Trackfiles 11.02-28.02.2011

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Gasmission in Lüderitz

Klein Aus Vista, Aus,Namibia, GPS, Höhe 18.05.2011

Waterfront
Hinterstoder im Sommer
Meersicht
Diamantensuchschiff
Campsite
Diazkreuz 2
Vollmond

Am 16. Mai 2011 erreichen wir Lüderitz, 46768 Tage nach Heinrich Vogelsang, dem ersten verbrieften deutschen Kolonisierer. Das ist zwar lange her, aber trotzdem im Vergleich anderer kolonialer Überbleibsel ist Lüderitz eher etwas Junges.
So wirkt das Städtchen dann auch, nach 120 Kilometer Fahrt durch unfruchtbare Wüste an einer noch unfruchtbareren Bucht, praktisch ohne jegliches Grün, wie ein Mahnmal einer Nation, die zu späht zum kolonialen Rennen um die “unterentwickelten” Gegenden der Welt angetreten ist. Erst sind wir total enttäuscht vom Unterangebot an Diversifizierung und eigentlich Menschen überhaupt, dann gehen wir Essen, mögen die Campsite, erliegen dem Scharm, bleiben länger als geplant.
Zufällig stolpern wir an einem Laden für Gaszubehör vorbei, beschliessen, mal nach der Möglichkeit einer Befüllung europäischer Gasflaschen nachzufragen. Zwei 10 kg-Flaschen haben wir dabei, eine seit Abuja leer, die zweite mit unbekanntem Füllstand (ev. morgen leer?).
Nein, befüllen kann er nicht, nur neue verkaufen, wir sollen uns mal beim Pupkewitz erkundigen, aber europäische…hm … das werde schwierig. So gehen wir also zum Pupkewitz und fragen wiederum nach Gasbefüllung von europäischen Flaschen, die hätten wohl einen anderen Anschluss.
Ich soll mal herzeigen. Also holen wir die Flasche und zeigen sie her, natürlich passt der Standartfüllstutzen nicht drauf und auch sämtliche Adapterstücke die wir haben incl. Schläuche etc passen bei bestem Willen nicht. Wir machen uns also wieder auf zum Gaszubehör und suchen zusätzliche Puzzleteile, die irgendwie zusammengesetzt eine Verbindung vom Füllstutzen zur Gasflasche ermöglichen. Dazu haben uns die Befüller freundlicherweise einen alten Füllstutzen mitgegeben.
Fehlanzeige. Wir finden zwar was passendes, das auf den Füllstutzen passt mit Schlauchanschluss am anderen Ende, aber leider passts nicht in den Hochdruckschlauch den wir auf unsere Flasche schrauben könnten. Aber der Besitzer ist voll bei der Sache erklährt die Suche zur persöhnlichen Mission, meint das Teil sei wirklich zu teuer, wenns nicht mal hundertprozentig passt, geht zum Cymot nebenan und sucht weitere Puzzleteile, nichts. Also alle rein ins Auto, wir gehen zu einem Bekannten, der hat ne Autowerkstatt, und alle möglichen Verschraubungen. Irgendwo im hintersten Lager passt tatsächlich eine, aber leider wieder nur auf den Stutzen.
Aber egal die Lösung ist nahe, denn jetzt haben wir ein Teil, das gratis zur Verfügung steht und mit der Hilfe eines vierten Beteiligten auf eine unserer Verschraubungen gelötet werden kann. Leider ist aber mitlerweilen 17 Uhr vorbei und so muss die Funktionsprobe bis morgen warten. Für uns kein Problem denn wir wollen ja eh noch bleiben.
Am nächsten Morgen dann folgt der Test am Füllautomat. Natürlich gerade mal Vollgas, Flasche auf die Wage Schlauch drauf 10,5 Kg Propangas rein. Leichtes rauspfupfen, wird mit Teflonband beseitigt. Zum Glück raucht niemand. Die Befüller werweisen noch welches Programm, denn solche Flaschengrössen gibts hier eigentlich nicht, ich beschliesse, um die Aktion zu überleben, genau auf die Füllmenge zu achten und tatsächlich gehts auf 10,5 zu darüber hinaus ich schreie Stop. Der Gute schaut mich an, lächelt drückt stop. Mission accomplished.
So haben wir nun ein Befüllstück für unsere Flasche, können vor dem Verlassen der Südafrikanischen Zollunion noch die zweite füllen, und haben Gas bis nach Hause.
Nicht bis nach Hause reicht die Menge an sauberer Wäsche, die wir haben, und so beschliessen wir, hier noch in der Laundry waschen zu lassen. Maschinell waschen ist etwas, was wir erst seit Namibia wieder regelmässig können. In Marokko haben wir mal von Hand waschen lassen, im Hippocampe wars wohl auch maschinell, in der EHA-Lodge zum ersten mal richtig und jetzt hier. Dazwischen in Swakopmund in einem Waschsalon haben wirs selber an ner maschine gemacht, in Windhoek im Cardboardbox auch. Selberwaschen ist aber, ob mit Maschine oder nicht auf jeden Fall vorzuziehen, denn eines sei gesagt, die Wäsche ist noch nie vollständig zurück gekommen. Beliebtes Wäschestück zum abhandenkommen sind BHs so in Marokko und jetzt hier in Lüderitz. In der EHA-Lodge sind meine Lieblingsunterhosen abhanden gekommen und auch Christinas violettes Faserpelzjäckchen, wobei hier nicht ganz klar ist, ob sie es ev. im Hippocampe liegengelassen hat, oder obs da in der Wäsche hängen blieb. Ja wer hat schon jederzeit den Überblick über seine Wäsche, und so merkt man auch nie sofort wenn was fehlt. Auch jetzt vermisst Christina erst am Abend den schwarzen BH und so wollen wir vor der Abreise nochmals bei der Wäschedame vorbeischauen, aber natürlich hat die keine Ahnung was wo fehlen soll. Zudem müsse er ja auch recht klein sein, meint die afrikanisch bestückte Mama noch.

