The Angola Rush – 7. Tag – Namibia

Eha Lodge, Ruacana, Namibia, Geopostition, Höhe, 18.4.2011

Himba
Grenzfluss
Ankunft Namibia
Ruacana Falls

Heute ist das erreichen des Paradieses auf dem Plan. Ohne zu Sterben heisst das, wir erreichen Namibia, das Land des Glücks, der richtigen Zeltplätze, der preiswerten Supermärkte, der Wildparks und des Braais.
Erst aber müssen wir nochmals etwas über 100 km Piste durchfahren. Wie immer kontrolliere ich das Auto, Motor in Ordung aber es zeigen sich Risse in der einen Schweissnaht zudem hat sich die gebrochene Feder verschoben, wir bringen das in Ordnung, fixieren mit einem Spannset. So gehts dann ohne Probleme durch malerische Landschaft vorbei an Himbas (wir fotografieren(gefragt)), und durchqueren eine richtig breite fette Furt. Einfach nur geil.
Mitagessen ist kurz, wir machen Pläne für das Nachtessen, wollen grillieren anstossen. So wetten wir die Ankunftszeit am angolanischen Zoll in Ruacana, ich verliere, Bridge ist mit 15.00 Uhr absolut richtig.
Ausreise Angola birgt einiges Spannungspotential, da wir ja mit abgelaufenem Visum dastehen, zudem kursieren alle wilden Gerüchte von bis zu 1000 US$ pro Tag etc.. Wir verlassen uns auf Reiseberichte die “ohne Probleme” behaupten und gehen zum zuständigen Beamten geben Pässe ab fragen nach dem Zoll. Anstandslos wird unser Carnet gestempelt aber im Passbüro gehen Diskusionen ab. Leider auf portugiesisch, wir verstehen nichts, warten ab. Irgendwann löst sich die Diskussion auf, unsere Pässe werden eingetragen in einem 4mm Buch. Inzwischen will ein Zöllner das Auto kontrollieren und zwar aufs genauste, erst macht das Christina, dann ich als die Kisten zu schwer werden. Aussen und innen alle Kästchen auf. Als der Zöllner wissen will für was ein OB ist, kriege ich Erklährungsnotstand, muss lachen denn ich kann ja kein portugiesisch und erkläre mal Tampon mit Händen und Füssen als Mann. Und natürlich weiss der Afrikaner grad überhaupt nicht für was so was sein könnte. Als Christina reinschaut, ich ihr sage das der Zöllner wissen will, was ein OB ist fängt sie auch an zu lachen, der Zöllner begreift wird rot ist zufrieden. In der Zwischenzeit ist der Passmann fertig geworten, verliert kein Wort zu uns wegen des abgelaufenen Visas und wir fahren nach Namibia!
Hier betreten wir erst mal ein richtiges Büro, mit Schaltern für Costums, Immigration, Police. Natürlich ist die Einreise problemfrei, ausser als die gute Beamtin die Motorennummer das Landi kontrolieren will gibts Suchdiskussionen aber schlussendlich alles Bestens. Wir fahren erst zu den, dank des Überflusses an Wasser, überaus eindrüklichen Wasserfällen und dann durchs Tor nach Namibia. Natürlich Linksverkehr, Chris vorneweg da er sich das gewohnt ist.
Kurz darauf folgt eine Tankstelle mit supermarktähnlichem Shop und Bankomat, wir kaufen Chutney, Biltong, Wein, Milch, Fleisch.
Nächstes Ziel EHA-Lodge, Wir fragen nach camping, treffen Parzellen ausgerüstet mit fliesend Wasser, Grillstelle, Strom, Licht, zudem gibts heisse Duschen. Wir stossen an machen Feuer, werden komplett verregnet. Braai gestorben, Fleisch kommt in die Pfanne, scheiss drauf Chutney drauf: glücklich.

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The Angola Rush – 6. Tag – Illegal

Im Busch, Mitte Piste zur Grenze, Angola, Geopostition, Höhe, 17.4.2011

Besichtigung Furt
Wildcamp
Traumgegend
Traumpiste
monsterfurt

Ab heute sind wir illegal im Land. Distanz zur Grenze zirka 300 km davon etwa 100 auf schlechter Strasse. Wir entscheiden uns nicht auf dem direkten Weg zur Grenze zu fahren, sondern ab Cahama über eine angeblich schöne Piste durchs Himbaland direkt an die Ruacanafälle zu fahren. Erst aber haben wir in Quihita eine erneute Pass und Visakontrolle zu bewältigen, wir sind natürlich ausnehmend höflich, legen uns die Strategie zurecht, bei Problemen 12+5=17 also 17. April vorzurechnen aber niemand will irgendwas meckern, auch gut. Zu aller Freude, ist auch noch die Strasse bis Cahama fertiggestellt also bestens.
In Cahama tanken wir auf und füllen bei einem privaten Wasserreservoir, wahrscheinlich Regenwasser, unsere Behälter auf, allerdings nicht den Tank, da wir dieses Wasser mitlerweilen gefiltert, aber ohne Chemiebehandlung trinken.
Ab Cahama gehts nun erst holprige, dann angenehm zu fahrende Piste durch lichte Wälder, vorbei an erstmals Obenohnefrauen. So erfahren wir was selten aber doch noch vorhanden ist an vergessener Kultur, abseits jeglichen Tourismusses. Ich kanns nur jedem empfehlen, hoffe aber gleichwohl, dass es fast niemand macht denn sonst ists auch hier bald vorbei oder pervertiert.
Wir erfahren auch, dass es in dieser Regenzeit sehr ausgiebig geregnet hat. Weitläufig ists beidseits der Strasse überschwemmt, die Strasse selber matschig, manchmal sogar weggespült. Dank der gestrigen Graberfahrung sind wir überaus vorsichtig was den Schlamm angeht, fahren zickzack um nasse Passagen.
So kommen wir an unsere erste Furt, müssen durch fliesendes Wasser. Natürlich laufen wir das vorher ab, checken aus wos am besten langeht, wollen Wasser im Auto und allzuharte Schläge vermeiden. Wir campen in hügeligem Gelände, wie immer in Angola wild und ungestört. Allesinallem ein überaus afrikanischer Tag, somit glücklich und ausser eines richtig heftigen Hopsers sorgenfrei.

The Angola Rush – 5. Tag – Schlammdisaster

Neben der Strasse, kurz nach Chibia, Angola, Geopostition, Höhe, 16.4.2011

killed in action
doppelstocked
danach
Schadensbesichtigung

Über Lobito und Benguela fahren wir ins Landesinnere nach Lubango. Erst wieder super Teerstrasse, dann löchrig dann wieder besser, Hoffnung, dann Umfahrungspiste, dann verschissen . Wieder nur 20km pro Stunde, 3 Stunden oder 60km lang. Natürlich wird man von den Einheimischen mit Karacho überholt kleinen Pkws wie grossen Linienbussen. Ich frage mich echt was das eigentlich soll. Ob ich hier vieleicht der Idiot bin mit so einem Clowncar (wie sich Chris immerausdrückt) durch Afrika zu reisen. Aber die Piste wird noch schlechter, durchzogen von Schlammpassagen, Wasserrinnen. Allrad rein, Untersetzung rein, alles langsam, aber alles schlussendlich kein Problem! Nicht so hingegen für den Linienbuss. Dieser setzt sowohl vorne wie hinten und in der Mitte auf. Machts mit Schwung, lässt Verschalung liegen, bleibt doch stecken. Ich überhole, randvoll mit Schadenfreude.
Ohne andersweitigen Schaden erreichen wir wieder sicheren Grund fahren nach Lubango und mangels guter Rastmöglichkeit darüber hinaus. Wir sind vorne weg, daher zuständig fürs Buschcamp. Leider ist die Gegend erst zu stark bewohnt, danach zu nass. Aber wir finden einen Pfad der abgeht, fahren ihn lang, Christina zu Fuss vorne weg. Natürlich macht sie mich auf die Rinne aufmerksam, ich fahre doch hinein beleibe stecken, Allrad rein, Untersetzung rein, nichts. Mowag gräbt sich hinten rechts ein und ist so vorne links in der Luft ohne Differenzialsperre ist das wie ein Käfer auf dem Rücken. 18.00 Uhr Dämmerung, müde, aber noch nicht Feierabend. So beginnen wir zum ersten mal nach 5 Monaten Afrika ernsthaft unser Auto auszugraben.
Erst in Fahrtrichtung, dann Rückwärts, aber hilft alles nicht, der Boden ist zu nass und zu sandig. Glücklicherweise haben die Südafrikaner einen High Jack dabei. Dies ist ein sehr hoher Wagenheber, um genau in solchen Momenten, das Auto aus einem Schlammloch zu heben. Wir tun das, kriegen somit wieder Druck auf Vorne links. Ich fahre mit Schwung ab dem High Jack (der vorzugsweise an der seite des Autos angebracht wurde), komme 20 cm weit. Plan B. Dieser sieht vor, dass Chris mit dem Landi um den Mowag herum fährt und uns mit der Seilwinde unterstützend anzieht. Er fährt los, ich grabe schon mal eine Rampe.
Dass wir endgültig in der Scheisse sitzen, wird mir schlagartig klar, als mich Chris mit folgenden Worten beim schaufeln unterbricht:” Hurry up, I’m stuck, car is sinking!”
Wir greifen uns Schaufeln und rennen zum Landi, der 80% der Strecke um die Büsche herum zur anderen Seite zurückgelegt hat und jetzt im 90°-Winkel dazu steht, ca 7 m entfernt.
Christina und Bridge stehen derweil hinter dem Auto und versuchen es vom Sinken abzuhalten, von Hand versteht sich. Tatsächlich sinkt es auch nicht, was aber eher darauf zurückzuführen ist, das es hinten bereits mit dem Chassi aufliegt.
Also budeln wir erst mal den Landi wieder frei, unterlegen die Schlammracks (analog Sandblechen aber stabieler und kleiner, richtige Bezeichnung weiss ich nicht) hängen die Seilwinde zur Unterstützung am Mowag fest und unternehmen den ersten Versuch. Wir gewinnen 2 Meter und der Landi steckt wieder fest. Der Untergrund ist pflüterweich und je tiefer wir graben desto weicher scheint er zu werden, dies erfahren wir, als wir die Schlammracks wieder aus dem Boden graben müssen. Diese haben sich unter den durchdrehenden Rädern fast einen Meter tief in den Untergrund gegraben. Zudem füllen sich die Ausgrabungsstellen sogleich mit Grundwasser.
Wir versuchen nochmals das selbe Spiel, gewinnen wieder 2 Meter, kommen langsam wieder auf den festeren Untergrund eines Trampelpfades.
Zur Diversivizierung unserer Bemühungen versuchen wir zwischendurch mit dem Seilwindenunterstützung den Mowag zu bergen. Erfolglos.
Dritter Versuch Landrover. Ich stehe als Gewichtsverlagerung vorne auf den Kotflügel des angehobenen Rades. Bewegung mit Schwung und erfolgreich.
Wir bringen den Landi in Stellung vor dem Mowag um diesen schön anzuziehen und….stecken wieder ein.
Nochmals von vorn, angraben, Racks unterlegen, Seilwinde etc.etc. Zwei weitere Versuche mit dem mässigen Erfolg, dass der Landi immer noch feststeckt, aber jetzt nur 2 Meter vor der Stossstange des Mowags.
Planänderung, erst mal muss der Mowag raus und zwar richtig! Wir highjacken den Mowag bis zum Anschlag, graben sämtliches Störmaterial weg unter Achse, Div und Hinterrad. Wir schichten Steine in den Losen Untergrund, legen zusätzlich Äste von Sträuchern darüber, lieber etwas mehr als weniger, wollen das ganze nur einmal machen. Runterlassen, Highjack weg nehmen, Hoffnung als der Mowag nicht mehr gleichweit einsinkt. Erster Gang, Reduktion, Allrad, losgehts. Draussen!
Wir bringen den Mowag in Stellung auf dem Trampelpfad, um nachher direkt an die Strasse zurück zu fahren, schon lange haben wir uns entscheiden da zu stehen, scheiss auf Besuch, besser sichere Wegfahrt. Nächster Versuch Landi, wieder graben Racks winden, dazu Äste und schieben. So gehts.
Kurz vor Mitternacht, nach nahezu 6 Stunden stehen wir an der Strasse, räumen auf, Nachtessen gibts abgespeckt. Bier hat noch nie so gut geschmeckt.

