Big Five!

Hotel Bellevue, Natitingou, Benin Geoposition N 10°18’20.5’’ E01°23’06.6’’ 24.02.2011

Burkina Faso Ost
elefant
Benin hügel

Wir fahren ab Ouaga nach Fada-Ngourma. Wie Ouaga und Bobo wird auch Fada nur Fada genannt. Kleines beschauliches Städtchen, mit einem wunderschönen See mittendrinn, der glücklicherweise an der Strasse liegt, sonst hätten wir ihn nicht gesehen, da wir hier nur durchreisen. Übernachten wollen wir nämlich erst in Pama. Pama heisst aber im Gegensatz zu Ouaga, Fada oder Bobo wirklich nur Pama und nicht etwa Pamadougou, was durchaus sein könnte, denn ‘dougou als Siedlungsnamenendung ist geläufig. Von Fada nach Pama führt die Strasse einem Grösseren Komplex von Naturreservaten vorbei, zu dem auch der Nationalpark Arli in Burkina sowie der Nationalpark in Pendjari in Benin und der grenzüberschreitende Park W in Burkina Niger und Benin gehören. So fahren wir langsam und schauen aus dem Fenster, rechnen aber nicht wirklich damit, was zu sehen. Aber tatsächlich, an einem Wasserloch gerade neben der Strasse badet ein grauer Dickhäuter! So können wir den Elefant als erstes Tier der Big Five als gesehen auf unserem Tripp abhacken. Als kleine Repetition: Big Five sind Elefant, Büffel, Löwe, Leopart und Nashorn. Giraffe und Zebra gehören nicht dazu, wahrscheinlich einfach, weil dieseTiere doch recht häufig sind.
In Pama campieren wir im Hotel Bonanza und fahren am Morgen des 24.02. über die Grenze nach Benin. Die Ausreise aus Burkina ist vollkomen unspektakulär. Einzig dass der Zöllner meint wir sollen Ihm helfen mit dem Carnet-ausfüllen, schafft hier die Erwähnung. Nach Zoll und Polizei von Burkina kommt erst mal 30km Strasse, dann folgt die Einreise Benin. Hier werden wir sehr freundlich begrüsst, der Chauffeur (ich) soll mitkommen zur Fahrzeugbesichtigung, Christina soll mit Papieren zum Schalter gehen. Die Besichtigung ist mehr ein intressantes Fahrzeugbegutachten als Kontrolle und nach max. 5 min vorbei. In der Zwischenzeit hat Christina die Eintrittsstempel bekommen und die Frage ob wir verheiratet seien sehr zum Missfallen des Polizisten mit ja beantwortet. Wir steigen ein und wollen losfahren, als etwas vollkomen Neues, eigentlich überall obligatorisch, aber bisher noch nie kontrolliertes, kontrolliert wird, und zwar von einem Mann ganz in weiss aber ohne Beschriftung, nämlich die Gelbfieber Impfung! Haben wir natürlich, dokumentiert in gelbem Heftchen mit Titel Internationaler Impfausweis. Ob dieses wegen der Gelbfieberimpfung gelb ist, wage ich zu bezweifeln, tippe auf einfach so.
Den Zollstempel solls gemäss Reiseführer erst kurz vor Natitingou geben, aber wie’s die fortschreitende Vereinfachung des afrikanischen Überlandreisens will, ist auch das nicht mehr so, sondern das Carnet wird bereits 500 Meter weiter in einem Kabäuschen, das sicher älter als unser Reiseführer ist, innert Notime gestempelt, hallo Benin.
Kurz nach der Grenze tanken wir voll, freuen uns ab dem geringem Preis und Verbrauch. 73 Liter auf 730km! Trotz nachrechnen mit Excel und Taschenrechner ergibt das 10 Liter auf 100 km und das bei 5,2 Tonnen! Ich tippe auf die Hitze als Grund, denn in Burkina wars unerträglich heiss! Leider auch des Nachts und so sind wir trotz des wohl wieder steigenden Verbrauches angenem überrascht, als wir über die Chaîne de l’Atakora fahren und uns auf einmal ein “kühler” Wind entgegenbläst.

Scheisse Planänderung! Yes Planänderung!

OK-INN, Ouagadugu, Burkina Faso, Geoposition N 12° 20.117' W 1° 30.833', Höhe 320M, 22.02.2011

Am 21. Erreichen wir bereits Ouagadougou. Schuld daran haben die EU die eine perfekte Strasse gesponsert hat, sowie die eintönige Landschaft, die niergendwo zum verweilen einlädt. Schuld hat aber auch eine Holländerin, die uns in Bobo erzählt hat, dass seit Anfang Jahr keine Ghana Visas mehr in Ouaga ausgegebenen werden. Sie wisse das nicht aus erster Hand, ein Engländer habe ihr das erzählt, der es von einer Gruppe gehört hat, die Ihre Reise desswegen umgeplant hat. Alles klar? Nicht? Dann merkt euch nur, die Info ist nicht zuverlässig und bedarf einer Nachprüfung. Wir beschliessen es trozdem zu versuchen. Für unsere Reisepläne würde dies bedeuten, dass wir nicht durch Ghana reisen könnten, und somit auch nicht verschiffen können. Nagut das Nigeria Visum haben wir bereits, aber wie siehts denn aus mit der Sicherheit? EDA und Auswärtiges Amt raten ganz klar von einer Reise ab aber das machen sie noch viel wehementer von Reisen durch Mali und Maretanien. Besser wären erst mal Infos aus erster Hand.
So fahren wir auf guter Strasse nach Ouaga und suchen das OK-Inn, die einzige Campingmöglichkeit, die die einigermassen als solche gelten kann. Per Zufall finden wirs auch fast auf Anhieb und hier treffen wir zum ersten Mal Leute, die in der Gegenrichtung unterwegs sind! Zwei junge Engländer, sowie eine Französisch-südafrikanisches Paar beide unabhängig voneinander durch Nigeria gereist.
Nigeria, kein Problem, geht nicht nach Lagos! Abuja, ja geht zum Cheraton Inn, ja da gibts das Camerun Visum und auch das Angola Visum!
Ghana Visum gibts nur noch zuhause!
So beschliessen wir, direkt das Benin-Visum zu holen, und zu fahren. Ja liebe Freunde und Angehörige, wir holen uns das Beninvisum und fahren dann über den Norden von Nigeria nach Kamerun.
In Abuja holen wir uns Visas für Kamerun und Angola. In Yaounde dann Visas für Kongo und Gabun und schwupdibup sind wir in Nambia. Alles klar? Bleibt nur noch die Frage wer will ein Nigeriatrikot und wer will ein Kameruntrikot? Ghana und Cote d’ivore gibts leider nicht im Angebot.
Aber zurück zum Präsens und dem Quest des 22. Februar 2011, der da heisst, Beninvisum. Wir wollen mit dem Taxi direkt zum Beninkonsulat und dann in die Stadt zur Literaturbesorgung, denn leider fehlt uns diese bis Namibia. Natürlich weiss der Taxifahrer auch hier nicht wo das Beninkonsulat ist und so fahren wir erst mal Centreville, da will er nachfragen. Dies tut er bei der Malibotschaft, aber auch da weiss keiner wo das ist. Wir haben eineTelefonnummer er ruft an und findet raus, dass es ungefähr da gewesen wäre, wo er uns eingeladen hat! Nagut, er soll uns zum Markt bringen, schauen wir erst mal nach den Büchern. Kosten tuts 500 CFA pro Person aber wir haben nur 5000 und da er nicht wechseln kann, gibt er sich mit 650 zufrieden, alles was wir klein haben. Dem eifrigen Mitleser fällt wie uns auf, das dies nicht zum ersten mal der Fall ist.
Im Bücherladen gibts leider nichts und so ziehen wir enttäuscht Leine. Aber vor dem Bücherladen liegen schon die Strassenhändler auf der Lauer, die uns alle möglichen Karten anbieten wollen. Nein wir brauchen keine Karten wir brauchen einen Reiseführer für Nigeria. Im festen Glauben, dass die Nervtöter dies sowieso nicht haben und uns dann in Ruhe lassen, werden wir eines besseren belehrt, und erhalten zum Angebot den West Africa von Lonely Planet! Leider in Alt, wahrscheinlich mal von Touris geschenkt gekriegt und jetzt uns angeboten. Ja das sei nicht schlecht aber wir brauchen neue Infos. Einer spurtet los und wir blättern im Führer. Kamerun, Nigeria und Benin sind drinn und was noch wichtiger ist Ausgabe 2009 also gar nicht so schlecht. Wir fragen mal nach dem Preis, 15’000 CFA, wir handeln schon mal auf 10’000 CFA runter wollen aber erst auf den Neuen warten. Natürlich findet der Sucher keinen neueren und so kaufen wir den Lonely Planet für ca. 15. Euro. Kein Schlechtes Geschäft für alle Beteiligten. Wir nehen wieder ein Taxi und wie durch ein Wunder kennt der Fahrer sowol Adresse wie auch Weg zum Beninkonsulat, wir beantragen noch vor 12.00 Uhr das Visum. Kosten tuts 15’000 CFA, ist drei Monate gültig und wird innerhalb von 20 min ausgestellt!