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Berg, Stadt, Wüste (fast)

Tirasfarm, Tiras, Namibia, GPS, Höhe 15.05.2011

Aussicht Buschman paradise
Aufstieg
Spitzkoppe
Spitzkoppe
Waterberg
Kudu
Propshaft
Wendekreis des Steinbockes
Sonnenuntergang
GNU is not Unix
Oryx
Dünenwanderung
Sossussvlei mit Christina
Springbocks
Toll nicht?
Duwesib

Namibia ist Reiseland. Riesengross und menschenleer. Am einfachsten zu erfahren mit dem gemieteten oder eigenen Auto und Campingausüstung. So ausgerüstet das wohl am einfachst zu bereisende Land der Welt. Im Prinzip ist hier jeder entweder Tourist oder für den Tourismus tätig. Auf der Strecke, meist gut asphaltiert oder frisch geschoben, bleibt halt meist das zu beschreiben sich lohnende Ereignis, das dann auch von des Lesens mächtigen Mitmenschen gelesen werden will. Ganz anders das Fotomaterial, welches nachdrücklich nach eigenem Blogeintrag schreit. Urlaub!
So fahren wir von Swakopmund zur Spitzkoppe, von der Spitzkoppe zum Waterberg. Beides markante Erhebungen im flachen Umland, Spitzkoppe, ein Granitfels reisigen Ausmasses, der andere ein Tafelberg auch riesigen Ausmasses. Der eine günstig mit einem hervorragenden Nacobta Camping (Namibian Community Based Tourist Attraction) der ander unverhältnismässig teuer gehörend zur halbstatlichen NWR (Namibian Wildlife Resort).
Erzählenswert die Besteigung von Bushmans Paradise (Stern) bei Spitzkoppe. Getan an 180m langer Kette, steil, auf blankem Fels in Falllinie, ich bescheuerterweise mit Höhenangst und Flip-Flops, mache mir beim Abstieg fast in die Hose. Der junge Führer (23) lacht sich wohl über die Memme ins Fäustchen, lässt sich nichts anmerken. Ich nutze auch die Gelegenheit, ein bischen was über Organisation und Beschaffung der Nacobta-Projekte, und sein Leben und Möglichkeiten als junger Touristenführer zu erfahren. 500 N$ verdient er im Monat, zu tun was er tut sei sein Traum, Kontakt mit Touristen aus aller Welt, für ihn die Möglichkeit diese zu erfahren. Frau und Kinder hat er nicht, bei den Damara sei es Sitte erst mit Dreisig zu heiraten. Sehr vernünftige Tradition! Ansonsten ähnlen sich die Tage, campen, schöne Sonnenuntergänge, Braai, rumhängen, ein bischen Wandern.
Von Waterberg gehts über Van Bach Dam nach Windhoek, dort soll Christinas neuer Pass in Empfang genommen werden. Leider erst in ca 1-2 Wochen, aber wir mögen dann doch nicht so lange rumtrödeln und beschliessen uns schon mal nach Windhoek zu begeben und darüberhinaus, im Bedarfsfall halt wieder zurück zu kehren, falls sich der Pass oder die dazugehörige Botschaftsmitarbeiterin in der Zwischenzeit noch nicht gemeldet hat. Auch in Windhoek wollen wir nämlich eine unserer Kardanwellen richten lassen, endlich lokalisierte Ursache des vieldiskutierten Vibrierens. Dazu haben wir eine Anlaufstelle gekriegt, Probshaft engeneering, diese soll top, schnell, zuverlässig sein.
Glücklicherweise empfangen wir unterwegs nach Windhoek (sprich Windhuk) eine Empfangs- und Abholbestätigungsmeldung für Christinas Pass (genau richtig), Kardanwelle dauert 2 Tage, sieht aus wie neu (ca. 360N$). Windhoek ist sicher sehenswert, sehr sauber, europäisch leider ohne Flair, nicht mal mit deutschem. Wer nach Namibia geht soll froh sein, wenn er hier landet oder abfliegt, so kriegt mans im Vorbeigehen mit.
Von Windhoek über den Gamsbergpass und Solitär nach Sossusvlei. Wieder grossartige Landschaft wieder tolle Tierwelt, wieder besser bildlich wie leserlich zu geniessen. Laut Reiseführer ist Sossusvlei “das Highlight” in Namibia, fast die grössten Dünen der Welt, dazu schön rot, mit Tieren und Wasser im Vlei (Wasserbecken ohne Abfluss, meistens Trocken), Natürlich fahren wir da auch hin, um Fotos zu machen und einen der Sandriesen zu besteigen. 100 Höhenmeter voll Anstrengung und Sand, glücklicherweise nicht allzu heiss.
Von Sossusvlei über Duwesib und Tiras dann nach Lüderitz. Schloss Duwesib, Jahrgang 1909, materialisierter Traum eines unglaublich reichen deutsch-amerikanischen Ehepaars. Laut Reiseführer liebens die einen, die andern mögens gar nicht. Nachvollziehbar, denn nicht jeder ist gleich weit weg von zu Hause, schon gar nicht mags wohl einer toll finden, der gerade erst am Münchner Rathaus oder Schloss Schönbrun vorbei aufs Flugzeug stressen musste. Weit weg von Europa, wo das Schlösschen eigentlich hinzugehören scheint, ist es hier ein Klacks Heimat, wir mögens (lieben es!). Abends nächtigen wir auf dem Camping der Tirasfarm, auch eine Eigenart Namibias, die noch gar nicht richtig zur Sprache kam. Hier hat nämlich fast jede zweite Farm eine kleine Unterkunft für Touristen eingerichtet, seiens Zimmer, kleine Häuschen oder ein Campingplatz. Auf der Suche nach Schlafplatz fährt man zu, tritt ein, wo Reception dran steht, findet sich unverhofft in der Stube einer netten Farmerfamilie wieder. Nicht ganz jedermans Ding, schon gar nicht entsprechend der europäischen Distanziertheit. Aber der Empfang ist herzlich, interessante Gegebenheiten aus dem namibianischen Farmerleben und die Information, dass hier 12’000 ha durchschnittliche Bauernhofgrösse sind (bei uns zwischen 15 und 30 ha), gibts inklusive, Campingplatz ist königsklasse.