The Angola Rush – 4. Tag – Karibik in Afrika

Strommast ohne Hochspannungsleitung, kurz vor Lobito, Angola, Geopostition, Höhe, 15.4.2011

Port Amboim

Wir verlassen den Grossraum Angola auf guter Teerstrasse Richtung Süden und durch Hektaren von Hausplantagen im Unilook quartierweise eingemauert mit Zugangskontrolle, Südafrikanisch. Supermarkt sauteuer, aber gut ausgestattet, Landschaft zuweilen eintönig, aber dann doch mit grandiosen Unterbrechungen. Erst durch einen Nationalpark, dann wieder eine Visakontrolle (immer noch gültig), in Porto Amboim bin ich überzeugt, dass Angola bei stabiler politischer Lage zum Top-Badeferienziel wird. Eine Bucht voller kleiner Fischerboten, türkisfarbenes Meer, breite Strände, Palmen. Leider sind wir nicht da, um zu bleiben, sondern nur auf Transit. 480 km Tagesleistung.

The Angola Rush – 3. Tag – verdammt schlechte Strasse

Yachtklub Luanda, Luanda, Angola, Geopostition, Höhe, 14.4.2011

Luanda

Was ist schlimmer zu fahren als die schlechteste aller Pisten? Die schlechteste aller Teerstrassen! Und genau dass treffen wir an auf den ersten 180 km ab N’Zeto. Irgendwie scheinen schlechte Teilabschnitte in Angola immer im 180km Paket daherzukommen, registriert der aufmerksame Leser. Wir fahren los um Sieben sind schon um 9.00 Uhr und nach nur 40 gefahrenen Kilometern total entnervt. 20 km pro Stunde, bedeutet noch 7 Stunden pausenloses Schalten bei höchster Konzentration. Natürlich unmenschlich oder mindestens undominikisch so mache ich Fehler wir hopsen massiv rum, ich raste aus ab der scheiss Federung, Christina weint. Fixundfertig um 10.30 und wieder nur 30 km später, reissen wir uns zusammen, steigen aus kontrollieren auf allfälige Schäden, Motorschweissnaht noch i.O. Federung hinten links oberstes Blatt gebrochen. Auch der Landi ist nicht viel schneller, wartet von Zeit zu Zeit im Schatten. Irgendwann kommt ein Kontrollposten der unser Visum kontrolliert, es follgt etwas bessere Strasse, kurz nach 16.00 Uhr endlich eine Brücke, eine Polizeikontrolle, sehr freundlich, perfekteste Teerstrasse richtung Barra do Dande. Ein absolut malerischer Badeort mit traumhaften Stränden, kleinen Kneipen und einer Bucht direkt aus dem Ferienkatalog. Leider haben wir immer noch kein lokales Geld und sind somit angehalten weiter zu fahren. So treffen wir im Grossraum Luanda ein. Erstes Merkmal: Moderne Tankstellen mit Shops! Zweites Merkmal: Verkehr zwar nicht schlimmer als in anderen afrikanischen Grossstädten aber für den Überlandreisenden nicht alltäglich. So stauen wir nach Luanda rein und endlich zeigen sich Bankomaten, wir beziehen 18’000 Kwanza, der angolanischen Währung. Der Umrechnungskurs soll 80 Kwanza zum US-Dollar sein (und somit auch zum Schweizerfranken) aber genau wissen wir das nicht, sind vielleicht schon Mausarm wissens einfach noch nicht. Natürlich tanken wir am nächsten Shop gleich auf, Bier und Diesel, beides ist in Angola spottbillig (70 Kwanza das erste, 40 Kwanza der Liter Diesel). Es dämmert schon als wir dann doch noch das Stadtzentrum erreichen und was für ein Anblick: erst die Bucht in der Abendsonne, voll mit Schiffen, vor der offenen See eine Lagune die für einen natürlichen Hafen sorgt, zwischen den Hochseeschiffen kleine Fischerbote vom Typ Einbaum. Am Fuss der Bucht eine Skyline direkt aus Amerika, Hochhäuser, Grossbildbildschirmwerbung. Einziges Manko wiedermal katastrophale Strassen. Allerdings nicht im 180km Mass, sondern nur bis Ende Hafen. Wir fahren zum Jachtklub, da kann man kostenlos stehen. Essen tun wir, zum ersten mal am heutigen Tag, in einem kleinen afrikanischen Lokal.

The Angola Rush – 1.,2. Tag – verdammt schlechte Piste

Am Strand kurz nach N’Zeto, Angola, Geoposition, Höhe, 13.4.2011

Angola Strand
Nachtlager

Unser erster von den 5 erlaubten Angolatagen wurde ja durch die Zollformalitäten massiv verkürzt, weshalb wir, wie gesagt, am ersten Tag nur einen kleinen Teil der 180km Piste bewältigen konnten. Am 2. Tag machen wir uns dann an die restlichen 120 Kilometer, die ja für die Angolaner kein Problem sein muss, wenn sie meinen, dass man in 5 Tagen problemlos durch ihr Land kommt. Für uns ist es Horror, die schlimste aller gefahrenen Pisten bis jetzt und wir sind heilfroh, als wir kurz nach Mittag endlich die langersehnete Teerstrasse erreichen. Soweit wir die Reiseberichte anderer Leute im Kopf haben, soll jetzt nur noch ganz im Süden wieder ein schlechtes Stück kommen. Wir sind also guten Mutes, suchen in N’Zeto noch gemütlich eine Bank, da wir ja auf guten Teerstrassen nicht schlecht im Zeitplan liegen. Die Strasse in N’Zeto ist allerdings katastrophal, tiefe Schlaglöcher, riesige Bodenrillen, eigentlich nicht befahrbar, und wenn dann nur im Schritttempo. Also machen wir uns wieder auf zur Teerstrasse, die allerdings vergeblich auf sich warten lässt. Denn jetzt dämmert uns, dass doch da in den Reiseberichten noch von 200 Kilometern schlechtem Stück von N’Zeto nach Caxito die Rede war! Ohjeh, völlig entnervt nehmen wir schon um 4 den ersten Abzweiger zum Meer, scheissen auf das 5-Tage-Visum und gehen schwimmen. Hier bleiben wir auch gleich über Nacht, essen Spaghetti-Omlette und beobachten den Sonnenuntergang überm Meer.

