Swaziland, oder Zollunion auf afrikanisch

Dave’s Place, Eingang zu Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve, kwaZulu-Natal, Südafrika, S28 03.402 E32 09.250, Höhe 191m, 10.06.2011

Nashörner
Krokodile und Warthocs
weibliches Nyala

6 Tage wollten wir ursprünglich im Krüger verweilen, schlussendlich werdens neun und wir wollen eigentlich immer noch nicht weg, aber die Zeit drängt, denn am 14 Juli müssen wir in Johannesbug sein und vorher wartet die Südspitze eines Kontinentes auf Besichtigung. So machen wir uns schlussendlich schweren Herzens auf Richtung Süden und kwaZulu-Natal. Weit ists eigentlich nicht, aber es liegt ein Land im Weg, Swaziland.
Wir könnten auch drumrum, aber das ist irgendwie weiter und hier gibts Zollunion also kein Carnetzeugs und Südafrika war bis jetzt auch nicht sehr anstrengend was Bürokratie anging. So treffen wir eher entspannt an der Grenze ein, allerdings gilts vorher abzuklären, ob unser Visum für Südafrika Aus- und Wiedereinreise erlaubt. Wir parken, wollen zur Polizei um nachzufragen, werden aber sofort zum Zoll sprich Costums verwiesen. Nagut, wir treten ein, fragen nach dem Wohlbefinden, erklären unsererseits, dass es uns gut gehe und bedanken die Nachfrage. Wir erklären, dass wir mit dem Auto unterwegs seien und über Swaziland nach kwaZulu-Natal wollen. Ob wir wertvolle Gegenstände dabei haben, wie Computer, ja haben wir, oder Kamera, ja haben wir, oder ein Fernglas, ja auch das haben wir! Sodann wird uns ein Zettel in die Finger gedrückt, auf dem wir alles mit Seriennummer und Wert inklusive Auto eintragen müssen.
Ja ob denn das hier nicht eine Zollunion sei, SACO oder so?
Zollunion? Nein Swaziland gehöre nicht dazu das sei was anderes?
Hm…. Wir seien mit eigenem Auto unterwegs und dann müsse er ja unser Carnet abstempeln, dieses sei bei der Einreise in die Zollunion in Namibia registriert worden. Grosses Fragezeichen im Gesicht auf der anderen Seite des Schalter, wir sollens mal bringen.
So gehen wir zurück zum Auto tragen erst mal alles Wertvolle in das uns ausgehändigte Formular. Christina geht in der Zwischenzeit bei der Polizei wegen der Wiedereinreise nachfragen. Als wir zurück zum Schalter kommen ist der Beamte von vorhin am Telefon und am Schalter sitzt neu eine Frau. Nagut dann wohl von vorn, aber die Frau fragt uns erst mal nach unserem Gatepass.
Gatepass? Tschuldigung, aber was bitte ist ein Gatepass? Ein Gatepass eben! Wieso wir keinen Gatepass hätten? Wir sollen einen holen gehen!
Aber irgendjemand bringt schon einen länglichen Zettel auf dem unsere Personalien und Autonummer eingetragen werden und sogleich das dafür vorgesehene Feld mit “Zollkontrolle passiert” gestempelt. Dann wird ohne erkennbare Sichtkontrolle auch das neue Formular mit den Wertsachen gestempelt. Wir fragen nach und so wird uns erklärt, das wir dieses bei der Wiedereinreise bräuchten, um alles wieder einzuführen, Wir lassens gut sein, verzichten auf eine Bearbeitung des Carnets und gehen zur Polizei. Hier werden im Eiltempo Pässe mit den Visas kontroliert und mit den Ausreisestempel versehen. Zum Schluss wird auch der Gatepass im dafür vorgesehenen Feld mit “Polizei passiert” gesempelt. Mit dem so komplett ausgefüllten Gatepass können wir nun die Schranke zu Swaziland passieren. Eigentlich alles ordendlich und computerisiert, auf jeden Fall dauerts nicht sonderlich lange, Hauptsache Stempeln!