Angola – Fazit

5 Tage haben sie uns Zeit gegeben, dieses riesige Land zu durchqueren. 5 Tage - zu wenig für die wunderbare Natur. 5 Tage - zu wenig für die traumhaften Strände. 5 Tage - zu wenig für die katastrophalen Strassen! So brauchen wir dann auch 7 - leider immer noch zu wenig. Angola kennen wir ja alle aus der Schule (also meine Generation), das ist das Land, wo Bürgerkrieg herrscht. Seit 1990 ist das aber nicht mehr so, und seit dem ist das Land voll im Aufschwung. Es wird gebaut ohne Ende, wobei leider nicht mal die Hälfte der Gebäude schon vermietet ist. Es wird sich zeigen, ob die Regierung eine gute ist und den Ölreichtum positiv für das Land nutzen kann (und nicht wie in Nigeria für die eigenen Verwandten). Zu hoffen ist es, denn dann wäre Angola in 10-20 Jahren sicher eine top Feriendestination!
Banken gibts im Übermass und Supermärkte, nur teuer ists etwas. Kontakt zu den Leuten haben wir leider nur wenig, denn portugisisch können wir nun wirklich nicht.
Und was sehen wir zum ersten Mal auf unserer ganzen Afrikareise? Buschleute. Wir mussten also in den Süden Angolas und Norden Namibias kommen, um das erste Mal richtig traditionelle gekleidete afrikanische Buschleute zu sehen! Wo man doch immer hört, sowas gäbe es nur noch so richtig in Westafrika. Hm, da haben wir andere Erfahrungen gemacht.

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DRC – Fazit

Wir haben ja nur einen ganz kleinen Teil des grössten afrikanischen Landes gesehen. Vielleicht haben wir auch deshalb keine Kriminalität, extreme Unzivilisiertheit oder unpassierbare Strassen angetroffen. Die Ninjas (Strassenbanden) blieben auch aus. Korruption haben wir auch nur einmal angetroffen, sonst sehr nette und hilfbereite Beamte. Andere interessierten sich überhaupt nicht für uns, auch sehr gut. Klar, man merkt schon vielerorts, dass die belgische Kolonialherrschaft dem Land nicht so gut getan hat. Es wird zum Bespiel so gut wie kein Handel mit anderen afrikanischen Ländern betrieben. Wir haben zum Bespiel in Luozi einen Englischlehrer getroffen, der letztens gerade eine Konferenz mit seinen Arbeitskolegen hatte und sie darüber debattiert haben, was wohl “Fähre” auf Englisch heisst! Dictionnaire gibts dort nämlich keine! Wie soll das denn gehen? Zumal Bildung unserer Meinung nach der einzig richtige Weg zur Entwicklung ist. Darauf hin haben Chris und Bridge ihm gleich ihren Französisch-Englisch Dix geschenkt, sowas nenn ich Entwicklungshilfe!
Allerdings muss man sagen, dass wenn man über den Kongofluss nach Kingshasa schaut, man fast meint, man hätte eine New Yorker Skyline vor sich. Auch Matadi war sehr entwickelt. Die Pisten waren natürlich schon mit die schlechtesten, die wir bis dahin angetroffen hatten, da blieb dann auch nicht mehr viel Blick für die wunderbare Landschaft übrig. Glück hatten wir aber, die Strassen nicht während der Regenzeit passieren zu müssen. Es gibt Leute, die für die Strecke, für die wir 3 Tage hatten, 3 Wochen gebraucht haben!
Konsumiert haben wir in dem Land nicht viel, deshalb hier kein Ranking.
Alles in allem, halb so schlimm, als wir befürchtet hatten, eigentlich sogar recht toll, das Land (oder der Abschnitt, den wir gesehen haben). Eine tolle Erfahrung!

Intermezzo in der grünen Wüste

Swakopmund River Campsite, Swakopmund, Namibia, GPS Mereshöhe 04.05.2011

Köcherbäume
Wir wollens mal nicht übertreiben...
Ausblick
"Höhlenbewohner"-Campsite am Arch Rock

Theoretisch kann man auf den Hauptstrassen durch den Namib Naukluft Nationalpark auch ohne Eintrittsgebühr fahren, aber wir wollen da auch übernachten, haben uns dazu den Camping am Arch Rock ausgesucht und eine schöne Alradtour duch den nördlichen Teil des Parks. Leider ist die direkte Strasse weggespült so kommen wir ungewolt noch an Walvis Bay vorbei, machen zuallerest die Erfahrung, dass der Dünengürtel hier keine 2 km breit ist, sich dahinter Steinwüste erstreckt, die langsam aber stetig in Graslandschaft übergeht. So tukern wir wieder durch grüne Hügel gesprengkelt mit Springböcken und Straussen. Traumhaft und menschenleer, nur wir zwei. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, nicht mehr nach Hause zu wollen.
Um Drei erreichen wir Arch Rock und unseren Campingplatz. So sitzen wir erstmal in unseren neuen Stühlen, leicht erhöht auf einem Felsen, wunderbare Aussicht auf Landschaft und wilde Tiere, wenn den welche vorbei kämen. Abends Braai, Sternenhimmel. Nachts ein unglaublicher Gewittersturm in der angeblich trockensten Wüste der Erde! Glücklicherweise haben wir einen Mowag und kein Dachzelt!
Am Morgen machen wir uns wieder auf Richtung Küste, wollen eigentlich direkt nach Spitzkoppe, da aber die Strasse kaputt ist, müssen wir wieder durch Swakop und werden dort wohl wieder über Nacht bleiben. Wir fahren erst an einem Stausee vorbei wollen hier frühstücken, Tiere beobachten, leider kommt aber wieder nichts vorbei. Unterwegs dann zwei Schakale.
Irgendwie ist das Wetter hier verrückt, eigentlich ist es Wüste, aber rund um uns herum gehen Gewitter nieder eines genau in Fahrtrichtung, und so kommt, was kommen muss. Wir fahren ins Gewitter, oder besser gesagt wir fahren an den Rand des Gewitters, müssen mangels Sicht in horizontalem Regen stehen bleiben, das Gewitter rauscht durch uns durch. Innert No-time steht Strasse und angrenzende Landschaft unter Wasser.
Was heftig kommt ist schnell vorbei und wieder wirds heiss und schwül, wir fahren weiter, geben die Hoffnung vom direkten Weg nach Spitzkoppe nicht auf, fahren nach Norden. Der weg heisst Welwitschia Drive, so benannt nach einer uralten Pflanze, die sich darauf spezialisiert hat, mangels anderen Niederschlägen von Nebel zu leben.
Soll was ganz Spezielles sein, die einzige Planze in der trockenen Namib, jetzt geht sie unter im Grasmeer, gefallen mag sie uns sowieso nicht, trocken ist’s auch nicht.
Leider ist auch diese Strasse weggeschwemmt und so gehts wieder über Walvis bay nach Swakopmund.