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Bobo, Stadt

Le pacha, Bobo-Diolasse, Burkina Faso, GPS Höhe 20.02.2011

bobo
alte moschee
opferstock
alteshaus
waschfrauen

Am 19.02 erreichen wir nach ca 50km Burkina Faso Bobo-Diolasse. Hier wollen wir uns im Le pacha, einem Hotel mit Campingmöglichkeit, niederlassen und 2 Tage verweilen, uns die Stadt in die Grosshirnrinde brennen. Leider weiss unser Reiseführer nur wie die Strasse zum Camping heisst, hat aber keine Wegbeschriebung und auch keine GPS Kordinaten. So kurven wir erst mal durch die Stadt und stellen fest, das Bobo tatsächlich einer europäischen Stadt sehr nahe kommt. Überall gibts kleine Bars und Restaurants mit echter Bestuhlung, sowie eine grosse Brauerei, ein Supermarkt und halt so Dinge, die keiner echten Stadt fehlen, die aber nie irgend jemandem auffallen. So fahren wir erst mal zum Supermarkt, der aber leider bis 16 Uhr zu ist. Wir beschliessen zu warten, sind sofort von Leuten umgeben, die irgend etwas kaufen, verkaufen, geschenkt haben, vorführen wollen. Der erste verkauft Fussballtrikots, aber hei wir sind in Burkina, dessen Weltranglistenposition im Fussball nur noch von seiner eigenene im BIP-Ranking unterboten wird. Ich lehne dankend ab, der Zweite will Postkarten und Führungen verkaufen, vielleicht später, die dritte verkauft Erdbeeren, jawol das nehmen wir. Christina steigt aus, kauft Erdbeeren und Gemüse. Es folgt einer der irgend was auf französisch brabbelt wie, ich Instrumente traditionell, zeigt mir was, ich lehne irgend was ab, was mir bis ans Ende meiner Tage verborgen bleiben wird.
Wir beschlissen nicht mehr länger zu warten, wollen zu Fuss ein bisschen die Stadt erkunden. Ich tracke den Punkt, wo wir uns befinden, worauf der Mann mit Instrument aber unklarer Beschäftigung meint, er wolle mein GPS als Geschenk. Mir wirds zu dumm, ich lache ihn aus, erklähre ihm, ich hätte einen Monat dafür gearbeitet, was zwar auch nicht ganz stimmt, aber er staunt erst mal nicht schlecht. Ich frage ihn ob er überhapt wisse, was das eigentlich sei, ja das sei ein Telefon. Nein das sei ein GPS, ob er wisse, was das sei? Natürlich haben Afrikaner meist keine Ahnung was GPS ist, aber desswegen sind sie noch lange nicht dumm und können sehr wohl zwischen teuer und billig unterscheiden. So signalisiere ich ihm, er soll mir nicht auf die Nerven gehen, denn alles andere wäre wie Umgang mit Kindern.
Burkina ist das Lieblingskind der Entwicklungshilfe weltweit, das zeigt sich vorallem in der Überbevölkerung, und irgendwie scheint sich das in der Haltung der Menschen niederzuschlagen. Wir sind ja so arm und bemitleidenswert, gib uns was. Wir geben aber nichts, haben genug und suchen das Camp, finden aber nach planloser Suche in 45°C gar nichts, beschliessen entnervt, Chrtistina soll mit dem Taxi vorausfahren. Beim Taxihalt hält auch ein Moped mit Soziuspassagier der uns für 500 cfa zum Le Pacha führt, d’accord!
Nach 10 min sind wir da, glücklich, der Mopedguide nimmt nur 350 CFA, da er auf 2000 nicht rausgeben kann und wirs kleiner nur bis 350 CFA haben. Wir schliessen doch noch Frieden mit Burkina. Relaxen, Christina zaubert erst Fruchtsalat mit Mango (3 für 100CFA (25 Rappen)) und den Erdbeeren und zum Nachtessen ein Omlett. Schlafen, Hitze auch nachts, darum Schweiss, Durst, trinken, weiterschalfen.
Am Morgen sind wir früh unterwegs, es ist Sonntag und wir sehen uns die Stadt an. Ausgeruht werden wir spielend mit Bittstellern und Strassenhändler fertig, gehen zuerst zur alten Moschee, Foto, grosser schwarzer Mann mit Ähnlichkeit zu Bear aus Armageddon kommt freundlich, bietet Führung durch die alten Lehmquartiere an, d’accord. So machen wir Siteseeing zwischen Lehmbauten und Traditionen, sehen Opferstöcke und heilige Fische, lernen die Kunst des Hirsebierbrauens, kaufen Wachsbatik beim Wachsbatiker, fotografieren.
Nach der Führung fast Mittag, aber schon ganz heiss beschliessen wir, die Vorzüge Bobo’s auszunützen, uns in eine der Strassenbars zu setzen und was zu trinken. Aber kaum sitzen wir, kommen schon wieder Massen an Händler wollen uns alles Mögliche und Unmögliche andrehen. Erst vermissen wir die gesuchte Erholung, aber irgendwann realisieren wir, shoppen im sitzen kann auch was und Christina kauft Schmuck.
Danach gehen wir noch zum Supermarkt, begutachten das Angebot, es gibt Camambert für umgerechnet 10 Franken, und Rumpsteak für 6 Franken/ Kilo, kaufen keinen Käse. Ansonsten ist das Angebot wirklich sehenswert. Draussen kommt nochmals der Trikotmann vom Vortag. Ja das Fussballtrikot koste nur 8000 CFA, aber ich wills wirklich nicht. Was ich den zahlen würde, ja so 2000 CFA vielleicht. Komm treffen wir uns in der Mitte. Neinnein sei ok, ich wills nicht. Also gut für 2000 CFA kann ichs haben. Jetzt hab ichs.