In Swaziland gehts dann wesentlich unbürokratischer zu und her! Wir fragen nach dem Wohlbefinden, werden ebenfalls gefragt, müssen einen Zettel mit Personalien ausfüllen, der wird gestemplet, dann ein Stempel in den Pass, kein Kleber gar nichts, dazu Smaltalk, ja wir seien aus Switzerland das töne wie Swaziland und oft wenn wir gefragt werden, woher wir kommen sagen die Leute “Ah Swaziland!” weil sies nicht kennen. Ja das sei eben für die meisten näher und sowieso sind die Swaziländer sehr freundliche Menschen.
Zum Schluss müssen wir noch 80 Rand (in Swaziland zahlt man mit Emalangeni aber der ist 1:1 zum Rand und man könne überall mit Rand bezahlen) Strassenbenutzungsgebühr bezahlen. Weniger als in Namibia aber wenn man bedenkt, dass Swaziland gerade mal halb so gross ist wie die Schweiz doch ein rechter Happen, aber Swaziland ist ein Transitland und so kann wenigstens auch noch was abgeschöpft werden. Wir kriegen eine weisse und eine gelbe Quittung und müssen die gelbe an der Schranke abgeben. Dann wird noch oberflächlich das Auto kontrolliert, wohl eher die Neugierde befriedigt, was sich wohl in einem so komischen Gefährt befindet.
Wir fahren noch bis zum Hlane National Park. Dieser liegt genau an der Transitstrasse, hat ein absolut empfehlenswertes Camp, zwar ohne Strom, aber sehr gepflegt. Der Park selber ist für uns gratis, da auch in der Wildcart inbegriffen. Wir bleiben 2 Tage, gönnen unserem doch arg strapazierten Budget eine Verschnaufpause, machen uns auf die Suche nach dem Nyala.
Das Nyala ist eine ausgesprochen fotogene Antilopenart, die es fertig bringt, praktisch keine Gemeinsamkeiten zwischen dem mänlichen und dem weiblichen Tier zu haben, und trotzdem zu wissen, wies zusammen gehört.
Kurzes, aber sehr lohnenswertes Intermezzo im Land Nummer 15 auf dem afrikanischen Kontinent. Bei der Ausreise werden wir noch zwecks Umfrage von einem Schulmädchen zu unserer Reiseerfahrung in Swaziland befragt. Wir passen nicht ganz ins Schema, geben an ca 300 Rand (kleinste Kategorie) ausgegeben zu haben, die Reisevorbereitungen hätten uns aber über 10’000 Rand (grösste Kategorie) gekostet, da wir mit dem Auto angereist seien. Natürlich fragt sie nach einem Geschenk, was wir schon sehr routiniert mit einem Lächeln verneinen.
Die Wiedereinreise nach Südafrika läuft unproblematisch, zumal wir ja jetzt wissen was und wofür ein Gatepass ist. Erwähnenswert ist vorallem, dass sich überhaupt niemand für unser Wertsachenregistrierungszollformular interessiert, und das Swaziland sehrwohl zur Southern African Costums Union gehört!