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Swakopmund oder wo Namibia noch Südwest ist

Swakopmund River Campsite, Swakopmund, Namibia, GPS Mereshöhe 04.05.2011

Swakopmund Peer
Braai
Swakopmund Mole

“More german than germany” steht als Einleitung zu Swakopmund im Lonely Planet und natürlich lassen wir uns das lebendige Deutschtum von Anfang letztes Jahrhunderts nicht entgehen. Zudem wollen wir in Swakopmund, der ersten grösseren Stadt seit ewig, auf Einkaufstour für ein paar Investitionsgegenstände, heisst Campingstühle, Sonnebrille für mich, Pijama für Christina und Reiselektüre. Leider sind wir auf diesem Gebiet praktisch ausgeschossen, zumal ich mein letztes Buch auf der Toilette der EHA-Lodge liegen gelassen habe und nun ohne Kenntnis des Schlusses von diesem weiterleben oder zumindest reisen muss.
Deutscher als Deutschland soll es also sein das kleine 25’000 Selen Stätdchen. Gegründet um 18 Hundert spät erlebte es als Zugangstor zur damaligen deutschen Kolonie eine kurze Blütezeit. Gegipfelt hat sie im Bau einer für damalige Verhältnise unglaublich teuren aber viel zu kleinen Mole. Erster Schritt zum Untergang als Hafenstadt war dann auch die Versandung des künstlichen Hafens innert 2 Jahren. Der Todesstoss kam, wär hätte es geahnt, in Form des ersten Weltkrieges, den die Deutschen, wie jeden anderen Welkrieg auch, bekanntermasen angefangen wie auch kurz darauf verloren haben. Mit dem Weltkrieg ging auch die Kolonialherschaft der Deutschen zu Ende und wie gesagt die überregionale Bedeutung von Swakupmund, was zugleich wiederum der Grund für die Erhaltung der deutschen Atmosphäre am anderen Ende der Welt ist.
Mit Schwarzwäldertorte und dem von Christina so lang ersehnten Sauerteigbrot soll sie daherkommen, deutsche Bücherläden soll es geben. Nun gut, deutsch wie Mallorca ist es jedenfalls, da voll mit deutschen Touristen, allerdings zu Swakops Vorteil nicht dieselbe Kategorie Billigurlauber, was vorrangig daran liegt, dass es einfach nicht billig ist ans andere Ende der Welt zu fliegen. Gemütlich gehts zu und her, Gebäude gibts anzuschauen, Fotos sind zu machen. Leider bleibt unsere angesagte Shoppingtour erst mal auf der Strecke, es ist Sonntag, zudem 1. Mai und somit auch Feiertag, alles geschlossen, bis auf die Supermärkte (siehe vorhergehenden Blog). Folgt also Montag, Shoppingtour, oder eben nicht, denn aus einem uns nicht näher bekannten Grund ist wieder alles zu. 2. Mai ist auch gem. Reiseführer kein Feiertag, erst wieder der 4. Mai! Wir erklärens uns mit der Tatsache, dass 1. Mai ein Sonntag war und somit am 2. Mai der freie Feiertag, nachgeholt wird, zudem schwant uns Böses, da wie bereits erwähnt am 4. Schon wieder frei ist und der 3. als einzig verbliebener Arbeitstag zwischen 30. April und 5. Mai, sich hervorragend als Brücke eignet. Deutsche Gewerkschaften würdens auf jeden Fall durchsetzen. Aber zurück zum 2. Mai, denn geöffnet haben die Buchhandlungen und dort ziehts uns vorallem hin.
Wir werden fündig, kaufen was zu lesen, was ich hoffentlich nicht wieder in der Mitte im Klo liegen lasse, sowie den Lonely Planet Southern Africa mit erwähntem einleitenden Zitat.
Da Bücher nicht alles sind was wir brauchen, machen wir uns auf noch Stühle und einen Highjack zu besorgen, scheitern aber dann kläglich an geschlossenen Geschäften. Halb verrichteter Dinge kehren wir zum Camping zurück. Unterwegs trifft uns ein Strassenhändler, will für 250 N$ eine “original” Oakley Sonnenbrille loswerden, ich will aber lieber was klassisches. Ray Ban hat er auch, natürlich “original “ auch 250 N$ ich kaufe sie für 150 N$ (15€) Sonnenbrille abgehakt, Afrika sei dank. Die restlichen Einkäufe verschieben wir notgedrungen auf den darauffolgenden Tag (3. Mai), zudem müssen wir noch aufs Ministerium für Umgebung und Natur, da wir in den Namib Naukluft Nationalpark wollen und es dazu vorausgebuchte Durchfahrtsbewilligung und Campsits braucht. So beschliessen wir den 2. Mai mit Kaffe und Kuchen im Café Anton, dem laut Reiseknowhow besten am Platz Swakopmund.
3. Mai, dritter Versuch, alles offen, der Kapitalismus hat gesiegt und wir reihen uns ein in Kauf- und Flanierungswütige.
Erstes Ziel Cymot, ein südafrikanischer Campingspezialist. Stühle hats gute und bessere. Gezeichnet von der Erfahrung, wochenlang durch Campingplätze ohne Sitzgelegenheit zu touren, lassen wir uns nicht lumpen, haben ein grosses Auto, können grosse Stühle transportieren, nehmen die jeweils Besten, wärschaft und luxuriös. High Jack gibts auch, gekauft, zudem eine Handpumpe (Platten haben wir zwar noch keinen gehabt bis auf den in Barcelona, aber man kann nie wissen und wir wollen schliesslich alleine in die Namibwüste), Grillzange und WC-Mittel. Zweite Station ist ein UMTS-prepayed-Internetstick, der uns erlaubt bei Langeweile überall zu internetlen (Wifi auf Camping ist leider Mangelware in Namibia). Dritte und nicht sehr glorreiche Station ist die Wechselstube, denn wir Superhirnis haben im Mowag 200’000 zentralafrikanische CFA gefunden (400 CHF), die wir mal als Reserve versteckt und kurz darauf vergessen haben. Eigentlich kein Problem, sollte man meinen, da die Währung an den Euro gebunden ist, leider scheitern wir mit diesem Vorhaben, weil hier noch nie jemand von einer Währung, die in ganz Zentralafrika gebraucht wird, gehört hat. In der Zwischenzeit hat Christina sich ein Pijama gekauft und so gehen wir als letztes zu erwähntem Ministerium um uns ein Permit und die Campgenemigung zu holen.

