Südsee

Hotel L’étoile du mer, Grand Batanga, Geoposition N02° 51.669’ E 9° 53.219’, Meereshöhe, 19.03.2011

Chez André
Idylle
Bohrinsel vor der Küste
mowi am strand
Braai
Strand
Echse
Sonne
Schnuefdis

Eigentlich sind die zwei Deutschen langsamer unterwegs als wir, da aber ihr Angola Visum vor unserem abläuft, sind auch sie im Moment grad ziemlich direkt unterwegs und so beschliessen wir die kommenden Länder gemeinsam zu machen und fahren zusammen zum Treffpunkt nach Kribi wo wir wieder auf Chris und Bridge treffen werden. Also eigentlich fahren Christina und ich vor den anderen los, da unser Visum vorher fertig ist. Erst verfahren wir uns aber in Yaounde, dann tanken wir halt noch und schlussentlich hält uns die Polizei auf. Ein Polizist in Uniform und Kalaschnikov und ein Nagelbrettler in Zivil und mit Nagelbrettatrappe.
Wir hätten keine Vignette! Für was auch immer, Autos in Kamerun haben bis zu 5 verschieden Vignetten auf der Frontscheibe und zwar alle gültig nicht wie bei uns einfach noch alte!
Wir sind freundlich, meinen wir seien Touristen, brauchen so was nicht, hätten eine temporäre Aufenthaltsgenemigung, einer verschwindet mit meinem Fahrzeugausweis, wir sollen rechts ranfahren.
Christina hat Angst ist völlig aufgelöst ab den neuerlichen Schwierigkeiten. Wir warten und installieren noch das zweite Navi. Danach steige ich aus und geh mal die Lage checken. In einer Bar nebenan sitzt eine ältere Frau mit ihrem Vignettenblock und versucht aus unserem Fahrzeugausweis schlau zu werden.
Obwohl dieser ja auch Französisch ist hat sie überhaupt keinen Plan was was bedeutet und fragt mich schlussentlich nach der Leistung. Ich beharre darauf, keine Vignette zahlen zu müssen schliesslich seien wir Durchreisende! Nagut in der Schweiz müssen ja auch alle, die die Autobahn benützen eine Vignette haben aber in Kamerun kosten die Strassen ja sowieso. So haben wir halt keine Ahnung und ich denke was solls zeige ihr die 91 kW. Leider kann die gute Frau damit gar nichts anfangen. Sie brauche Chevaux, also nicht unsere PS sondern die alten französischen Leistungsklassen, CV abgekürzt, die wir bei uns höchstens noch vom Döschwo also 2CV kennen. Das wird ihr zum Verhängnis, denn natürlich hat sie keine Ahnung was das eigentlich ist, geschweige denn wie die Leistungsklassen unterteilt sind. Sie will jetzt die Zollpapiere sehen, in der Hoffnung das da was draufsteht. Ich schnappe den Fahrzeugausweis, der auf dem Tisch liegt und gehe zum Auto zurück das Carnet holen. Der Nagelbrettler rennt mir nach, wills mitnehemen. Ich mache ihm klar, dass ers nicht kriegt, ich gehe selber zurück. In der Zwischenzeit ist nämlich die Freundlichkeit auf der Strecke geblieben, ich habe entgültig genug.
Als ich zurückfahre kommen Lilly und Steffen angerauscht und ich erzähle den beiden was abgeht, gehe dann zur Vignettenfrau zurück und zeige ihr das Carnet, ohne es aus der Hand zu geben. Natürlich steht auch da die von ihr gewünschte Information nicht drauf und sie beginnt ratlos und nervös auf dem Handy rumzufingern. Ich gehe wieder zu den andern und höre gerade noch wie der Nagelbrettler sich mit dem Carnet bei den Deutschen zufriedengibt und Ihnen gute Reise wünscht.
Voilà, ç’est la même chose! Meine ich, gehe wütend zum Auto zurück, steige ein will losfahren. Schnell kommt der Polizist mit Kalaschnikov angerauscht, fragt mich was das soll?
Ich gebe zur Antwort, die Frau habe gesagt wir können gehen, starte und fahre los. Leckt mich alle am Arsch!
Später meint Lilly, alle hätten nur gelacht als wir wegfuhren, also weiter kein Problem. Auf guter Strasse erreichen wir Kribi und das L’étoile du mer, wo man unter Palmen direkt am Strand campen kann. Wir lassen uns von André, dem belgischen Besitzer, auf der Terrasse und mit Blick aufs Meer und Sonnenuntergang, mit Carpaccio und Tartar aus rohem Fisch verwöhnen und schliessen wieder Frieden mit Afrika.

Leave comment (2)

Hm!?! Kamerun?

Foyer international de l’eglise prespyterian, Yaounde, Kamerun, Geoposition N 03° 52,788’ E11° 31.340’, Höhe 774m, 15.03.11