Into the Wild

Crocodile Bridge Camp, Krüger National Park, Höhe GPS, 07.06.2011

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Gross und grau
Herr der Nacht
am besten auf englisch zu geniesen
B5 nr 3
Streifenpferd
Maulpferd
nicht weiss
Mietzekätzchen
giraff
Kroko
Königin
Schpiegelimpala
Aufgang
kudu

Main actors

Dominik (as himself)
Christina (as herself)

Guest stars in order of appearance

-Giraffe
-Impala
-Marabou Stork
-Elephant
-Yellowbilled Hornbill
-African Buffalo
-Helmeted Guineafowl
-Redbilled Hornbill
-Vervet Monkey (Grünmeerkatze)
-Tree Squirrel
-Waterbuck
-Common Hippopotamus (Flusspferd)
-Plains Zebra (Steppenzebra)
-Southern Ground-Hornbill
-African Fish Eagle (Fischadler)
-Nile Crocodile
-Steenbok
-Scrub Hare (Strauchhase)
-Leopard
-Blue Wildebeest (Streifen Gnu)
-Kudu
-Spotted Hyaena (Flecken Hyäne)
-Warthog (Warzenschwein)
-Cape Dwarf Chameleon
-African Wild Cat
-Side-Striped Jackal (Streifenschakal)
-Black Backed Jackal (Schabrackenschakal)
-Ostrich (Strauss)
-White Rhino (Breitmaulnashorn)
-Brown Snake Eagle (Schlangenadler)
-Cheetah (Gepard)
-Cape Vulture (Kapgeier)
-Chacma Baboon (Bärenpavian)
-Bushbuck
-Bended Mangoos (Zebramanguste)
-Lappedfaced Vulture (Ohrengeier)
-Lion
-Common Duiker
-Lesser Bushbaby
-African Civet (Afrika-Linsang)
-Dwarf Mangoos (Zwergmanguste)
-Klipspringer
-Smal-spotted Genet (Kleinfleckn Ginsterkatze)
-Larg-spotted Genet (Grossflecken Ginsterkatze)
-Kori Bustard

Locations

2 x Letaba Rest Camp
1 x Satara Rest Camp
2 x Skukuza rest Camp
1 x Pretoriuskop Rest Camp
2 x Berg n’Dahl Rest Camp
1 x Crocodile Bridge Rest Camp

Game Drives

2 Early morning drives
3 Sunset drives

…Wir haben englische Bücher mit, darum englisch Benamslung, wo’s nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist in Klammer deutsch (natürlich nur wo wir die Bezeichnung auch kennen).

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Diamonds are Forever

Letaba Rest Camp, Krüger National Park, Höhe, GPS 30.05.2011

Augrabis falls
eland
big hole
Klopfsprache
Ausblick vom Long tom
Ausblick mit Domi
Ausblick mit Christina

