und T1 genannten Strassen nach... eben Westen. Alle führen sie einerseits von und gegenüber nach Lusaka, vereinigen sich da zur Cairo Road einer geschäftigen Hauptstrasse, gesäumt mit Hochhäusern. Wir müssen da erst mal nur durch, kommen von Süden auf der noch nicht „Great North Road“genannten Strasse, wollen zum Pioneer Camp an der Great East Road, die ja nach Osten führt, aber erst im Norden der Stadt (am Northend Roundabout der Cairo-Road). Erstes Geschäften lässt sich aber nicht umgehen, da einerseits die Strassenhändler sehr geschäftstüchtig, und andererseits ihr Angebot, entgegen dem ihren Buissines-Kollegen im südlichen Afrika, besser diversifiziert ist, insbesondere Fussbaltrikots zu Spotpreisen und so kaufe ich mir zum ersten mal nach Gabun wieder ein Trikot einer Afrikanischen Nationalmanschaft, 16 US$. Ausserdem verkauft gleich noch einer ein Ladekabel für unser Navi, das uns kurz vorher kaput gegangen ist, gepriesen sei das Dive-in-Shopping im richtigen Afrika! Ich leiste mir auch noch ein schönes Kunstwerk eines noch nicht so handelsgeübten Künstlers, drum spottbillig.
Unsere Mission in Lusaka hat als Hauptziele die COMESA-Versicherung und das Malawivisum für mich, Christina braucht keins da EU, ich muss 100 US$ dafür hinlegen und laut Reiseführer bis zu 3 Tage warten, gemäss Quellen soll man es an der Grenze nicht kriegen, gemäss anderen soll auch die Beschaffung auf Botschaften problematisch sein.
Im Pioneer Camp treffen wir auf Anita und Van, zwei Reisende aus England, die gerade aus Malawi kommen und uns bestätigen, dass man da nicht um die Reflexionsaufkleber herum kommt. Wir beschliessen uns hier solche zu besorgen. Auch wissen die zwei zu bestätigen, dass es im Moment in Malawi kein Diesel zu kaufen gibt, eine Information die wir zuvor im Eagels Rest Camp schon gekriegt haben. Ursache der Treibstoffknappheit soll ein Streit zwischen Malawi und England um gegenseitige Botschafterposten sein.
Am nächsten Morgen machen wir uns unverzüglich auf den Weg zur Malawi Botschaft, da das Visumbesorgen ja eventuell etwas verzögerlich werden kann. Zwei Formulare Ausfüllen, ein Passfoto, 100 US$ und ein Pass mit mindestens 4 (!) leeren Seiten. Ich habe Glück, habe noch 6. Es ist kurz vor 10 Uhr, wir sollen vor 12 wieder kommen, dann werde das Visum bereit sein. Hoppla, nicht schlecht!
Wir beschliessen den guten Groove gleich mitzunehmen, und in der Zwischenzeit zur Versicherung zu gehen, das am selben Vormitag zu erledigen. Natürlich klappt das aber nicht, scheitert an unserem Unvermögen das richtige Haus zu finden, und als wir nach einer 1h umherirren und rumfragen auf der Cairoroad, am richtigen Ort angekommen sind, werden wir freundlich aber bestimmt, zu der Versicherung verwiesen, die bereits unsere zambische ausgestellt hat. Glücklicherweise, kommt dieser Rat inklusive genauer Wegbeschreibung daher, wir beschliesen aber abzubrechen, und erst mal meinen Pass auf dem Malawischen Konsulat abzuholen.
Um 11.30 Uhr getan, keine 2 Stunden und diese nicht mal mit Warten verbracht. Malawivisum problemlos in Lusaka zu haben!
Also auf zur Versicherung, die wir nun ohne Probleme finden, stolzieren hinein fragen nach der COMESA-Police, werden an eine Dame verwiesen, die uns mitteilt, dass wir bei ihr richtig seien, aber trotzdem keine Yello Card erhalten, da diese nur an in der COMESA-Region zugelassene Fahrzeuge ausgestellt werde. Wir müssten an jeder Grenze eine neue, landesspezifische Versicherung lösen.
Komme uns etwas spanisch vor, da alle Overlander so eine hätten!
Ja das stimme, sei aber ein Fehler, denn im Falle eines Schadens zahle die Versicherung nie für woanders registrierte Fahrzeuge, was uns eigentlich egal sei, denn die Abdeckung ist nur marginal und die Police nur für Polizeikontrollen. Wir beschliessen, es bei der Einreise in Malawi nochmals zu versuchen.
Einen trotzdem erfolgreichen Vormittag beschliesen wir mit einer Pizza bei Debonair’s in der Macon Hall, einer Marmor-Shoppingmall der Extraklasse.
Eigentlich wollten wir uns hier noch mit Nahrungsmittelreserven eindecken, die’s nicht auf Märkten gibt. Leider ist aber alles verdammt teuer und so beschliessen wir auf solche Sachen zu verzichten, uns wieder „Markt“-gerecht zu ernähren. Reflexionsaufkleber finden wir wiederum in der Nähe der Cairoroad, Kostenpunkt 1US$ pro halben Meter. Mit schwerem Herzen kleben wir je 10 cm davon rechts und links an die Stossstange, kommt es doch einer bitteren Niederlage gegenüber der afrikanischen Polizei gleich.

Von Zim nach Zam

Eagles Rest Camp, Siavonga, Zambia, Geoposition S16° 32.239’ E028° 43.630’ Höhe 491m, 15.08.2011

Karibastaudamm
Campsite am Lake Kariba
Bloggen am Lake Kariba
nächtlicher Hippobesuch

Ab Harare fahren wir auf der Hauptverkehrsachse Richtung Kariba und dem nach diesem Städtchen benannten Stausee am Zambezi. Hauptverkehrsachsen bedeuten in Afrika häufige Roadblocks. Für uns kein Problem, denn unsere Papiere sind in Ordnung und vorallem haben auch die meisten Polizisten in Zimbabwe bisher überzeugt. Der erste Roadblock, der tatsächlich nicht lange auf sich warten lässt, fügt sich denn auch nahtlos in diese Erfahrung, freundlicher Polizist ein bisschen Smaltalk:
-Wie war den Zimbabwe bisher?
-Viel besser als wir es erwartet haben!
-Besser aber nicht gut? (grinsen)
-Doch sehr gut, vorallem Leute sehr freundlich!
Weiterfahren, die Strasse ist gut, gesäumt von verwilderten Farmen und kaputten Anlagen um diese zu bewirtschaften. Dazwischen auch mal industrielle Anlagen zur Aufbereitung und Veredelung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, auch kaputt. Alles Folgen der Enteignung der weissen Farmer Ende der Neunziger. Mugabe hat so die ungerechte Landverteilung ausgeglichen und in seinem Volk eine Hungersnot und wirtschaftliche Destabilisation ohne Beispiel ausgelöst und sich eine Wahl gesichert.
Es folgen auch weitere Polizeikontrollen meistens mit Durchwinken bis mal zwei Polizisten, einer in Zivil, uns darauf aufmerksam machen, dass uns die forderen Reflexionsaufkleber fehlen, und wenn wir mit einer ausländischen Registrierung unterwegs seien, dann muss unser Auto trotzdem der Zimbabwischen Strassenordung entsprechen. Dies mag sicher stimmen, aber wenn wir immer alles ankleistern, was in afrikanischen Nationen landesspezifisch gilt, wäre unser Auto schon lange nicht mehr gelb, zudem sind diese Vorschriften meistens nur dazu da Leute abzuzocken, die das nicht wissen und nicht im Gesetzt verankert. Koruptionsalarm und tatsächlich fragt auch der Uniformierte, und damit im Rang Tiefere nach Geschenken, seien leider alle verschenkt nach neun Monaten. Derweil erkläre ich dem anderen, dass unser Auto bei der Einreise am Zoll kontrolliert und für gut befunden wurde, Beweis sei der Einreisestempel im Carnet! Stimmt zwar nicht ganz, aber der Polizist ist verunsichert, meint, Zimbabwe sei ein gutes Land wir können gehen. Ich kann nur zustimmen und wir verduften.
Kurz vor dem Abzweiger nach Kariba, kommt was ganz neues, Stau vor einer Polizeikontrolle, ausgelöst wurde das ganze von 4 südafrikanischen Fahrzeugen, die in Verhandlung mit den Polizisten stehen. Wir hoffen nur, die haben nichts bezahlt, denn sonst wird’s auch für uns kritisch. Als wir an der Reihe sind, sehen wir, dass die Südafrikaner tatsächlich Strafzettel begleichen und ihre Autos am dekorieren sind.
Führerscheinkontrolle.
-Woher wir denn kommen?
-Schweiz, Europa, wir seien Touristen.
Passkontrolle, alles Tip top, smalltalk. Dann wieso wir keine Reflexionskleber hätten? -Ja wir wissen das.
-Ob wir schon ein Ticket (Strafzettel) dafür gekriegt hätten?
-Nein wir hätten ein Papier vom Zoll, dass das Auto so in Ordung sei.
Ich kann kaum ausreden werden wir fortgeschickt. Erklährung: der Mann mag keine Südafrikaner (Apartheid-Rassisten) brauchte aber einen Grund uns durchzuwinken, da erstens noch Abgezockte zugegen sind und zweitens er nicht alleine sondern mit Untergebenen da stand.
Weiter nach Kariba ohne zusätzliche Kontollen, dafür eine schöne Fahrt an den Stausee hinunter, der wohl eher Staumeer heissen sollte, so gross dass man nicht ans andere Ufer sieht. Könnte zwar auch am Dunst liegen, auf jeden Fall eigentlich noch schön anzuschauen aber der Campinglatz ist nicht verweilenswert und so machen wir uns bereits am nächsten Morgen (14.08) auf nach Zambia, um auf der Zambischen Seite noch ein bisschen auszuspannen. Die Ausreise läuft problemlos, ist in 15 Minuten erledigt. Da auf dem gesammten Grenzverlauf zwischen Zambia und Zimbabwe, der Zambezi diese bildet, ist das logischerweise auch hier so und so überqueren wir diese auf der Mitte einer gigantischen Staumauer, die kausal mit dem Karibasee zusammenhängt.
Die Einreise nach Zambia ist leider gekennzeichnet von nicht enden wollenden Kosten. Ja das ist halt das Problem an funktionierenden Staatsgebilden wie hier im südlichen Afrika, sie schaffen Kosten für allerlei Papierkram, sind auch genügend organisiert um diese einzuziehen und mit Belegen auszuweisen. Als erstes brauchen wir ein Visum, dieses kostet 50 US$ pro Person, ist somit noch nicht wehsentlich teurer als in Westafrika und merklich billiger als in Zentralafrika. Es folgt Carbontax von 200'000 zambischen Kwacha, leider auch nur in lokaler Währung zu begleichen und so müssen wir auf die Strasse zum Wechsler, der um seine Position weiss, uns nur 4000 pro US$ geben will, wir verhandeln wechseln noch die 100 Pula, die wir im Auto gefunden haben, kriegen schlussendlich für 100 US$ und Pula 470'000. Immer noch ein schlechter Kurs aber was solls. So sind heute 200'000 Kwacha 50 US$ für uns. Als nächstes werden wir zur Begleichung der Strassengebühr geschickt! Noch lebhafte Erinnerungen an 90 US$ und das Tächtelmächtel mit der zimbabwischen Polizei lassen uns stocken. Christina meint noch wir sollen das doch einfach auslassen, aber leider kommt der Zusändige bereits angerauscht. Lehrfähig wie wir aber sind, fragen wir erst nach dem Gültigkeitsbereich und der dazugehörigen Laufdauer. Der Beamte ist hilfsbereit, meint gültig seis bis zur Ausreise und er werde uns den nördlichst möglichen Übergang zu Malawi angeben, dann sollten wir auch keine Probleme haben. Kostenpunkt 20 US$. Letzte Station ist die Versicherung, die uns 150'000 Kwacha kostet und leider ebenfalls ohne die Yellow Card genannte international COMESA Version daherkommt, diese könnten wir in Lusaka nachlösen. Alles in allem ca 210 US$ und somit gleich teuer wie Zim. Da sind wir 10 Tage gebleiben, macht 21 US$ pro Tag.
Wir fahren nur bis Siavonga, das zambische Pendant zu Kariba, bleiben 2 Tage im Eagels Rest Camp, werden nur vom Hippo gestöhrt, das allabendlich ab 5 auf dem Campingplatz zum grasen kommt.