Weiter gehts
Berge
Yaounde

Ziemlich direkt reisen wir Richtung Younde, wie eigentlich immer seit Bamako. Wir wollen einfach schnellstmöglich nach Namibia und im Moment siehts so aus als würden wirs auf Ende April schaffen. Zwei Visa fehlen uns noch, Gabun und Demokratische Republik Kongo (kurz DRC). Diese kriegen wir in Younde und darum fahren wir auch dahin. Zuerst über Bamenda wo wir aber nicht bleiben sondern nur speisen, dann Richtung Baffussam. Hier müssen wir erst mal nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen, finden auch etwas Tolles. Leider passen wir aber nicht durchs Tor und an der Hintertür ist ein Vorhängeschloss angebracht, zu dem es keinen Schlüssel mehr gibt. Die Managerin wills aufbrechen lassen, aber Werkzeuge sind Mangelware und so packe ich die Metallsäge aus und erledige das. Leider kostet hier die Übernachtung 10’000 CFA und so sind wir tagsdarauf zwar ausgeschlafen aber auch frei von Bargeld. Diesel haben wir noch genug aber die Strassen kosten und so brauchen wir noch vor Ort Bargeld. Leider ist Sonntag und die Banken geschlossen. So suchen wir einen Bankomaten, finden einen, der funktioniert aber nicht. Wir fragen den Wächter nach nem anderen oder einer Geldwechselmöglichkeit. Kein Problem! Was wir denn brauchen. 100 € in CFA?
Ja er suche grad mal nach seinem Freund. Dieser ist eigentlich Schmuckhänder hat aber genug Bares, kann das machen, gibt uns 64’000 CFA was ein sehr guter Kurs ist.
So tanken wir gleich noch auf und fahren Richtung Yaounde. Gute Strasse, schöne grüne Landschaft, kaum Strassensperren, nie Probleme…. bis Biffa.
Road Safety, ohne Uniform aber mit Nagelbrett. Nigeria lässt grüssen.
Wir werden angehalten unsere Papiere kontroliert. Eine Frau kommt, meint Steuerrad auf der rechten Seite ist in Kamerun verboten, wir müssen mit ihnen mitkommen das müsse umgebaut werden!
Ich muss lauthals loslachen sage der dummen Kuh sie solle mal mitkommen und sich anschauen was alles zu nem Steuerrad dazugehöre.
Ja aber das müsse umgebaut werden!
Wir bleiben nett, ich koche innerlich. Nach etwa 10 Minuten sind wir wieder unterwegs, von dem her nicht sehr schlimm aber ich hasse alle dummen korrupten Scheisspolizisten mit ihnem Kamerun und eigentlich die ganze verdammte unterentwickelte Scheissregion!
Kurz darauf kommt die Zahlstelle, wo irgendwelche Idioten (Zivilisten keine Polizei oder so) zwischen den Strassenhändlern rummlümmeln uns zurufen: Was Steuerrad rechts! Verboten! Rechts rannfahren!
Ach so, ja dann, ist unsere Reise halt aus, wir parken jetzt hier und gehen zu Fuss weiter, verschenken halt alles unser Zeug!
Etwa so stellen die sich das wahrscheinlich vor. Ich koche über und so kommt auch die nächste Polizeikontrolle, ein Offizieller, in Uniform und so, und natürlich ist das Steuerrad immern noch rechts und das sei verboten in Kamerun und zwar für alle.
Was wir denn jetzt machen sollen? Der Polizist merkt, dass er sich da in etwas verfahren hat und sucht nach einen Ausweg, ohne das Gesicht zu verlieren. Ähm, man kann einen Zettel besorgen, auf dem draufsteht, dass das für uns Touristen erlaubt ist. Wieso wir den denn nicht haben?
Wo wir denn hin wollen?
Nach Yaounde!
Ach Ihr wart gar noch nicht in Yaounde? Ja, ob wir denn den Zettel dort bekämen?? Oh ja genau, ihr müsst dort aufs Tourismussministerum und Euch die Beglaubigung holen gehen. Jetzt ist die Situation gerettet.
Ein bisschen Smalltalk, blabla, und wir fahren wieder weiter. Eigentlich hats nicht lange gedauert und ausser Nerven nichts gekostet aber ich mags nicht mehr haben und so mache ich mich am Abend schlau. Tatsächlich haben die Kameruner rechtsgesteuerte Autos 2008 verboten, und entscheiden dass alle Autos umgebaut werden müssen. Irgend ein Autohändler hat dieses Gesetz gekauft und jetzt ist es halt so. Natürlich gilt das aber sicher nicht für Transittouristen. Natürlich sparen wir uns auch den Gang zum Ministerium und beschlissen den angedachten verlängerten Kamerunaufenthalt sicher nicht umzusetzen.
In Yaounde treffen wir auf Lilly und Steffen, zwei Deutsche auch auf dem Weg nach Süden. Zusammen gehen wir tagsdarauf die letzten Visas organisieren, Gabun und DRC. Leider kostet uns das ein Vermögen, allein das DRC Visa kostet hier 100’000 CFA was 60’000 CFA mehr ist als in Lome wo Lilly und Steffen ihr DRC-Visa geholt haben. Das Gabun Visum kostet 50’000 CFA und dauert 2 Tage, da wir aber so schnell wie möglich aus dem Grossdorf Yaounde an den Strand nach Kribi wollen, legen wir noch 20’000 CFA drauf fürs beschleunigte Verfahren.
Zusammengefasst sieht unsere Visaorganisierung nun folgendermassen aus:
WO: FÜR GÜLTIG: WIEVIEL: WARTEZEIT:
Rabat Mauretanien 1 Monat *** 320 Dirham 1 Tag
Casablanca Senegal 1 Monat ** 41 Dirham 3 h
Nouakchot Mauretanien +3 Monate 6000 Uguia 5h
Nouakchot Mali 1Monat ** 6500 Uguia 5h
Bamako Burkina Faso 90 Tage * 47’000 CFA 5h
Bamako Nigeria 3 Monate * 40’000 CFA 1 Tag
Ouagadougu Benin 3 Monate *** 15’000 CFA 20 min
Abuja Kamerun 1Mt * 50’000 CFA(westl.) 1-2 Tage
Abuja Kongo 3 Monate * 17’000 Naira 1 Tag
Abuja Angola 5 Tage**** 30 US$ 2 Tage
Yaounde Gabun 1 Monat ** 50’000 CFA+20’000 Expr. 1 Tag
Yaounde DRC 1 Monat * 100’000 CFA 1 Tag
*Einreise innert 3 Monaten
** ab Datum
*** ab sofort
**** Einreise innert 60 Tagen