Die Feder, der Zöllner und die Malaria

Wildnis nähe Benfica, Angola, Geoposition, Höhe, 12.04.2011

Feder
Feder
Angola

Wir sind also in Matardi, der Stadt auf den Hügeln. Haben die DRC und damit Zentralafrika fast hinter uns. Gut es fehlt noch Angola bevor wir mit Namibia das Land “wo der Spass beginnt” erreichen. Aber von Angola hat so eigentlich keiner eine rechte Ahnung, Ja da hatten sie ewig Bürgerkrieg, einer der schlimmsten.
Aber das ist Geschichte, jetzt haben sie Oel und alles soll teuer sein da. Nagut hatten wir doch schon damals in Gabun. So wollen wir Vorräte aufstocken hier in Matardi und uns ausruhen vor dem Angolarush. Tja dummerweise habe ich mir aber angewöhnt täglich unters Auto zu kucken seit ebenfalls Gabun und so fällt dem geübten wie auch dem anderen Auge sofort auf, dass da eine Blattfeder gebrochen ist.
Ausruhen dahin, Domi muss Feder wechseln. Natürlich habe ich keine Ahnung wie man das einfachst möglich macht aber immerhin muss ich jetzt nicht mit zum Einkaufen. Chris will auch nicht mit, lässt sich was ganz besonderes einfallen, hat nämlich Malaria. Also eigentlich wissen wir das nicht so genau, aber er hat Fieber, Kopfweh und geschwitzt, gefrohren, tönt für uns nach Malaria und unser Tropenarzt hat uns mit auf den Weg gegeben “hat man in Afrika Fieber, ist es zu 90% Malaria” . So wirft er Coartem (oder ein ähnliches Medi) ein, die 24h-Therapie gegen alle möglichen Arten von eben Malaria.
Und tatsächlich ist Tagsdarauf das Fieber verschwunden und die Feder gewechselt. Das zweite leider nicht ganz ohne Probleme, denn natürlich habe ich einen entscheidenden Fehler gemacht.
Vorgehensweise, beim Federwechsel ist folgende:
1. Feder entlasten durch anheben des Autocchassis.
2. Feder an der Achse abschrauben
3. Federbolzen entfernen
4. Auto weiter anheben, um die Feder einfach auszutauschen.
5. Vorgehen Rückwärts bis Punkt 1.
Für Punkt 1. muss der Wagenheber unterlegt werden, da er sonst auch im ausgefahrenen Zustand nicht bis zum Chassi reicht. Ich habe zwar Holz zum Unterlegen mit aber leider nur knapp genug und so stelle ich bei Punkt 4. fest, dass kein Hub mehr vorhanden ist um das Chassi zur einfachen Entnahme der Feder weiter anzuheben. Natürlich mache ich mir auch keinen Vorwurf, denn schliesslich habe ich bei erledigen des Punktes 1. bis 3. noch keine Ahnung, was bei Punkt 4. kommt. Auf jeden Fall habe ich jetzt ein Problem, denn das Auto kann nicht ohne weiteres runtergelassen werden um den Wagenheber zusätzlich zu unterlegen, ich löse das mittels Luftablassen finde mich besonders schlau, denn so senkt sich die Achse und die Feder kann entfernt werden. Natürlich geht das gut, bis ich mich zum wiedereinsetzen der Federbolzen vorgearbeitet habe, denn leider hat sich so die Achse zum Auto verschoben und der Prozess ist nicht so einfach umzukehren. Aber irgendwie kriege ichs doch hin und so können wir am Morgen des 12.04 die Grenze zu Angola in Angriff nehmen
Dies tun wir möglichst früh, denn wir haben ja nur fünf Tage Zeit für Angola und so stehen wir um kurz nach Acht bereits an der Schranke und bitten um Auslass aus der DRC. Am Zoll sind wir bereits vorbei gefahren, denn wir haben ja auch keinen Einreisestempel im Carnet und pfeifen somit auf die Zollabfertigung, sind froh dass da keiner zu hause zu sein scheint. Leider sind wir hierbei die Einzigen und der Schrankenwart schickt uns zum parken und meint wir müssen erst zum Zoll zurück.
Da sei aber keiner! Ja der kommt schon!
Wir beschlissen, dass Christina und Bridge mit den Pässen zur Polizei gehen und Chris und ich mit den Autos zum Zoll zurückfahren um da zu warten.
Natürlich kommt auch nach ca. 30 Minuten immer noch keiner und so gehen wir schauen wies den Frauen geht. Diese sitzen vor einem bedeppten Polizisten, der die bereits erfolgten und tadellosen Eintragungen seines Untergebenen kontrolliert und sinnloserweise korrigiert.
Da sich auch dieser Prozess hinzuziehen scheint gehen wir wieder zum Zoll zurück und tatsächlch ist ein ganz freundlicher Herr gekommen, meint jaja er mache uns Einreise und Ausreise, denn in Luozi gebe es keinen Zoll. Hopla, cool! eine Sorge weniger. Leider ist aber sein Chef nicht da und der habe die Schlüssel zum Büro und dadrinn seien die Stempel. In 30 Minuten sei er zurück.
Natürlich ist das überhaupt nicht der Fall und so warten wir. Es beginnt zu regnen. Wie denn die Strasse sei nach der Grenze? Ja ca. 180 km schlechte Asphaltstrasse. Das ist fast soweit wie von Olten nach Vira!
In der Zwischenzeit ist die Polizei fertig, aber leider geben sie die Pässe nicht raus, wollen erst die Zollpapiere sehen. So warten wir halt noch ein bischen, dann noch ein bisschen, fragen, ob er nicht seinen Chef anrufen könne. Er geht Guthaben kaufen, ruft an, kassiert einen Zusammenschiss, ist angepisst, wir warten weiter, essen zu Mittag. Um 12.30 Uhr kommt der gute Mann dann doch, pakt den Stempel aus und stempelt das Carnet. Schlussendlich haben wir dann 4h für gar nichts gewartet. Was solls hauen wir ab!
So fahren wir wieder zur Schranke aber der Schrankenwart will immer noch nicht öffnen will erst die Autos kontrollieren. Ich sage mir wenn ers will soll ers haben und zwar richtig packe schön langsam alles aus und wieder ein, lasse mir Zeit. Endlich ist das Theater vorbei gedauert hats fast 5 Stunden, aber immerhin, und das ist das Gute, hat keiner nach Geld oder einer Versicherung gefragt.
So öffnet sich die Schranke wir lassen die Demokratische Republik Kongo hinter uns und fahren nach Angola. Ungefähre 10 Meter den Berg hoch, stehen an der geschlossenen Schranke, haben Glück, dass die DRC Schranke überhaupt zugeht hinter unseren Autos.
Wir steigen aus gehen zu den Polizisten, nehmen einen Crashkurs in portugiesisch, lernen wie man Guten Tag, guten Abend und gute Nacht sagt, sowie zu welcher Zeit was gesagt wird. In der Zwischenzeit wurden wir eingetragen und werden nun zur Immigration geschickt, dürfen aber noch die Autos richtig reinfahren.
Die Immigration läuft problemlos ist eigentlich auch schnell vorbei. Erwähnenswert ist nur dass der Beamte ein klimatisiertes Büro hat, kein Vergleich zu seinem kongolesischen Gegenüber. Ebenso unproblematisch ist der Zoll, einzig zur Stempelung des Carnets müssen wir mit ihm zum Chef im Dorf fahren, denn er wisse nicht ob er das dürfe, denn eigentlich sei das Carnet für Angola nicht gültig. Wir tun das, bekommen den ersten Eindruck des Strassenzustandes und mit dem chefschen Einverständnis ein gestempeltes Carnet. Geld wollte keiner haben!
So fahren wir also in Angola ein. Und ja die Strasse ist sehr schlecht. Teer gibts zwar aber nur etwa 5km, danach ist’s Piste, schlechte Piste, schlammig, wir kommen nur noch ca 65 km weit und es bleibt uns die Erkenntnis, dass wir nach dem morgentlichen Regen sooderso keine Chance gehabt hätten, diese zu bewältigen.

Information for other travelers (route Brazzaville – Kinkala - Boko – Manianga – Luozi – Matadi)

We decided not to take the ferry from BZV to Kingshasa, because we heard all sorts of bad stories about it. For everybody who wants to do the same thing as us, here a short description of the totally managable (!) alternative route, that we did in 3 days (you find the trackfiles under “trackfiles” on our blog):
- From Brazzaville to Boko: perfect tar
- From Boko to the border (exit Congo) at Manianga: good piste, no difficulties, did almost everything with 2-weel-drive; border police was very kindly! The costums didn’t have a stamp for the carnet, but assured us that the signature is enough. If you want to get a stamp, you have to look for it in Kinkala (they told us).
- From Manianga to Luozi: difficult piste. We had to use the low gear many times. There are no deep truck traces on the whole way to Luozi, but the road consits of really hard mud which is broken on steep hills. When it is wet, it gets crazily slippery, so do not drive when it’s wet!! You might not be able to avoid rain (because even in the small rainy season it rains at least every two days), but you have to wait for some hours of sunshine to let the road dry a little bit. We waited one day for 7 hours! (and still managed to arrive in Matadi within 3 days!) But all in all, we managed the road with no big difficulties and quite fast. DRC Immigration at Ndendanga was pretty anoying, since they wantet 50 Dollars for a useless document. Otherwise we would have to go back on the road to Congo! We fighted for 4 hours and in the end payed 10 Dollars, which is still stupid! We think that it depends on the person sitting behind the desk, so you might be luckier…
- Ferry in Luozi: Before getting on the ferry you have to register at the Immigration police there (again, but they don’t have a stamp, so you have the get that before in Ndendanga). Do that! The policeman is very nice and gives you his phone number in case you get into some trouble. And if you arrive there in the evening it is a very nice place to camp. The Ferry prices are totally ok, we payed 10’000 FCFA for one car (persons don’t have to pay). Apparently you can also pay in Franc Congolese, Dollars or even Euros. The ferry men were really nice and everything went quite quick and without any problems.
- From Luozi to Matadi: Piste to Kimpese ok, no difficulties, only sometimes hard mud and waterholes. From Kimpese on perfect tar.
- We dident get Stamps in the Carnet until Matardi, because there is no Custums on the Road. Nobody cared about. In Matardi they noticed the Entry and the Exit from DRC (usless but also harmless).
- W dident have an insurance for that country, we dident get any Roadblocks.

Fazit: We would definitely take that piste again! The ferry was easy, the landscape was beautiful and most people we met were amazingly kind (exept the immigration officer DRC).

Attention slippery when wet!

Mission, Matadi, DRC, Geoposition, Höhe, 11.4.2011

Warten
Schlammpiste
tolle Piste
steile Piste
der Kongo

Am nächsten Morgen wollen wir so früh wie möglich aufbrechen, um es noch bis zur Fähre und am besten über den Kongo Fluss zu schaffen. Zudem ist campen in einem Dorf mit einem Zirkusauftritt oder einem Zoobesuch falschherum zu vergleichen. So sind wir bereits um 6.30 Uhr unterwegs, müssen ca. 60 km zurücklegen bis zur Fähre in Luozi. Sollte bei schlechter Piste in 2 bis 3 Stunden zu schaffen sein wenns nicht regnet und das hats bis jetzt nicht. So sind wir guten Mutes fahren 15 Minuten oder 3 km oder bis der Regen kommt. So halten wir erst mal an, warten miten auf der Strasse, spielen in unserem Auto Hornochsen. Nach etwa einer Stunde hört der teilweise doch recht heftige Regen aber wieder auf und wir begutachten die Piste. Erst mal nur zu Fuss, in Flipflops. Und siehe da die Strasse, die vorher hart wie Stein war ist weich, matschig und vorallem glitschig. So warten wir nochmals 3 Stunden bis es einigermassen abgetrocknet ist denn keiner will in weichem Matsch steckenbleiben, schon gar nicht, wenn er wieder abtrocknet, denn dann ist er wieder wie Beton und mann muss sein Auto mit dem Presslufthammer ausgraben, oder auf den nächsten Regen warten. So fahren wir um 11.00 Uhr weiter stellen aber bereits am ersten Hang fest, dass die Piste noch viel zu rutschig ist, Mowag kommt schief, wir retten uns in bereits vorhandene Spuren, fahren wie auf Schienen wobei nur die Geschwindigkeit halbewgs in unserer Macht steht. Wir beschliessen, vernünftig zu sein und nochmals zu warten. Inzwischen scheint natürlich bei bestem Wetter die Sonne, wir bauen das Sonnendach auf, Spielen Ligretto, kochen Cuscus zum Mittagessen, kurz machen uns breit auf der Strasse in der Demokratischen Republik Kongo einem der angeblich gefährlichsten Landschtriche der Erde, wo das Gesetzt des Särkeren herrscht und alle Offiziellen denkbar böse sein sollen, wir darum ja erst durch diese Gottverlassene Gegend fahren und gar nicht ertst versucht haben die Fähre nach Kinshasa zu nehmen.
Aber eben was solls eigentlich ist es unglaublich friedlich. Leute kommen vorbei meinen, ah ihr seit blockiert jaja so ist das eben.
Gegen 14.00 Uhr ist es dann so weit und wir wagen einen neuen Anlauf. Tatsächlich siehts besser aus wir rutschen nicht mehr können fahren bis zur Fähre. Über drei Stunden brauchen wir für die verbliebenen 55 Kilometer, meist auf doch recht guter Piste, aber leider gefährlich holprig, wenns hoch oder runter geht, und immer noch matschig an Talböden über die maroden Brücken. Alles in allem aber problemlos.
So erreichen wir in der Dämmerung (um 18.30 ists hier dunkel) Luozi, die erste grössere Stadt in diesem Land, wollen vorallem auf die Fähre, müssen aber auch noch das Carnet gestempelt kriegen und sind ohne Versicherung unterwegs, was zwar eigentlich nicht alzu tragisch ist, da die Carte Brune, die hier nicht mehr zählt, auch nur Personenschäden abgedeckt hat, aber die Polizei könnte sie sehen wollen und wenn man keine hat ist der Ärger vorprogrammiert.
So fahren wir also in diese Stadt ein, wollen zur Fähre und promt fängt uns die Polizei an der ersten Strassenkreuzung ab, schickt uns in die andere Richtung, wir müssten zur Registrierung, was auch immer das soll. Wir fahren also die Strasse lang keine Ahnung bis wohin, halten bei der Fahne die hier in jedem Dorf steht fragen einen Uniformierten, wahrscheinlich Militär, wo wir hin sollen der hat auch keine Ahnung, fragt rum. Wir werden langsam nervös wollen eigentlich ja kein Aufsehen erregen, tun das aber gerade mit recht grossem Erfolg.
Von irgendwo kommt einer angeschlurft, zeigt seine Uniform von der DGM (Direction General de Migration) meint wir sollen mitkommen. So fahren wir mit dem Typen etwa 2km durch dieses Nest bis zu einem kasernenartigen Bau, in dem das Büro des DGM ist, aber natürlich ist keiner da.
Ja wir können heute ja sooderso nicht mehr auf die Fähre, sollen hier in Luozi übernachten, und Morgen früh käme auch gleich der Chef.
Ob wir denn hier auf der Wiese gerade stehen können?
Ja kein Problem sicher sei auch, arangiert euch.
So stehen wir in der DRC zum zweiten mal von zwei Nächten in einer Siedlung, umgeben von Kindern aber gratis. Tatsächlich kommt frühmorgens dann der Chef persönlich, nimmt im typisch afrikanischen Prozedere all unsere Daten auf. Ich denke nur hoffentlich will er kein Geld sehen so wie der Zöllner aber nichts da.
Er sei Mr. Freddy, Chef über alle Zöllner und Zollposten nördlich des Rio Kongo, gibt uns seine Nummer, wenns Probleme mit der Polizei oder sonstwem gäbe sollen wir ihn anrufen! Hopla Schorsch, geben wir natürlich gerade an Lilly und Steffen weiter, die nach uns auf dem selben Weg kommen.
So fahren wir denn um ca 9.00 Uhr zur Fähre, voller Zuversicht, dass das hier wohl doch nicht ganz so böse ablaufen wird wie vermutet. Tatsächlich stellt sich dann auch die Fähre über den Kongo als absolut frei von Stress heraus, kosten tuts ca 20 $, wir können in CFA bezahlen (10’000.-). Wir machen Fotos geniessen den Botstripp, denn immerhin ist hier der Kongo 3km breit. Nachher soll die Strasse gut sein versichern uns alle.
Natürlich ist aber die Strasse nicht erwähnenswert anders als vor der Fähre. So brauchen wir für die ca 100 km fast den ganzen Tag, fahren um 15.00 Uhr auf die Teerstrasse, die von Kinshasa nach Matardi führt. Noch 2 Stunden gutes Licht für die verbliebenen 120 km, aber eben ist die Strasse gut, ist das stressfrei zu schaffen, und für einmal ist die Srasse wirklich gut. Polizeikontrollen? Ach ja in Songololo der einzigen grösseren Stadt auf unserem Weg sitzen sie auf Ihren weissen Plastikstühlen, unübersehbar für alle, einer steht auf, als er uns kommen sieht beginnt irgendwas zu winken, aber sobald er uns als Touristen erkennt, dreht er bei und setzt sich wieder hin. Alles geht so schnell, dass ich nicht mal, “Scheisse die Verischerung!” fertig denken kann. So fahren wir am dritten DR Kongotag um 5 Uhr im sagenumwobenen Matardi ein, dem Punkt der letzten Angolavisumshoffnung und dem Ausgangspunkt des 5 Tage Rushes durch das 2000km breite Land. Da wir unsere Visas schon haben kaufen wir noch Bier in einer Strassenbar, stellen uns stressfrei zum katholischen Schwesternkonvent, bleiben zwei Tage, doch das ist eine andere Geschichte.