Äthiopien will uns nicht haben

Small world Backpacker, Harare, Zimbabwe

Strasse in Zimbabwe
Antelope Park
Blogupdate

Unpassend aber wahr scheint, was uns Detlef und Conni, zwei Deutsche die wir in Maleme Dam trafen, erzählen. Das Visum für Äthiopien ist in Nairobi nicht mehr erhältlich! Vor einem halben Jahr haben uns Tom und Carl in Ouagadougou zwar schon mal was ähnliches gesagt, aber damals wars doch noch arg weit weg und schon gar nicht klar, ob wirs bis dahin schaffen. Nun aber wird’s langsam aktuell und so bedanken wir uns für die Info und wollens in Harare mal versuchen, obwohl wir auch von da bereits negativ verlautende Informationen haben.
Unterwegs nach Harare machen wir noch im Antelope Park halt, erfreuen uns billiger, aber erstklassiger Logis (2 Tage). Hier könnte man Elefanten reiten, Löwen hätscheln, aber wir sind faul.
Die Strasse vor und nach dem Antelope Park ist problemfrei (keine Schlaglöcher, keine übereifrigen Polizisten) auch in Harare bis zum Backpackers, wo wir campieren können. Hier treffen wir auf eine überdurchschnittlich grosse Menge Schweizer, 3 junge Studenten, die gerade aus Zambia kommen und dann nach Mosambik weiter wollen, einer in meinem Alter, der in Namibia lebt und hier mal wieder Stadt schnuppern will. Zusätzlich hats noch ein Pärchen aus Frankreich auf Zimbabweurlaub, sowei eines zweier Spanier, die aber in Afrika arbeiten. Alle in unserem Alter, sprich nicht mehr erste Partygarnitur, und so gibt’s Birechen und ausgelassene Gespräche, Reiseinformationen werden getauscht, und Afrikaerfahrungen zum besten gegeben.
Es ist Donnerstag, als wir kommen, und so bleibt uns nur Freitag für Kardanwelle und Visaorganisation, wir richten uns darauf ein, übers Wochenende zu bleiben.
Erste Station ist am Freitag Morgen die Äthiopische Botschaft, die erste seit Yaounde. Eine Ewigkeit ist’s her, wieder mal heissts sauberes Hemd und Hose, geputzte Schuhe und rasierten Kopf anziehen. Gelegen ist die Botschaft genau gegenüber der schweizerischen und so beschliesen wir im Falle eines negativen Bescheides gleich mal da reinzschneien und uns über die Möglichkeiten zu informieren.
Auf der äthiopischen Botschaft werden wir sehr freundlich von einer älteren Dame empfangen, aber als die erste Frage nach dem Permit of Residence lautet, schmelzen unsere Chancen wie ein Eisberg im Lake Turkana, sämtlicher Schmaus, den wir bringen, prallt ab, wir bemerken wie schade das sei alle schwärmten so von Ethiopien und jetzt das, aber die Gute ist aus Zimbabwe, wir schwenken um auf wie toll wir es hier in diesem zivilisierten Land finden, chancenlos.
Also wechseln wir über die Strasse zur schweizer Botschaft, auch hier zimbabwisches Personal, wir fragen wies geht, erklären unsere Lage und erkundigen uns nach diplomatischer Post. Diese könnte nämlich unsere Pässe nach Hause und zur äthiopischen Botschaft dort transportieren, darauf inklusive Visum wieder zurück. Gegenstand der Nachfrage ist für uns Kostenpunkt und Dauer, denn wir können hier ja nicht ewig warten, haben nur 30 Tage Zim-Visum, geschweige denn das wir hier solange rumhängen wollen, und der VID-Supervoucher läuft als Erster ab.
Die Botschafterin ist aber gerade in einer Besprechung, wir können sonst warten und mit ihr direkt sprechen, was wir gerne tun, denn vielleicht hat sie ja ein Techtelmächtel mit dem Botschafter von gegenüber am laufen, kann uns auserordentlich helfen, die Welt ist ja bekanntlich klein.
Leider wird daraus nichts, denn die Gute hat keine Lust und Zeit für uns, lässt uns ausrichten, dass wir besser dran wären, die Pässe einfach direkt mit DHL zu versenden, in einem Hin- und Zurückagreement. Etwas enttäuscht ziehn wir wieder ab, heisst zur äthiopischen Botschaft, wo wir behaupten, unsere Vertretung hätte gemeint, es gäbe die Möglichkeit eines Transitvisa, das uns hier ausgestellt werden könne, ob wir nicht mit dem Konsul sprechen könnten? Nein können wir nicht.
Nach dem doch eher erfolglosen Vormittag, hoffen wir auf Besserung, machen uns auf zu einer Kardanflickadresse, die wir uns rausgesucht haben. Wir finden diese aber nicht, dafür einen Hinterhofflicker, der uns zu einem Freund schicken kann, wo uns geholfen werden könne. Natürlich will er aber auch nicht leer ausgehen fährt uns darum mit seinem Auto hin.
Der zu behebende Schaden ist wie folgt: An der Kardanelle ist während der Fahrt ein Lager rausgefallen und das so nicht mehr Fixirte Kreuz hat zwar die Kraft übertragen, aber dabei die Lagerhalterung zerstört. Kreuz haben wir als Ersatz dabei, aber die Halterung muss erst geflickt werden. Dies sei nicht möglich, meint der Kardanspetzialist, aber er können von dem zerstörten Mutterstück den Kopf abtrennen und diesen auf die Welle schweissen, diese dann neu auswuchten und fertig sei sie. Zusätzlich wollen wir die zu kurze Krdanwelle, die wir noch dabei haben, verlängern lassen, sprich ein neues Rohr einschweissen, ebenfalls auswuchten. Gleichlang wie die andere soll sie sein. Kostenpunkt zusammen 80 US$, fertig will er in 2 Stunden sein. Ein sehr fairer Preis finden wir, akzeptieren ohne Verhandlung. Wohl auch so billig wie wir den Helfer mithatten, der für seinen Beistand auch nochmals 20 US$ will, etwas teuer findet Christina, aber er war doch über 1 Stunde mit uns unterwegs, ich willige ein. 100 US$ für zwei intakte Wellen, erledigt innert 2 (nagut schlussendlich 3.5 Stunden, aber wir wollen nicht kleinlich sein) Stunden. So hat die Nichterhältlichkeit der äthiopischen Einreiseerlaubnis, doch noch etwas gutes, wir können am Samstag Morgen bereits wieder abreisen. Abends wiederum Bierchen und Essen in munterer Geselschaft.
Betreffs Äthiopien bleiben uns folgende Möglichkeiten:
1. Versuchen mit der äthiopischen Botschaft in der Schweiz in Verbindung zu Treten und einen Deal (Abwicklung mit der Schweiz, aber abholen in Nairobi) versuchen.
2. Pässe mit DHL zurückschicken in die Schweiz und so das Visum beantragen.
3. Unsere Reise in Nairobi unterbrechen, das Auto da einzustellen, und später wieder weiter zu reisen. (würde auch das Budget entlasten)
4. Nach Kenia, über Tanzania und Mosambik wieder nach Südafrika zu reisen und das Auto von Port Elisabeth nach Bremerhaven zu verschicken. (RoRo-Transport).
Lösung 2 ist wohl wahrscheinlich.