Entwöhnung von der Gewöhnung ans Ungewohnte, geht relativ schnell und problemlos von statten. Und so kommt was kommen muss, obwohl Bevölkerung etwas ist, was uns in Namibia schlussendlich fehlt, haben wir im Vorfeld grossen Respekt, um nicht zu sagen Angst vor Südafrikas Population und afrikanischen Situationen, die nach dem Ferienresort Namibia nun wieder auf uns zukommen. Zudem ist Südafrika nicht nur bei der Förderung von Gold und Diamanten weltweit führend, sondern auch bei der Umverteilung derselben und ähnlichem zwischen unterschiedlich betuchten Bevölkerungsschichten.
Wir lassens also erst mal langsam angehen, fahren wie bereits erwähnt in den Augrabis Falls National Park. Und eines wird hier sofort klar: Naturschutz kombiniert mit Tourismuss wird von Südafrika auf die Spitze getrieben. Wir kaufen uns für ca. 200 € eine Partner-Wild-Life Karte mit der wir für ein Jahr Gratis in alle Nationalparks sowie zahlreiche kleiner Parks können. Toll, nicht? Campen kostet 125 Rand, Waschmaschinen und Tumbler sind vorhanden, kosten 10 Rand, alles tiptop! Am besten aber ist der Parkshop, von nicht überteuertem Braai-Fleisch für den der Völlerei verfallenen Tourist über Wildlife-Literatur für den wissbegierigen Tourist bis zum anständiges Mörtschendaising für den oniomanischen Tourist. Alle drei decken wir erst mal ab und uns ein, vollauf befriedigt vom Angebot im doch eher kleinen Park, was uns wiederum in unserem gehabten Unmut über ebendieses in Etosha bestärkt.
Zu Fuss besichtigen wir die namengebenden Augrabis Wasserfälle, dann ab auf den Gamedrive, hier solls nämlich Black Rhinos geben. Leider verläuft dies nicht ganz so erfolgreich, da nach ca 15 km eine Unterführung kommt, die nur bis max 3 Meter ist, wir haben 3.05 oder so, dafür sehen wir Elands, Afrikas grösste Antilope.
Danach geniesen wir eine formidable Campsite mit heisser Dusche und kaltem Nachtwind, der uns früh ins Bett bläst. Auch gut, denn morgen wollen wirs bis Kimberly schaffen.
Kimberly ist die Hauptstadt des Diamanten, hier ist DeBeer zu Hause, der weltgrösste Diamantenschürfer. Hier hat alles angefangen, in einem beispiellosen Rausch während dem Glücksucher wie bedeppert nach den Glitzersteinchen gegraben haben, heute noch sicht- und nachvollziehbar durch das grösste je von Menschenhand gegrabene Loch! 1,5 km Umfang ca. 245 Meter tief. Ein Muss für jeden der schon mal am Strand ein Loch gegraben hat und wer hat das schon nicht! Ich habs auf jeden Fall und will natürlich unbedingt dahin. Wir flitzen, kommen kurz vor der Dämmerung an. Unterwegs finden wir in unserem Reiseführer von 2003 raus, dass Kimberley an der Spitze der Südafrikanischen Kriminalitätsstatistik liegt, einem Land zu dem wohlgemerkt auch Johannesburg gehört! Uns ist ein bischen mulmig bei der Einfahrt und noch mulmiger wird uns, als wir die Comunale Campsite erreichen, wo sämtliches Personal inklusive Wachmann abwesend ist. Aber da der Kassierer auch zum Personal gehört, ists wenigstens Gratis und wir überlebens.