Sightseeing im Damaraland

Swakopmund River Campsite, Swakopmund, Namibia, GPS Mereshöhe 01.05.2011

Milchstrasse
Fluss bei Xaragu
Schule vor 6000 Jahren
white lady lodge
Wanderweg zur white lady
white lady
Zebras in schönster Natur
Seehunde Cape Cross

Während der Zeit, der südafrikanischen Fremdverwaltung galt auch in Namibia, oder dem damaligen Südwestafrika, die Apartheit. Dazu gehörte, dass die weisse Bevölkerung in fruchtbaren Gebieten lebte und die Schwarzen in mehr oder noch mehr unwirtlichen Randgebieten. Diese sogenannten Homelands wurden nach den darin lebenden Ethnien benannt, etwa Ovamboland, Hereroland, Buschmanland oder Damaraland. Das Ganze ist heute Vergangenheit und für den Reisenden nur noch dadurch sichtbar, dass alles, was zentrales Namibia war, in riesige Farmen unterteilt und eingezäunt ist, ehemalige Homelands nicht. Zudem zeichnen sich diese Gebiete meist durch karge Schönheit aus, sind touristisch ausserordendlich interessant, auf jeden Fall weit mehr wie eintöniges kilometerlanges gradliniges Zaunflanieren. Zudem ist in diesen Gebieten, da meist dünn besiedelt, noch freies Grosswild zu bewundern, natürlich nur wenn man Glück hat. Weniger Glück, dafür Geld brauchts für die touristisch aufbereiten Überbleibsel vergangener Kunstaktivitäten und Naturschauspiele. Alle sind sie mit rotem Stern auf der Reise Know How-Karte markiert, angeschrieben, machen Namibia zur Tourismushochburg, und Touristen zu Sternenjägern.
So jagen auch wir, erstmal im Gebiet des ehemaligen Damaralandes. Über Khorixas (sprich Korichas) fahren wir zum Camp Xaragu (sprich Charagu) unterwegs Halt beim Stern versteinerter Wald. Kreuz und quer liegen hier versteinerte Baumstämme rum. Wir lassen uns von einem Führer auf einem Pfad durch die abartigen Auswüchse der Erdgeschichte führen. Viel gibts zwar nicht zu sagen, der Prozess der Versteinerung deckt sich mit demjenigen einer Schnecke, die jeder schon mal gesehen hat, ein paar Zahlen zum Alter etc. Mitnehmen darf man ja nichts, aber anfassen und eines sag ich euch Baumrinde aus Stein ist ganz schön aussergewöhnlich! Ich frage obs brennt, nein tuts nicht.
Knapp eine Stunde später sitzen wir wieder im Auto Richtung Camp. Auf jeden Fall ist der versteinerte Wald einen Besuch wert, der Star heut ist aber eindeutig die Landschaft, vorallem in dem satten Grün, in dem sich präsentiert, was eigentlich Wüste sein soll.
Das Camp Xaragu liegt versteckt in einer Mulde hoch über dem Tal, Lage einwandfrei, Zeltplätze riesig. Was es nicht gibt sind Strom und Internet, aber heiss Wasser zum Duschen, in Feuerboilern (bestehend aus einem Fass das über einer Feuerstelle eingemauert ist) aufgeheizt, köstlich. Leider nicht ganz billig darum ist Christina erst ein bisschen skeptisch aber das legt sich schnell. Leider haben wir immer noch keine Stühle und so fragen wir im Restaurant nach ob wir zwei haben können.
Tag zwei der Sternenjagdt bedeutet Twyvelfontein, zu deutsch zweifelhafte Quelle. Hier gibts Gravuren im Sandstein zu bewundern. 6000 Jahre alt und wiederum in grandioser Landschaft. Interessant vorallem die Bedeutung der einzelnen Tiere in der vergangenen Kultur und deren Darstellungen, sehr detailiert sind auch Tierspuren abgebildet, die wohl zur Ausbildung eingemeiselt wurden.
Ab Twyvelfontain gehts Richtung Brandberg. Laut Reise-Know-How Karte soll es eine Strasse von hier auf die benötigte geben, so dass man sich 20 km Umweg sparen kann, nehmen wir, können dabei auch gleich noch 2 Sterne auf ebendieser Karte mitnehmen, nämlich Orgelpfeifen und der Verbrannte Berg.
Leider gibts aber besagte Verbindungsstrasse nicht und so werden aus den 20 gesparten Kilometern 40 doch gefahrene. Was bleibt, ist die Erkenntnis, das nicht jeder Stern eine Besichtigung wert ist. Die Orgelpfeifen sind zwar seltsame Steinformationen in Bienenwabenform aber naja und ein kleiner Hügel aus schwärzlichem Gestein ist weiss Gott noch lange keine Touristenattraktion. Zum Glück hats nichts gekostet, weiter gehts.