Burkina Faso ruft

Le pacha, Bobo-Diolasse, Burkina Faso, GPS Höhe19.02.2011

Am 18. Machen wir uns auf, fluchtartig das Land zu verlassen. Nicht weil wir Mali nicht mögen, nein wir wollen weiter. Benötigen nach der Abreise von Peter einen Scenenwechsel. So fahren wir nach Sikasso im Süden Malis und dem dortigen Zoll bei….. Wie vorgesehen übernachten wir noch kurz vor Sikasso in der Wildniss, einer Gegend, die laut Auswärtigem Amt gemieden werden soll, aber was macht denn das für ein Unterscheid den laut EDA soll man Mali sooderso komplett meiden und ich frage mich echt was für Sesselfurzer solche Reisewarnungen ausgeben.
So kommen wir am 19. Kurz vor 10.00 Uhr zum ersten Grenzposten im neuerlichen Staffetenlauf zwischen den Staaten, nämlich dem Malinesischen Zoll. Erst kommt einer, wir denken “Scheisse Schlepper!” der mir sagt ich soll gleich vors Büro fahren und zudem tanken, denn in Mali seis Billiger. Oh besten Dank wir haben vollgetankt. Zollbüro: Hallo wie gehts? Gut? Was darfs den sein, ein Carnet Stempeln? Gesagt, getan, weg! 300 Meter weiter Polizei, Ausreisestempel abholen. Erst meint der Polizist unser Visum sei abgelaufen, da er vom Ausstelldatum aus rechnet, wir klären beantworten die freundliche Frage, wo wir uns aufgehalten hätten, mit Bamako und das wars auch schon wieder. Wir steigen ein wollen wegfahren, aber die Schranke geht nicht auf und ein Rummlümler in Civil meint wir müssen noch bei einem dicken Vierfruchtpijamaträger vorsprechen, der einen letzten Senf abgeben will. Was ist denn das für ein Auto? Seit ihr im Krieg oder Touristen? Nein das sei unser Haus ob er’s sich ansehen will? Ja, ich öffne, nein doch nicht, gute Fahrt. Wiederstrebend kommt einer der Rummlümmler und öffnet, wohl ein bischen frustriert, das alles so unspektakulär ablief, langsamst möglich die Schranke und wir sind raus. Raus aus Mali aber wo sind wir den jetzt eigentlich, denn bis zum Horizont gibts ausser Strasse und Wald gar nichts. Nach 5km kommt dann aber doch die Schranke zu Burkina Faso. Einem der ärmsten Länder der Welt aber und das ist das erstaunliche hier solls keine Korruption geben. So liebe Burkinafasoler oder wie ihr heissen mögt, da bin ich aber gespannt den die Latte liegt hoch, in ganz Mali wurden wir nur einmal an einer Kontrolle angehalten, nie wurde ein Cadeau von jemandem älter als 15 verlangt.
Wir halten also voller freudiger Erwartung an der Polizeikontrolle für den Einreisestempel. Ein älterer Beamter weist uns ein, wir steigen aus, grüssen freundlich, aber der arme alte Mann hat so schrecklich Kopfschmerzen, ob wir nicht vielleicht ein Paracetamol hätten. Also lange hats mit der Unbestechlichkeit nicht gedauert. Aber wir verneinen und gehen zur Passkontrolle (ich) und zur Autokontrolle (Christina). Woher wir denn seien ah aus der Schweiz ob wir nicht was mitgebracht hätten? Nein die Schokolade sei leider schon alle und die Geschenke auch, zuviele Polizeikontrollen und Grenzen bis hierher. Oh dass sei aber schade. Naja, Schlüsselanhänger hätten wir noch sei halt für Kinder, ja die nehmen sie auch, fünf wenns geht, ich habe aber nur drei griffbereit sage das wären die letzten. Auch gut. Etwas weiter die Strasse runter folgt der Zoll hier wird unser Carnet gestempelt und zum ersten Mal seit Marokko-Mauretaien eine wenn auch oberflächliche Kontrolle des Fahrzeuges vorgenommen. Geschenk wird keines gefordert. Nochmals 500m weiter kommt noch eine Strassenpolizeikontrolle daher, wo die Carte gris und der Führerschein kontroliert wird. Auch hier wird nach einem Geschenk gefragt aber wir geben an keine mehr zu haben. Der Polizist meint Wilkommen, in Burkina wirds keien Probleme geben. Fazit:
Nichts bezahlt, aber Geschenke gefordert auf Burkina Seite. 3 Schlüsselanhänger und ein Kugelschrieber, hätten abgewiesen werden können.
Zeitaufwand weniger als eine Stunde.

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Mali – Fazit

Ich (und auch wir) finde Mali eifach toll!! Klar, wir haben nicht so viel vom Land gesehen, erstens weil man momentan aus Sicherheitsgründen nicht nördlicher als Mopti reisen sollte und zweitens, weil alles andere ein Umweg in unserer Reiseroute wäre. Aber was wir gesehen haben, war einfach toll. Im Gegensatz zum Senegal, wo (wegen zu viel Entwicklungshilfe und Tourismus?) eine gewisse Letargie herscht, ist Mali Leben pur. Bettelnde Kinderhände werden zu winkenden, die Leute lächeln ohne Hintergedanken. Irgendwie wirken hier alle zufriedener, glücklicher, stolzer auf ihr Land! Die Behausungen sind ähnlich wie im Senegal, vielleicht etwas ausgebauter. Es gibt auch nicht nur runde Lehmhütten, sondern auch eckige oder in allen Formen. Die Landschaft zwischen Kayes und Bamako ist einfach traumhaft schön. Malerisch zieht sich der Senegal, hier noch als Bafing und Bakoy, durch hüglige Savannenlandschaften. Alles wirkt so ursprünglich!
Bamako präsentiert sich als eine recht entwickelte Stadt mit schönen Gebäuden. Ein wirklich angenehmes Flair. Richtig touristisch ist einzig der Grand Marché, den wir dann auch nach 5 Minuten entnervt wieder verlassen.
Alles in allem bin ich echt begeistert von diesem fröhlichen, angenehmen Land!! Und ich bin sicher, dass ich irgendwann mal dahin zurückkehren werde, wenn sich die Lage beruhig hat, um noch mehr zu sehen!

Mali-Vernünftige Visas

Wildcamping Nähe Sikasso, Mali, Geoposition Höhe, 18.02.2011

Tour d'afric
kangaba
nationalmuseum
niger
byebye

Wie der Titel schon sagt, war wieder mal Zeit Visas zu organisieren und ums vorneweg zunehemen: Natürlich kann Mali gar nichts dafür, das Botschaften anderer Länder in seiner Hauptstadt vernünftige Visas ausstellen. Aber alles der Reihe nach:
Am 13. treffen wir in Bamako ein und machen erst mal gar nichts ausser Christian in empfang nehmen, der am Niger hängen bleibt und darum einen Tag später eintrifft und, was ganz wichtig ist, zum ersten Mal seit (ja seit wann eigentlich also in der Zebrabar wars warm möglich aber das equipment sosolala, in Mauretanien sicher nicht, in Dakhla wars ein Wechselspiel zwischen heissem Dampf und doch kalt, in Tantan Plage nicht richtig mischbar, in Bou Izakrane nicht schlecht aber wie eigendlich überall in Marokko zu wenig Wasser, tja bleibt Camping la Marina), ja seit dem 29.11.2010 können wir wieder mal richtig geil heiss und lang duschen. Ja ok so ne heisse Dusche ist in den Skiferien sicher wichtiger wie in Afrika unf man vermisssts eigendlich erst wenn mans wieder mal hat, aber glücklichweise kühlts in Bamaku des Nachts doch recht ab, so dass man die Dusche richtig geniesen kann.
Am 15. passiert uns etwas, was auch recht häufig aber total unberechenbar vorkommt, es ist irgend ein Feiertag und alles ist zu. Ausser das Nationalmuseum und natürlich der Grand Marche. Beides schauen wir uns an, nur leider sind, wie überall wo der weisse Mann hinkam, die grössten Schätze in den Naturhistorischen Museen des jeweiligen Geldgebenden Heimatlandes des “Enteckers” ausgestellt. Aber es ist sehenswert befindet sich in einem schönen Bau in toller Grünanlage. Sowieso ist Bamako ausserordendlich grün. Der Afrikareisende schliesst daraus, das es genügend Wasser gibt, sieht sich spätestens auf der Brücke über den ca 1km breiten Niger bestätigt. In die Stadt fahren wir mit dem Taxi des Camps und da wir tagsdarauf die bereits angesprochenen Visas organisieren wollen fragen wir bereits nach dem Standort der Botschaften, und der Chaufeuer meint jaja sei alles da im neuen Viertel, ja auch Angola. Euforie kommt auf und wir beschliessen alle möglichen Visas zu organisieren, und nicht zu verschiffen. Am 16. Sitzen wir dann wieder in besagtem Taxi fahren planmässig zur Botschaft von Burkina Faso beantragen das Visum (gleichfür drei monate das den selben Preis hat), können es Nachmitags um drei wieder abholen. So steigen wir wieder ins Taxi und fahren zur Botschaft vom Benin, und leider nicht von Angola, eine Botschaft wars eigentlich auch nicht sondern nur ein Konsulat und der Taxifahrer fragt nach dem Weg, nicht zum ersten mal heute. Das ist übrigens etwas was Taxifahrer in Afrika immer mal wieder, ja eigendlich jedesmal, machen unnd so zeichnet sich der Gute Taxifahrer wie auch der Gute Wissenschaftler nicht dadurch aus, dass er alles weiss sondern, dass er weiss wers weiss. Leider Weiss der Konsul von Benin dass es in Bamako keine Botschaft von Angola gibt. Wir entlöhnen den Taxifahrer und wandern zu Fuss, da endlos zeit, zurück zur Burkinabotschaft. Unterwegs essen wir was und lernen Bissap das Nationalgetränk vieler Westafrikanischer Staaten kennen. Wie angekündigt erhalten wir um 15.00 Uhr die Pässe zurück und wollen gleich noch zur Botschaft von Nigeria. Da die Durchfahreuphorie mit der Angolabotschaft verflogen ist, wollen wir wie bereits vorher verschiffen und bräuchten so kein Visum für Nigeria, sollte es aber nicht klappen, ist dieses hier am einfachsten zu bekommen und so holen wir’s uns auf Vorrat. Wir nehmen uns also ein Taxi, Taxifahrer fragt nach dem Weg, fährt dahin und wir beantragen noch am gleichen Tag das Visum für Nigeria. Abholen können wirs um 15. Uhr des nächsten Tages. Erwähnenswert ist, Formulare zum ersten mal auf englisch und nicht mehr auf Französisch.
Zurück im Camp erfahren wir erst mal, dass Peter und Christian bereits morgen nach Mauretanien abreisen wollen! So verbringen wir unerwartet den letzten gemeinsam Reiseabend und am 17 verabschieden wir die beiden Herren und bleiben alleine auf dem Campement Kangaba zurück. Vorbei ists mit der Wagenburg und so entschliessen wir uns der aufkommenden Trostlosigkeit ebenfalls schnellstmöglich zu entfliehen und erledigen alles was ansteht (abschmieren, Wasserfüllen, Blogupdaten) noch bevor wir uns die Nigeriavisas abholen. Um 15.00 Uhr fahren wir wieder mit dem Camptaxi in die Stadt und natürlich muss auch er nach dem Weg fragen. Visaabholen geht so schnell, das der Taxifaherer ein schlechtes Gewissen kriegt, uns fürs Warten was extra berechnet zu haben (Preise werden von Vorteil am Anfang festgelegt) und fährt uns noch kreuz und quer durch die Stadt, bis wir einen Automaten zum Bargeldbezug mit Postkarte gefunden haben. Auf dem Heimweg kreuzen wir eine Herde Rinder, was wir als Anstoss nehmen, dem Taxifahrer zu erklähren, dass in Europa das Rindfleisch, das teuerste ist. Kann er kaum glauben. Btw hier ist Poulet am teuersten! So geraten wir in eine Diskussion welche Tiere hier wie da gegessen werden. Ziege und Hamel beiderorts, Pferde essen sie nicht aber Kamele, und Esel auch nicht, Schweine die Nichtmoslems wobei sie es nicht so genau nehmen. Ich erkläre, dass Esel zu Salami verarbeitet wird zum Beispiel auf Korsika. Wie denn das schmecke? Wie Salami halt. Wir lachen alle.
Sicher fragst du dich noch wieso die Visas vernünftig sind? Am Preis kanns nicht liegen beide zusammen kosten nämlich 87000 CFA pro Person. Nein die Vernunft liegt in der Gültigkeit. Beide berechtigen zu einer Einreise innerhalb der nächsten drei Monate und danach zu einem Aufenthalt von jeweils drei Monaten. Ja genau so geht das ihr dämlichen mauretanischen Ablaufvisaaussteller.