DRC – spezieller Willkommensgruss

Vor der Immigrationspolizeistation, Ndandanga, DRC, Geoposition, Höhe, 8.4.2011

Kongo Piste
Kongo Landschaft
Belgisch Kongo
Schräglage

Am 8.4. ist es dann zum Glück sonnig und warm und so können wir Richtung Grenze aufbrechen. Wir verabschieden uns von Lili und Steffen, die vorgestern angekommen sind, aber noch ein wenig bleiben wollen. Ausgangs Brazzaville kommen wir in eine Polizeikontrolle, werden aber sofort durchgewunken, als wir als Touristen erkannt werden. Genial! Die Strasse ist dann bis Boko, wo die Pässe und das Carnet gestempelt werden, perfekt geteert und ab Boko bis zur Grenze bei Manianga eine gute Piste in wunderschönster Landschaft. Ich liebe den Kongo! So sind wir schon kurz nach Mittag aus dem Kongo raus. Leider wird die Piste in der DRC sofort schlechter und wir müssen ein paar schwierige Stellen überwinden. Zudem scheint der Mowag ein neues Leiden zu haben, jedes Mal, wenn es uns in die Federn schlägt, hören wir ein lautes Klacken… Wir können aber mit Blick unters Auto nichts feststellen.
Wir schaffen es trotzdem heil bis zur Einreise DRC, Ndandanga, wo wir um 4 Uhr eintreffen. Vor dem Dorf werden wir von einer abgeschlossenen Schranke aufgehalten. Wir suchen jemanden, der uns aufmacht und treffen auf einen Sanitäter der nahegelegenen Krankenstation. Er empfielt uns so lange zu hupen, bis der zuständige Polizist kommt. Das tun wir dann auch und kurze Zeit später tauchen ein paar Leute in Zivil auf. Sie wollen unsere Pässe und Impfausweise sehen, behalten sie gleich in der Hand, kontrollieren die Autos und öffnen die Schranke. So weit so gut. Wir sollen bei der Polizeistation im Ort parken. Freundlich werden wir in das “Büro” gebeten und dann kommt der Hammer: Mit einem Lächeln verlangt der gute Herr 50 Dollar pro Auto für eine Art Immigrationsbewilligung. Wir verweisen auf das Carnet und unsere Visa und sagen, das sei Immigrationsbewilligung genug und wir hätten noch nie von was anderem gehört. Ja, das sei eben neu, seit 2 Wochen. Es seien in der Zeit erst 2 Franzosen vorbeigekommen (das stimmt, wissen wir) und die hätten angeblich bezahlt. Wenn wir nicht zahlen wollen, können sie uns gerne die Schranke wieder aufmachen und wir können zurück in den Kongo fahren. Geht ja nicht, wir haben ja kein Visum mehr und ausserdem wollen wir das auch nicht. Es folgen zuerst mal 2 Stunden harten Verhandelns, in denen ich es einmal auf die nette Tour (mein Freund, hast du Familie, Kinder, blablabla) und andere Male mit schimpfen probiere. Der Typ will mir nämlich nicht seinen Ausweis zeigen. Sein Kollege kramt dann irgendwann mal eine Art Ausweis heraus, zeigt ihn aber nur ganz kurz, das Foto immer verdeckt. Ich probiere es noch mehrere Male, aber er will den Ausweis einfach nicht richtig zeigen. Wir vermuten also, dass diese 2 Typen gar keine Offiziellen sind und einfach für eine Zeit das Büro des Offiziellen übernommen haben. Na bravo. Das Problem ist einfach, dass wir nicht ohne Einreisestempel verschwinden wollen, da wir nicht ohne diesen in eine spätere Polizeikontrolle kommen wollen. Das wäre fatal. Aber eben, Einreisestempel gibts hier nur gegen Bezahlung. Irgendwann treffen mal noch ein paar andere Leute ein, die auch abgefertigt werden müssen. Es wird dunkel, wir warten immernoch und ich verhandle zwischendurch. Schliesslich beschliessen wir, vorzuschlagen, 10 Dollar pro Auto zu zahlen, mit der Begründung, dass wir gar nicht mehr Dollar dabei hätten. Langsam wird es auch dem Beamten zu viel, ich bedränge ihn, und wir drohen, unsere Botschaft anzurufen. Nach einer weiteren Stunde meint er dann, er werde jetzt mal mit seinem Chef telefonieren und sehen, was sich machen lässt. Er sucht einen Ausweg, ohne sein Gesicht zu verlieren. Als er zurückkommt, kramt er plötzlich ein neues Formular heraus. Er meint, ok, wir könnten auch dieses ausfüllen, das kostet nur 10 Dollar pro Person! Wieder erkläre ich ihm, das wir nicht mehr als 20 Dollar insgesammt hätten (also für 4 Personen). Er bleibt hartnäckig. Naja, lassen wir ihn erst mal den Zettel ausfüllen. Bei Rasse schreibt er “rouge” und ich frage wieso. Er meint, ja, wenn ihr daheim seid, seid ihr “blanc” aber hier seid ihr “rouge”. Will er uns verarschen? Aber nein, auch später werden wir von anderen “rouge” genannt, lustig. Am Schluss meint er noch, bei mir müsse er eigentlich “negre” (also schwarz) schreiben, ich sei mit meinen Verhandlungen wie eine Schwarze. Dann seien wir ja Bruder und Schwester sage ich und er stimmt widerwillig zu. Fast haben wir ihn soweit. Domi holt noch 2 Sackmesser, wir bieten diese noch dazu an. Wollen sie nicht, dann doch, aber noch 10 weitere Dollar. Es folgen mehrere Diskussionen, dann will er nur noch 5 weitere Dollar. Wir bieten die Summe in unserem restlichen CFA Münz an, das wir sowieso nicht mehr gebrauchen können, er schlägt endlich ein. Inzwischen ist es 8 Uhr, wir sind am verhungern und totmüde. Zum Glück dürfen wir wenigstens unter den Bäumen visavis der Polizeitation campieren und die meisten der Zuschauer sind auch schon verschwunden, so dass der Abend doch noch gut ausklingt.

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Kongo – Fazit

Was hatte ich Angst vor diesem Land! Schlechte Pisten, Rebellen, Krankheiten.
Die Piste von der Grenze nach Okoyo ist wohl die schönste der ganzen Reise. Zugegeben, es hatte vielleicht ein paar schwierige Stellen, aber nichts, was unser Mowag nicht gemeistert hätte. Und ein bisschen Abenteuer gehört ja auch dazu. Nach Okoyo kommen wir auf perfekter Teerstrasse in die Zivilisation. Anders als zum Beispiel im Senegal, gibt es hier richtige Häuser, Strassenlaternen. Manchmal sieht man ein paar ärmliche Hütten, ja, aber hungern tun die Leute ganz sicher nicht hier. In Zentralafrika wirkt sowieso alles “zivilisierter” als in Westafrika, für mich eine totale Überraschung und eine geniale Erfahrung! Das Angebot in Supermärkten (und überhaupt die Supermärkte) nimmt von Westen nach Süden drastisch zu. Eselskarren haben wir seit Benin/Nigeria nicht mehr gesehen. Nur Wifi gibt es weniger im zentralen Afrika.
Die Leute in den Dörfern sind zurückhaltend, sehr angenehm, beim Hotel können wir gratis stehen (“ça ne dérrange pas”). Brazzaville ist hektisch, nicht mein Fall. Aber die Landschaften im Kongo sind einfach absolut gigantisch. Bei der Oskarverleiung für die atemberaubendsden Landschaften und tollsten Pisten wäre Kongo bisher mein absoluter Favorit!! Wiedermal bin ich froh, nicht verschifft zu haben, denn diese Erfahrung ist einfach einzigartig! Auch die Polizei ist total zuvorkommend, keine kurrupten Forderungen.
Ausserdem wollte ich noch etwas zur Kleidung der Leute schreiben. Die bunten Kleider hörten eigentlich ab Nigeria auf. Dort war es meiner Meinung nach inn “europäische” Kleidung zu tragen. Ab Kamerun hatte ich dann wieder das Gefühl, dass sich eher nur die reicheren Leute das Schneidern der bunten Kleider leisten können. Die Ärmeren tragen eher billige “europäische” Kleider. Vorallem im Kongo sieht man eigentlich nur noch dicke Mamas und Papas, mit Goldketten behängt, in geschneiderter, bunter Kleidung.
Brotranking: Wieder nur Baquette. Note: 4.5. Wir essen vorallem Cornflakes zum Frühstück.