Regenwald

Hotel Data, Mamfe, Kamerun, Geoposition N 05° 45,129’ E09° 19,254’, Höhe 79m 11.03.2011

regenwald
Schlammpiste, trocken
Campsite Kamerun
Regenwaldbrücke

200km sinds noch bis zur Grenze, falls die Strassen gut sind kein Problem für einen Vormittag. Und die Strassen sind tatsächlich grösstenteils gut. Nur die Strassensperren machen uns zu schaffen. Als wolle sich der Moloch ein letztes Mal aufbäumen, bewirft er uns mit einer gebalten Ladung Polizeikontrollen.
Polizei in Nigeria kann dreierlei bedeuten:
Polizisten in schwarz sind National Police, bewaffnet mit einer AK47 und meistens freundlich, hilfsbereit und korrekt. Manchmal in Begleitung der Armee, dann als Operation Zenga, ebenfalls korrekt. Suchen wohl nach Separatisten und Entführern und vermitteln ein Gefühl von Sicherheit.
Polizisten in weiss sind wohl lokale Kräfte und haben eigentlich die kleinste Machtfülle. Manchmal sind sie richtig nett, aber wollen fast immer etwas, nur ausdrücklich kein Geld, können aber meistens abgewimmelt werden (siehe Zollaussage vom Vortag).
Die schlimmsten sind die Road Safety Patrol. Sie kommen in Lila Baige daher und sind dank ihren blauen Autos von weitem zu erkennen. Glücklicherweise sind sie recht selten, aber leider doch da, und so wollen sie auch heute Geld fürs Rechtssteuern. Die Zollgeschichte zieht leider nicht, denn nur sie alleine seien für die Strassensicherheit zuständig. Dies stempelt eigentlich alle Mitgleider der Road Safety zu Idioten, denn auf Nigerias Strassen ist Sicherheit das einzige, was fehlt. Aber ihre Forderung steht auf dünnem Fundament, denn wir sind bereits 1000km ohne zu zahlen durch ihr Land gereist und so gut wie wieder weg und so fragen sie noch nach Feuerlöscher, den wir wohl als einzige im Umkreis von 500km haben und lassen es mit einer Ermahnung, dass wir mit diesem Auto nicht zurückkommen können bewenden.
Zwei DRS 3 Schlüsselanhänger werden wir noch los am heutigen Tag und so ist die Bilanz als wir die Grenze erreichen
-8 Schlüsselanhänger
-2 Pack Sesamkekse, die wir für je 100 CFA in Burkina zu diesem Zweck erstanden haben.
Keine schlechte Bilanz.
Die Ausreise aus Nigeria verläuft problemlos. 12 km vor der Grenze werden unsere Pässe erstmal vorkontrolliert, dann 500m vor der Grenze werden sie nachvorkontroliert. Wieso auch immer. An der eigentlichen Grenze folgt dann erst mal das Eintragen des Autos und des Fahrers in ein Ausreisebuch, Carnet wird gestempelt. Es folgt polizeiliche Ausreise. Hier müssen wir den selben Zettel wie bei der Einreise nochmals ausfüllen. Dazu kommt noch ein A4 Blatt mit eigentlich genau identischen Fragen. Ein paar sind zwar abweichend und andere sogar unverständlich, wir fragen nach, aber der Beamte hat auch keine Ahnung und so sollen wirs leer lassen. Wir werden in zwei Bücher eingetragen und müssen noch zu einem dritten Posten wo ebenfalls unsere Personalien eingetragen werden. Alles korrekt wenn auch mit fragwürdiger Logik. Spektakulär ist dann der eigentliche Grenzübergang. Wir fahren über eine ca. 200 Meter breite und 100 Meter hohe Hängebrücke!
Auf kamerunischer Seite werden wir noch auf der Brücke vorkontroliert und eingetragen. Ebenfalls 2 mal. Zudem wechseln wir hier wieder Niras in CFA aber diesmal in zentralafrikanische. Der Zentralafrikanische CFA hat die gleiche Wertung wie der Westafrikanische CFA nämlich 1 € gleich 663 CFA, die Noten sind aber andere und somit nicht im jeweilig anderen Währungsunionsgebiet verwendbar. Nagut nadann!
Kurz nach der Brücke folgt dann die eigentlich Einreise in den Kamerun. Erst polizeilich (eingetragen als eingereist und eingetragen als eingereist mit Auto) dann zolltechnisch. Der Zöllner hat leider keine Ahnung von Carnets und so müssen wir beim Chef vorsprechen. Dieser hat auch keine Ahnung und so helfen wir Ihm natürlich macht ers trozdem falsch aber das spielt eigentlich keine Rolle, hauptsache er setzt einen Stempel drauf.
Alles in allem sehr korrekt gedauert hats 1.5 Stunden. Wieso die ganzen Eintragungen weiss wohl niemand so genau.
Wir fahren also in den Kamerun hinein und müssen nach dem ersten Dorf schon mal warten an einer Polizeikontrolle. Kennen wir doch! Völlig unerwartet werden wir auch hier eingetragen. Wir erkundigen uns noch nach dem Strassenzustand denn dieser soll katastrophal sein. Ja sei ganz ok die Regenzeit sei noch nicht ganz da und darum sei alles trocken. Wir nehmens dankend an und fahren also auf unerwartet guter Piste durch den Regenwald nach Mamfe. Links und rechts gesäumt von einer grünen Wand. Ab und zu ein paar Häuser die wirklich ganz ansehnlich sind und zudem richtige Gärten besitzen. Alles sehr gepflegt.