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Mali – Glückliche Menschen

Campement Kangaba, Bamako, Mali, Geoposition N12° 36‘ 53.2‘‘ W07° 51’ 51.1’’, Höhe 356m 14.02.2011

stausee
kopfträgerinnen
kita
kritzelei
top
bananenfrau

Immer entlang des Bafing fahren wir zum Staudamm von Manantali. Wie immer winken wir allen Menschen zu wie immer winken alle zurück und freuen sich über die Geste. Wie immer abseits der Haupttouristenstrecke fehlen auch die bettelnden Kinder. In Manantali suchen wir Brot, fragen einen Burschen am Strassenrand der uns das besorgt. Es kostet hier 150 CFA normalerweise ist es für 100 CFA zu haben aber es seien grosse Brote, wieviele wir dann wollen? Natürlich verdient der Kontaktmann mit so sage ich, ich nehme 7 für 1000 der Gute nimmt sein Handy zur Hilfe rechnet aus das das aber 1050 CFA mache. Ich hätte aber kein Kleingeld und er findet schnel raus, das er wohl auch kein hat meint ok. Wir fahren weiter zum imposanten Damm, biegen falsch ab erreichen zufällig die Dammkrone und den dort stationierten Wächter. 1984 sei das Baujahr, gebaut habens die Deutschen, Christina ist Stolz, und wir fragen nach Fotos was leider verboten sei. Das sei aber schade! Also gut weil wir die ersten seien. Geknipst. In Serpentinen führt das Strässchen die Felsen hoch, so steil, dass die uns entgegen kommenden Eselkarren mit einer behelfsmässigen Bremse (ein vor das Rad geklemmter Ast) nachgerüstet sind. Oben ist Mittag und wir suchen ein abgelegenes Plätzchen wo wir auf niemands Acker stehen essen griechische Oliven aus Marokko und das eben erstandenen Brot. Mit dem Brot ist das in Afrika so eine Sache
-in Marokko ist das Brot fladig fest aber doch luftig, ca. 2 Tage haltbar, ähnlich Dönerbrot schmeckt je nach Region ein bisschen anders wir mochten es, im Durchschnitt eine 5 Kostenpunkt 1-2 Dirham, Christinas Favorit.
-in Mauretanien war das Brot teurer ca 50 Uguya, kam länglich wie ein Baguette und immer mehrere zusammen wie unsere Bürli daher. Von der Konsistenz her wie Halbweissbrot etwas dunkler und würziger. Mein Favorit darum ganz klar eine 6
-im Senegal gibt’s erst mal nur Baguette und zwar unglaublich luftiges, französich hald, aber leider ohne die gute Kruste. Haltbarkeit 6h Katastrophal 1 minus. Weiter südlicher gabs dann aber wieder Brot, das doch recht ähnlich wenn nicht sogar gleich dem Mauretanischen war, 5-6 Kostenpunkt von 100 bis 300 (!) CFA
-in Mali ist das Brot vorerst gleich wie das gute Senegalbrot kommt aber ab und zu luftiger und schwammiger daher. In der Regel gut haltbar, bis 3 Tage, ebenfalls eine 5-6
Zurück zur Mittagspause wo uns irgendwann ein freundlicher Mann besucht, wir fragen uns wies geht, erklären unsere Mittagspause hier, was der Gute überhaupt nicht verstehen kann, denn hier gebe es doch gar kein Wasser. Recht hat er. Danach geht’s weiter auf einer zum Teil ausgezeichneten aber grösstenteils schrecklichen Piste, so erreichen wir unser Tagesziel nicht übernachten auf einem brachliegenden Acker. Auf der Suche nach diesem sind wir Leuten begegnet, die wir um Erlaubnis gefragt haben. Einer ist zufällig der Sohn des Dorfältesten und meint, kein Problem gute Nacht! Ich frage mich noch ob der Sohn des Dorfältesten zum Dorfältesten wird, wenn sein Vater dahinscheidet oder ob nicht doch der nächstältere der Dorfälteste wird und falls dem so ist ob dann der Sohn des Dorfältesten überhaupt mehr Befugnisse hat als irgendein anderer aus dem Dorf?
Morgens fahren wir erst auf der gleichen schlechten Piste bis Tambaga, eine Ortschaft die auf unserer 1:2‘200‘000 Karte von Reise know how nicht verzeichnet ist aber auf der 1:4‘000‘000 von Michelin schon. Dies ist einigermassen wichtig, da hier eine wichtige Kreuzung ist und die Teerstrasse beginnt. Nicht zum ersten Mal stellen wir gravierende Mängel fest auf ReiseKnowHows Karten und möchten Afrikafahrer unter Nachleser hier empfehlen die Michelin-Karten auf jeden Fall auch mitzunehmen auch wenn die Auflösung schlechter ist. Was solls. Auf guter Teerstrasse fahren wir zügig nach Kita, dort wollen wir einen kleinen Abstecher zu Höhlenmalereien machen. Bei Ortsausfahrt wird uns an einer Schranke 1000CFA komunaler Wegzoll abverlangt und ein Führer zu den Höhlenmalereien angeboten. Diesen nehmen wir dankend an. Ca 7km finden wir dann die Höhlenmalereien. Leider weiss der Führer ausser dem Ort woe sie zu finden sind eigendlich gar nichts darüber aber ihm sei ein bisschen verziehen, denn was er weiss ist, dass diverse Unis aus der ganzen Welt Delegationen geschickt haben, um den Kritzeleien einen Sinn zu entreissen. Christina meint das sei doch nur so Gekritzel ähnlich dem Nebenprodukt eines Telefonates, entstanden wohl bei vorzeitlicher Rauchzeichenkommunikation. Tatsächlich erinnern die Zeichnungnen eher an Kindermalereien als an mystische Schriftzeichen. Tja liebe Kinder merkt euch einfach was geschehen kann, wenn ihr mit Russfinger die Wände tapeziert. Dafür ist aber der Ausblick vom "Gipfel" des Berges,auf dem die Malereien sind fantastisch! Mali mit seinen malerischern Rundhüttendörfern in schönster Savannen-Berg-Landschaft, rote Erde. Genial!
Später verköstigen wir uns noch in Kita und fahren auf guter Teerstrasse nach Bamako ins Camp Kangaba.