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Wir bleiben wenn uns die Polizei gefällt!

Maleme Dam, Matobo National Park, Zimbabwe, Geoposition S20° 32.563’ E028° 30.120’, Höhe 1156m 08.08.2011

World's View
Rhodes Grab
Friedhof
Cafe in Gweru

Zwei Tage bleiben wir noch in Vic Falls, erledigen Wäsche und schreiben etwas Blog, damit uns nicht auch noch die letzten zähen Leser abhanden kommen. Adminsitrativ haben wir das VID zu besuchen, sind unangenehm überrascht, als die Strassengebühr von Kazangula über Harare nach Kariba 90 US$ kostet! Vor Zim haben wir uns gesagt, dass wenn die Polizei i.O. ist, wir in dem Land bleiben, ansonsten direkt nach Livingstone, Zambia weiterreisen. Da’s uns bis jetzt gar nicht schlecht gefallen hat, die Polizei eigentlich einen recht geordneten Eindruck hinterlassen hat, entscheiden wir uns auf ein Bleiben, beissen in den sauren Apfel und bezahlen die Strassengebühr bis nach Kariba, bekommen auch einen Voucher, der farbiger und fälschungssicherer ausschaut wie die Banknoten, die wir dafür hinblättern, versehen mit unserer Autoummer und der gültigen Strecke Kazangula-Harare-Kariba. Nicht zur Kenntnis nehmen wir die Gültigkeitsdauer, die leider nur 14 Tage beträgt, aber länger bleiben wir wohl sooderso nicht.
Erste Etape ist bis Bulawayo, der Weg 440 km, die Strasse gut, darum versuchen wirs an einem Tag zu bewältigen.
Gut ist auch der Eindruck, den die Adminsitration hinterlässt, Polizeikontrollen sind häufig, aber korrekt, Tollgates können wir mit Hilfe des Vouchers kostenfrei passieren. Negativ sind die Hinweisschilder über zu bezahlende Strassengebühren, diese betragen nämlich maximal 5 US$ (für Satelschlepper) und es ist wohl schwerlich anzunehmen, das wir bis Kariba 18 dieser Gates passieren werden. Negativ ist auch das Rattern der Vorderreifen, die mitlerweilen doch arg holpern. Ich beschliesse diese am Abend mit den zwei Reserverädern zu wechseln.
Um 16.00 Uhr erreichen wir Bulawayo, die zweitgrösste Stadt im Land. Eigentlich keine schlechte Stadt, sehr sauber, sieht allerdings aus wie bei uns in den Achzigern, zeigt eindrücklich, dass sich das Land für über 20 Jahre im Stillstand befunden hat, aus dem es sich seit der Einführung des US$ als offizielle Währung nun mühsam herausschält. Ähnlich ist das Backpacker’s, sämtliche Infrastruktur sauber, aber funktionsfrei.
Als in Zim zu besichtigenden Park haben wir uns den Matabo National Park ausgesucht. Hwangee, den besten und tierreichsten lassen wir aus, da wir nach Botswana an einer Gameüberdosis leiden. The Matapos ist aber für seine Landschaft und das Grab von Cecile John Rhodes bekannt, der sich hier den wohl exklusivsten Friedhof der Welt gebastelt hat, zuoberst auf einem Granitfelsen mit einer Aussicht, die the world’s view genannt wird.
Bevor wir diese geniesen können, haben wir allerdings ein schon fast als Märchen verschrienes Hindernis zu bewältigen, wir werden von der zimbabwischen Polizei bei einer Strassenkontrolle aufgehalten. Es folgt eine Kontrolle sämtlicher Papiere, die alle in Ordnung sind, dann wird zwecks Findung eines Bezahlgrundes auch noch der VID Voucher verlangt. Da dieser für die Strecke Kazangula-Harare-Kariba ausgestellt ist und der Weg Bulawayo-Matabo, wenn auch nur 30km so doch offensichtlich nicht dazu gehört, werden wir aufgefordert zur nächsten Grenze (Plumtree) zurückzufahren und da einen gültigen zu kaufen. Wir willigen ein allerdings nur mit dem Hintergedanken unserersseits, the Matopos den Rücken zu kehren auf Besichtigungen in Zim zu fäkalieren und uns auf administratives wie Kardanwellen-flicken in Harare zu beschränken. Natürlich finden die Beamten unsere Bereitschaft nach Plumtree zu fahren gar nicht toll, nicht weil wir eventuell gar nicht dahin fahren, sondern weil sie in jedem Fall leer ausgehen werden.
Ich muss also zum Chef, der, umringt von Taxifahrern, Bussenzettel verteilt, Geld kassiert. Dieser versichert mir, dass ich in ernsthaften Schwierigkeiten sei („you are so offroad!“) Gefängniss im Bereich des Möglichen liege.
Ja das sei schade, auch für Zimbawe schleisslich sei ich Tourist und wolle ihr Land besichtigen, ich könne auch nichts dafür, dass mir ein ungültiger Voucher ausgehändigt worden sei, jetzt müssten wir halt unser Geld wo anders ausgeben. Inzwischen kommt auch Christina dazu, versichert, dass wir, wenn wir nach Plumtree müssten, geradewegs nach Botswana ausreisen würden. Inzwischen kommt mir aber noch eine andere Idee, nämlich den Herren Gesetzesverkehrer auf einer Karte zu zeigen, dass der Weg von Kazangula nach Harare über Bulawayo führe, es nämlich gar keine andere Teerstrasse gäbe!
Obs das oder der Hinweis auf möglichen Schaden am touristischen Image oder einfach nur die Erkenntnis, dass wir auf keinen Fall bereit sind hier Geld liegen zu lassen, bleibt unerforscht, auf jeden Fall lassen sie uns nach 30 Minuten Verhandlung laufen.
Der Park selber ist auf jeden Fall sehenswert, auch wenn er ebenfalls mit einem afrikanischen Suplement aufwarten kann. Eintritt kostet nämlich 15 US$ was eigentlich i.O. ist, aber als wir dann bei World’s View aussteigen und zu Rhodes’ Grab hochlaufen wollen, werden wir mit zusätzlichen 10 $ zur Kasse gebeten.
Die Eintrittsgebühr am Tor sei eben National Parks and Wildlife und das Grab National Museum and Monuments. Logisch, oder?
Wir glaubens erst mal nicht, warten bis ein einheimischer Reiseleiter durchmarschiert und bezahlt. Also bezahlen wir auch, marschieren hinterher, kommen ein bischen ins Gespräch über solch afrikanischadministrative Dinge wie eben der getrennte Eintritt. Erfahren auch ein paar Zückerchen aus der Zeit der Inflation, als man mit einer Schubkarre zur Bank ging um Geld abzuheben für die Bezahlung der Belegschaft, diese auf keinen Fall unbeaufsichtigt stehen lassen konnte, nicht weil jemand das sowieso wertlose Geld gestohlen hätte sondern wegen der Schubkarre. Oder tagelanges anstehen an der Zapfsäule: Ja hier Blabla industries, wen möchten sie sprechen?....Nein tut mir leid, der ist im Moment nicht im Büro der steht in der Benzinschlange!
Die Aussicht bei World’s view selber ist doch auch sehenswert, allerdings eher für die Massstäbe eines flachen Landes wie hier oder in Dänemark. Rhodes selbst hat allerdings nichts davon, nicht weil er tot ist, sondern weil er einen Meter tief in festem Garnit eingebettet ist.