Leave comment (2)

Visarun Abuja Part II

Kalm Beach Hotel, Katsina Ala, Nigeria, Geoposition N 07° 09,403’ E 09° 17.249’, Höhe 124m, 10.03.2011

Wochenende in Abuja bedeutet erst einmal Zeit vertrödeln, wir machen das indem wir erst eine Stunde ein Spiel spielen, das Dank der Eigenschaft, dass es auf einem Tennisplatz stattfindet, Tennis sein könnte. Natürlich werden Punkte gezählt wie im Fernsehen und so gewinnt einer und zwar ich. Danach poolen und lesen, zudem haben wir ein ungeschütztes WIFI gefunden und können schwarz internetlen.
Am Sonntag passiert dann etwas ganz Tolles, nämlich Chris und Bridge treffen ein. Beide sind sie aus England, aber eigentlich Südafrikaner und mit ihrem Landi auf dem Weg zurück nach Südafrika, um sich da ein neues Leben aufzubauen. Die letzten Monate haben sie in Ghana verbracht und wollen jetzt auf direktem Weg nach Namibia. Das passt sehr gut zu unseren Reiseplänen und so beschliessen wir erst mal ein gemeinsames Taxi zur Angolabotschaft zu nehmen und später ab Kribi, Kamerun, ein paar Tage zusammen weiterzureisen.
So wirds dann endlich Montag und wir können das Angola-Visum beantragen. Die dazu benötigte Botschaft liegt genau neben der US-Amerikanischen, die wie überall auf der Welt daran zu erkennen ist, dass sie die mit Abstand grösste und gesichert wie Fort Knox ist. Zum ersten Mal seit dem Mauretanien-Visum müssen wir hier tatächlich anstehen. Unsere Unterlagen werden entgegengenommen und wir kriegen einen Empfangsbestätigungsschein (Quittung) mit dem Vermerk Mittwochs um 11 wiederzukommen.
Auf dem Rückweg schauen wir noch im Supermarkt vorbei. Leider ist in Abuja alles wesentlich teuerer wie im restlichen Afrika. Ausser Fleisch! Und da Chris und Bridge wie bereits gesagt aus Südafrika kommen ist des Abends “Braai” angesagt. Der Amerikaner sagt dazu Barbeque, der Deutsche grillen und der Schweizer um Verwechslungen mit schwarzen Käfern zu vermeiden grillieren.
Natürlich sagen wir dazu nicht nein und so wird dann auch endlich die Holzkohle, die wir seit Marokko mit uns rumfahren, ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt.
Wenn Südafrikaner grillieren wird dem Rest der Welt schnell klar, dass er im Umgang mit dem Feuer keine Ahnung hat. Meisterlich werden Filets mariniert (kann Christina auch), Steacks gewendet, nebenbei Brot gebacken und Bier getrunken. Köstlich.
Dienstags hängen wir wieder am Pool. Lunchen in der Poolbaar und diskutieren Geschehenes und Geschehendes. Leider werden aber unsere Magenprobleme akkut und so wird Christinas Clubsandwich nicht richtig verdaut, falschrum wieder ausgeschieden und mein Chillidog zu schnell. So ziehen wir das Buch “Wo es keinen Arzt gibt” von Marion und Simon zu Rate und verordnen uns für Mittwoch eine Ernährungspause und grosse Mengen Isostar, Antibiotika wollen wir nicht einsetzen.
Mittwochs erscheinen wir, wie auf dem Empfangsschein geheissen, um 11.00 Uhr bei der Botschaft. Geplant ist gleich nach dem Erhalt der Pässe loszudüsen.
Um Elf werden wir dann erst mal aufgerufen, auf unserem Antrag fehlt der Eintrag zum Namibiavisum. Ach du Scheisse! Ja nicht warten bis Freitag!
Wir bräuchten für Namibia kein Visum! Gut dann schreibt das rein! Getan, abgegeben warten. Alle müssen warten. In der Zwischenzeit werden andere Visas abgelehnt, da alle Einladungsschreiben vom Angolanischen Ausenministerium abgestempelt werden müssen. Zum Glück braucht unser Transitvisum das nicht und so erhalten wir dieses, aber erst um kurz vor 14.00 Uhr. Gültig ists für einen Aufenthalt von 5 Tagen, in diesen sollen fast 2000 km zurückgelegt werden. Zum gross Geldausgeben wird das nicht reichen. Angola scheints nicht zu brauchen und uns ists eigentlich auch egal.
Auf jeden Fall machts überhaupt keinen Sinn jetzt noch irgendwo hin zu reisen und so bleiben wir noch eine Nacht im Sheraton. Glücklicherweise schaffens Chris und Bridge noch zur Kongo Botschaft und haben so gute Chancen auch noch vor dem Wochenende wegzukommen.
So wirds Donnerstag den 11.03 und wir fahren endlich wieder mal wo anders hin wie zu einer Adresse in Abuja. Kurz nach Abuja tanken wir noch alles voll, was wir haben.
Von den Südafrikanern haben wir auch erfahren, dass effektiv das rechtsgesteuerte Auto ein beliebtes Ziel ist um Touristen abzukassieren. Und tatsächlich holt uns die Masche kurz nach Keffi wieder ein. Wir werden gestoppt und ich muss beim Chef persönlich vorbeisprechen. Dieser sitzt in einem Pavillon am Strassenrand und ist umgeben von anderen alten Männern. Ob ich derjenige sei der fahre?
Ja.
In Nigeria fahre man aber auf der Linken Seite!
Ja ich wisse das, ich hätte an der Grenze gefragt und die hätten mir bestätigt, dass das kein Problem sei, solange zwei Personen im Auto sitzen!
Das ist natürlich alles Schwachsinn, genau so wie mit der Busse fürs rechtsgesteuerte Auto und so machen wir etwas Smaltalk und sie lassen uns springen. In der Zwischenzeit hat Christina im Auto gewartet und ihr ist vorallem eines aufgefallen, Nigerianer halten nie bei Polizeikontrollen. Verzweifelt versuchen nämlich die Beamten jedes Fahrzeug das vorbeifährt aufzuhalten, eigentlich immer ohne Erfolg.
Wir fahren noch auf perfekten Strassen bis Katsina Ala, werden noch ein paarmal kontrolliert jedoch immer korrekt, freundlich und ohne Vorderung nach Geschenken.