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Mali – Abenteuerliche Pisten

Am Bafing, nähe Bafoulabe, Mali, Geoposition N13° 42‘ 41,5‘‘ W10° 52‘ 25.9‘‘ 11.02.2011 Höhe 100m

piste
senegal
hart
fähre
sonnenuntergang
piste2

Zu viert machen wir uns auf nach Manantali. Zuerst entlang einer Strassenbaustelle, manchmal neben, manchmal auf dem neuen Trasse, aber immer staubig. Schneller als erwartet kommen wir voran, dafür bleibt die Pistenromantik auf der Neubaustrecke liegen. Auf der Suche nach dieser versuchen wir ein, zweimal eine Ausweichroute, werden wie durch Geisterhand immer wieder aufs neue Trasse geführt. Glücklicherweise kommen wir aber schneller vorwärts als die unter chinesischer Aufsicht stehenden Strassenarbeiter und so sind erreichen wir das momentane Ende bei Diamou. Gerade kaufen wir Brot, als uns tatsächlich ein deutscher Pensionär in einem Camper mit Frontantrieb und ca 10 cm Bodenfreiheit entgegenkommt. Man grüsst sich, fragt nach Route und Pistengegebenheit, begutachtet Fahrzeuge. Und bei näherem hinschauen sieht man schon, das der Camper recht mitgenommen ausschaut. Hinten ist die Carosserie gesprungen die Motorhaube scchliest nicht mehr schön und die riesige Frontscheibe wird nur noch von einem Spannset notdürftigfestgehalten.
Ja die Piste sei schon schlecht zwischen durch, die einheimischen hätten ihn durch den Busch geschickt, da es eine der eingezeichneten Pisten nicht mehr gäbe. Aber es sei super gewesen für die vergangenen 300 km hätte sich die ganze Reise gelohnt. Wir verabschieden uns, wünschen einander Glück und gute Heimreise. So fahren wir Richtung Gangonteri, auf gutem Trasse, vorbei an einer alten Zementfabrik, dann an einer neuen Zementfabrik. In Gangonteri soll des Deutschen Buschpiste abzweigen, die bessere Alternative zur eigentlichen Strecke. So suchen wir diese und finden mit Hilfe der Einheimischen eine kleine, feinen Piste die Richtung Bafoulabe führen soll. Zwischendurch wird’s ein bisschen ruppig, es folgt eine erste trockene Furt aber im grossen Ganzen ists friedlich zum Fahren bis, ja bis Christian der mit seinem Hilux vorneweg fährt am Pistenrand parkt und meint wir sollten uns das mal ansehen. Vor uns tut sich ein Flussbett auf, das zwar trocken ist, aber steil abfallende Ufer zu beiden Seiten aufweist. Schnell wird klar, dass da wo die eigentliche Piste durchführt kein durchkommen für unsere Brummer ist, doch Peter findet eine Felsrampe, die zwar zerklüftet, aber abgerundet und gleichmässig abfallend ins Flussbett führt. Er beschliesst es da zu versuchen. Langsam schleicht er die Böschung hinunter rutscht auf dem trockenen Stroh weg setzt neu an, findet den Weg über die Felsrampe. Christina steht in der Zwischenzeit am gegenüberliegenden Ufer, versucht mit Kameras bewaffnet, Gefahren und Meisterung dieser für die Nachwelt im Bild festzuhalten. Fürchterlich ist das Bild das geknetete Reifen zwischendurch abgeben, aber alles hält und Peter ist im Bachbett. Durch feinen Kies geht’s zum leichteren Ufer oder besser sollte es gehen, denn er bleibt stecken setzt zurück und überfährt beinahe eine Kuh die aus dem nirgendwo materialisiert ist um sich gleich darauf mit einem riesen Satz ins übrig gebliebene Brachwasser zu retten. In der Zwischenzeit flitzt Christian mit dem doch etwas kleineren Hilux serpentinengleich über die steilen Pistenüberbleibsel und flitzt unter Einsatz aller PS durchs Kies und das gegenüberliegende Bord hinauf. Mit etwas mulmigem Gefühl im Magen realisiere ich, dass wir die letzten sind, die noch am falschen Ufer kleben und mache mich daran zu Felsrampe zu kurven. Inzwischen hats auch Peter aus dem Kies über die gegenüberliegende Böschung geschafft und steht unten an der Rampe bereit mir den rechten Weg zu weisen. Vorerst geht alles gut und ich fahre schnell über die Rampe, zu schnell knalle mit dem rechten Vorderrad über eine Kante. Peter verwirft die Hände dirigiert ich fahre, alle schreien „Stopp“ (diesmal mit zwei Ps) und ich ziehe erst mal die Handbremse lasse mir genau den Weg erklären. Kurz vor dem Grösseren Bruder der eben abgefahrenen Kante soll ich stehen, zurück muss ich und viel mehr einschlagen. So eingewiesen fahre ich weiter und erreiche ebenfalls unversehrt das kiesige Bachbett. Den spulenden Peter Augen, versuche ich möglichst weit oben an der festen Böschung durchzufahren, stecke allerdings ein, muss zurück, komme durch und versuche gleich mit gehabtem Schwung die Böschung am erst besten Punkt zu überfliegen. Abermals scheiternd rutsche ich mit durchdrehenden Rädern zurück, muss nochmals ansetzen, problemlos, geschafft, vollgeschwitzt erleichtert.
Eines ist immer wichtig im Busch: Keiner weiss was auf kommenden Strecken lauert! Immer sollte man sich sicher sein, eine überwundene Passage auch in entgegengesetzter Richtungn meistern zu können. Ob dies hier der Fall wäre bleibt offen, denn wir müssen glücklicherweise nicht zurück. Naja im Notfall hätten wir auch Schanzwerkzeug mit, und eines ist auch sicher, der Rentner ist mit seinem Womo nicht hier durch. Leider ist die Piste ab hier nicht mehr ganz so toll und so kommen wir nur schleichend voran. Irgendwann fahren wir durch einen abgeernteten Acker, aber die Fahrspuren führen da lang. Einheimische sehen uns zu, wir winken, sie winken. Wir schliessen daraus, das wir doch richtig sind was solls auch schlieslich ist das Feld abgeerntet und zeigt eigendlich nur an das hier wirklich seit geraumer Zeit keiner mehr durchfuhr.
Kurz vor fünf erreichen wir überraschend den Senegal setzen auf der Fähre über den Fluss wo sich Bafing und Bakoy zum Senegal vereinen. Übernachtung am Bafing.