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Hippocampe!

Hippocampe, Brazzaville, Congo, Geoposition S04° 16.395’ E15°16.652’ Höhe 284m, 07.04.2011

Fährt der Reisende durch Kongo und Brazzaville, wird ihm irgendwo unterwegs die Information zugetragen, da im Hippocamp stehen zu können. Zumeist verpackt in englischem Satz, darum auch englisch betont und so erwartet er dann auch ein Camp, wahrscheinlich am Fluss mit Aussicht auf Hippos also Flusspferde. Huge missunderstanding, denn Hippocampe ist französisch und heisst Seepferdchen, ist ein Hotel mit Restaurant, mitten in der Stadt. Stehen darf man hier auf dem Parkplatz. Da wir uns auf dem Weg von Oyo nach Brazza entscheiden alles an einem Tag zu machen, treffen wir, leider von der nicht ganz so perfekten Strasse arg gebeutelt und verspätet, in der feuchten Dunkelheit ein und alles mag uns nicht so recht gefallen. Wir beschliessen schnellstmöglich geplante Aktivitäten zur Erhaltung unserer Reisefähigkeiten hinter uns zu bringen und weiterzufahren. Wir einigen uns auf einen Tag Brazza mit Shoppen und Internet und einen zweiten mit Autounterhalt. Auch gibt es laut Olivier, dem französischen Manger, keine Mercedeswerkstatt im Ort und so beschränkt sich mein Autounterhalt aufs geplante nochmalige Ausbauen der hinteren Kardanwelle, sowie einer Überprüfung der Aufhängung des Zwischengetriebes. Beim Demontieren der Kardanwelle, fällt auf, dass die hinteren Lagerklemmen inkl. Schrauben deformiert sind, mögliche Ursache der Brummens. Ich versuche diese so gut als möglich in die ursprüngliche Form zurückzubiegen, vorallem die Auflageflächen der Schrauben zu richten. Leider sind die Schrauben M8x1 oder irgend was Zolliges und so mangelts mir an Ersatz Ich versuche mit Unterlagscheiben die zerschlagene Gewindeabschnitte zu umgehen.
Mit Hilfe des Wagenhebers biege ich die Stabilisierung des Zwischengettriebes gerade, Christina schneidet inzwischen neue Gummiunterlagen. Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, mangels Testfahrt kann ich aber noch nicht bestätigen, ob das nervtötende Brummen ab 60 aufgehört hat, oder eben nicht.
So sind wir fit für die nächste schwere Piste in die DRC und zum Kongofluss, planen am 07. April frühmorgens weiter zu fahren. Wetter gut, Stimmung beherrscht von Zuversicht. Nachts regnet es allerdings heftig, morgens immernoch, wir bleiben, ich schreibe Blog Christina durchsucht Fotos gut für euch Leser (Danke an dieser Stelle uer die Komentare freut uns immer wenns jemand liest)aber auch für uns so sind wir wieder mal a Jour. Ausser die Bilder und Trackfiles fehlen noch da die Verbindung leider zu schlecht ist!

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Gabun – Fazit

Wer hätte gedacht, dass wir den Äquator auf einer Teerstrasse überqueren werden? Wer hätte damit gerechnet, dass sich mittem im dunklen Herzen Afrikas ein solches Bijou-land versteckt? Wer kennt schon Gabun? Einst musste ich einem Hund diesen Namen geben, um ihn mir zu merken (remember Blouberg-crew?).
Gabun ist wohl das zivilisierteste, geplegteste, gastfreundlichste Land seit wir übers Mittelmeer verschifft haben. Wie schon erwähnt sind die meisten Strassen geteert und die Grassstreifen neben den Strassen werden sogar gemäht! Es ist ein tropisches Paradies. Kein Wunder, dass sich Albert Schweizer dieses Land für den Bau seines Spitals ausgesucht hat.
Leider haben wir Libreville nicht besucht, das Meer soll da sehr schön sein.
Aber trotzdem kann ich dieses Land nur empfehlen. Wunderschöne Landschaften, interessante Städte, angenehme, freundliche, nicht zu aufdringliche Menschen.
Der Lope-park ist, wie wohl alle Nationalparks, die sich nicht im südlichen oder östlichen Afrika befinden, leider schlecht organisiert und deshalb etwas mühsam, lohnt sich aber trotzdem, schon allein wegen der tollen Landschaft.
Sowieso überrascht Zentralafrika mit seiner unerwarteten Zivilisiertheit. In den hiesigen Supermärken kann man alles kaufen, ganz anders als in vielen Westafrikanischen Ländern.
Ich bin jedenfalls froh, dass wir nicht verschifft haben und dieses Land kennenlernen durften.
Brotranking: normales Baquettebrot, nicht schlecht. Note: 4.5. Besser sind Plantains

Gabun-Congo einfach

Auberge Berger, Oyo, Congo, Geoposition S01° 09.681’ E15° 58.156’, Höhe 322m 03.04.2011

blitzdings
Piste1
Piste2
Piste3
Piste4
Piste5
Ausgraben
Piste6
Schlamm
voll Schlamm
Kongo
Pfütze
Teer


Internet sei Dank weiss der moderne Reisende immer was abgeht, seis in Japan oder Lybien (grüsse an Philip an dieser Stelle) oder auch nur das Hiller gerade ausser Form ist.
Nicht unwesendlich dabei ist jedoch auch die Möglichkeit, Informationen über kommende Routen einzuholen auf Foren und Blogs anderer Afrikafahrer, in Kontakt zu bleiben mit getroffenen Leuten und so Infos noch warm und aktuel zu erhalten. Denn über Afrika ist alles was gedruckt wird, wegen des Druckprozesses zu alt, innert Tagen kann sich eine Gute Piste in eine Schlammrutsche verwandeln, kann aber auch eine neue Asphaltstrasse entstehen, wo vorher nur Lastwagen passieren konnten. So haben auch wir uns informert, unsere Route entsprechend gelant, fahren Lope-Moanda-Franceville-Lekoni-Grenze Kongo-Okoyo-Boundji-Obouya-Oyo und dann Teerstrasse nach Brazzaville. Dies ist im Moment die gängige Route für Overlander. Strassenzustandbericht wie folgt:
Bis Lastoursville gute Piste, neu geschoben, bis Mouanda Teerstrasse in Arbeit, zur Abwechslung mal von den Chinesen, ab Mouanda über Franceville bis Grenze Kongo Teerstrasse, da Heimatprovinz des amtierenden Präsidenten von Gabun, dann folgt eine Sandpiste bis Okoyo, ab da teils Sandpiste teils neue Teerstrasse bis Obouya. Dazu der Hinweis, dass die Sandpiste bei Regen katastrophal ist, 2-4 Tage in Anspruch nimmt. Somit 200 km potenzielle Schwierigkeiten die es zu bewältigen gilt.
Soweit unsere Informationslage.
Auf dem Weg nach Lope hat sich auch gezeigt, dass bei Wellblech die Deutschen auf Grund grösserer Erfahrung schneller unterwegs sind als die Südafrikaner und als wir sowieso, zumal wir immer noch nicht hundertprozentiges Vertrauen in unser Bewegungsmittel zurückgewonnen haben. Da die Langsamfahrer auch eher die Frühaufsteher sind, entscheiden wir tagsdarauf am 31. März einfach mal loszufahren und Lilly und Steffen ketchen dann up. Tatsächlich treffen wir auf hartes Wellblech, sind langsam kommen kaum 20 km bevor der Toyota im Rückspiegel erscheint, kurzdarauf vorbei braust und dann am Horizont verschwindet.
Hm…. Glücklicherweise wird aber die Piste dann besser und so fahren auch wir schneller, finden Spass daran, fahren noch schneller, fetzen bald darauf mit 60 Sachen auf perfekter schön geschwungener Piste durch den Urwald. Kurz nach Lastourville campen wir in einer aufgegebenen Baugruppe, die in regelmässigen Abständen an den Strassen zu finden sind und zur Gewinnung des Strassenbaumaterials dienen. Zudem sind sie perfekte Campiermöglichkeiten, da sie frei von Bewuchs sind, abseits liegen und sicher nicht zu irgendjemands Land gehören.
Es folgt der Abschnitt nach Franceville hier sollen die Strassenarbeiten bereits kräftig fortgeschritten sein und tatsächlich treffen wir bereits kurz nach dem Start auf erste Asphaltstücke. Da das Trasset bereits durchgehend fertig ist sind wir auch schon bald in Mouanda, treffen auf die vorausgesagte Topinfrastruktur. So sind wir zum Mittagessen in Franceville, einer netten Stadt, verstreut über Grashügel und allen Versorgungsmöglichkeiten. Leider macht sich aber auf der Teerstrasse wieder das Brummeln von 60 bis 70 Sachen bemerkbar und so beschliesse ich bei nächster Gelegenheit die Kardanwelle nochmals auszubauen und durchzuschmieren.
02. April, perfekte Teerstrasse, Grenzübertritt zu Congo, wir wetten um welche Zeit wir alle Formalitäten zur Ausreise Gabun hinter uns haben werden, der nächsteliegende gewinnt, ich sage 12.30, Bridg 13.00 Christina 13.30, Chris 13.45. Als zusätzliche Einschränkung mag gelten, mehr als 15 min daneben gilt nicht mehr. Eingeplant ist ein morgendlicher Einkaufstripp sowie die Verabschiedung von Lilly und Steffen, die beschlossen haben die kommenden Tage langsamer anzugehen und noch das eine oder andere mitzunehmen, eventuell sogar im Kongo den Abstecher nach Norden machen. Eventuel treffen wir wieder aufeinander in Brazza und können dann immer noch zusammen weiterfahren.
Ja die Teerstrasse ist tatächlich gut, darum kausal Brummen im Ohr und Domi unter Mowag. Zum ersten Mal bei der Zollausreise, die problemlos aber zeitaufwändig, mir gerade recht, da ich Werkzegauspacke was werkle, in den 5 km zur Passkontrolle mir aber nicht sicher bin obs was gebracht hat. So stehen wir um 12.07 bei der Passkontrolle. Noch 8 Minuten und ich gewinde 3000 Franken, leider CFA und leider haben wir einen Fiche, den wir abgeben können, darum den Prozess beschläunigen, und so sehr will ich auch nicht gewinnen, dass ich hier den Zettel zurückhalten würde, um Zeit zu schinden.
Danach weiter gute Teerstrasse ca. 30 km bis zur Grenze, wir biegen vorher ab fahren auf einem Amuse bouche für die kommende Strecke zum Cannion de Lekoni wo wir lunchen. Wäre es später würden wir hier gleich campen aber es ist sonnig, erst Mittag und Fliegen treiben uns weiter.
Es folgt Sandpiste durch schönste Grassteppe, leicht feucht, manchmal tief, abundzu Wasserlöcher, Allrad 2. bis 3. Gang einfach nur geil, Mowag zeigt sein bestes Gesicht.
Nach 15 km Kongo folgt dann auch die Immigration, für uns kein Problem, halt zeitaufwändig, aber wir haben genügend, sind schon weiter als geplant und gut drauf. Sie fragen nach Zigaretten, wir haben keine, aber Chris hat noch welche, die er zum schmieren gekauft hat, aber bis jetzt keiner wollte.
Leider zieht hier aber auch ein Gewitter auf, erst nur am Horizont, wir fahren noch trocken weg kommen dann aber doch in leichtes Nieseln beschliessen hier irgendwo im Grünen zu übernachten, tun das auch.
Nachts leichter Regen, morgens dann nicht mehr, so fahren wir weiter. Erst auf weiterhin feiner Sandpiste, doch bald treffen wir auf harte tiefe Laswagenspuren, die zwar ein Einstecken für uns abwenden, aber dem Differenzial, unserem tiefsten Punkt, zu einer Sandstrahlung verhelfen. So dauerts auch nicht lange bis der Landi, der doch wesendlich tiefer ist, aufsetzt und ausgegraben werden muss. Aber der Sand ist weich in 10 Minuten ists getan, rausziehen nicht nötig. Bei Pistenkilometer 60 folgt dann der Zoll, Carnet wird gestempelt, erst anstandslos, dann werden 2000 CFA gefordert pro Fahrzeug, wir fragen intensiv nach, wieso denn eigentlich, die Antwort bleibt uns der Zöllner schuldig, schickt uns weg. So haben wir zum ersten Mal länger als einen Tag für eine Grenze gehabt aber aus eigenem Willen und der Star war hier eindeutig die Piste, oder besser gesagt ist immer noch.
Regen haben wir nie aber wohl ist er uns kurz voraus, erst wirds richtig feucht, dann richtig schlammig. Glücklicherweise ohne Steigung oder Gefälle, Mowag kann alles. Nur einmal ist Reduktion gefragt aber mehr zur Schonung der Mechanik. Drei mal ansetzen dann ist die schwierige Stelle platt, aussteigen nicht nötig. So treffen wir Mittags auf Okoyo und auf eine perfekte Teerstrasse. Da wir nicht wissen wie weit diese führt, der Regen sintflutartig wird, warten wir im verlassenenen Aerodrome, spielen Karten, ich verliere. Um drei fahren wir wieder weiter, planen sicher bis zum Ende der Teertrasse,welches einfach nicht kommen will, nur kurz vor Obuoya kommt noch ein bischen fertiges Trasset, so stehen wir bereits am Zweiten Kongotag in Oyo, wiederum die Heimatstadt des Präsidenten, diesmal des kongolesischen, aber nicht weniger perfekte Infrastruktur. Ab hier soll die Strasse nach Brazzaville geteert sein und so waren es nur knapp 100km Abenteuer der Rest perfekte Teerstrasse, wiedereinml alles nur halb so wild.