Einmal im Leben willst du am Zambezi sein

Victoria Falls Restcamp und Lodges, Victoria Falls,Zimbabwe GPS. Höhe 05.08.2011

Wasserstelle im Camp
am zambesi
Vic falls
Christina vor Vic Falls
Main Falls
Im Regen

Ab Chobe geht’s übers Sinyati Safari Camp (fantastische Infrastruktur, nachts Elephanten) und Kasane zu den Victoria Fällen, Schlusspunkt für Papis und Alexanders Ferien. Wir haben uns für eine Besichtigung auf der zimbabwischen Seite entscheiden, da erstens hier 2/3 der Fälle besichtigt werden können, und weil Christina und ich noch etwas in Zimbabwe bleiben wollen unds so visatechnisch einfacher ist. Grenzübertritt ist Kazangula.
Ausreise Botswana ist problemlos, auch das Carnet (zum letzten Mal in Namibia gestempelt) wird anstandslos ausgestempelt.
Einreise Zimbabwe ist leider dann mit etwas Warten verbunden. Ursache dafür ist erst mal ein vor uns eingetroffener Reisecar, dann eine Zollregistrierungssoftware, beziehungsweise deren Verbindung zum Hauptserver, die so langsam ist, dass eine Übermitlung per Brieftaube Vorteile mit sich bringen würde.
Immigration kostet 30 US$ (nach mehrmaliger Superinfaltion die zimbabwische Währung) fürs Visum, das hier problemlos ausgestellt wird. Einreise Auto ist leider etwas kostspieliger, Stempelung Carnet umsonst und mit einer Selbstsicherheit, die selten gesehen wurde, Versicherung kostet 30 US$ und eine zu entrichtende Abgassteuer ebenfalls. Nicht bezahlen müssen wir die Strassengebühr bis Vic Falls von 10 US$, da wir ja im Land bleiben wollen und darum angewiesen werden beim Zoll in Vic Falls (nach Zambia) einen VID-Voucher zu kaufen, für die von uns benötigte Strecke.
Die Einreise von der Mietkarosse verläuft ähnlich, allerdings werden die beiden noch zum Kauf einer komischen Police aufgefordert. Diese kostet 100 US$, scheint uns in höchstem Masse suspeckt, wir versuchens abzuwenden, aber Papi hat nach der 3 stündigen Warterei genug, will nur noch weg. Kontrolle der Autos ist nahezu inexistent, wohl mehr eine Besichtigung.
Allgemeine Verärgerung auf dem Weg nach Vic macht allmählich dem Hochgefühl, wieder ein neues Land erreicht zu haben, platz. Wir gönnen uns eine Übernachtung auf dem Kandaha Campingplatz am Zambezi National Park, laut Travelguide einem der schönstgelegenen in ganz Afrika. Dies ist wohl wahr, allerdings wurde die Infrastrucktur geklaut und so bleiben ein paar jämmerliche Mauern, der Zambezi in der Aussicht und Feuerholz für ein gemütliches Lagerfeuer, unser letztes mit Hacki und Papi.
Am 4. Translozieren wir erst mal ins Victoria Rest Camp und Lodges, Klo, Stadtnähe, Restaurant und heisse Duschen.
Danach Besichtigung der Viktoriafälle, die auf 1,7 km in eine 10-50 Meter breite 100 Meter tiefe Schlucht stürzen, gemäss Lonely Platen die grössten der Welt, was genau das bedeutet wird uns in der Besucherzentrale mit einer schönen Tabelle zwecks Vergleich der drei grossen Wasserfälle, Niagara, Iguacu und Victoria Falls gezeigt.
Am meisten durchschnittliches Wasser haben die Niagara, die breiteste Fallkante Iguacu am höchsten sind die Mosi-oa-Tunya, wie sie in der hier ansäsigen Sprache und bereits hunderte von Jahren bevor Livingstone dem „Entdecker“ genannt wurden. Zudem haben die Vic Falls nach der Regenzeit auch das meiste Wasser, mehr als doppelt so viel wie die Niagara. Gut für uns ist im Momant nach der Regenzeit, zwar nicht ganz Höchststand, aber wir schätzen anhand der Bilder etwa 2/3 von diesem.
Natürlich hats findige Händler, die neben dem wertlosen Zimbabwischen Geld und anderen Souveniers Regenjacken und Regenschierme verkaufen. Der Grund ist eine Gischtwolke, die so heftig ist, dass sich an den Abhängen der Schlucht eine Regenwaldzone gebildet hat. Wir haben Regenjacken dabei, aber ich finde eine gesunde Nässe gehört zum Erlebnis, verzichte auf Regenschutz, werde in der Folge klatschnass.
Besichtigung dauert 2-3 Stunden, danach gönnen wir uns einen Nachmitag Ruhe in der angenehmen Lodge, Alexander und Christina kaufen zu Schnitzereien verarbeitetes Holz.
Risse zeigt das Idyll durch Zutagetreten des Abschiedes, Kontrolle des Mietautos und Zubehör für eine reibungslose Übergabe, Suche nach Flugtickets, Zeremoniell des letzten Abends mit dazugehörigem Hornochsen.
Abschied folgt am 5. August 2011, 23 Tage und 3404 km nach Jo’burg (Natürlich kommt der KEA-Mann zu spät aber die Abnahme des Autos dafür ohne Notizen von Mängel und Gebrechen). Glücklich stehen die zwei Safarispezialisten am kleinen Flughafen von Victoria Falls, in der Hand je ein Holzspazierstock als Souvenir, fliegen über Südafrika und mit einem Tag Zwischenhalt nach Hause. Für uns sind’s noch viereinhalb Monate und 15'000 km bis wir die beiden wieder sehen, wir winken.

Tote Tiere und ihre Ursachen

Ihaha Camp, Chobe Riverfront, Botswana, Geoposition S17° 50.241’ E024° 52.823’ Höhe 930m, 01.08.2011

Totes Impala
Tote Giraffe
Löwe (male)
nach dem anschieben
geradeaus
chobe riverfront
affenbande
elefanten am chobe
sonne

Ein weiteres Lagerfeuer, Diskussionen und Informationen, eine Nacht ohne Löwen. Am Morgen dann der Abschied von Jun, Tobias und Fabian, denn die Iwecos wollens gemächlich angehen, campen nachts darauf auf Xakanaxa. Wir sind früh unterwegs, müssen doch etwas weiter und wollen auch noch die Löwen suchen. Dank intensiver Kartenstudie durch Christina und Alex, meinen die zwei zu wissen, wo die tote Giraffe auf ihre Verspeisung wartet.
Aber den ersten Höhepunkt schenken uns bereits die ansässigen Cheetas, verspeisen gerade neben der Strasse ein Impala!
Auch nicht schlecht!
Immer gute Hilfe, bei der Suche von toten Tieren mit Zubehör, ist das Vorhandensein von Geierschwärmen und tatsächlich sichten wir einen solchen, verfolgen ein Safarifahrzeug, das scheinbar auch in diese Richtung unterwegs ist.
Als es hält und Alexander nochmals nach den Löwen fragt, wird er allerdings höchst unfreundlich darauf aufmerksam gemacht, dass diese zwar hier in der Nähe sind, aber von der Strasse nicht einzusehen und ein vordringen dahin für Privatfahrzeuge absolut verboten. Sagts, fährt ins Grüne und lässt uns stehen.
Doch ziemlich enttäuscht fahren wir zurück an den Ort wo die Geier der Strasse am nächsten sind, steigen aufs Dach und suchen mit den Feldstechern nach der Giraffe und den Löwen. Tatsächlich sind diese auch ca. 200 m im Gebüsch zu sehen, dabei 2 Safarifahrzeuge.
Unschlüssig stehen wir am Wege und beraten, was zu tun sei. Irgendwie kristalisiert sich schnell ein Vorgehen heraus, das auf Abwarten, bis der Verbieter gegangen ist und dann reinfahren hinausläuft.
Kurz darauf kreuzt uns einer der Safarilandis vom Tatort und ich frage nochmals nach dem Löwen, ob er das wisse? Als er sich aber um die Antwort drückt, werfe ich ihm das Zückerchen hin von den Impalafressenden Geparden. Das weiss er zu guttieren, und die so aufgewärmte Bekanntschaft lässt ihn uns raten, unsere Chance zu packen und reinzufahren. Aber wir sind noch nicht ganz warm und als kurz darauf wieder ein Safariauto kommt, ich den Fahrer über die Löwen und das leidige Verbot dahinzufahren informiere, dieser bestätigt und ohne die Löwen zu besuchen wieder verduftet, wird uns klar, dass NIEMAND, absolut NIEMAND auch nicht der scheiss Verbieter mit seiner Toursafari zu den Löwen fahren darf! Und als das nächste Auto kommt fahren wir einfach hinterher ohne Worte ohne Skrupel. Drei Löwen, männlich vollgefressen, tote Giraffe, Geier, einfach nur fantastisch.
Wie alle bleiben wir auch nur kurz, knappe 5 Minuten, fahren dann zu einem Picknickpunkt, beglückwünschen uns gegenseitig zu unserem Durchsetzungsvermögen und Mut.
Leider klimmperts aber unterm Wagen und eine Kontrolle meinerseits, zeigt das sich unsere Forntantriebskardanwelle wieder verabscheidet hat. Das vor der Passage nach Savuti, der Reichsten an Sand, könnte unser ganzes Chobeabenteuer beenden, bevors angefangen hat. So nah liegt Freud und Leid, erst die Geparden, dann die Löwen, jetzt die Kardanwelle. Wies der Zufall will, kommen genau jetzt Lilli und Stephen vorbei, die wir auf dem Weg nach Moremi bereits wieder gekreuzt haben, krönen mich zum Herren Kardan! Wir geben ihnen natürlich die Koordinaten der Löwen, die sie später auch erfolgreich besuchen. Zudem beschliesse ich Chobe nicht sausen zu lassen und den Sand von Savuti mit Heckantrieb und reduziertem Luftdruck zu fressen. Leider wird’s jetzt auch etwas hektisch, denn wir haben mit Katzen begründete Zeit auf der Strecke liegen lassen, die es nun mit reduziertem Lesitungsvermögen aufzuholen gilt.
Auf löchriger aber harter Piste fahren wir aus dem Moremi Game Reserve und zurück an die Strasse von Maun zum Chobe, dann 60 km bis zum Anfang des Feldweges, der im Navi mit „deep Sand“ gekennzeichnet ist.
Hier reduzieren wir den Luftruck auf 2.2 bar.
Tatsächlich mag der Mowag sich auch ohne Allrad durchbeissen, wir fahren im 2. Gang ohne Reduktion, denn die geballte Kraft des Unimogmotors mit Untersetzung auf nur eine Achse mit zugehöriger Kardanwelle wollen wir wenn immer möglich vermeiden.
Es folgt das Gate zum Park wir registrieren uns und fetzen rein. Jetzt sinds noch ca 65 km teils tiefer Sand aber wir sind zuversichtlich, das Camp noch bei Tag zu erreichen. Kurz darauf kommt aber das Unvermeidliche, die Vorderräder hängen ein, verdrehen und der Heckantrieb schiebt uns aus der Spur auf den Mittelstreifen, wir machens noch 10 Meter, bleiben stecken. Schaufeln auspacken und graben. Glücklicherweise haben wirs aber frühzeitig gemerkt, vor dem zu erwartenden Eingrabdebackel angehalten und können uns durch leichtes Abflachen der Sandhaufen vor den Rädern, zuschalten der Reduktion, sowie Anschieben durch Christina und Hacki befreien und in die ordentliche Spur zurück retten.
Bald nimmt auch der Sand gnädigerweise wieder ab und wir könnens im 2. manchmal sogar 3. Gang bewältigen. Stoppen aber nur noch im äussersten Notfall und dazu gehört nicht das Auftauchen von durch Strasse getrennten Elefantenfamilien inklusive den Drohgebärden der erschreckten Leitkuh, die uns im Extremfall auch mal ein paar Schritte verfolgt.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Savuti, ein wunderbar gelegnes Camp am Savuti-Chanel, mit katastrophaler Infrastruktur, vorallem bei 50 US$ Übernachtungspreis.
Am Morgen ist 1. August und das bedeutet für uns: Christina hat Geburtstag! Wir schlafen aus, heisst Christina und ich, Papi und Alexander gehen auf Gamedrive und die Suche nach Felszeichnungen, die es hier geben soll.
Ich benütze die Zeit, um aus all den vorhandenen Teilen gebrochener Kardanwellen eine ganze zu basteln, was mir auch gelingt, aber da das Ergebnis ca 3cm kürzer ist, verzichten wir auf die Montage, sind aber beruhigt, im Ernstfall etwas zu haben was eingebaut werden kann.
Der Weg nach Norden und unserem nächsten Camp (Ihaha) an der Chobe Riverfront ist wiederum sandig, aber wir schaffens ohne Einstecken, zu Gute kommt uns sicher, dass es schnurrgeradeaus geht.
Nach Verlassen des Parkes erreichen wir Kachikau und eine Chinesische Teerstrasse, auf welcher wir zügig bis zum Ngoma Gate und wiederum in den Park einbiegen. Das Tierreich soll hier, westlich vom Ihaha-Camp, nicht so toll sein wie östlich desselben, aber was das heisst, ist wohl relativ zu betrachten, denn kaum öffnet sich unser Blick auf den Choberiver und das zugehörige Marschland, sehen wir abertausende von Zebras (nicht übertrieben! Übertrieben wäre zu behaupten es seien Millionen), gespickt mit Tsesebes, Waterbucks, Kudus, Warthogs und natürlich Giraffen und Elefanten, die hier in „kleinen Herden“ von bis zu 20 Tieren sowie grösseren (100?) auftreten. Jetzt ist uns auch klar, wieso im Reiseführer von der grössten zusammenhängenden Elephantenpopulation im Bereich der botswanischen Parks, Chobe und Moremi, sowie des angrenzenden Hwangee-Parks in Zimbabwe die Rede ist. Der so verfügbare Genpool ist wohl auch für die grösste erreichte Grösse dieses grössten aller Landtiere in diesem Ökosystem verantwortlich, das einseitige und kalkhaltige Angebot an Nahrung (Mopanibaum) für die kurzen abgebrochenen Stosszähne.
Übernachtung im Ihaha ist nicht ganz so teuer wie Savuti, aber auf jeden Fall sein Geld wert! Infrastruktur ist ok, der Chobe nur 100m weit weg, dazwischen drei Elephanten, ein paar Büffel, die altershalber nicht mehr mit der Herde wandern, in der Dämerung ein Hippo zum grasen, nachts kommt uns ein Honey Badger besuchen. Christinas Geburtstag feiern wir mit viel Fleisch und gutem Wein.