Visarun Abuja Part I

Sheraton Hotel & Towers, Abuja, Nigeria, Geoposition N 9° 03.743’ E 7° 29.095’, Höhe 495m, 03.03.2011

Am Montag Nachmitag erreichen wir mit einem Tag Verspätung, aber mit der Gewissheit, das es unmöglich einen Tag früher gegangen wäre, Abuja. Abuja ist eine Retortenstadt mitten im nirgendwo, eine Insel in Afrika, wo es sich die einheimische Oberschicht und die ausländische Geschäftswelt gutgehen lässt. Die Anfahrt in die Stadt selbst wie auch diejenige zum Sheraton Hotel & Towers stellt sich als unerwartet schwierig heraus. Ersteres, da sich die Stadt 12 km östlich des Navigationspunktes gemäss Garmin befindet (!), letzteres, weil sich das Hotel nicht wie im Lonely Planet vermerkt, sondern eben wo anders befindet. So fragen wir erst mal ein paar Polizisten nach dem Weg, die uns sofort eskortieren wollen und eine gerade dabeistehende Frau meint wir sollen ihr nachfahren. Danach suchen wir, finden nicht und Christina nimmt sich ein Taxi und lässt sich zum Hotel fahren, ich mit Mowag hinten drein. Fragt sich der mitdenkende Leser nach dem “Wieso dieser Aufwand, da gibts doch sicher Hotels am Laufmeter?” so sei er darüber informiert, dass das Sheraton unter Overlandern (so nennen sich englishe Überlandafrikareisende sowie eine Reiseagentur die solche organisiert) hinlänglich bekannt ist, da dort campen auf dem Grundstück erlaubt ist und sehr gut gelegen ist für Visashoping. So sind wir nach der kleinen Irrfahrt angenehm überrascht, als wir in dem riesigen Hotelkomplex ankommen, der keinesfalls unserer vertretbaren Preiskategorie entspricht, und uns völlig unkompliziert das Campen zu einem Spottpreis von 5 € pro Nacht offeriet wird. Mindestcampdauer ist allerdings 5 Tage, was uns aber egal ist und der Campingplatz ist, naja, sagen wir mal hinter dem Haus. Dies ist uns aber auch egal, da man den ganzen Tag am Pool hängen kann. Schwimmt man nicht, kostets auch nicht, aber das ist uns dann doch zu doof und wir zahlen die 10 € pro Tag und Person bei Bedarf. Immer noch billiger als erwartet. So sind wir gut einquartiert und gehen am Dienstag erst mal zur deutschen Botschaft, da Christinas provisorischer Pass vollgestempelt ist. Da wir uns bei der deutschen Botschaft vorangemeldet, die Situation erklärt und nötige Dokus organisiert haben ist das absolut unkompliziert, geht schneller als ein Visum für den Benin und lässt Christina ein Loblied auf das Deutschsein anstimmen.
Euphorisch gehen wir sofort zum Hochkomissariat des Kamerun und beantragen das Visum dort. Fehler! Visum kann zwar Tagsdarauf Mittwochs um 15.00 abgeholt werden aber das verlängert unseren Abuja Aufenthalt um mindestens 2 Tage. Denn: Das Visum für Angola kann nur Montags und Mittwochs zwischen 9.00 Uhr und 12.30 Uhr beantragt werden und dann zwei Tage später zur gleichen Zeit abgeholt werden. Also für uns frühstens am Montag. Nagut denken wir uns vielleicht ist ja das Visum für den Kamerun bereits um ca. 11.00 Uhr abholbereit und so tauchen wir bereits vormittags auf, kassieren einen fürchterlichen Zusammenschiss von Mamma Afrika in der 200kg Ausführung. Wir verpupsen uns schnellstmöglich und kommen um 15.00 Uhr zurück. Visum abgelehnt! In Christinas Pass fehlt das Nigeriavisum, was absolut normal ist, da sie ja einen neuen Pass hat und wir dies bereits erklärt haben. Gut Vorsprechen beim Generalkonsul persönlich, smaltalk, am nächsten Tag könne es abgeholt werden. Wir legen Ihm noch 11.00 Uhr in den Mund und lassen dies bei Mamma verlauten, damit sie auch ja Bescheid weiss.
Wir haben uns nämlich vorgenommen nicht untätig rumzuhängen (am Pool) sondern die drei restlichen Visas (Congo (aka Brazzavil-Kongo), Demokratische Republik Kongo (aka Kinshasa-Kongo, fka Zaïre) und Gabun) in Angriff zu nehmen. So schauen wir bereits jetzt bei der Botschaft des Kongo vorbei, um nachzufragen wies mit dem Visum denn so steht. Bereits beim Wachhaus gibt es einen Anschlag, der Einladungsschreiben, Hotelreservation und Rückflugtiket verlangt, drei Dokumente die wir nur vom Hörensagen kennen und so sinkt unsere Hoffnung hier erfolgreich zu sein. Wärend wir noch lesen öffnet sich aber die Tür und eine gute Fee erscheint. Wir seien ja sicher Touristen dann können wir alles vergessen, Passkopie, Foto, Antragsformular, 17’000 Naira für drei Monate. Wir sollen morgen früh am besten um Neun kommen.
Leider kriegen wir aber den Pass erst um 11.00 Uhr vom Kamerunkonsulat!
Kein Problem, kommt vorher das Formular abholen und bringt dann alles vorbei.
So gehen wir ohne Visa zurück zum Hotel. Mit dem Wissen, noch über eine Woche bleiben zu müssen, mag der Platz leider nicht mehr so gut gefallen und zu allem Unglück haben wir auch noch Verdauungsprobleme. Naja wenigstens nicht im Busch sondern in Reichweite eines klimatisierten Klos.
So bauen wir uns gegenseitig auf mit gestärktem Verlangen, schnellstmöglich nach Namibia zu kommen, wo der Spass gemäss uns entgegenkommenden Reisenden beginnen soll. Vielleicht kommen ja noch andere Reisende vorbei, dann siehts auch wieder anders aus.
Am Donnerstag gehen wir wie geplant das Antragsformular für Kongo abholen. Beim Wächter melden wir uns an, worauf dieser uns ungläubig ankuckt und mit einer “habt ihr eigentlich einen Knall da hinzureisen”-Mine bemerkt, dies sei die Botschaft des Kongo!
Ja wissen wir, wir haben gestern bereits mit der Lady vom Sekretariat gesprochen. Wir dürfen rein, kriegen das Antragsformular und gehen die paar Schritte zum Kamerun-Konsulat.
Dort sind wir 20 Min zu früh, setzen uns brav hin um zu warten. Zufällig kommt der Konsular vorbei, freundliche Begrüssung, er gibt Pässe an eine der Empfangsdamen, diese soll die Kollegin anrufen und Visas ausstellen kommen. Natürlich ist sie darüber keinesfalls erfreut und wir haben das Gefühl, nicht unbedingt nur die benötigte Zeit warten zu müssen, und so sind wir erst um 11.40 Uhr wieder weg, allerdings mit Visum für einen Monat. Zurück bei der Kongobotschaft geben wir den Antrag ab und dürfen am Freitag Morgen das Visum abholen. Theoretisch könnten wir dann gleich nochmal ein Visum beantragen, was aber eine gewissen Lernresistenz bezüglich des Angola Visums ausdrücken würde.