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Gorillahike, natürlich ohne Gorillas

Hotel Embeyi, Lope, Gabun, Geoposition S0° 06.462’ E11° 36.660’ Höhe 134m, 30.03.2011

Piste
Emmental
elephant
Dschungel
affen
Gorillascheisse
Dschungel2

Von Lambarene fahren wir zurück nach Ndjoli, biegen dann rechts ab Richtung Lope Nationalpark und Franceville. Wie überall in Afrika sind auch hier die Chinesen kräftig mit dem Strassenbau beschäftigt und so fahren wir auf perekter Piste hügelauf Richtung Park. Erst durch Regenwald, dann, völlig unerwartet, durchs Emmental. Grasige Hügel, bewaldete Täler. Einzig die Alpen am Horizont fehlen. Natürlich auch die Kuhglocken sowie die dazugehörigen Kühe, dafür hats Elefanten. Eindrücklich wie sich diese Riesen durch den unbegehbaren Urwald quetschen.
In Lope haben wir eine Anlaufstelle beim Hotel Embeyi, dieses mag uns aber nicht so recht gefallen, teuer ists auch und so fahren wir dann zum grossen Lopehotel das perfekt gelegen am Fluss liegt und wunderbar zum campen einlädt. Leider nur die Ansicht und nicht die Verwaltung, diese hat nämlich Mangels Kundschaft, Elektrizität und Wasser geschlossen und der Wächter als letzter verbliebener Angestelter will uns, trotz betteln und flehen, nicht erlauben auf dem Grund zu campen. Nagut kein Campen, kein Zwischenverdienst und so fahren wir halt wieder zum Hotel Embeyi. Wieder Erwarten stellt sich dann der Platz doch als ganz gut heraus, da sich hinter den kleinen Hotelgebäuden eine überdimensional grosse Wiese auftut, perfekt gemäht, ideal um ein paar Golfbälle zu schlagen.
In der Zwischenzeit haben sich Lilly und Steffen bei einem Führer direkt vor dem Haus einquartiert, und mit diesem wollen wir am nächsten Morgen auch auf einen Gorillahike, sprich eine Wanderung durch den Regenwald unternehmen. Allerdings meint er auch, dass ein Antreffen von Gorillas eher unwahrscheinlich ist, Glück brauche es vorallem. Mir egal, ich freue mich vorallem auf das wandern duchs Dickicht.
Start ist 7.30 Uhr, fahren tun wir alle mit dem Land Cruiser. Die Preisgestaltung ist afrikanisch, sprich kompliziert. Wir verhandeln und am Schluss sind alle nicht ganz glücklich, aber was solls, losgehts. Wandern im Regenwald ist echt abartig. Tatsächlich läuft man durch einen grünen Farbtopf mit kleinen Krabeltieren überall. So lässt auch die erste fette, richtig hässliche Spinne nicht lange auf sich warten. Glücklicherweise sitzt sie unübersehbar im Netz. Schlangen bleiben aus, wie eigentlich alles grössere Getier. Einmal sehen wir ein UTO (unidentifiziertes tierisches Objekt) davonflitzen, tippen auf kleine Gazelle oder so.
Kurz vor Ende treffen wir dann auf eine Affenfamilie die sich Akrobatisch in 50m Höhe über unseren Köpfen durch die Bäume schwingt. Von Gorillas sehen wir nur Exkremente, der Führer meint von gestern, also fast Glück gehabt. Aber knapp daneben ist auch vorbei, Spass hats trozdem gemacht.
Den nachmitaglichen Safaritripp lassen wir mangels Preisübereinkunft sausen was aber auch passt so haben wir Zeit die eine oder andere Schraube am Mowag festzuziehen, denn irgendwie bin ich mit dem Reparaturergebnis immer noch nicht ganz zufrieden. Zwischen 60 und 70 km/h brummelts und das mag uns gar nicht gefallen. Abends gibts ein Barbeque und danach einen Geburtstags Bananenkuchen (mangels Angebot ohne Bananen) für Steffen. Happy Birthsday!

Kamerun – Fazit

Tropischer Regenwald heisst uns kurz nach der Grenze willkommen. Eine wunderschöne Piste, bei der wir allerdings froh sind, dass wir nicht im Regen auf sie treffen, schlängelt sich über wilde Hügel, durch tiefe Schluchten, vorbei an riesigen Urwaldbäumen. So stellt man sich das Zuhause von Tarzan vor. Kein Wunder, die Filme wurden ja auch hier gedreht. Bis auf knapp 2000 Meter fahren wir und erreichen damit den Höchststand seit Marokko. Wir fühlen uns wie im Paradies! Nächtlicher Regen verschafft uns zudem auch wiedermal eine Abkühlung und einen gesunden Schlaf.
Leider fangen irgendwann die normalen Strassen an und holen uns zurück in die Welt der korrupten Polizisten und zwar mit voller Wucht. Wir müssen viele nervige Disskussionen wegen des rechtsgesteuerten Autos über uns ergehen lassen und schwören uns nie wieder mit einem solchen Auto nach Kamerun zu fahren.
Mal abgesehen davon ist Kamerun aber eigentlich ein wirklich tolles Land. Der wunderbare Regenwald und die tollen Strände von Kribi, wo man sich mit Fisch und Meeresfrüchten verwöhnen lassen kann!! Wegen des Autoproblems wollten wir nicht so viel rumfahren und haben deshalb einige Attraktionen wie die Ringroad und den Mout Kamerun verpasst, sehr schade. Wir haben aber viele Leute getroffen, die mit dem öffentlichen Verkehr in Kamerun rumreisen. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass wir irgendwann mit dem Flugzeug zurückkommen und das nachholen. Ich kann das Land jedenfalls nur empfehlen.
Brotrating ist hier schwierig, denn eigentlich gibt es gar kein richtiges Brot. Die Leute hier ernähren sich von “Plantain”, bei uns glaub ich Kochbananen genannt. Im Öl angebraten haben die auf jeden Fall eine 6 verdient, hmmm!

Nigeria – Fazit

Nigeria – ein Land der Vorurteile, Überraschungen und Gegensätze. Der erste Eindruck von Nigeria hat uns sehr überrascht. Winkende, extrem freudliche Leute und sogar nette Polizisten in der Nähe der Grenze. Die Strassen haben allerdings von Anfang an enttäuscht. Die schlechteste Piste ever nach der Grenze und die löchrigsten Teerstrassen ever in Richtung Abuja. Eines fällt auch noch auf: die enorme Bevölkerungsdichte. Fast wirkt das Ganze etwas erdrückend. Noch dazu schauen die Nigerianer immer recht grimmig drein, bevor man ihnen zuwinkt. Dann hellt sich das Gesicht in Sekundenschnelle auf und ein riesiges weisses Gebiss kommt zum Vorschein.
Im doch eher europäischen Abuja sind die Leute meiner Meinung nach etwas unfreundlicher, jedoch für zürcher Massstäbe immer noch sehr zuvorkommend. Auf dem Weg zur Kamerunischen Grenze nehmen dann leider die nervigen Polizeikontrollen exponentiell zu, wie auch die Saug- Knutsch- und Zischlaute von nach Aufmerksamkeit suchenden Strassenverkäufern. Von Kriminalität allerdings merken wir überhaupt nichts, sind aber dann doch irgendwie erleichtert, als wir die Grenze zu Kamerun erreichen.
Zum Schluss noch das Brot-rating: Das nigerianische Brot kommt daher wie ein Toastbrot mit der Konsistenz von Zopf, dem Geschmack von Hefebällchen und dem Gewicht eines Ziegelsteins. Zuerst ist es eine freudige Abwechslung, nach ein paar Tagen allerdings kann man es nicht mehr sehen. Note: 4.

Congo

Hippocamp, Brazzaville, Kongo, GPS Hoehe, Datum 04.04.2011

Sind bereits im Kongo! Fahren übermorgen in die Demokrqtische Republik Kongo. Leider mangelts unserem Blog im Moment an GPS Daten, Photos und Rechtschreibung werden das korrigieren, sobald wir an einem Ort sind mit WIFI.