Lagerfeuer und Unterwasser

Third Bridge, Moremi Wildlife Reserve, Botswana Geoposition S19° 14.337' E023° 21.272', Höhe 948m 30. Juli 2011

Impalas
eingesteckt
hilfe naht
wasserläufer
warm ists
teamwork
sonne
papi

Anstandslos akzeptieren die Parkoffiziellen unser mit Jun und Söhnen geteiltes Camp, stellen in Maun Permits aus für Moremi und Chobe. Informiert werden wir über ausserordentlich hohen Wasserstand des Deltas und eine mögliche kritische Passage bei der Second Bridge (Weg zum Third Bridge Camp) sowie das translozieren vom Third Bridge Camp zum Xakanaxa Camp. Da die Ivecos wiederum vor uns unterwegs sind, verabreden wir uns, bei der First Bridge aufeinander zu warten, und die kritischen Passagen zusammen zu bewältigen.
Ganz anders als noch im CKGR präsentiert sich die Landschaft, vorherschend ist, wos trocken ist, der Mopanibaum, ansonsten viel Gras- und Sumpflandschaften. Die Strassen sind sosolala, beschränken das Tieresuchen auf den Beifahrer.
Bereits vor dem Park kreuzen wir Elefanten und Giraffen, eine Straussenfamilie mit 20 Kücken. Im Park hats viele Impalas und Zebras und noch mehr Elefanten (wohl nicht gemessen an der Anzahl aber an der Biomasse).
Kurz nach 13.00 Uhr erreichen wir die First Bridge, die ihren Namen grad gar nicht, oder nicht mehr verdient, aber das Wasser steht nur maximal 40 cm hoch, ist zu bewältigen und wird bewältigt, wir machen Essrast und warten auf Jun, Fabian und Tobias, die wir irgendwo überholt zu haben scheinen. Tatsächlich treffen die drei auch kurz darauf ein, rasten mit uns und gemeinsam fahren wir zur Second Bridge. Tatsächlich ist auch hier nicht viel von einer Brücke zu sehen, eher eine ausgefahrene Furt, daneben ein bisschen teichig. Wir halten, begutachten das Wasserspiel und sind uns nicht ganz schlüssig wies wohl weiter gehen soll. Denkbar wäre, dass Jun mit dem Iveco, der im Gegensatz zum Mowag mit Schnorchel (erhöhter Luftansaugung) ausgerüstet ist, vorfährt und so auskundschaftet. Richtig wäre aber eine Erkundung zu Fuss und so eine genaue Auskungung der Untiefen und Beschaffenheit des Untergrundes und das trotz möglicher Krokodilen, Nilpferden oder Bilharziose.
Glücklicherweise steht dann auch bei Second Bridge ein Südafrikanischer Farmer bereits mitten im Teich, sucht mit hochgekrempelten kurzen Hosen nach einer Fahrspur, meint sie gefunden zu haben und fährt mit seinem erhöhten Hilux (incl. Schnorchel) durch, wobei ihm das Wasser bis zur Windschutzscheibe schwapt. Ok er war auch schnell unterwegs, eventuell wäre es langsam auch mit dem Mowag zu schaffen aber totsicher keine Chance für das Mietauto!
Wir beglücken den Südafrikaner mit “Well done!”, zeigen unsere Hochachtung, was auch sofort Früchte trägt, dieser steigt nämlich nochmals aus, zeigt uns durch nochmaliges waten im Krokodilteich einen besseren Weg etwas weiter östlich, räumt sogar ein paar Baumstämme aus dem Weg. Wir bedanken uns, etwas Smaltalk, wünschen uns gegenseitig gute Reise und machen uns an die Wasserquerung. Jun zuerst, kommt ohne Probleme durch. Dann wir. Christina ist etwas skeptisch, findet Wasserquerungen, die nicht zwingend notwendig sind, etwas männlich angedöfelt, aber ich bin nun mal ein Mann und will mich und unser Auto heute wieder mal selbst beweisen.
Natürlich klappt die Wasserfahrt ohne Probleme, Pegelstand bis etwas über Radmitte, wäre, wenns nicht die erste einer ganzen Reihe gewesen wäre, auch gar nicht erwähnenswert. Zuletzt der Nissan, der gefahren von Alexander auch ohne Probleme durchkommt. Auf dem weiteren Weg zum Camp bleibt das Wasser dann aus, dafür kreuzt uns nochmals ein Gepard! Ei der Daus, dachte ich doch diese Katzen sind selten und nun haben wir bereits die vierte Sichtung in freier Wildbahn, die zweite mit Hacki und Papi.
Eigentlich haben wir hier Campsites erwartet, die ähnlich jenen im CKGR, weit versträut sind und keiner weiteren Registrierung benötigen. Leider ist das aber doch nötig, und eine kurze bange Phase, ob das wohl klappt mit dem Campteilen, tritt ein, verfliegt aber gleich wieder, als der zuständige Mann keine Anstalten macht, nach Menge der Autos und Personen in der Gruppe zu fragen, sondern uns nur darüber in Kenntnis setzt, dass es einen “resident elephant” gebe, der Baby heisse, aber nicht desto trotz riesig sei, alles in allem friedfertig, einfach nicht stören. Zudem gebe es ein “resident Hippo” genannt the Manager, and if you walk around take a torch with you and check first if he is on duty, sei aber auch friedfertig. Ansonsten nie alleine zur Toilette, denn Zäune hats auch hier nicht.
Da es noch relativ früh ist wollen wir eine zusätzliche Gamedrive-Schlaufe anhängen und über die Brücke, die dem Camp namensgebend dient, fahren. Wie fast alles was dieser Tage im Moremi am Wasser oder darüber liegt ist auch diese überspühlt und so machen wir uns zu Fuss auf das Wasser auszukunden. Tatsächlich ist auch etwa 20 cm unter Wasserspiegel eine solide Brücke vorhanden und unser Konvoi kann queren. Ich erwähne dies, da die Abfolge der Ereignisse will, dass ich zwecks Erkundung bereits gequert habe, Mowag und Christina aber noch nicht, zweite sich in ersteres setzt und mit unverkennbaren Spassspuren im Gesicht mit 5,2 Tonnen durchs Wasser pflügt. Weitere Diskussionen über männich angedöfelte Wasserquerungen sind somit Bestandteil einer von uns nicht partizipierten Paralellzukunft.
Im Reiseführer steht über Third Bridge, dass dies das wohl bekannteste Camp sei in Botswana, und für seine nächtlichen Besuche von Löwen und Hyänenherden berüchtigt, unbedingtes Schlafen in Autos oder geschlossenem Zelt. In den Achzigern soll mal eine Touristin von Löwen aus ihrem offenen Zelt gezerrt und getötet worden sein, aber die Tatsache, dass ein Vorfall aus vor 30 Jahren zittirt wird, zeigt doch eher, dass eigentlich nie was passiert. Trotzdem machen wir natürlich ein grösseres Feuer, das auch einlädt es zu belagern, sich über Lebensaufgaben und andere Gewohnheiten ausserhalb Afrikas zu unterhalten.
Irgendwann besucht uns eine Hyäne und nachts als nur noch Hacki und ich am Feuer stehen auch noch the Manager, die Löwen bleiben aus.