Von der ganz anderen Sorte ist dann der kolosale Brandberg mit den Felsmalereien rund um die White Lady. Besichtigen wollen wir aber erst morgen, so fahren wir erst mal nach Uis zum tanken und einkaufen und dann zur Brandberg White Lady Lodge. Uis ist eine alte Minenstadt, deren Haupteinnahmequelle im Zuge des Rohstoffpreiszerfalls anfang neunziger Jahre still gelegt wurde. Heute ist es ein reiner Ferienort und als solcher florierend. Leider brauchts aber zur Gastbewirtung weniger Personal wie zum Zinnabbau und so ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. Für den Touristen vorallem daran zu erkennen, das ihm beim Halten haufenweise Halbedelsteine unter die Nase gehalten werden und mit der Begründung “wir habens so schwer seit die Mine geschlossen wurde” horende Preise verlangt werden. Ich lasse mich von einem netten Steinsamler dazu überreden das Angebot mal genauer anzuschauen. Umringt bin ich von 6 Steinsammlern deren Durchschnittsalter knapp das Stilllegungsdatum der Mine erreicht, ich soll von jedem ein Stein auswählen und zusammen würden sie 300 N$ kosten, also 30 Euro! Ich winke ab sage das sei viel zu viel. Wieviel ich denn ausgeben wolle? Ich meine 20 N$, dafür können sie mir Steine einpacken. Einen gebs dafür, ich soll einen auswählen. Mache ich und jetzt geht das Geschrei los. Der nette Steinsamler, der mich an Land gezogen hat ist natürlich entäuscht, dass er jetzt gar nichts davon hat, da ich nicht seinen Stein ausgewählt habe, ich meine ja das stimmt er soll mir einen geben, welcher sei mir egal, denn ich mag eh keine Steine, will nur das lokale Sammelgewerbe unterstützen. Ich bekomme einen durchsichtigen, der verdammt nach Salzkristall aussieht, aber egal. Natürlich ist jetzt der Besitzer des von mir ursprünglich ausgewählten Steines entäuscht, sieht das sicher geglaubte Tageseinkommen in Rauch aufgehen. Ich soll auch ihm einen Stein abkaufen! Nein tu ich nicht! Eine Diskussion, die sich während des gesammten Tankvorgangs an der nahegelegenen Tankstelle hinzieht. So haben wir wieder mal ein bisschen Afrika im durchorganisierten Namibia geschnuppert. Abends legen wir noch den Kristall ins Wasser um zu sehen ob er sich auflöst, tut er aber nicht.
Wie bereits erwähnt ist die White Lady ein auserordentlich bewundernswerte Felsmalerei. Verbunden mit einem stündigen Spaziergang ins Massiv des Brandberges, nebenbei der höchste Berg Nambias mit 2570m, ein von uns gern gesammelter Stern. Die Felsmalereien sind ausgesprochen detailiert und zwischen 2000 und 6000 Jahre alt, für den Laien einfach zu unterscheiden, da je mehr unterschiedliche Farben desto jünger die Zeichnung. So ist die White Lady, die eigentlich ein männlicher Medizinmann ist, dreifarbig also ca. 2000 Jahre alt. Ja gut damals gabs bei uns ein ganzes Imperium voll Römer, aber man muss ja nicht alles auf die Goldschale legen. Im Kopf bleibt mir vorallem die Tatsache, dass während 4000 Jahren hier nomadisierende Menschen vorbei kamen, kurz lebten und weiter zogen. Das sind grob geschätzt 200 bis 250 Generationen.
Nachmittags fahren wir nur um den Brandberg herum, wollen ins Ugab Rhino Camp, das uns von Chris und Bridge empfohlen wurde. Die Landschaft dahin ist wieder mal ausserordentlich unbeschreiblich, 150 km kein Auto, kein Haus kein Mensch dazwischen ein paar Strause und Springböcke im Gräsermeer. Das Camp dann total abgescheiden, nur auf katastrophaler Steinpiste zu erreichen. Aber zum Glück nur 10 km und nicht angolanische 180. Belohnt wird man mit Einsamkeit und Tierspuren, von Hyänen mitten im Camp. Zäune gibts nicht, dafür Hinweisschilder man solle sich vor Elephanten und Löwen in Acht nehmen. Etwas mulmig ist uns dann doch beim abendlichen Braai und den nächtlichen Toilettengängen, aber wir überleben, reisen ohne Direktbegegnung wieder ab.
Über Cape Cross (Stern) und der dortigen Seehundkolonie gehts dann der Skeleton Cost entlang Richtung Swakopmund. Cape Cross heisst Cape Cross, weil hier der Portugiese Diaz im 15 Jahrhundert vorbei kam, eine Steinsäule in Kreuzform hingestellt hat mit der Bemerkung “jetzt ist das Portugisisches Hoheitgebiet”, ähnlich der amerikanischen Flage auf dem Mond. Diese Säule ist mitlerweilen in irgend einem deutschen Museum gelandet und von diesen Ende 19 Jh. mit einer Replik ersetzt worden. Ende des 20 Jahrhunderts, hat dann jemand die Replik als unzureichend originalgetreu empfunden und eine zweite genauere Replik hingestellt. So hats jetzt also zwei Säulen.
Wesentlich mehr als zwei hats dann aber Seehunde nämlich etwa 100’000. Davon sollen aber ein paar bereits gestorben sein und da niemand da ist diese wegzuräumen oder zu fressen stinkt es zum Himmel. Eindrücklich und sehenswert ist es allemal.