Senegal Fazit

Nun bin ich ja für die Länderfazits verantwortlich. Nur leider teilen sich unsere (Domis, Peters und meine) Meinungen über dieses Land. Ich versuche es also etwas objektiv zu schreiben. Besonders seit ich jetzt auch noch Mali kenne, habe ich eigentlich nicht viel für den Senegal übrig, aber eben.
Eigentlich ist Senegal ein Paradeland. Es hat so ziemlich alles zu bieten, was Afrika ist. Ursprünglichkeit, Lehmhütten mit Strohdächern, Frauen mit riesigen Kopflasten und bunten Kleidern. Aber auch Kultur (Sklaveninsel in Dakar) und Luxus Strandferien (Petit Côte). Oder einsame Strandferien (Sine Saloum) und atemberaubende Natur (Sine Saloum oder Osten, Bassari Land). Sogar einen Tierpark gibt es.
Wäre da nur nicht diese unsinnige Bürokratie. Als Reisender mit dem eigenen Auto wirst du einfach die ganze Zeit gedisst. Fängt mit dem Carnet an, geht über die Fähre bei Foundiougne und endet beim Niokolo Koba Park. Und die Bürokratieheinis können auch richtig mühsame Leute sein. Zudem Ist der Tierpark leider gar nichts im Vergleich mit anderen Afrikanischen Nature Reserves, schade. Auch extrem störend sind die bettelnden Kinder: Toubab, donne-moi une cadeau. (Toubab (=Weisser), gib mir ein Geschenk). Und das sagen sie dann noch in einem unglaublich gehässig-forderndem Ton. Der Toubab, der Reiche. Naja, vielleicht liegt das am regen Tourismus hier. Und eigentlich haben die Leute ja wirklich nichts. Ihre Hütten und Lager sehen zwar wunderschön idyllisch aus, aber wollten wir wirklich so leben? Nicht zu verdenken, dass sie die aus dem Paradies Kommenden um ein kleines Geschenk bitten. Gestört hat mich nur einfach die zum Teil oberflächliche Freundlichkeit, immer mit dem Hintergedanken an ein Geschenk.
Aber es gibt auch andere Fassetten vom Senegal. Manche Leute sind wirklich ohne Hintergedanken freundlich, helfen einem, ohne ein Cadeau zu wollen. Oder witzeln mit einem. Und es gibt auch Kinder, die sich einfach nur über ein Handschütteln oder ein Winken freuen (einer springt vor Freude übermütig in die Luft, mega herzig!).
Und auch landschaftsmässig hat der Senegal fast alle Fassetten zu bieten, von Trocken- und Buschsavanne bis zum Feuchtwald, echt wunderbar.
Alles in allem lohnt es sich auf alle Fälle, dieses Land zu besuchen. Man kann das auch ziemlich gut in 2-3 Wochen machen. Ich persöhnlich werde wohl nicht mehr hierher zurückkehren, denn es gibt für mich immer noch schönere Orte in Schwarzafrika!

Mali – alles easy

Im Busch, Nähe Lontou, Mali, Geoposition N14° 19‘ 13‘‘ W11° 18‘ 24‘‘ Höhe 58m 10.02.2011

wassa
busch
grenze
reunion
kinder

Fast eine Woche hängen wir im Campement Mako am Pool und im Wassadou am Gambia. Waschen Wäsche, füllen Wasser , lesen Bücher, tanken auf. Am 7. trifft Christian von Gambia kommend ein. Zusammen bleiben wir noch einen Tag und verabreden uns dann für am 10.02 nähe Kayes (Mali) um zusammen über Manantali durch den Busch nach Bamako weiterzureisen. Da solls wunderschön sein aber die Versorgungslage eher schlecht. So tanken wir in Tamba auch die Autos und Vorräte. Übernachten im Busch fahren nach Kedira, kaufen Bier übernachten vom 9. Auf den 10. nochmals im Busch, zum letzten Mal im Senegal. Früh (8.45 Uhr) sind wir unterwegs, denn heute steht Grenze auf dem Kalender und in Afrika weiss keiner im Voraus was das eigentlich bedeutet. Wird’s Teuer wie zuvor zwischen Mauretanien und Senegal, dauerts 5 Stunden wie zwischen Marokko und Mauretanien. Auf jeden Fall ist morgens immer besser als nachmittags, wenn die Gehirne Reisender wie auch Beamter bereits Stunden an der Sonne gekocht haben.
Gemäss Reiseführer muss der auf seiner Reise geführte Reisendeerst im Posten der Grenzpolizei mitten in der Stadt vorsprechen und sich durch freundliches Auftreten, fragen nach Gesundheit und des verbrachten Tages, Smaltalk über Mali und was einem da so erwarte, es hoffentlich so schön werde wie im Senegal, den Ausreisestempel verdienen. Handschriftlich werden wir wieder in ein Buch eingetragen und dann im Pass gestempelt, leider mit dem erstbesten, was sich als der falsche, da Einreise, herausstellt. So ist Christina zum zweiten Mal ein-, noch nie ausgereist, erst will der Grenzer korrigierend eingreifen aber sein Kollege stempelt Datum dazu und meint was auf Wolof was wahrscheinlich „Scheiss drauf!“ bedeutet. Wir fahren zur eigentlichen Grenze oder besser gesagt zu einem Schild, Stopp Polizei, das natürlich ohne zweites P und auf französisch daher kommt. Wir beantworten die Frage nach erledigtem vorsprechen beim Grenzposten mit ja was durch schnelle Sichtung in einem der drei Pässe kontroliert wird, zeigen unser vorschriftsmässig in Dakar gestempeltes Carnet und werden in eine handgeschriebenen Liste abgestrichen! Wie das geht woher unsere Nummer kommt ist und bleibt uns ein Rätsel. Wir smaltalken obligatorisch ein bisschen, und fahren zur eigentlichen Grenze oder besser gesagt 500m weiter zu einem Zollhaus. Hier wird anstandslos die in Diamma bei der Einreise abgestempelte Seite des Carnets ausgestempelt und ausreise Zettel abgerissen. Die Dakarseite lässt er stehen, freundlich frage ich nach ob er das nicht auch stempeln könne. Er tuts, reist den gestempelten Einreisezettel sowie den Ausreisezettel raus und der Rückerstattung unserer Zollgarantie steht wieder nichts mehr im Wege. Auch Peters Carnet wird gestempelt und wir machen uns mangels anderslautender Anweisung auf Richtung eigentlicher Grenze. Diese ist mitten auf der Brücke über den Faleme.
Wir betreten Mali. Am Brückenende halten wir vor einem Schlagbaum aber der Uniformierte meint wir sollen zum Zoll dieser sei am anderen Ende der Stadt ca 3 km weiter die Strasse runter. Durch endlose Lastwagenkolonen, die am Strassenrand warten, fahren wir dahin. Wir Parkieren irgendwo gehen ins Zollbüro. Hier stehen ein paar Malinesen vor zwei Beamten, lamentieren werden zur Kasse gebeten, zahlen, dann doch nicht, laufen bestürzt weg, zurück bleiben wir, die wir 10 Minuten gewartet haben sowie die angefangenen Dokumente zur Einfuhr dreier Fahrzeuge und einer der Beamten der zu irgendjemand anderem was von „ce le droit“ sagt. Zwischen durch erschein der wohl ranghöchste, Beamte klopfen Männchen wir grüssen und fragen nach dem Wohlbefinden. Ein dritter Beamter erscheint, wir grüssen freundlich, fragen auch ihn nach dem Wohlbefinden und zeigen unsere Carnets. Der Beamte studiert ein paar Minuten die bereits vorhandenen Quittungen aus Maretanien und dem Senegal. Er wie auch wir rechnen nicht mit dem nochmaligen erscheinen des Ranghöchsten, der im vorbeigehen meint „Fais vites, ce n’est pas le premier fois que tu vu ça!“ 5 Minuten später sind wir draussen, registriert. Wir fragen wos langeht, werden zum Polizeiposten geschickt, immer die Strasse runter. Hier werden die Visas kontroliert, die Pässe gestempelt, und wir steigen wieder ein wollen wegfahren. An der letzten Schranke stehen zwei junge Männer in Zivil und wollen ein Ticket sehen. Ticket? Was für ein Ticket? Wir haben ein Carnet! Nein kein Carnet ein Ticket, das uns zur Weiterfahrt ermächtige! So müssen wir nochmals zum Polizeiposten, fragen wies weiter gehen soll. Dort will einer erst mal unser Carnet und die Versicherung sehen und da alles i.O. ist kriegen wir ein kleins Stück Karton mit einem C drauf. Dieses entspricht dem geforderten Ticket, wir geben es an der Barriere ab und um 10.30 sind wir endgültig durch.
Kostenpunkt: alles gratis!
Fahrzeugkontrolle: inexistent!
Ca. 10 km nach der Grenze folgt eine Zahlstelle, wo wir 1000CFA Strassengebühr zahlen müssen. In Mali kosten alle asphaltierten Strassen. In Kayes treffen wir erst mal auf eine unerwartet grosse Stadt. Hier gibt es alles und alles billiger als im Senegal! Nützen tuts vorerst nicht, da wir unsere Vorräte ja schon aufgestockt haben. Nur einen Bankomaten sucht Peter vergebens. Wir beschliessen trotz anfänglichem zögern heute bereits weiterzufahren, finden einen Rastplatz im Grünen unweit von Lontou, geben Christian unsere GPS Koordinatenn durch, der tatsächlich noch vor Sonnenuntergang bei uns eintrifft.