Tagsdarauf müssen wir nach Xakanaxa, eine Strecke, die, wie bereits angedeutet, im Moment unbefahrbar sei. Die Parkangestellten fahrens aber und wir wollen uns nicht lumpen lassen, es ebenfalls versuchen, an kritischen Stellen, könnten wir immer noch den Nissan abstellen und durchziehen. Jun und Söhne, die noch eine Nacht in Third Bridge hätten, beschliessen uns zu begleiten und mit uns wiederum eine Campsite zu teilen, was wir alle aus geselligen Gründen sehr begrüssen. Zuerst gehts wieder über die Third Bridge, die wir schon kennen, dann durch mehr oder weniger trockenes Marschland zur Fourth Bridge. Völlig entgegen allem Kennengelernten ist Fouth Bridge, die vierte Brücke, tatsächlich auch eine solche, dazu noch in tadellosem Zustand und somit sicher nicht der Grund der Unpassierbarkeit. Durch hohe grüne Wälder gehts entlang von Wasserbecken, angeneme Landschaft, passable Pisten, ein Wasserbecken ca 10 Meter, bewätigt, dann endlos Wasser. Fabian und ich schreiten ab was kommt, 500 Meter, mal tiefer, mal weniger, im Prinzip machbar, aber dann doch glücklicherweise eine Sackgasse. Irgendwo haben wir uns verfahren. Zurück und nach rechts, es folgt ein Camp, wir erkundigen uns und tatsächlich sind wir jetzt auf dem rechten Weg. Leider hats aber auch hier Wasser, viel Wasser, und leider nun zum ersten Mal nicht stehend, sondern die Strasse abfleissend, dadurch Spülrinnen, Unebenheiten.
Zunehmende Routine, auch bei Papi als Wasserläufer und Alexander als Amphibienfahrerer, lässt uns aber alle kommenden Probleme bewältigen und das Camp mehr oder minder trocken erreichen. Wassertiefststand ca oberkannt Felge (Michelin XZL 11.00 R16, selber rechnen). Campregistrierung kein Problem, Voucher kurz gesichtet, keine Notitz der Gruppengrösse, Highlight des Tiertages, zwei Cheetas bei Third Bridge, die da angeblich heimisch sind und sich immer mal wieder zeigen. Auch zu erwähnen ist, dass ich in Third Bridge eine der Starterbaterien zur Innenraumbaterie umfunktioniert habe, nur um festzustellen, dass tatsächlich die Hauptsicherung defekt ist! Gemerkt habe ichs erst, als ich mit dem Schlüssel bei der Polmontage einen erneuten Kurzschluss auslöse und darauf die Sicherung ersetze. Das Rätsel der Anzeige hingegen erklärt sich über einen gesonderten Draht.
Dies kann ich jetzt wieder zurückwerkeln. Domi der Jedentagautobastler.
Tag Drei fahren wir wiederum alle zusammen nach Third Bridge, diesmal aber übers Gate und den wasserarmen Weg. Weiter nichts besonderes, und da gute Tiertage durch Sehen oder eben nicht Sehen von Löwen bestimmt werden, macht sich leichte Nervosität über das bisherige Ausbleiben dieser bemerkbar. Alexander, der weit vor uns fährt, erfährt von einem Guide, dass männliche Löwen eine Giraffe gerissen haben sollen und lässt sich den Weg dahin beschrieben, ist dann aber nicht erfolgreich mit dem Nachvollzug auf der Karte und wir verschieben die Suche aufgrund fortgeschrittener Tageszeit auf morgen.
Bei der Einfahrt ins Camp und wiederholter Registrierung unserer Gruppe wird erstmals nach deren Grösse (sieben) gefragt und so geht schlecht, was bisher immer gut gegangen ist. Wir werden ertappt, geben zu, bei der Inanspruchnahme von Campsites etwas gemischelt zu haben. Alles hätten wir gebucht, aber gestern seien wir eben gemeinsam in Xakanaxa gewesen und heute eben hier, also stimme die Anzahl der Nächte und so die bezahlte Summe. Diskussion und ein paar gewechselte Zigaretten machen Kunden und Anbieter zu Freunden und die Angelegenheit ist gegessen. Gut kamen sie nicht bereits an Tag Eins.

Fazit vom südlichen Afrika (Namibia-Südafrika-Swaziland-Botswana)

Zuerst mal Namibia. Namibia kann man eigentlich als riesengrossen Ferienresort bezeichnen. Das riesige Land hat kaum eine eigene Wirtschaft. Die meisten Waren werden aus Südafrika importiert. Das einzige, was in Namibia floriert, ist der Tourismus. Ca 80% der übrigen Bevölkerung lebt in einem schmalen Steifen nördlich des Etoscha Nationalparks, einem ehemaligen Homeland (die unwirtlichen Gebiete, in die die Schwarzen während der Apartheid vertrieben wurden). Und dort spielt sich auch das afrikanische Leben ab! Dort gibt es noch Märkte, nackte Himbas, Kühe auf der Strasse. Etwas südlich vom Etoscha gibt es dann noch das Damaraland, auch ein ehemaliges Homeland. Dies ist auch das Gebiet in Namibia, das uns am meisten gefällt. Wunderschönste, ausserirdisch anmutende Landschaften, nette Leute, uralte Felszeichungen. Weiter südlich wird es dann karg, sehr touristisch, nicht unser Geschmack. Die Städte sind allgemein eher dörflich, Swakopmund und Lüderitz aber trotzdem äusserst sehenswert. Windhoek kann man getrost weglassen. Namibia ist alles in allem ein tolles, sehr einfaches Reiseland, in dem man die Zivilisiertheit des südlichen Afrikas geniessen kann (zB. Supermärkte!), aber auch noch die schwarzafikanische Lebenart mitbekommt und die speziellsten Landschaften geniessen kann, die ich bisher gesehen habe.
Wenn man dann nach Südafrika einreist, heisst es erst mal, alle Türen verschliessen. Dieses Land, das so modern ist, so europäisch, so amerikanisch, weist leider auch die grösste Armut auf, die wir auf unserer bisherigen Reise angetroffen haben. Vielleicht ist es auch der Unterschied zwischen arm und reich, der so schockiert. Dies ruft leider auch die extrem hohe Kriminalitätsrate hervor und die damit verbundene obsessive Sicherheitssucht. In Südafrika versteckt sich sogar Gott hinter Elektrozäunen! Keine Strecke, auch nicht die kleinste, wird zu Fuss zurückgelegt, immer wird das sichere Auto vorgezogen. Schade, denn eigentlich wäre das Land so schön, es würde sich so gut dort leben lassen. Wir haben das Land ziemlich gut auskunschaftet. Unserer Meinung nach sind vorallem der Norden (Limpopo, Mpumalanga, Krüger Park, Kwa-Zulu Natal, greater Karoo) einen Besuch wert. Das kleine Swaziland sollte man auch nicht auslassen. Schöne Bergformationen, herzige Nationalparks und nette Menschen. Die Garden route ist in den letzten Jahren leider sehr touristisch geworden und nur noch wenig afrikanisch. Cape Town ist allerdings immernoch äusserst sehenswert und ein Besuch auf Robben Island bietet auch einen guten (und schockierenden) Einblick in die ehemalige Apartheidspolitik.
Reist man dann nach Botswana ein, fängt das afrikanische Leben auf einen Schlag wieder an! Zudem kann man seine Autotüren wieder unverschlossen lassen. Verantwortlich dafür scheint uns die relative grosse Mittelschicht in Botswana. Die Leute sind auch extrem stolz auf ihr Land und ihre Herkunft. Die Leute sind wunderbar herzlich und zuvorkommend. Die unglaubliche Leere der Kalahari ist dann einfach überwältigend. Obwohl sie gar nicht so leer ist, denn so viele wilde Tiere wie in Botswana haben wir auf unserer Reise auch noch nirgends gesehen. Aber das Gefühl, im Umkreis von mehr als 100km, die einzigen Menschen zu sein ist schon nicht ohne. Da die Kalahari allerdings landschaftlich nicht so abwechslungsreich ist, freut man sich dann umso mehr über die Grüne an der Chobe River Front. Ausserdem sehen wir dort definitiv die grössten Zebra-, Giraffen- und Elefantenherden auf der Welt! Traumhaft! “Die Perle Afrikas” ist wirklich die beste Bezeichung für dieses wundervolle Land!
Wer einmal mehr Zeit hat zum reisen, für den empfielt sich auf jeden Fall ein Tripp in die beschriebenen Länder des südlichen Afrikas. Diese waren wohl das bisherige Highlight unserer Reise!