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Ostern mit Fifi und Denguefieber

Buschfeld Camp, Outjo, Namibia GPS Höhe 27.04.2011

Chutney

Wieder alleine unterwegs ist erst einmal Standortbestimmung und Service gefragt. Dazu lassen wir uns im Buschfeld Camp nieder nahe des kleinen Stätchens Outjo. Hier soll es einen ausgezeichneten Automechaniker geben und eine gute deutsche Bäckerei. Leider ist der Tag unserer Ankunft Samstag vor Ostern, und so müssen wir bis Dienstag warten, um bei dem Automechaniker vorzusprechen. Auch der Supermarkt ist bereits geschlossen und es bleibt ein kleiner Tankstellenshop zur Besorgung der Braaiutensilien. Wir stellen uns auf einen längeren Aufenthalt ein und das Zelt auf, das wir für solche Fälle dabei haben. Sollte der Automech nämlich länger als einen Arbeitstag brauchen, müssten wir darin nächtigen. Nebenbei ist die Festplatte meines Laptops ausgesteigen, Fotos zwischen Kribi und Brazzaville (ausser die vom Blog) verloren, sowie die Trackfiles ab Brazzaville vorerst nicht verfügbar.
Erster Gast in unserem neuen Temporärheim ist Fifi. Heissen tut er zwar eigentlich anders, aber alle Welt nennt und kennt ihn unter diesem Namen. Er lebt seit zig Jahren in Namibia, ist mittlerweilen auch namibischer Staatsbürger, aber in Deutschland geboren und somit kein richtiger Südwestler, wie sich die deutschstämmigen Überbleibsel aus kolonialer Vergangenheit nennen.
Per Zufall sei er vorbei gekommen, musste einfach schnell raus eine Cola trinken gehen, hat uns gesehen und angesprochen, mache er immer bei Reisenden, immer interessant. Nicht weniger interessant sind die ungezählten Geschichten, die Fifi selber zum Besten gibt, über Namibia,Land und Leute, Motoradstorys, Bootsgeschichten. Er erklärt uns auch zu welchem Mech wir mit dem Auto sollen, nämlich zu Frikkis Workshop, da seien wir mit dem komischen Gefährt genau richtig.
Wenn wir Lust hätten können wir bei Gelegenheit mal bei ihm vorbei schauen, wollen wir.
Am Ostersonntag kommen dann Lilly und Steffen zu Besuch und bleiben auch ein paar Tage. Sie sind mittlerweile auch in Namibia eingetroffen. Brauchen für ihren Landcruiser auch neue Federn, müssen darauf warten, sich ca 2 Wochen in der Gegend um die Ohren schlagen. Für sie kein Problem, denn sie wollen für 3 Monate in Namibia bleiben. Abends gehen wir essen im Camp. Ostermonatag dann shoppen, Public Holiday bedeutet nämlich Läden offen, denn da haben alle Zeit zum Einkaufen. Wie bei uns wenn Solothurn zu hat und Aargau offen.
Wir kaufen Fleisch und Zugemüse zum Braai, heisst 1 kg Rindsfilet am Stück für 70 Namibische Dollar (ca. 9 Franken) und Chutney, Original, Extra Scharf und Chilli.
Dazu Salat und endlich mal wieder gscheiten Käse zu vertretbaren Preisen.
So drehen wir auf dem Nachhauseweg noch eine Runde durch Fifis Garten, bleiben hängen, hören Storys, saugen am Tropf der namibischen Informationen.
Abends macht sich leider etwas von der gemeinen Sorte bemerkbar, Chritina fröstelts! So hats bei Chris auch angefangen, dann kam der Schweiss und das Fieber. Das bleibt vorerst aus, nur unglaublich oft aufs Klo muss die Gute. Inzwischen ist aber Dienstag und der Mowi muss zum Autodoktor. Dieser ist leider komplett ausgebucht, verweisst mich an einen andern im Ort, der leider grad gar keinen guten Eindruck hinterlässt, Vertrauen gleich Null, aber was solls ich gebe den Leuten eine Chance, verzichte aber neben dem Schweissen auf einen Generalcheck. Auf dem Rückweg ist Christina platt, wir mutmassen doch Malaria, Coartem muss her. Da ich am Nachmitag sowieso nochmals bei den Mechanikern vorbei schauen will, beauftragt mich Christina in der Apotheke vorbei zu schaun, und einen Malariaschnelltest zu besorgen. Dort gibt es das auch tatsächlich, allerdings nur im Neunerpack, ich könne sie haben für 25 N$ das Stück aber er müsse erst das Ablaufdatum kontrollieren, ach die seien schon abgelaufen, er könne und wolle sie mir so nicht verkaufen, aber er schenke sie mir, denn er müsse sie sonst sooderso wegschmeissen. Auch Gut!
Beim Mowag kontrolliere ich die Kugellager am ausgebauten Getriebe (sind einwandfrei), auch die neuen Schweissnähte sehen tiptop aus. Beide Seiten sind neu geschweisst, auch die, die eigentlich bis hierher durchgehalten hat. Bis heute Abend sei alles fertig! Glaube ich nicht, aber lasse mich gerne überraschen. Um 18.00 Uhr tauchen wir dann wieder da auf und tatsächlich ist schon fast alles wieder an Ort und Stelle. Ich warte beim weissen Chef im Büro während die schwarzen Mechaniker draussen arbeiten, höre mir an wie das Land vor die Hunde gehen soll, ja der Schwarze Mann sei ein Gauner und Dieb. So ist das halt im südlichen Afrika, Apartheit ist Kopfsache und stirbt erst mit dem letzten dieser Generation. Aber als das Auto dann fertig ist, meint auch er ich solle den Arbeitern für die Überstunden noch 20 N$ Trinkgeld geben, denkt also das hätten sie sich verdient. Böse scheint nur zu sein, wen man nicht kennt. Ich gebe 25 pro Nase, fetze glücklich ins Camp zurück. Leider liegt Christina inzwischen vollkommen flach und wir beschliessen uns ärztlichen Beistand zu besorgen. Wir sind ja in Namiba und hier gibts sowas in jeder gscheiten Stadt also auch in Outjo. So machen wir also nochmals einen Malariatest unter ärztlicher Aufsicht, dieser ist negativ, obs vielleicht Denguefieber sein könne, ja das ist möglich, weisse Blutkörperchen sind grad Mangelware in Christinas Blutkreislauf, deute auf eine abklingende Infektion hin. Coartem solle sie noch fertig nehmen, falls es doch Malaria sei. Paracetamol gegen Denguefieber. So schlau waren wir auch vorher schon, aber mit der Gesundheit in Afrika ist nicht zu spassen und so sind wir doch froh, beim Arzt gewesen zu sein, gekostet hats auch nur 67 Euro. Wir bleiben also noch einen Tag länger, ich räume das Auto auf, was dazu führt, dass wir nacher gar nichts mehr finden.