Am Arsch der Welt

Campement Mako am Gambia-Fluss, Senegal, Geoposition N12° 49‘ 16.3‘‘ W12°18’07.9‘‘ Höhe 100m 03.02.2011

peter
brücke
gruppe mit flüchtling
waldbrand

Heute ist Donnerstag und wir haben rein gar nichts getan! Nein, stimmt nicht ganz, wir haben dem Patron des Camps gesagt wir bleiben bis Sonntag, falls das ok wäre und darauf für jeden Morgen 3 Brote bestellt.
Das Camp liegt am Gambiafluss, hat, dank der französischen Inhaberin, die ihn rege mitbenützt, einen intakten Pool, kostet nur 2000 CFA pro Person und das Rindsfleisch wird saignant serviert!
Gestern mittag sind wir total k.o. aber gesund, mit intakten Autos und gemeinsam hier eingetroffen. All dies war Tags zuvor infrage gestellt, zuletzt das Gemeinsam, als ich am Abend in Kedougu noch bis ins 35km entfernte Campmant Mako fahren will und Peter beschliest wild zu stehen, da er fix und fertig ist. Nur 5km weiter müssen aber auch wir wegen Dunkelheit aufgeben, fahren ins Gestrüp, können wegen Hitze und Sorge nicht Schlafen.
In Kedougu haben wir vorher den Führer rausgeworfen, der leider bis hierhin gebracht werden musste und somit eigentlich nichts ausser Stress gebracht hat.
In einem Anfall von eigenem Willen wollten wir uns doch durchsetzen, hinten im Park raus und durchs Land der Bassari fahren. Dies soll ein sehr traditionsverbundenes Volk sein, als solches speziel und somit sehenswert.
Im Wissen darum dass es wohl am Rand der zumutbaren Distanz für einen Tag ist hat uns der Führer um 6 Uhr morgens auf die Piste geschickt. Damit wir dies können übernachten wir in einem eigentlich geschlossenen Camp ohne Wachen, denn vor 7.30 Uhr darf man in Nationalparks nicht losfahren. Ohne sanitäre Anlagen aber am Gambiafluss waschen wir uns in der Wildnis im Fluss, spliternackt und wohl ab jetzt Bilharziose verseucht. Später lesen wir nach, dass ein Vorhandensein dieser Parasiten kausal mit dem Auftreten von Wasserschnecken zusammenhängt was wir leider nicht überprüft habenkonntenwussten.
Zurück zu 6 Uhr. Anfangs machts tierisch Spass. Es ist noch stockdunkel als wir erst über eine Mischung aus Brücke und Furt knapp über Wasserhöhe den Gambia überqueren und auf einer steilen aber intakten Piste durch die Wildnis fahren. Kurz nach Sieben wirds Hell und heiss. Leider kommen mit dem Licht auch die Fliegen. Obs Tsetsefliegen sind wissen wir nicht, sie legen aber die Flügel übereinander, was eine Charakteristik des schlafkrankheitverbreitenden Insektes ist. Auf jeden Fall sinds unzählbar viele, die sofort die Führerkabine stürmen, wenn zwecks Lüftung ein Fenster offen steht. Leider führt dies auch dazu, dass es von den folgenden Stunden keine Fotos gibt.
Bis Mittag quälen wir uns nämlich über 75 Kilometer Überbleibsel von etwas was vor der letzten katastrophalen Regenzeit eine Piste war. Meist unterschiedlich ausgefahrene Spurrinnen, teils weggeschwemmt, Felstreppen und Baumleichen.
Nach 50 Kilometer Nomansland erreichen wir ein Kontrollposten. Hier stürzen sich die Fliegen auf etwas anders und sind somit Vergangenheit. Wir steigen aus, schnaufen durch werden aber freundlich gebeten, einen Mann, der drei Tage durch die Wildnis des Parks geirrt sein soll, zum Ausgang mitzunehmen. Da wir hier knapp an der Grenze zu Guinea sind vermute ich stark, dass es sich hier um einen Flüchtling auf dem Weg nach Europa handelt aber der Park ist gross, etwa ein Viertel der Schweiz und wer weiss. Die Parkwächter versichern uns auch, dass die Piste ab jetzt wirklich als solch bezeichnet werden kann, was leider grad überhaupt nicht zutrifft. Gleich nach dem Posten folgt nämlich ein 20 cm vertieftes Teilstück mit ca 50 cm Höhenunterschied zwischen den Spuren. Den gekippten Spanier vor Augen versuche ich stets mit einem Rad auf der Flankenwand der tieferen Spur abzustützen und so einigermassen senkrecht zu bleiben. Leider gelingt mir das hier nicht ich fahre nämlich über die Wand hinaus, gerate mit dem anderen Rad dafür in die tiefe Spur und wir kommen so in den streitbaren Genuss von ca 70 cm Höhenunterschied zwischen den Rädern. Ich bin wie versteinert gehe vom Gas aber mit Reduktion und im ersten Gang kennt der Mowag nichts fährt auch im Standgas unbeirrt seinen Weg. Unaufhaltsam kommt uns ein verkohlter Baumstrunk am Pistenrand aber in der Mitte der Stosstange, entgegen. Unfähig zu reagieren sehe ich uns wie in einem Comic dagegen fahren und zur Seite plumpsen. Aber mit Reduktion ist auch dieser entgültig Geschichte.
Es folgen Steilpassagen mit Treppen und Schlammfurten aber grundsätzlich wirds besser und so sind wir nach 7 Stunden 10km/h um 1 Uhr am Ausgang. Und hättens eigendlich geschafft wenn wir nicht auch noch den ansonsten nur überflüssigen aber jetzt auch belastenden Führer dabei hätten. Aber erst einmal werden wir zum Essen eingeladen was wir dankend annehmen. Hier lassen wir auch den illegalen Einwanderer zurück den ein solcher ist er was uns der hier postierte Parkwächter zugibt. Jaja alle denken Bei uns in Europa sei alles super, hätten aber keine Ahnung vom Stress, jeden Morgen um früh aufstehen, den ganzen Tag Arbeiten und keine Zeit für Familie und Freunde. Er könne jede Tag erst Vater und Mutter begrüssen dann seine Kinder und Nachbarn. Natürlich seis nicht so luxeriüs aber Afrika sei doch cool. Sicher hat er im Hinterkopf dass der arme Flüchtling zuhört. Diesen will er abwechslungsweise der Polizei ausliefern oder sofort erschiessen weil er ein Rebell aus der Casamance sein könne. Zeigt ihm sein geladenes Gewehr lädt ihn dann aber auch zum Essen ein was dieser damit bedankt, dass er alles was wir nicht essen ratzeputz wegfuttert. Am Ende will er ihm die Verirrtgeschichte glauben und ihn doch laufen lassen. Und der Arme sitzt wohl schon im Boot zu den Kanarischen Inseln endet in den Gewächshäuser der Costa del Sol als etwas was Sklaven so nah wie möglich kommt, wenn sie heute leben.
Aber zurück zu uns und unserem Führer, der ja heute noch ins ca 130km entfernte Kedougu soll. Es ist schon 15.00 Uhr als wir aufbrechen und so flitzen wir durch besagtes antropologisch interesante Land. Man soll sich hier als Tourist zurückhaltend benehmen, immer schön fragen ob man fotographieren darf etc.(ewas was man sooderso tut wenn man Anstand nicht nur aus dem Wörterbuch kennt). Irgendwann hat wohl ein Tourist mal 1000 CFA für ein Foto gezahlt und so wars um die Tradition geschehen. Übrig blieben auffällig viele Frauen in farbigen Kleidern und grosser Kopflast, die am Strassenrand stehen, wohl auf Touristen wartend die für Geld nur Fotos wollen. Wir fotografieren nicht, aber eigendlich weils wirklich nichts zu sehen gibt, was der Senegal nicht auch irgendwo anders zu bieten hat ausser vielleicht die spezielle Berglandschaft zum ansonsten topfebenen Land. Sicher ist wohl, das die Leute hier eine andere Sprache als Wolof sprechen aber bring das mal auf ein Foto!
Glücklicherweise erlauben die Pisten ab jetzt 40 km/h und so erreichen wir knapp vor Sonnenuntergang nach 12 Stunden Kedougu, wo wir erst mal ein paar Tage bleiben wollen aber zum Campen gibts nichts…