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Flugkrank und Handtaschen

Audi Camp, Maun, Botswana

Buffalo fence
Okawangodelta von oben
Elefanten von oben
Okawangodeltaformationen
Einheimische Hütten im Delta

Nicht ganz unerwartet treffen wir in Maun wieder auf die Iveco-Crew. Die sind bereits mitten in der Tätigkeit, die wir auch gleich angehen, uns erholen und Bedarfsgüter frisch aufstocken. Da wir direkt ab dem CKGR bis nach Maun gefahren sind, haben wir nun vier Tage Zeit, um alles zu erledigen, eigentlich einer zuviel, vorallem haben wir erst drei Tage Moremi und dann direkt Ihaha an der Chobe River Front gebucht. Dazwischen 295 km tiefer Sand, leider ein Ding der Unmöglichkeit. Wir werden wohl oder Übel die Dritte Nacht Moremi sausen lassen müssen und stattdessen bereits vor das Südtor Chobe fahren. Optimal wäre eine Zwischennacht in Savuti, dass genau auf halber Strecke läge, aber das ist leider ausgebucht.
Jun schlägt vor, dass wir einen Tag früher ins Moremi fahren und mit ihnen eine Campsite teilen könnten. Nehmen wir gerne an und versuchen derweil noch die Zwischennacht im Savuti zu buchen. Auch auf dem Buchungsplan steht ein Rundflug übers Okovangodelta, das hier direkt vor der Tür liegt und ebenfalls zu den Hochlichtern Afrikas zählt.
Tatsächlich können wir für den 31. Juli noch eine Nacht Savuti buchen und so unseren Chobe Stress beseitigen.
Mit zu Maun gehört ein Besuch bei Nando’s, Fleisch kaufen bei Red Beef und der Besuch auf der Handtaschenzucht in Krokodilform. Diese liegt gemäss Lonely Planet etwa 14km auf der Hauptstrasse nach Süden und ist nicht zu übersehen. Wir übersehens doch, zwei mal, geben zwischenzeitlich auf, stärken uns in erwähntem Nando’s, versuchen mit dem Tip eines Locals nochmals, und finden sie schliesslich auf der Farm des Sitatunga Camps. Wieso dies nicht gleich so im LP vermerkt ist, bleibt deren Geheimnis.
Die Führung selbst ist interessant, geleitet von einem einarmigen Krokowächter (klassisch), der viel afrikanischen Hokuspokus zum Besten gibt. Etwas befremdend, aber doch eindrücklich, ist dann der Anblick von 6000 Krokodilen auf ca. 10 Aren Land. Von ganz klein (7 Monate alt) bis klein (4 Jahre) bis mittel (10 Jahre), dann werden die meisten zu noch kleineren Handtäschchen verarbeitet. Im grossen Gehege die überlebenden des Kampfes gegen die Mode, Zuchtkrokodile bis 86 Jahre alt.
Auf jeden Fall eine Erfahrung wert, besser als Bateriehühner und osteuropäische Tanzbären.
Wilderness Air heisst die Fluggeselschaft, Cesna das Flugzeug, fünf Sitze zwei Flügel und ein junger Bushpilot mit Ray Ban Brille. Alexander sitzt neben dem Piloten, was ich mit “fass ja nichts an!” kommentiere. Dahinter Christina und ich, zuhinterst Papi, der so nach rechts und links rausschauen kann. Auf 200 Meter Bodenhöhe gehts mit 210 bis 220 km/h übers Delta. Zu sehen gibts erst den Bufalo-fence, dann Elefanten, Girafen, Herden von Lechwes, Büffel und viel Wasser. Ich denke schon, das könnte ewig so weiter gehen, als sich ein kleines drehen in meinem Magen bemerkbar macht und mich lügen straft. Das kann doch nicht sein! Mir wird nie schlecht weder auf See noch in der Luft! Ich fresse es in mich hinein, schweige es tot. Bald darauf kuckt aber auch der Copilot nach hinten und fragt käsebleich mit schwarz unterlofenen Augen nach dem Wasser, ich denke, besser wäre gewesen, darauf aufmerksam zu machen, nichts vollzukotzen, statt nichts anzufassen. Papi gefällts, Christina auch. Wir tipen auf die Hitze als Ursache, denn Hacki und ich sitzen beide in der Sonne.
Wehrmutstropfen auf Maun ist unsere Innenraumbaterie, die sich irgendwie abgemeldet hat, lädt trotz intensiver Anstrengungen nur noch bis 11.3 V, was irgendwie für nichts zu reichen scheint. Christina will wissen, dass dies an der Sicherung liegen könnte, ich lehne ab, denn sonst wäre auch die Anzeige tot.

Central Kalahari Game Reserve

Maun, Botswana, Datum Höhe GPS Datum

Gnus auf der Piper Pan
Schabrakenschakal
Honigdachs
Gepard
Löffelhund
Wüstenforscher
Wüstenschiffe

Vieles ist in Afrika anders als gedacht (meistens besser). Viele Orte gabs, die wollte ich vor der Abreise unbedingt sehen und dazu gehörte mit an erster Stelle das Central Kalahari Game Reserve. Ich weiss nicht genau wieso, vieleicht weils einfach nur mitten im Nirgendwo ein riesiges Nirgendwo darstellt, ein Fünfeck mit 270 km Ausdehung von Nord nach Süd und Ost nach West, 52.000 km^2 gross.
Wir wollens ab Ghanzi über das Westtor bei Xade (sprich Zungenschnalzer-ade), Piper-Pan, Deception Valley zum Matswere Gate durchfahren. Schon vor unserer Abfahrt in Ghanzi wurde uns die Information zugetragen, dass der Weg über Xade eher sandig ist und wohl die eine oder andere Schaufelaktion mit sich bringt.
Pha! Wir haben auch den Kgalagadi Transfrontierpartk gemeistert, uns schreckt nichts ab. Sicherheitshalber planen wir aber einen Tag Reserve, wollen bis vors Tor fahren da wild campen.
Tatsächlich ist der Sand wesentlich tiefer als zuvor, aber mit reduziertem Luftruck auf 2,5 bar kann Mowag das im zweiten Gang. Allerdings steckt der Nissan schon kurz nach Beginn der ersten Tiefsandpassage ein, nicht tief, kurzes Graben und anschieben hilft. Weiteres Einstecken kann Hacki durch übersetzte Geschwindigkeit verhindern, den Preis zahlen Papis Kopf und einige Nahrungsmittel.
Alles in allem nicht weiter schwierig und wir erreichen um vier die Grenze zum Reserve. Alexander und Papi wollen sogar noch bis zum effektiven Gate, 27 km innerhalb auf nun besserer Piste, weiterfahren und da, wenns geht eine zusätzliche Nacht buchen. Auch gut und als wir da ankommen freut sich der Torwächter besonders.
“Its good you already came today, cause we need money!”
Löwen solls viel geben, brüllen sei wohl des Nachts zu erwarten, wir machen Feuer!
Kein Brüllen bringt die Nacht, aber der Morgen ein Trio aus Deutschland mit einem Iveco Allrad-Camper. Die sind aber früher unterwegs und darum das Zusammentreffen nur kurz, Christina wechselt ein paar Worte. Wir ahnen noch nicht was für weitreichende Folgen das hat, auch nicht, als wir nach einem halben Tag Gamedrive bei der Piper Pan wiederum auf sie auflaufen. Hier ist unsere zweite Campsite im CKGR, darum sind wir etwas gemächlicher unterhalten uns nun ausgiebig mit den Dreien, während Papi und Alexander derweil mal um die Pan flitzen und Tiere knipsen.
Die drei heissen Jun, Fabian und Tobias, sind Vater und Sohn und Sohn und für zwei Monate durchs südliche Afrika unterwegs, müssen aber noch weiter, wollen bereits Morgen in Maun sein. Sie sind auch schon länger im CKGR unterwegs, nämlich ab Khutse ganz in Süden.
Derweil sind Hacki und Papi schon fast zurück und wir machen uns auch auf, die Pan noch zwecks Tierbesichtigung zu umrunden. Ähnlich zur Mabuasehube Section im Kgalagadi Transfrontierpark besteht die Vegetation hier aus Buschland auf Sand unterbrochen von den typischen Pans, die mit Steppengras bewachsen sind und recht übersichtlich, erstens für die Tiere, die besser mitkriegen was für Jäger um sie rumlungern, und zweitens für uns, die wir so die Tiere besser sehen können. Theoriegemäss gibts dann auch viel zu sehen, leider keine Katzen und auch sonst nichts ausserordendlich Erwähnenswertes, auch die folgende Nacht zeichnet sich durch ausbleibendes Löwengebrüll aus, keine Hyänen oder andere nächtliche Besucher, dafür ist der Sternenhimmel ohne auch nur eine Lichtiritation innerhalb 100km Radius, fabelhaft. Da wir vom Ausbleiben der Löwen doch etwas entäuscht sind, entscheiden wir uns früh aufzustehen, und bei Dämmerung bereits km abzuspuhlen. Machen wir auch, sehen auch wirklich viel, vorallem Christina und ich können nun endlich auch den Bat eared Fox (dt: Löffelhund) abhaken, zudem sehen wir noch einen Honey Badger (dt: Honigdachs). Massenhaft Schakale gibts wie überall, die bekannten Wüstenantilopen (Orix, Springbock, Blue Wilderbeast) und keine Löwen. Dafür ein ganz besonderes Zückerchen, direkt an der Strasse: 3 Cheetas. Die glückspilzigen Urlauber drehen fast durch, geraten kurz in Fotohektik, lassen diese verfliegen und freuen sich dann doch. Überaus gelungener Safaritag, leider immern noch keine Schwarzmänigen Kalaharilöwen und dies soll so auch bleiben. Dritte Nacht verbringen wir im Deception Valley, das seine Berühmtheit von zwei amerikanischen Braunhyänenforschern hat, die hier gelebt und geforscht haben und darüber ein Buch veröffentlichten (Schrei der Kalahari A.d.R.). Gelesen habe ichs noch nicht, vielleicht hol ichs nach, wenn das Reallife wieder angefangen hat.
Über das Matswere Gate und Rakops erreichen wir Maun und die anderen Menschen wieder.