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Safari

Buschfeld Camp, Outjo, Namibia, GPS 25.04.2011

Federwechsel
zebras
Gnu
Jackal
giraffen
oryx, unfiletiert
impala
spitzmaul nasi

Sind wir also in Namibia angekommen. Erst mal spannen wir 2 Tage aus, lassen unsere Wäsche waschen und ich wechsle mit Chris’s Hilfe die kaputte Feder.
Sowieso ist ein genereller Check bei einem Automechaniker geplant, da ja noch das Vibrieren zu beheben ist. Leider fällt beim Abschmieren auch auf, dass eine Schweissnaht wieder gebrochen ist. Erst wollen wir das sofort machen lassen, entscheiden uns aber dagegen, da wir uns nicht recht von den Südafrikanern trennen mögen und noch entschieden haben zusammen in den Etosha Park zu fahren. Buchung mit Bestätigung ebenfalls in der Tasche. Spannset zur Absicherung drunter, langsam fahren. So erreichen wir am Donnerstag vor Ostern den Etosha National Park, einer der Topspots weltweit zur Tierbeobachtung. Die Jahreszeit ist im Moment zwar nicht ganz günstig, denn es hat auch hier sehr viel Wasser, und so sind die Tiere über den ganzen Park, der mit 22’000 km^2 halb so gross wie die Schweiz ist, verstreut.
Aber wir sind nun halt mal da und die Salzpfanne von Etosha mit Wasser gefüllt ist sicher auch sehenswert. Kurz vor dem Etosha NP steht aber noch ganz was Spezielles auf dem Programm: eine Cattle Disease Bariere, sprich eine Fleischkontrolle, an der vorbei kein rohes Fleisch gebracht werden darf. Nagut viel haben wir nicht dabei, da das Angebot im Shoprite nicht gerade einladend war. Einzig Sparerips haben wir mit, für den Abend denken wir das Fleisch im Park zu kaufen, da solls in den Restcamps Shops geben, zudem wollen wir auch noch neue Campingstühle kaufen, wenn möglich mit der Aufschrift Etosha National Park oder so.
Zurück zur Fleischkontrolle, wir fahren also ran, ich grüsse freundlich, frage nach dem Wohlbefinden, afrikanisch halt. Die gute Kontrolleurin will in den Fridge schauen, sieht die Sparerips meint das gehe nicht wir sollen zur Seite fahren und diese kurz anbraten. Christina brät an, bis kein “Blut” mehr rauskommt, also einfach ein bisschen fragt dann ob ok, die Gute mein ja.
Nun also Safari. Fährt der Reisende in einen grossen Park, ist das Verhaltensmuster immer ähnlich, erst wird bei jedem Tier gehalten, tausend Fotos werden mit allen zur Verfügung stehenden Kameraeinstellungen gemacht. Ist er dann ein paar Tage da, verändert sich das Verhalten, die häufigen Tiere wie Springbocks oder Impalas belasten die Bremsbacken nicht mehr. Dieses Stadium haben wir noch nicht erreicht, sehen Impalas, bremsen, machen besagte tausend Fotos. Weiter gehts, Zebras, gehören zwar nicht zu den Big 5, aber das sicher nur, weils halt so viele gibt, denn auf jeden Fall sind sie immer wieder schön anzuschauen, eine Bremsung und tausend Fotos wert. Weiter gehts.
So erreichen wir das alte deutsche Fort Namutoni, das heute ein Restcamp ist und für uns die Eintrittszahlstelle.
Natürlich gehen wir auch das Fort anschauen. Aus der Kolonialzeit stammend, die für dieses Gebiet, deutsche Herrschaft bedeutete, steht es heute frisch herausgeputzt, ganz in weiss im Park, versehen mit einer Messinginschrift, auf der 7 deutsche Soldaten als Helden gefeiert werden, da sie das Fort gegen 500 anstürmende Ovambos verteidigt haben, wahrscheinlich mit modernsten Repetiergewehren gegen Steinschleudern und Freiheitsdrang im eigenen Land, aber egal Foto gemacht. Schliesslich sind auch wir Touristen.
Auch der Shop wird begutachtet, ist sehr ernüchternd, kein Fleisch und keine Stühle! Na hoffentlich ist das im Halali Camp besser, da wollen wir hin, da ist unsere Übernachtungsparzelle. 75 km sinds bis dahin, wir dehnens auf 90, machen Gamedrive. Game ist im südafrikanischen englisch (vielleicht in jedem english aber ich kenne das nur von hier) der Überbegriff für Wildtiere, ist Fleisch mit Game angeschrieben, ist es irgend ein Wild, zum Beispiel Oryxantilope, eine Gamerange ist eine Farm auf der nichts wächst und keine Rinder leben sondern einfach das darauf vorkommende Wild genutzt wird (als Gamefleisch, zum Beispiel Oryxantilope, als privates Naturschutzgebiet, als Jagdfarm oder für Gamedrives), ein Gamedrive ist eine Ausfahrt, die dazu dient Game zu sehen. Ausgesprochen wirds wie das englische Wort für Spiel, von dem es sich ja auch sonst nicht unterscheidet.
Wir machen also einen Gamedrive, treffen auf schmusende Zebras, Wildebeest(Gnu), Hartebeest (keine Ahnung vom deutschen Begriff wohl Rotbock), und jede Menge Springböcke und Impalas, hier übrigens in der gemäss Wildtierbuch seltenen Ausgabe als Blackefaced Impala (Schwarznasenimpala) zu sehen, was sich aber wohl auf die Verbreitung ausserhalb von Etosha beziehn wird, denn hier gibts Impalas wie Bier in München. Wir haben auf jedenfall bereits aufgehört, diese zu fotografieren, dafür mühen wir uns ab mittels manuellem 300mm Teleobjektiv eine Oryxantilope (engl. Gemsbock) scharfzustellen, die am Horizont rumsteht, schmeckt übrigens ausgezeichnet, kann rare gegessen werden und sieht sehr schön aus.
Natürlich gelingt uns das nicht, aber kurz darauf treffen wir auf ein paar Exemplare, die einfach 2m neben der Strasse rumhängen, tausend Fotos.
Zu guter Letzt kommt noch eine Herde Giraffen, die vor uns reisaus nimmt und rennende Giraffen sind einfach köstlich. Wie in Zeitlupe wippen sie mit Beinen und Hals um den Schwerpunkt im Rumpf.
Leider spielt der Shop in Halali in der selben Liga wie der von Namutoni, also in der untersten. So beschränkt sich unser tägliches Braai heute auf Sparerips. Da wir zwar viel aber noch keine Big Five gesehen haben, wollen wir am nächsten Morgen um 6.00 Uhr los und unser Glück an den nahegelegenen Wasserlöchern versuchen.
Glück haben wir dann aber doch nicht, sehen nur Ähnliches wie gehabt, kein Nashorn (engl. Rhino), kein Elefant, keine Löwen. So beschliessen wir am Abend nochmals auf Gamedrive zu gehen (unter Tag ists zu heiss, da sieht man eh nichts) wollen den Rhino Drive fahren, ein Weg auf dem Rhinos zu sehen sein sollen. Die Zeit vertädeln wir uns mit Pizzas machen auf dem Grill, geht übrigens hervorragend. Um 4 dann besagter Drive und siehe da, keine Rhinos, aber Rhinoscheisse auf der Strasse, wie zum Beweis, dass diese ihren Namen auch verdient. Niedergeschlagen kehren wir 5 Minuten vor Torschluss ins Camp zurück gehen wie jeden Abend und Morgen noch zum Wasserloch, das man aus dem Camp heraus bebachten kann, und was steht da vor versammeltem Camppublikum, ein Spitzmaulnashorn, badet kuckt uns an, trinkt, kommt näher, kuckt dumm aus der Wäsche, verschwindet im Busch. Eines reicht ums im Tierbuch abzuhacken, machen wir dann auch und sind vollauf zufreiden. Wehmut kommt dann doch noch auf, denn heute ist unser letzter gemeinsamer Abend mit Chris und Bridge, die nur etwa 2 Wochen in Namibia bleiben wollen, darum schneller unterwegs sind von jetzt an, und dann über Botswana nach Zimbabwe wollen. Wir verabreden in Kontakt zu bleiben und uns in Südafrika sicher nochmals zu treffen.