Leave comment (2)

Benin – Fazit

Ich wage es nicht, ein Fazit über dieses Land zu schreiben, schliesslich waren wir ja nur 2-3 Tage dort. Landschaftlich wars schön, bergig. Die Leute sind eher etwas verhaltener als in den anderen westafrikanischen Ländern, die wir schon gesehen haben. Das wirkt zuerst etwas unsympatisch, kann aber auch mal angenehm sein. Es reizt mich jetzt aber nicht besonders, dieses Land noch ausgiebiger zu besichtigen.
Leider kein Brot-ranking hier, da wir nie Brot gefunden haben. Dafür gabs Reis mit Sauce für 200 CFA!

Leave comment (2)

Burkina Faso – Fazit

Domi hat es mal ziemlich treffend beschrieben: “eigentlich ist dieses Land wie ein riesen grosser Drive-in!” Das Warenangebot ist riesig und es wird dir einfach alles zugetragen. Gemüse direkt durchs Autofenster, Schmuck in Restaurants, Reiseführer auf der Strasse. Klar, die vielen Bittsteller nerven manchmal, aber man kann es auch ausnützen und die Leute genau das bringen lassen, was man will.
Auch sonst bietet Burkina eine gute touristische Infrastruktur und perfekte Strassen.
Bobo Diolasso fand ich das grössere Highlight als Ouagadougou, aber hey, wer will schon nicht irgendwann mal in diese Stadt mit dem mystischen Namen?
Wir hätten auf jeden Fall sicher noch mehr Zeit in dem Land verbringen können! Aber wer weiss, vielleicht kommen wir ja wieder mal da hin…
Zum Schluss noch das Brot-ranking: aufgebackenes Baguette, das ca 2 Stunden haltbar ist, nein vielleicht etwas mehr, aber kurz. Im Platiksack 2 Tage, aber gummig. Note: 2.

Nigeria bei Tag oder auf der Suche nach dem Moloch

Polytech Gesthous, Bida, Nigeria, Geoposition N 9° 05.794' E 6° 00.755', Höhe 144m, 27.02.2011