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Transkalahari Campingsafari

Thakadu-Camp, Ghanzi,Botswana, Geoposition S21° 44.311' E021° 40.871', Höhe 1119m 20.07.2011

Gerade mit Camping
Spatenkacke
Straight
lions
lion2
Sundown
unser nächstes camp
capefox
camp
zurück in der zivilisation

Ab Gabarone gehts erst mal nach Westen. Quer durch ein Land, das 14 mal so gross wie die Schweiz ist und in dem nur etwa 1/3 soviele Leute leben. Verstärkt wird das Gefühl der Leere noch durch die Tatsache, dass 80 % dieser in einem schmalen Streifen an des Landes Ostseite leben. Irgendwie auch logisch, denn im Westen erstreckt sich die Kalahariwüste, endloses Buschland auf Sand. Ideal für grosse Tierparks wie der Kgalagadi Transfrontier Park, unser erstes Ziel, knapp schweizgross und grenzübergreifend mit Südafrika. Die südafrikanische Seite soll, ähnlich zum Krügerpark, über gute Infrastruktur wie Strassen, Camps inklusive Bankomat und Souvenirshops und künstliche Wasserstellen verfügen. Die Botswana-seite nicht, was sich bereits in einer nichtvorhandenen Zufahrtsstrasse äussert. Stimmt nicht ganz, zwei Sandpisten solls geben, eine von Süden eine von Südosten, beide ca. 130 km Sand.
Vernünftigerweise tanken wir alles (Wasser, Diesel) voll und erkundigen uns beim Kontaktmann der KEA-Autovermietung nach dem weniger schlechten Weg und werden auf die Südroute verwiesen.
Zuerst aber 360km Transkalahari Highway, bis zu einem Wegweiser auf dem “Kgalagadi Transfrontier Park, Mabuasehube Sektion (pfeil nach rechts)” steht. Genau da wollen wir hin aber diese Strasse (sprich sandige Piste) dürfte es eigentlich nicht geben, ist weder in unserem Reiseführer noch auf der Autokarte von KEA vermerkt, nur auf der Reise-Knowhow Karte ist ein 104 km langer, gerader, von Ost nach West verlaufender Strich vermerkt. Selbstverständlich absolut unglaubwürdig, aber würde uns ca 200 km Weg ersparen und das Schild ist nun mal da, also nichts wie los. Es ist sowieso bald Nacht und wir wollen noch 10km fahren, sehen wies läuft, wildcampen und morgen dann nachentscheiden.
Tatsächlich verläuft die Piste schnurgerade, bald von einem Horizont zum andern, Verkehr gibts praktisch keinen, wir schlagen unser Lager direkt am Wegrand auf. Menschen hats keine nur Kühe queren unsere Piste von Süd nach Nord, mal links mal rechts von unserem Nachtlager. Irgendwann kommt ein Pickup des Weges biegt aber 100m vor uns in den Busch, wohin auch immer und bei genauerem hinhören sind auch geräusche eines Dorfes zu vernehmen, aber stören mag uns niemand, Löwen tauchen auch nicht auf. Schlafen im Nirgendwo. Alexander und Papi gefällts auch.
Neuer Tag neues Glück, selbe Richtung, sandige Piste, aber und das ist bemerkenswert, abbiegen der Strasse nach halb rechts dann nach Süden, schliesslich wieder für über 100 km geradeaus bis zum Park oder besser zur Strasse, die den Park hier begrenzt, 17km im rechten Winkel nach Süden zum Gate.
Wir checken ein und werden freundlich auf eine Sichtung von Löwen an einer der Pans (Wassersammlung in der Regenzeit ohne Abfluss, unbebuscht) heute morgen hingewiesen. Da sich Löwen tagsüber nur vom Rücken auf den Bauch und zurück bewegen, ist die Wahrschienlichkeit gross, an der Sichtung zu partizipieren, wir flitzen dahin. Leider aber keine Löwen zu sehen, dafür Herden von Springbocks und Oryxantilopen (gute Steaks). Wir wollen umrunden, halten bei einer Campsite (kein Hag keine Souveniershops) schlendern fotografierend umher, ein Mann taucht aus dem vorhandenen Zelt auf, zeigt die Piste runter, da hinten gebe es 10 Löwen! Ja hallo, haben sie den keine Angst?
Was soll er denn machen, die seien nun mal hier und ihre Campseite auch, hätten ihnen das ganze Küchenzelt unvorteilhaft umgeräumt. Einer hätte sich sogar selber im Klo eingesperrt, den mussten sie vor dem ersten Stuhlgang erst rauslassen.
Wir stoppen natürlich die schlendernde Aktivität, sitzen (flüchten unauffällig) ins Auto und fetzen die Strasse runter. Tatsächlich sitzt da 15m weit weg ein Löwe ich sage: “Da!” als Autobreite neben der Fahrbahn drei Katzenköpfe hochzucken uns desinteressiert anglotzen, wir glotzen zurück drehen die Scheiben höher, geniessen. Leider kein Männchen nur ein halbwüchsiger mit etwas Bartwuchs und einem Schuh zwischen den Beisserchen.
Froh sind wir, sinds zu unserer Campsite noch ca. 20 km!
Perfekt liegt sie an einer anderen Pan, genau gegenüber dem Sonnenuntergang. Natürlich machen wir Feuer, heisst erst mal nur Kohleglut fürs Braai (Filet und Chutney). Als sich dann eine Brown Hyaena zu unserem Mahl gesellen will, tritt kurz Hektik ein, ein Feuer muss her. Später kommt noch ein Capefox vorbei, rundet einen bemerkenswerten Tag ab.
Leider haben wir aber nur eine beschrenkte Menge an Holz und so heisst es sichere Gefilde aufsuchen, ab in die Haja. Kaum sind wir aber drinn raschelts draussen, ich sehe nach und gerade noch die Hyäne, wie sie mit unserem Abwaschbecken im Mund verduftet. Das ist doch eher unpassend und so räumen wir noch alles was nicht wertlos ist ins Auto nur Holz und Kohle bleiben draussen.
Unter der Sonne finde ich das Becken 100m im Busch ohne Bissspuren und saubergeleckt.
Unser nächstes Camp liegt etwa 50 km im Norden. Auf dem Weg dahin wollen wir nochmal bei den Löwen vorbei aber die haben sich mittlerweilen verzogen, halb so schlimm, wir fahren von Pan zu Pan und von Antilopenherde zu Antilopenherde, Eland, Springbock, Oryx, Blue Wildebeest, dazwischen ein einzelner Steenbock. Campsite wieder super, diesmal aber ohne Hyänenbesuch, dafür frist ein Capefox Alexanders Badehosen (oder ein Teil davon). Alles in allem war der Kgalagadi TP für uns sehr gelungen. Gesehen haben wir sehr viel (Alexander sogar noch einen Bat Eared Fox).
Nach dem KTP ist wie vor dem KTP. Wir müssen nach Norden und das wiederum auf über 100 km Sandpiste, meist geradeaus. Unterwegs müssen wir noch Diesel nachfüllen, natürlich zu spät, heist pumpen bis der Motor wieder anläuft (Mauretanien lässt grüssen). Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Hukuntsi und die Teerstrasse. Tanken und etwas weiter übernachten wir auf einem Kuhpfad wieder in der Wildnis, erreichen wiederum über den Transkalahari-highway Ghanzi und das Thakaducamp mit heisser Dusche und wassergespühlten Klos, die ersten in Botswana.

Trackfiles Juni 2011

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