Am Morgen dann das Big Hole mit zugehörigem Museum. Leider sind heute noch Schulen angemeldet und besetzen sämtliche Führungen aber das sei kein Problem meint der verantwortliche Mann, er könne uns im Kino auch eine Privatvorstellung anwerfen und so sitzen wir zu zweit im Saal, lassen uns mit Bild und Ton in den Diamantenrausch versetzen. Danach das Big Hole, das grosse Loch, eigentlich ein bescheuert kurzer Name für etwas dieser Grössenordnung. Auf einer Hängeplattform kann man ca 80 Meter ins Leere laufen um dann in 200 Meter Wahnsinn hinab zu kucken. Leider ists etwa windig und so gehen wir zurück in Museum, besichtigen rohe und geschliffene Diamanten, machen eine Tour durch einen Bergwerksstollen. Nachher wollen wir eigentlich weiter Richtung Oranje Free State und über Bloumfontain nach Bethlehem, aber leider macht sich unser Auto wieder mal mit ungewohnten Geräuschen bemerkbar, und so suchen wir erst mal nach jemandem der unseren Auspuff neu schweissen kann, denn dieser ist löchrig und droht abzubrechen. Wir fragen den Parkwächter nach einem Mechaniker, der schickt uns zu einem, den wir nicht finden, aber das spielt keine Rolle, denn unterwegs finden wir einen Laden, der mit Tyers and Exhaust angeschrieben ist, genau was wir brauchen. So kriegen wir ein neues Flexteil angescheweisst, was 2 Stunden dauert, wir nützen die Zeit um einzukaufen, Esswaren und eine Südafrikanische Sim-Karte inklusive dazugehörigem Internetstick. Leider stellt sich heraus, das dies nicht ganz so einfach geht wie in Namibia, denn hier braucht man eine südafrikanische Wohnadresse und das haben wir natürlich nicht. Wir können aber, wenn wir wollen , zur Polizei gehen und uns eine Beglaubigung ausstellen lassen, das wir vorübergehend auf einem Campingplatz residieren. Tönt ein bischen kompliziert und noch komplizierter die passende Wegbeschreibung zum Polizeiposten. Aber was solls, wir warten also bis unser Mowag wieder richtigheraus abgaselt und fahren zum Polizeiposten. Ein freundlicher Polizist nimmt unser Anliegen entgegen macht sich auf, etwas zu suchen, und wir stellen uns gerade auf eine längere Wartezeit ein, als er mit einem Formular zurückkommt unsere Daten einträgt, Stempel drauf und wir sind wieder weg. Positiv überrascht aber nach längerem Nachdenken ist uns auch klar, wieso die Polizei für sowas ein Formular bereit hat, denn wer hat in Townships schon eine richtige Adresse! Inzwischen ists fast 15.00 Uhr aber wir schaffens noch nach Bloemfontain, wo vor über 100 Jahren John R. R. Tolkien geboren ist und wo es heute unglaublich kalt ist. Bloemfontein ist laut Reiseführer die letzte Festung der ehemaligen weissen Unterdrücker der Schwarzen Mehrheit. Aber der Reiseführer ist alt und auch hier scheint man sich ans Miteinander zu gewöhnen. Wie überall ist die Welt nicht mehr zwischen Schwarz und Weiss, sondern zwischen Reich und Arm getrennt.
Einzig die Eigenart, dass alle weissen Südafrikaner passioniert Camper sind (wohl ein historisches Überbleibsel des Grossen Trecks im Gen, etwa wie das Steissbein oder der Blinddarm) zeigt sich im überaus grosszügigen Angebot an Freizeitshops wie Outdoorworld, 4x4 Safaris, Campworld und wie sie alle heissen. Wir wollens ausnützen, machen uns auf die Suche nach Benötigtem und Gewolltem, unter anderem einem Gusstopf fürs Braai, der sich zum Brotbacken eignet. Heissen tut er Cadac Nr.10, Chris und Bridge hatten so einen und wir wollen unbedingt auch so einen! Leider gibts den Topf nicht im ersten Shop, aber der Verkäufer weiss, dass wir ihn mit Sicherheit beim Shop über die Strasse kriegen. Leider nein, aber bei 4x4 Safari am anderen Ende der Stadt da sicher und so lernen wir nacheinander alle Shops mit bereits erwähntem Angobt kennen, Topf haben wir aber immer noch keinen!
Vorbei an Getreidefarmen im Winterschlaf, riesigen Rinderherden und über den Long Tom Pass gehts dann der Panoramaroute entlang in zwei Tagen Richtung Phalaborwa Gate und Krüger Park. Grandiose Landschaften, im Bild zu geniesen.