abschleppboys
Kanjidamm
Testreis
Vorort

Vor der Sonne sind wir drausen, wollen weg, schnellstmöglich nach Abuja, 460 km müssten heute drinnliegen. Vor Acht auf der Strasse, früh morgens sei sowieso besser haben uns Karl und Tom gesagt, nachmittags seien die Polizisten besoffen und agressiv. Erst mal müssen wir durch Kaiama, was sich wider Erwarten als schwer herausstellt, denn die Strassen werden vom Überbleibsel eines Festes versperrt, das wir nicht richtig einordnen können, es als Karneval versuchen schlieslich gibts hier Christen und verkleidete Leute, gut Wahlkampf ist auch noch (haltet euch von Menschenansamlungen fern). Hunderte Menschen noch oder wieder auf der Strasse, wir fahren mittendurch werden freundlich begrüssst, fragen nach dem Weg werden geschickt, sind drausen. Alles friedlich! Nach ca 10 km haben wir definitiv festgestellt, dass die Asphaltstrasse höchstens doppelt so gut ist wie die Piste gestern, heisst 20 km/h anstelle von 10 und treffen auf 4 Jungs mit einem liegengebliebenen Mercedes. Sie hätten hier geschlafen, wissen nicht weiter, ob wir sie nicht ein Stück ziehen können. Normalerweise machen wir das nicht sonst hast du in Afrika immer ein Auto im Schlepptau, aber heute wieso nicht, schliesslich hats gestern geregnet und Nigeria ist eigentlich auch ok.
Nach weiteren 10 km hält ein Laster, meint er könne uns die Jungs abnehmen. Ich höre Preisverhandlungen, 20’000 Naira, dass sind gute 100 Euro, sogar in der Schweiz ist das teuer. Na gut beim nächsten Dorf will er warten, um sich ein Seil zu kaufen. Wir ziehen die Jungs dahin, der Laster ist aber bereits weg. Da die Strasse sowieso keine 30 zulässt und wir eigentlich dahin müssen wo die Jungs zuhause sind nehmen wir sie weiter mit. Bis Wawa soll die Strasse schlecht sein (noch 40 km) danach noch 15 km bis Kainji-dam auf guter Strasse.
Leider fährt der Gute aber aufs Abschleppseil und so ist dieses handicapiert, reisst bald darauf. Egal Knoten rein, weiter. Kurz vor Wawa dann der erste Polizeiposten des Tages!
Der Polizist findets cool, dass wir jemandem helfen, Smaltalk, save journey! Wawa, nach rechts Richtung Kainji, kurz darauf Schrottplatz, die Jungs wollen hier bleiben, sich ihr Auto flicken lassen.
Fotos, verabschieden, weiter. Vor Kainji Dam tanken wir noch voll, dann vorbei an einem gewaltigen Staudam, wo der Niger zur Stromerzeugung gestaut wird. Kurz vor und nach dem Dam, nach etwa 80 gefahrenen Kilometer, kommen wieder mal Polizeikontrollen und wir werden völlig unerwartet durchgewunken. Auf perfekter Strasse gehts 100 km nach Mokwa. Dann in dichtem Lastwagenverkehr ca 10km auf wiederum perfekter Hauptstrasse. Wieder Polizeikontrolle, Smaltalk, bis Abuja sei die Strasse Perfekt drei Stunden noch, save Journey!
Uns blebt die Gewissheit, dass wirs tatsächlich an einem Tag geschafft hätten, wenn die Strasse wirklich gut gewesen wäre! Ist sie aber nicht! Für die nächsten 60 km haben wir wiederum 2 Stunden. Zwar hat es viel weniger Schlaglöcher wie am Morgen, aber diese sind wegen des Lastwagenverkehrs umso tiefer. Belastungsprobe für Federn, Kupplung und Nerven, denn ich schalte pausenlos vom 2 über 3 nach 4 und dann wieder zurück. Schliesslich wirds besser und wir flitzen Richtung Abuja, vielleicht schaffen wirs ja doch noch, Euporie, aber wo zum Teufel sind eigentlich die korrupten Polizisten hin? Fast 300km sind wir heute gefahren, zwei mal angehalten, Smaltalk, save journey! Als wir uns noch wundern, passierts tatsächlich. Aber das Schicksal meints weiter gut mit uns, und schickt uns die wohl dümmsten korrupten Polizisten des afrikanischen Kontinents. Daher kommen sie in Gestalt von vier Strassensicherheitspolizisten. Von weitem sehen wird den ersten sein Perret aufsetzen, sich in die mitte der Strasse stellen wir fahren langsam zu, halten an, schalten den Motor aus.
”Hello How are you!”
“I’m well thanks. Ihr Auto hat das Steuer auf der rechten Seite! Das ist verboten in Nigeria!”
Zu einfach, wir können uns kaum halten bleiben aber überaus freundlich.
“Tut uns leid aber wir hätten sicher schon 30 Polizeikontrollen (gelogen) passiert und das hätte aber auch gar niemand bisher bemängelt!”
Ups! Kleines Korruptepolizisteneinmaleins: nie permanente Dinge bemängeln, die nicht zu bemängeln sind.
Naja, gut Führerausweiskontrolle, auch in Ordnung. Chef kommt will uns weiss machen, dass eben die Polizei das nicht weiss mit dem Steuer auf der rechten Seite, sondern nur sie von der Verkehrssicherheitspolizei. Der letzte der vier hat schon das Bussenheft gezückt, wartet auf Anweisung.
Aber Leute, die hätten das ja beim Zoll schon feststellen sollen, als wir eingereist sind, die haben ja das Auto kontrolliert!
Diskussion, Unschlüssigkeit über das weitere Vorgehen. Chef meint zum anderen, er soll nach den Pässen fragen, wir warten.
Sich der Sackgasse bewusst stirbt die Buse eines leisen Todes und es wird nach einem Mitbringsel gefragt. Eigentlich wollen wir ja heute noch nach Abuja und so werden vier Verkehrspolizisten Nigerias zu stolzen Besitzern von DRS 3 Schlüsselanhänger.
Leider wird das aber dann doch nichts mit Abuja, denn die Strasse ist wieder schlecht, ausserordendlich schlecht sogar. Zudem haben mir zuviele Schlaglöcher, zuviele Hirnzellen gekostet und so sind wir froh noch heil bis Bida zu kommen, wo wir sicher im Innenhof eines Gesthouses stehen können.

Leave comment (1)

Welcom to Nigeria, Have a nice Stay!

West End Gesthouse, Kaiama, Nigeria, Geoposition N 9° 36.444' E 3° 55.874', Höhe 338m, 26.02.2011