Soweit alles Bestens

Grüsse Dominik und Christina

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Albert Schweitzer, der Aequator und die Kardanwelle

Mission Seures de Limmaculee Conception, Lambarene, Gabun, Geoposition S0° 41.467’ E10° 13.691, Höhe 17m, 28.03.2011

0°
Äquator
Bambus
wellentausch
Fluss
Albert Schweitzer spital
op
lab

Am 26.03 fahren wir wieder weiter. Ziel Aequatorüberquerung! Dafür haben wir in Oyem eine Champagnerflasche gekauft. Ca 140 km sinds bis da hin also etwa 3 Stunden, aber leider läufts gar nicht rund, am wenigsten die Kardanwelle, bemerkbar erst durch ein hässliches auf und abschwellendes Brummen. Leider künnen wir das aber trotz zahlreichen Stopps und zur Überprüfung demontierten Blechen nicht lokalisieren und so brauchts erst ein konstant wertendes Brummen, dann ein wütendes Schlagen gefolgt von einem im Rückspiegel sichtbaren, da auf die Strasse geflogenen, Kardangelenk.
Kardanwelle dahin, diesmal die hintere. Ursache: die zu kurze Kardanwelle hat als sie sich verspannt hat, das ganze Zwischengetriebe leicht nach hinten gedrückt, und die hintere Kardanwelle in Mitleidenschaft gezogen.
Kardanwelle ausbauen.
Ich beschliesse, Peter vergib mir das, mit nur Vorderradantrieb bis zum Tagesziel zu fahren, und da dann eine neue Kardanwelle einzubauen.
Gefahren wird ohne Motorabdeckung so haben wir Schweissnaht und Kardanwellen immer im Blick. Leider aber auch die volle Dröhnung im Ohr sowie eine Bruthitze im Auto. Und das, man bedenke, nicht nur einfach am Aequator sondern auch zu einer Zeit, wo die Sonne auch noch nahezu senkrecht dazu steht.
So erreichen wir gebacken und taub das Schild, auf dem wir darauf hin gewiesen werden, 0° Breite erreicht zu haben.
Mit allen Mitteln hat er gegen uns gekämpft aber wir haben Ihn trozdem erreicht, den Aequator! Von jetzt an wirds Herbst und dann Winter.
Champagner, Fotos, und ein letztes mal Pinkeln in der nördlichen Hemisphäre.
Auf schlechter Strasse gehts weiter bis Ndjoli wo wir bei der Katholischen Mission stehen können. Die letzte verfügbare Kardanwelle wird eingebaut (natürlich auf länge geprüft). Wir probefahren und es scheint jetzt endlich alles wieder in Ordnung zu sein. Nachtessen gibts für 2 Franken in den Gassenküchen am Strassenrand. Leckeres Poulet.
Wage erinnere ich mich daran, dass Albert Schweitzer irgendetwas mit Medizin zu tun hatte, irgendwo im Busch ein Spital aufgebaut hat und nicht aus der Schweitz kam. Denn irgendwann haben wir darüber in der Schule was gelesen. Naja langs ists her und so wusste ich nicht, dass dieses Spital im heutigen Gabun liegt, genauer in Lambarene. Lilly und Steffen wusten das aber hattens auf dem Radar und so fahren wir alle dahin.
Campen können wir bei der katholischen Schwesternmission und dem angegliederten Gästehaus. Hervoragende Unterkunft, geführt von einer alten Dame die Albert noch Persönlich gekannt hat, zu erzählen weiss, dass der Doktor jeden Tag jeden Patienten nach dem Wohlbefinden gefragt habe, jedem frohe Ostern oder schöne Weihnachten gewünscht habe (soweit das Ereignis natürlich anstand und nicht einfach nur zum Spass), Sachen die man nicht im Museum in Erfahrung bringen kann.
Für alles andere fahren wir dann Tags darauf tatsächlich ins Museum. Dieses ist im originalen Albert Schweitzer Krankenhaus untergebracht. So erfahren wir direkt am Ort des Geschehens, wie le Grand Docteur gewirkt hat, dass Montgs, Mittwochs und Freitags Visite war, sehen das Zimmer, in dem diese stattgefunden hat, wie das einfache Operationszimmer, dass bis in die 80er Jahre in gebrauch war, aussah, erfahren, dass Albert Schweitzer 1952 den Friedensnobelpreis gekriegt hat und dass er 1964 mit neunzig Jahren in seinem Bett freidlich gestorben sei. Natürlich sehen wir auch das Bett mit dazugehöriger Kammer.
Natürlich gibt es auch noch ein aktives “modernes” Krankenhaus. Dieses ist dank der dazugehörigen Stiftung hervorragend ausgestattet, biete laut “Durch Afrika” excelente mediziische Versorgung. Uns fehlt aber gerade nichts und so essen wir noch bei Alice zu Mittag und fahren dann wieder zur Mission.
Auch in Lamabrene stehet noch des Reisenden Altag an, Wäsche waschen, Auto abschmieren, Haare schneiden.

Massiv Carbreakdown!

Kautchukplantage, Mitzic, Gabun, Geoposition N0° 51.498’ E11 32.228, Höhe 546m, 25.03.2011

abschleppen
unterkunft
Misere
bruchstelle
schweisser
geschweisst
fertig

Kardanwelle vorne ausgehebelt, Verzahnung am Weibchen zerschlagen. Motoraufhängung an der Kuplungsglocke gebrochen, beidseitig. Abschleppen vom Ländi angesagt. Passiert auf der Kautschukplantage von SIAT Gabunaese nähe Mitzic. Dahingekommen sind wir durch eine Karte, die uns zwei europäische Mitarbeiter von SIAT in Kribi mit dem Vermerk, auf der Suche nach einer warmen Dusche und einem guten Klo vorbeizuschauen, in die Hände gedrückt haben.
Am Eingang sitzt aber ein Wächter, der uns nicht reinlassen will und kein Kredit auf dem Handy hat um rückzufragen. Irgendwie klappts dann doch und so fahren wir voller guter Erwartungen in die Plantage ein. Links und rechts gesäumt von Kautschukbäumen, was ich natürlich noch nie gesehen habe und so schaue ich frisch fröhlich rum und übersehe natürlich die Bodenwelle, fetze voll darüber hinweg. Wir heben ab, setzen mit einem unheilverkündenden Krachen wieder auf gefolgt von einem Chrosen und einem rhytmischen Schlagen der losen Enden der Kardanwelle auf Boden und Chassi. Aus. Stoppen. Aussteigen. Umschauen. Kardanwelle für Frontachse kapput. Werkzeug hervorkramen. Kardenwelle ausbauen.
Ich denke, nagut, haben wir Ersatz mit, Allrad brauchen wir heute sowieso nicht ich reparier das sobald wir stehen. Wir fahren weiter, nicht. Rummsen, immernoch. Wir steigen wieder aus sehen das ganze Ausmas der Verheerung. Links und rechts an der Gussglocke, die über der Kuplung angebracht ist, befindet sich eine Lasche, an der der Motor mit angebauter Kupplung und Getriebe aufgehängt ist. Gelagert auf zwei Vibrationsdämpfer. Diese Laschen sind gebrochen und der Motor hängt nur noch auf den vorderen Puffern sowie an der Kardanwelle zwischen Getriebe und Zwischengetriebe, die zum Glück recht stark ist.
Mit Spansetzts fixieren wir den Motor notdürftig und bauen die Kardanwelle zum Motor ebenfalls aus, da durch die Rollbewegung des Autos wiederum Zwischengetriebe und Getriebe angetreiben werden.
Dann folgt wie bereits erwähnt Abschleppen durch den Landrover. Inzwischen wurden Steffen und Lilly vom englishen Manager freundlichst empfangen und in einem klimatisierten Bungalow mit drei Doppelzimmer und zwei Badezimmer einquartiert. Kostenlos versteht sich. Als wir dann eintreffen werden auch wir freundlich willkomen geheissen, mit dem Zusatz, keine Panik unsere Werkstatt kriegt das schon gebacken, stay cool. Abendessen gebe es im Kader-Club ob das ok sei?
Es könnte schlimer sein.
Um den Schaden richtig zu inspizieren beginne ich mit Steffens Hilfe das Auto auseinanderzubauen. Erst fixieren wir den Motor wieder auf ungefährer Originalhöhe. Dazu heben wir ihn an mit dem Wagenheber und binden ihn dann ans Chassi mit zwei Spannsets. Nun demontieren wir die abgebrochen Halter, zwei 15mm dicke Gusslaschen. Die Teile sind soweit ok ausser, dass sie eben abgerochen sind. Zudem erzählt uns die Bruchstelle links, dass sie nicht von heute ist, der Motor wahrscheinlich schon ein paar Kilometer schief hing. Ich tippe auf die Strecke nach Ebolowa die Anfangs recht holprig war und darauf, dass darum der Motor nicht mehr am Standgas abzustellen war.
Somit war es eigentlich doch Glück, dass ich genau hier die Bodenwelle massiv übersehen habe, hier wo wir hervorragend untergebracht sind, die Duschen und das Bier kalt, und die Plantagenwerkstatt mit allem nötigen ausgerüstet ist. So versichert mir der Manager beim Nachtessen auch, wenn sie das nicht geflickt kriegen, dann wisse er auch nicht wieso hier irgend was funktioniere.
Troz Bier und allgemeiner Zuversicht kann ich nicht schlafen, beginne früh morgens alles auch nur erdenkliche auszuräumen, vorzubereiten, bereitzustellen. Um neun kommt dann einer der uns zeigt wo die Werkstatt ist, gar nicht so unwehsentlich auf einer 40 Quadratkilometer Plantage, und Steffen schlept mich dahin.
Dort nimmt uns der ander Komanager in Empfang, begutachtet ebenfalls den Schaden, gibt Anweisung, sowol an die Halterung wie an der Gussglocke Fasen anzubringen, damit eine richtig fette Schweissnaht platz hat, dann sollen sie es anheften, und ihm rufen. Zum ersten mal bin ich zuversichtlich, dass die Sache wieder soweit ok kommt. Steffen geht wieder zurück zu den andern, ich überwache die Arbeiten. Vom schweissen selber habe ich zwar keine Ahnung aber die zwei Afrikaner machen das hervorragend, nur mit der Sauberkeit der Schweissfuge nehmen sie es nicht sogenau, so packe ich Drahtbürste aus lege selber Hand an. Wie selbverständlich wird natürlich von jetzt an immer erst gebürstet, bevor wieder eine Stelle geschweisst wird.
Mittags sind wir schon fast fertig, aber Arbeiten beginnen zu stocken, da unter den Arbeitern und den nicht wenigen Zuschauern eine heftige Diskussion ausgebochen, ist, ob es sich eigendlich lohne nach Europa auszuwandern oder ob man versuchen solle sein Lebensunterhalt in Afrika zu bestreiten, im Kreis Bekannter, Freunde und Familie. Einer der Schweisser ist aus Kamerun somit bereits Immigrant, tendiert zum auswandern. Ich versuche ihm klar zu machen, dass er hier Arbeit habe als Schweisser, weil er eben schweissen könne was doch ganz gut sei. In Europa aber sei er nur einer von Tausend die das alle auch können. Ein anderer meint, ja und Diplom habe er ja auch keins und ohne Diplom sei in Europa gar nichts zu machen. Und so geht die Diskussion hin und her, dauert an als Christina mit den Andern zur Mittagsbesichtigung kommen und mir ein Sandwich mitbringt und ein paar Fotos macht.
Gegen 14 Uhr ist dann die Schweisserei erledigt und die Montage kann beginnen. In Afrika montiert man aber mit dem Motto wenns nicht mit Gewalt geht, gehts mit nochmehr Gewalt und so montiere ich sensitive Sachen möglichst alleine.
Probefahrt, alles top.
Am immernoch frühen Nachmittag mache ich mich auf den Rückweg zu unserem Bungalow, plane eine gloreiche Rückkehr, fahre über eine Bodenwelle, stelle fest, da ich ohne Motorabdeckung fahre, dass die neue Kardanwelle masiv eiert, was vorher nicht so war. Auftritt dahin, bin wieder entnerft, muss nochmals unters Auto Kardanwelle ausbauen, vergleichen mit der Alten, 3cm kürzer, was zwar eigendlich auch geht aber hald nicht wenn die Federn beim Überfahren von Bodenwellen entlasten. So basteln wir aus dem alten Vaterstück und einem neuen Mutterstück eine passende.
Probefahrt, alles top.
Abends essen wir wieder im Kaderklup, ich gewinne die Wette um den Halbfinaleinzug bei den Kricketweltmeisterschaften, ein Spiel von dem ich überhaupt keine Ahnung habe, aber ich wette einfach gegen Südafrika und Christina, Bridget, und Chris und gewinne je 1000 CFA.