It’s wintertime

Augrabies Falls National Park, Südafrika, Höhe GPS 25.05.2011

Fish River Canyon
Canyoning
Thermalbad

Nach Tagen der ununterbrochenen touristischen Aktivität wollen wir uns vor Südafrika nochmal ein paar Tage Auszeit gönnen. Dazu fahren wir zu den Thermalquellen in Ai-Ais. Diese liegen im Ai-Ais National Park zu dem auch der Fish River Canyon gehört, laut Reiseführer der zweitgrösste der Welt, was wiederum zu den Dünen von Sossussvlei passt, die ja auch die zweithöchsten der Welt sein sollen. Da weder Colorado noch die Wüste Gobi in Afrika liegen, für uns kein Problem und besichtigungswert. Ansonsten ist nichts los wir bleiben drei Tage, interagieren mit anderen Touristen, schauen Tennis in der Bar, denn im anderen Leben beginnen die French Open.
So machen wir uns ausgeruht und voller Tatendrang am 24. Mai auf Richtung Südafrika. Da sollen im Juli die allgemeinen Ferien sein und alle weissen Südafrikaner sollen dann mit Camper oder Dachzelt im Krüger National Park sein und so haben wir uns kurzfristig entschieden, nicht der Küste entlang zu fahren, sonder erst quer durchs Land Richtung Kürger. Unterwegs wollen wir noch in den Aughrabies National Park, und nach Kimberly der Weltdiamantenhauptsadt. Auf dem direkten Weg von Ai-Ais und Aughrabis liegt die Grenze von O*. Diese hat laut unserer Reise-Knowhow Karte nur von 7-18 Uhr geöffnet, kein Problem für uns, da wir um 16.45 Uhr eintreffen. Doch ein Problem für uns, denn erstens ist die Zeitangabe auf der Karte falsch, Grenze schliesst um 17.30 Uhr und zweitens gilt hier bereits Südafrikanische Zeit und das bedeutet, geschlossen ab 16.30 Uhr. Wir können aber, wenn wir wollen, 80 N$ hier und 400 Rand (Südafrikanischer Rand = Namibischer Dollar) auf Südafrikanischer Seite für Spähtabfertigung bezahlen.
Machen wir natürlich nicht, übernachten vor dem Zollposten, ist bei der Überquerung inbegriffen, nämlich gratis.
Am Morgen dann die Zollabfertigung von N* nach S* bei O*. Seit über einem Monat keine Zollquerung mehr gehabt aber hier soll das gehen wie in Europa. Nämlich zackzack und ohne viel tratra, alles zivilisierte Welt. Pässe werden auch schnell gestempelt und es folgt die polizeiliche Autokonrolle durch den namibischen Polizisten, nennen wir ihn P**. Natürlich lässt er sich die Chance auch nicht entgehen, will wissen wies in unserem komischen Gefährt aussieht. Alles bestens, zum Schluss will er noch die Licence disc sehen, so ein Aufkleber mit Registrierung auf der Frontscheibe!
Haben wir nicht, erkläre ich, dies ist ein schweizer Auto und bei uns haben wir nur den Fahrzeugausweis, zeige ich.
Ja, aber dann hätten wir sicher Cross Border Charge bezahlt bei der Einreise? Dies, so haben uns Lilly und Steffen erzählt, sei die allgemeine Strassennutzungsgebühr, und von jedem ausländischen Auto zu bezahlen. Kosten tuts 220 N$. Zahlbar von jedem und unbedingt Quittung aufbewahren, denn diese wird oft bei der Ausreise nochmals kontrolliert. Natürlich haben wir das nicht bezahlt in Ruacana, aber als P die Quittung sehen will, meine ich, die hätten wir leider verloren. Ja, dann müssen wir halt nochmals bezahlen!
Inzwischen ist auch noch die Frau von der Inkassostelle dazugekommen, nennen wir sie I**, und wir diskutieren wie sich das Problem beheben lässt, denn wir haben nur noch 55 N$, Kreditkarte geht nicht und die nächste richtige Stadt liegt 100km entfernt.
So meint P** mit der Unterstützung von I**, wir sollen geben was wir haben, denn I** hätte das Recht uns nach K* zurückzuschicken, aber das sei hier so man helfe einander! So kommen wir also mit 55 N$ anstelle der 220 CBC davon, natürlich ohne Quittung, bei uns nennt man sowas schmieren. Einreise Südafrika ohne nennenswerten Zwischenfall.
* Geographische Begebenheiten dem Verfasser bekannt aber zum Schutz beteiligter Personen unterdrückt
** Namen beteiligter Personen dem Vefasser unbekannt aber auch diese wären sonst hier unterdrückt