Diozöse
Piste erst schlecht
dann scheisse
verursacht puff

“Die Angst vor der Gefahr ist schlimmer als die Gefahr selbst”, hat irgend wann mal ein sicherlich intelligenter Mann oder eine intelligente Frau gesagt, aber ich weiss nicht wer und will auch nicht auf Wikiquotes nachschauen um mit Wissen zu prahlen, das ich eigentlich nicht habe (gut ich habe auch gerade kein Internet). Auch ein intelligenter Mann/Frau hat sicher irgendwann als erster gesagt: “Brings hinter dich!” So drucksen wir nicht lange rum und machen uns direkt auf den Weg nach Nigeria, obwohl Benin einen längeren Aufenthalt verdient hätte.
Verdient hätte ihn sicher die Polizei, die kein einziges mal nach Geschenken gefragt hat, oder der alte Mann, der mit Pfeil und Bogen an der improvisierten Strassensperre stand, sich dann aber doch nicht getraut hat uns aufzuhalten. Verdient hätten ihn die netten Läute, allen voran Emiliene, die Ordensschwester aus der Diocöse in N’dali, wo wir die letzte Nacht vor Nigeria geschlafen haben. Gut am Anfang war sie nicht ganz so nett, wollte uns eigentlich nicht haben, der Platz sei voll, wir könnten vor dem Tor schlafen. Als wir aber signalisieren, ein Zimmer zu nehemen zwecks Dusche und WC, und vorallem Christina ihr nicht ganz züchtiges Top mit einer Bluse bedeckt, klärt der Himmel der Gastfreundschaft auf und wir dürfen stehen wo immer wir wollen, das Zimmer ist super 5000 CFA geht auch zum Campen in Ordnung. So fahren wir ausgeruht an die Grenze des Molochs, der sich uns mit der Hälfte der westafrikanischen Bevölkerung und der wohl korruptesten Polizei in den Weg stellt. Wie auch Paul in seinem Komentar (Grüsse an dich hier und danke fürs lesen und komentieren) erwähnt hat ist der Norden schlimm, der Süden schlimmer und so nur ein schmaler Streifen etwa auf der Breite von Abuja mit gesundem Menschenverstand bereisbar. Wir betreten Nigeria durch die Tür von Chikandou.
Die Ausreise aus Benin erfolgt problemlos, allerdings haben wir Glück, dass uns in Nikki, ca 30 km vor der Grenze, ein Mann darauf hinweisst, das wir hier beim Finanzamt das Carnet stempeln müssen. Direkt an der Grenze folgt dann der Ausreisestempel und so bleibt uns also nichts anderes übrig als tatsächlich nach Nigeria zu fahren. Tun wir. Freundlich werden wir angewiesen, neben dem Polizeihaus zu parken und hereingebeten.
“Hello welcom to Nigeria, how was your journey.”
“Thank you very much! We’re so happy to speak english with you guys, too many french countrys around!”
Gelächter, Freunde.
Wir müssen eine graue Karte ausfüllen dann werden wir in ein Buch eingetragen, eingestempelt und nochmals eingetragen. In der Zwischenzeit machen wir Smaltalk mit dem Polizeipostenchef über unsere Reise und dann wird unsere Aufenthaltsdauer beschränkt! Wie lange wir denn wollen? Ja wissen wir nicht genau, Christina müsse einen neuen Pass organisieren in Abuja und dann brauchen wir Visas für Camerun, da wisse man leider nie genau wie lange das gehe, so einen Monat? OK geht klar. Später erfahren wir, das das durchaus länger als üblich ist.
Wir werden nochmals willkommen geheissen, müssen zum nächsten Posten. Hier wird die Gelbfieberimpfung kontrolliert und eingetragen damits schneller geht sollen wir ihm die Daten vorlessen, so buchstabiert Christina die Passnummer die mit A beginnt, aber weiter kommt sie dann nicht denn Christinas englisches “Ei” versteht er nicht und liest selber ab. Als sie die Frage nach occupation mit Biologist beantwortet versteht er abermals nicht, sie muss es aufschreiben und verdient sich ein “You have a very bad pronounciation!” gesagt in einem Englisch, das man kaum versteht, Christina noch besser als ich.
Wir müssen uns noch in ein Zusatzheft eintragen und werden vom alten Impfungsprüfpostenchef gefragt was wir denn für Nigeria mitgebracht haben. “We wonna spend some money here!” grinse ich und mit einem Lachen werden wir nochmals willkommen geheissen, dürfen weiter zum Zoll. Hier hat es zum ersten mal Frauen in offizieler Funktion an afrikanischen Grenzen! Oberflächlich wird unser Auto inspiziert und der Zöllner im ManULeibchen stempelt das Carnet.
Wo wir denn hin wollen? Ob wir Karten dabei hätten? Have a save journey! Ja gedauert hats lang (wenn aber niemals so lang wie in Marokko) aber sehr korrekte Formalitäten und überaus freundliche Beamte.
So fahren wir nach Nigeria rein und werden überall von jedem Kind, jeder Frau und allen Männern mit freundlichem Winken, zunicken und einem Herzlichen “Welcom to Nigeria!” begrüsst. In diesem Land solls alle paar Kilometer eine Strassensperre geben! Korrupte Polizisten kontrollieren alles, wollen Geschenke und verteilen Bussen. Diese sollen auf jeden Fall bezahlt werden meint das Auswärtige Amt! Wir warten mal ab.
Ausgangs Dorf ist es dann auch soweit, an einem Polizeiposten werden wir angehalten! Wir fahren ran, stellen den Motor ab und ich frage den nahenden Beamten “Hello my friend, how are you?”
Smaltalk wo wir hinwollen, ja Kaiama autsch the road is realy bad! Take care! Save journey!
Wir müssen noch Geld wechseln, ob er wisse wo das geht? Ja kein Problem er fahre mit dem Motorrad voraus. Zurück in die Stadt Geldwechseln. 1000 CFA ergibt 300 Naira. Ob der Kurs schlecht ist wissen wir nicht aber es deckt sich in etwa mit dem Führer von vor 2 Jahren und der CFA ist ja bekanntlich an den schwachen Euro gekoppelt.
Wir fahren weiter. Sehr gute Strasse. Wir müsssen noch zwei mal an Strassensperren anhalten, fragen nach dem Abzweiger, freundlicher Smaltalk, save Journey!
Dann kommt die Strasse nach Kaiama! 80 Kilometer Piste, erst nur Schlaglöcher, dann Regenrinnen, die metertief durch die Strasse laufen und Schlammpfützen. Stehendes Wasser! Gut es hatte schon den ganzen Tag dickere Wolken, aber geregnet hats weiss Gott nicht mehr seit Anfang Dezember in Marokko. Wir quälen uns durch, kommen wie zur Aufmunterung immer wieder an Dörfern vorbei, wo wir mit riesen Geschrei und Jubel der Kinder willkommen geheissen werden. Nach ca 40 Kilometer müssen wir erst mal wieder an einem Nagelbrett halten, unsere Visas werden kontrolliert und wir werden darüber in Kenntnis gebracht, dass 1 Monat den normalen Ramen sprengt, Nigeria in 1 Woche besichtigt werden kann! Nagut Pass zurück weiter gehts auf dem Überbleibsel von dem was wohl vor 3 Regenzeiten schon eine schlechte Piste war. Wir kommen kaum vorwärts, und nirgendwo hin. Bis Kaiama noch, dort soll die Teerstrasse beginnen. Es blitzt! Jawol es blitzt. Schräg hinter uns! Ja irgendo müssen die Regenrinnen ja herkommen. Kurz vor Kaiama werden die Visas nochmals kontrolliert, smalltalk, ja bis Kaiama sei es nicht mehr weit!
Es beginnt tatsächlich zu regnen, anfangs nur schwach und wir fahren weiter, erreichen Kaiama auf den letzten Drücker, können im Hof eines Gesthouses stehen. Teuer ists zwar, aber sicher seis und der Regen kommt. Wie zu Beginn unserer Reise sitzen und essen wir gemütlich in unserem Schneckenhaus sperren die nasse Welt nach draussen.

Leave comment (1)