Gastfreudschaft in Gabun, oder zurück in der Zivilisation

Vorplatz einer Schule, irgendwo, Gabun, Geoposition N02° 01.156’ E11° 30.750’, Höhe 604m, 23.03.2011

Kaffee
Kakao

Ab Ebolowa fahren wir auf guter Strasse Richtung Grenze zu Gabun. Keiner von uns hat wirklich eine Ahnung was uns da erwartet. Teuer soll es da sein denn Gabun hat Oel, viel Oel, und ist ein reiches Land. Im alten Durch Afrika Reisehandbuch heissts, die Polizei sei sehr korrupt und man soll den Kontakt zu Offiziellen möglichst meiden, tja dieses Buch ist aber alt und in Afrika zählt was gestern war manchmal schon gegenteilig. Ansonsten schwärmt der Dienstl, dessen Buch wir auch dabei haben sehr von Gabun.
Auf jeden Fall tanken wir auf in Ebolowa und wollen noch Geld holen denn auch da zahlt man mit CFA und wer weiss vielleicht gibts in Gabun keine Geldautomaten. Leider verpassen wir das aber, da ich noch Kameruner Fussballshirts haben muss. Nagutnadann, auf richtung Grenze. Aus irgend einem Grund können wir den Motor im Mowag nicht mehr stoppen, ich schiebe das auf das Meeresklima, gehe davon aus, dass das Handgaskabel ein bisschen eingerostet ist, beschliesse, das Abends zu überprüfen.
Kurz vor zwölf erreichen wir eine Strassensperre, erst halten wir nur schauen uns um, steigen schliesslich aus und realisieren, dass hier die Grenze ist oder auf jeden Fall der Passabstempelschuppen. Einer vorkontrolliert Pässe, eine Frau stempelt und ein Dritter trägt uns in ein Buch ein, naja sollt er eigendlich aber er hängt müde vor dem Radio nuschelt ein bischen rum und lässt es dann bleiben. Wir würden dann bei der Polizei richtig eingetragen. So geht es also weiter zum Zollbüro, dass gleich über der Strasse liegt aber leider verlassen ist, nur ein Zivilist schläft im Hinterzimmer. Uns bleibt nichts anderes übrig, wir wecken den Guten, entschuldigen uns und fragen ihn wies ihm so geht.
Ja gut danke ist denn niemand da? Ja er gehe gleich mal schauen. Wir warten.
Nach etwa einer halben Stunde kommt der Chef, wohl vom Mittagessen zurück. Unsere Carnets werden abgestempelt, innert 5 min, und wir brausen los. Nach gut 10 km treffen wir auf eine brandneue riesige Zollfläche mit LKW-Abstellplätzen, richtigen Zollhäuschen, Schranken und allem Pipapo, finanziert von der EU. Leider ist das ganze wohl ohne Bedienungsanleitung gekommen, denn alles ist verlassen, nur am gegenüberliegenden Ende hängen drei Polizisten in einem Holzschuppen rum. Ja so funktioniert hald Entwicklungshilfe, gut gemeint, zuhause ausgedacht und darum meistens komplett an den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung vorbei. Und ob jetzt EU oder sonst was draufsteht spielt auch keine Rolle, wir haben auch genügend Schwachsinn mit dem CH-Aufkleber gesehen.
Auf jeden Fall werden wir wie auch die Autos in 4mm-Papier eingetragen und so gehts weiter über eine perfekte Stahl-Beton Brücke nach Gabun.
Am gabuner Ende ist dann wieder eine Schranke und wir müssen einen Einreisezettel ausfüllen. Und werden eingetragen. Gestempelt wird nicht, Stempel gebe es in Bitam ca 30 km später.
Nach 500 Meter müssen wir in den Hof einer Kaserne einbiegen und werden nochmals eingetragen. Das Carnet werde in ca 1km gestempelt und der Pass in Bitam.
Tatsächlich folgt nach besagter Distanz ein richtiges Zollhäuschen mit Schranke, vor der halten wir, lassen unser Carnet beim dazugehörigen Zöllner stempeln und verduften. Bis jetzt hat alles etwa 2 Stunden gedauert, hauptsächlich bedingt dadurch das wir jetzt zu sechst mit drei Autos unterwegs sind und die Mittagspause des kamerunischen Zöllners.
Auf perfekter Strasse fahren wir nach Bitam.
Erster eindruck Gabun: Richtige Häuser, gemäter Rasen, auch neben der Strasse immer jeweils 2 m. Man hat das Gefühl durch eine tropische Gartenanlage zu fahren. Sprit ist gute 60 CFA billiger als in Kamerun. Zivilisation und Euphorie pur.
Noch zwei mal halten wir an Polizeikontrollen fragen nach dem Einreisestempel aber wie gesagt gibts erst in Bitam. Dort finden wir nach anfänglichen Problemen das passende Büro und werden von der Unfreundlichkeit begrüsst. Daher kommt sie in Person einer Frau ohne Namen, die uns erst mal Kopien holen schickt und zwar vom Pass und dem dazugehörigen Visa. Natürlich haben wir vom Gabun Visa keine Kopien aber das ist weiter kein Problem, denn gerade gegenüber gebe es ein Kopierladen.
Natürlich zu unverschämten Preisen lassen wir unsere Visas kopieren, gehen zurück. Zwischenzeitlich haben Chris und Bridg versucht die Formalitäten zu erledien, da sie als Südafrikaner kein Visum und somit auch keine Kopie benötigen, sind aber am Bridgs falsch ausgefülltem Einreisezettel gescheitert, kassieren eine Schimpftirade und einen neuen Zettel. Alle zusammen werden wir dann ins Hinterzimmer gebeten. Dort werden fein säuberlich die Unterlagen geheftet und eingetragen und schliesslich die Pässe eingestempelt.
Wir fahren noch etwa 30 Minuten und halten an einem der Parklätze am Strassenrand um endlich auch mal Mitagspause zu machen. Zu den guten Eigenschaft des Gabuners gehört, dass er Touristen in Ruhe lässt oder sehr hilfsbereit auftritt. So verpflegen wir uns ungestört und werden dann von einem älteren Herrn sehr freundlich begrüsst und dazu eingeladen, falls Bedarf bestehe bei der nahegelegenen Schule zu übernachten. Erst lehnen wir dankend ab, wollen es uns dann doch anschauen und fahren dahin. Es beginnt zu regnen und zwar heftig, ich steige aus um den Platz zu begutachten. Jetzt beginnt es zu regnen, also richtig, nicht so wie das nun doch nur als tröpfeln eingestufte Nass, als ich ausgestiegen bin.
Unbeirrt steht der Gabunese im Tropengewitter und erklärt mir wo wir stehen können. Ich lasse mir nichts anmerken bin innert Sekunden klatschnass. Wir parkieren bringen uns unter dem Schulvordach in Sicherheit, lauschen dem Regen und Hagel, wie er mit weit über Hundert Dezbibel aufs riesige Blechdach prasst. Natürlich bleiben wir übernacht und natürlich komme ich nicht dazu das Standgas zu kontolieren. Ein Fehler.

Kulinarische Tage

Hotel Sara, Ebolowa, Kamerun, Geoposition N02° 54.932’ E11° 09.295’, Höhe 589m, 22.03.2011

Mirage-food
Convoi
Kirche mit Glocke

Am 20.03. kommen Chris und Bridge, die zwei Südafrikaner, die wir in Abuja getroffen haben. Nun ist unser “Kongo-Team” komplett. Wir bauen eine Wagenburg und grenzen uns von den Joga-treibenden Entwicklungshelfern ab, die sich übers Wochenende im Hotel eingenistet haben. Die nächsten Tag machen wir nicht viel. Wir sonnen uns, gehen baden, lassen uns abends von André mit Fisch und Meeresfrüchten verwöhnen. Natürlich waschen wir auch Wäsche, schmieren ab und was sonst alles noch so anliegt. Einmal gehen wir in die Stadt einkaufen, wollen wir doch wenigstens einmal Braai machen, aber leider finden wir kein grillierbares Fleisch, stattdessen gibt es Gulasch mit Erdnussbuttersauce zum Znacht. Auch super! Danach besichtigen wir noch die Lobé Wasserfälle und essen dort Srimps mit Plantain zu Mittag, köstlich. Am Morgen des 22.3. brechen wir auf Richtung Ebolowa, kurz vor der Grenze zu Gabun. Wieder fahren wir eine schöne Piste durch den Regenwald. Und hier merken wir mal wieder, dass Peter nicht mehr hinter uns fährt… als wir einmal zum Pinkeln anhalten müssen, entdecken wir, dass wir zum wiederholten Mal vergessen haben, den Deckel vom Wassertank zuzuschrauben! Oh mann, schon wieder alles überschwemmt… In Ebolowa quartieren wir uns auf dem Parkplatz des Hotel Sara ein und gehen abends in die Stadt essen. Dies ist das erste Mal seit Marakesch, dass wir in der Dunkelheit in einer Stadt rumlaufen! Wir lernen die Kamerunische Art essen zu gehen. Man kauft sich an einem der vielen Stände sein Essen zusammen. Zum Beispiel: gegrillter Fisch an einem Stand und Plantains oder Reis oder so an einem anderen. Wir probieren Coco-Jam, batons (oder feuilles) und andere Kamerunische Spezialitäten. Das bekommt man dann schön auf einem Teller, mit dem man dann in eine der Bars sitzen und es zusammen mit einem Bier geniessen kann. Super!