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Diamantenfieber und Miezekätzchen

Ai-Ais, Fish River Canyon, Namibia, GPS, Höhe 23.05.2011

Geisterstadt
Pferde
Chrsitina
Köcherbaum
Pferde

Bereits erwähnt hab ich Herrn Vogelsang, erster deutscher Kolonialisierer. Dieser war aber im Auftrag von Herrn Lüderitz unterwegs. Und darum heisst es heute auch Lüderitz und nicht eben Vogelsang. Adolf Lüderitzes Geschichte oder dessen Ende ist jedoch recht dragisch wenn auch auf eigener Dummheit beruhend. 1884 nämlich ist der Gute, nach erfolgreicher Inizialisierung einer deutschen Kolonie, auf dem Rückweg vom Oranje verschollen. Ist er nach Süden noch über Land gereist, wollte er den Rückweg innert 5 Tagen mit einem Faltboot bewältigen. Ich habe keine Ahnung wie gross, oder was überhaupt man sich unter einem Faltboot vorstellen muss, aber auf jeden Fall nichts Hochseetaugliches.
So verpasst der Tor dann halt den Erfolg seiner Vision fürs Vaterland, nämlich die Entdeckung der Diamanten.
Heute noch sind reisige Teile der namibischen Küste als Diamantensperrgebiet (Deutsche Bezeichnung hat die Zeit überdauert) gekennzeichnet, und wie der Name schon sagt für Unbefugte gesperrt. Unbefugt ist jeder, der nicht für die Diamantengesellschaft arbeitet oder über ein entsprechendes Permit verfügt. Permits kriegt man in Lüderitz, Bearbeitungszeit meist 7 Tage, ausser für Kohlmanskuppe, Gesiterstadt nahe der Hauptstrasse. Dies ist dann auch unser Rendezvous mit dem Sperrgebiet.
Ab 1908 entstanden “kristalisierte” sich eine Stadt aus der Wüste, in der es dank dem Diamanten Reichtum an nichts fehlte, wo es kein Leid und keine Trauer gab, die Leute in Saus und Braus lebten. Aber wie das halt so ist bei Rauschen jeglicher Art, sie kommen und gehen im selben Tempo. Und so blieb 100 Jahre später eine bizzarre Geisterstadt, mancherorts kaput, andererorts bezugsbereit, der lebendige Geist nur noch in Form einer betagten enthusiastischen Führerin, deren Eltern hier aufgewachsen sind und wohl viel von der guten alten Zeit geschwärmt haben. Manchmal schwärmend, manchmal melancholisch erzählt sie uns Geschichte und Geschichten aus einer Stadt, die den Weg ihrer einstigen Einwohner gegangen ist.
Wir verköstigen uns im renovierten Alacart-Restaurant von einst und verlassen ebenfalls die Stadt.
Lüderitz und Umgebung ist Sackgasse, so müssen alle, auch wir, wieder 120km zurück wie sie gekommen sind. Unterwegs machen wir noch Halt bei den Wildpferden, die sich im Zuge des 1. Welkrieges, unerlaubt von ihrer Truppe entfernt haben, oder so(der Ursprung ist nicht ganz geklärt).
Über Aus gehts dann Richtung Fish River Canyon, dem letzten grossen Highlight unseres Namibiaaufenthaltes. Oder sollte es eigentlich sein, denn das andere bekannte Ding, den Köcherbaumwald wollten wir uns sparen. Wollten, denn aus irgend einem Grund ist die direkte Strasse gesperrt und so müssen wir doch nach Keetmanshoop wo sich besagter Köcherbaumwald befindet und wenn wir schon mal da sind kucken wir doch mal rein, zumal sich da auch ein Camping befindet.
Nagut Köcherbaumwald (eigentlich ein Aloe-gewächs) ist wirklich nicht unbedingt ein Muss, der dazugehörende Giants-Playground auch nicht aber… und das ist absolut superduper, die haben da Geparden (engl. Cheetah) und um 4.00 Uhr ist die Fütterung, wird uns bei der Ankunft mitgeteilt, wollen wir natürlich beiwohnen.
Stehen wir also zusammen mit ein paar andern Touristen um vier am Zaun, vor uns an der Tür ein Kessel mit Frischfleisch, dahinter eine Katze so gross wie ein Doberman. Wir wundern uns noch wie das wohl von Statten geht, als die Frau vom Empfang kommt, den Kessel nimmt und reingeht… Was, denke ich, die spinnt doch!
Diese dreht sich um, winkt uns alle REIN, ich lasse erst mal ein paar andere vor (so ist die Katze bereits satt wenn ich an der Reihe bin) und gehe dann zu dem Geparden ins Gehege. Dieser kaut inzwischen genüsslich an dem Stück Springbock, rare versteht sich. So stehen wir also vor dem futternden Vieh, ca 3-4 Meter weg, und die Frau erzählt uns die Geschichte der Geparden mit Infos über Fell, Jagd und ihre Einrichtung als Aufzuchtstation für Waisengeparden.
Ich mache Fotos, bin entspannt, solange die Katze sich nicht bewegt. Dieser Zustand ist aber bald vorbei, denn der Happen verspiesen und so schleicht sich der Gepard von hinten an den Kessel, schnappt sich noch ein Stück, das eigentlich für einen anderen gedacht ist, und macht sich durch die Zuschauer hindurch aus dem Staub! Die Wärterin oder Wildhüterin oder Empfangsdame schnautzt ihn an er soll das lassen, aber wegnehmen geht nun wirklich nicht und sie lässt es auch bleiben.
So gehts dann zum nächsten Gehege, wieder alle mit rein, diesmal schon mit mehr Mut, auch ich. Dies sei der netteste von allen, komentiert die Hüterin, befielt ihn wie ein Dompteur im Zirkus auf das Podest, meint zu uns gewandt, wir dürften gerne mal streicheln, einfach die Grossen etwas in die Knie, and don’t go for her food!
Abartig Leute! Zum Glück war die Strasse gesperrt. Einziger Wehrmutstropfen: als Sichtung in der Wildniss gehts nicht durch und so haben wir immer noch keine Cheetahs gesehen.

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