Campement mako at the gambia river, Senegal, geo position ? height? 03.02.2011

Today is Thursday and we did absolutely nothing! No, that is not true, we told the “patron” of the camp that we’d like to stay till Sunday, if that is ok, and ordered 3 bread each morning.
The camp is situated at the Gambia river and thanks to the frensh owner, who is very frequently using it, it has a pool! It costs only 2000CFA per person and the beef gets served medium rare!
Yesterday afternoon we arrived here totally k.o., but healthy, with intact cars and together. All these points where not yet so clear on the day before, especially the “together”, when Domi and I decided in the evening to drive on 35km towards the camp and Peter decides to camp in the woods because he was totally finished. After 5 km also Domi and I have to give up because of the darkness, we drive in the woods and can not sleep from heat and sorrow.
Before in Kedougou we got rid of the guide, who had not served anything than stress.
Remember, we wanted to drive through the park, exit on the other side and bring the guide to a place where he can take a taxi back.
Fairly enough, the guide knew that it’s going to be a long drive and therefore he let us sleep in a camp which was actually closed, so that we could start at 6am. Actually, it is not allowed to drive in the park before 7:30. In this camp without water, we wash ourselves in the Gambia river, naked, wild, wonderfull. And from now on probably infected with Bilharziosis. Later, we read that these parasites are only found where there are also water snales. Unfortunately we could not carefully check this out.
Back to 6 o’clock. At the beginning it is real fun. It is still dark when we cross the Gambia river over a bridge that can only nearly be called like this, just above the water. The pist after that is good and very adventurous in the dark. Shortly after dust it starts to get hot. Unfortunately, with the light the flies come too. We don’t know whether they are really Tsetse-flies, but they cross over their wings, a characteristic of these insects that might bring the sleeping disease. Anyways, they are a lot and don’t let us open the windows. Unfortunately this is the reason why we have no pictures of the next few hours. Because once when we have to pie, we get bitten unbelievabely often.
Until lunch time, we cross something that has been a pist years ago! 50 cm hight difference between one tire and the other, always with the picture of the Spanish guy in Mauretanie behind our eyes. Just imagine the worst pist you’ve ever seen and then just think that is was worse. On a check point, we get rid of the flies, which occupy a bunch of chicken now. Instead we are asked to take a guy with us, who has walked too much. Whatever this means, we think. Because we are hear near the border of Guinea and the park is for sure a good road for illegal refugees. As we get to the end check point of the park, the park ranger there confirms our hypothesis. We also get invited for lunch there and accept thankfully. The park ranger is a very intelligent guy, he talks with us about Europe, he knows the situation there because two friends of his live in Lausanne. Knowing that the refugee listens, he talks about the stress in Europe and that it is actually more easy going and nicer to live in Africa. We just hope that he himself also believes something of what he tells. A few times he tries to frighten the refugee with his gun and warns him to shoot him, if he turns out to be a rebel. Like this he wants to make clear that the next time the guy should take his passport with him. Well at the end he believes the refugee story and invites the guy for lunch too. After that he lets him go. Hopefully the poor guy is not sitting on a boat to the canarien islands at the moment to ends up at the costa del sol in one of these mass productions.
But back to the guide, who has to be brought to Kedougou which is about 130km away from the park end. At 15:00 we start. Unfortunately we have to race now through this really very nice landscape. The region is also said to be anthropologically interesting, but we actually don’t see anything what cannot be seen in the rest of Senegal as well. Only that this here is made for tourists. Women are standing at the roadside with things on their heads waiting for someone to take a picture for 1000CFA. The only difference may be is that people here don’t speak Wolof, but can you picture this?
Thanks to the better pists, we arrive in Kedougou before sunset (after 12 hours), where we get rid of the guide, but do not find any place to sleep… the rest see above.

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Bürokratiejungel – oder Jungelbürokratie?

Campement de Lion, Niokolo Koba Nationalpark, Senegal , N13° 01‘ 32.8‘‘ W13° 14’ 18.2‘‘, Höhe 20m 29.01.2011

stossverkehr
tiere
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tiere2
kroko

Wir haben es mal wieder geschafft, uns unglaublich über die afrikanische Bürokratie aufzuregen. Heute morgen fahren wir frohen Mutes Richtung Dar Salam, wo der Eingang des Niokolo Koba Nationalparks liegt. Dort angekommen, erfahren wir, dass der Eintritt in den Park etwas billiger ist als gedacht, aber dass man auch einen Führer für 10000 Franc CFA pro Tag nehmen muss! Und das für alle Tage, die man dort ist, auch wenn man nicht herumfährt. Uns dünkt diese Logik etwas komisch, zumal der Preis für den Park pro 24 Stunden ist und der Führer aber pro Tag (also von 24Uhr bis 0 Uhr) bezahlt werden muss. Wir denken also, wie so oft, dass man uns übers Ohr hauen will. Langsam haben wir aber genug vom Übersohrgehauenwerden, wir fangen also an zu diskutieren und fahren sogar nochmal zurück zur Gendarmerie, um nachzufragen, ob ein Führer wirklich obligatorisch ist. Die wissen es aber nicht so genau. Irgendwie haben wir sowieso Verständigungsprobleme. Das ist das zweite Problem in Afrika, dass man die Sprache der Leute einfach nie spricht und so nie versteht, was die so untereinander abmachen. Immer noch misstrauisch, beschliessen wir aber, den Führer halt zu nehmen und dafür nur 3 statt die geplanten 5 Tage bleiben. Damit hat sich die Parkführung selber beschissen. Das nächste Problem ist aber die Routenplanung, denn eigentlich muss man den Führer an den Ausgangsort zurückbringen. Wir wollten aber durch den Park durchfahren und auf der anderen Seite weiter. Dann müssten wir dem Führer ein Taxi zurück bezahlen. Das erfahren wir aber erst, nachdem wir die Registration schon gemacht haben. Super. Zahlen, zahlen, zahlen. Und nebendran steht noch eine Horde Kinder, die alle ein Cadeau wollen… Zudem ist es abartig heiss. Unsere Nerven drehen durch und wir beschimpfen die Leute auf schweizerdeutsch. Schliesslich willigen wir auf alle Bedinungen ein, kriegen dann auch wie zur Bestätigung zwei verschiedene Quittungen, eine für den Park und eine für den Führer. Im Camp im Park fragen wir nach und erfahren, dass es anscheinend wirklich so ist, dass man einen Führer haben muss! Oh Afrika, wieso bist du nur so kompliziert? Bei einem solchen System muss man sich ja verarscht vorkommen. Wir müssen uns wohl noch an die afrikanische Denkweise gewöhnen und lernen zu merken, wann etwas stimmt und wann nicht. Trotzdem machen wir dann noch eine Bootsfahrt im Park, wo wir pro Person 5000 zahlen müssen, aber das Boot mit mindestens 4 Personen besetzt und bezahlt sein muss. Natürlich ist die vierte Person der Guide…Wir treffen später einen Östereicher, der in Cap Verde wohnt. Er meint, es gibt ein afrikanisches Sprichwort: “Der Weisse Mann zahlt. Wer sonst?”

Campement de Lion

One more time we succeeded to get very upset about the African system. This morning we drive in a very good mood towards Dar Salam, where the entrance of the National park Niokolo Koba is located. When we arrive we get to know that the entrance fee is a bit less than expected but that one also has to take a guide, who costs 10000 CFA per day! And that for all days that you are in the park, even if you are not driving around. We find this a bit strange, especially because the entrance fee of the park is for 24 hours and the guide must be payed per day (from 24 to 0 so to say). Therefore we think, like very often, that they want to screw us. But with time we got enough from being screwed. So we start discussing. We even drive back to the Gendamerie (Police) to ask whether a guide is mendatory or not. But they don’t know either. Anyway we have a lot of problems with understanding. Which is the second problem in Afica. You never understand what people are talking. This makes you mistrust. But what shall you do? So we take the guide, but decide to stay only 3 instead of the planned 5 days. Bad for the park. The next problem is the route plan. Because actually you have to bring the guide back to the very same entrance where you started. But we want to cross the park and exit on the other side. In this case we would have to pay the guide a taxi for the way back. But this we get to know only after we have completed the registration. Great. Pay, pay, pay. And next to us is a crowd of children that all want a cadeau (present). Overall it is extremely hot. Our nerves break and we start yelling at the men in swiss german. At the end we accept everything. Like a hint we get two different bills at the end, one for the park and one for the guide.
Inside the park in the camp we get to know that it is really true that you need a guide. Oh Africa, why are you so complicated? With such a system you must feel like an idiot. We probably have to get used to the African way of thinking and learn to recognize when something is right and when something is wrong.
Anyways, we also make a boat tour in the park, where we have to pay 5000CFA per person, but the boat has to be occupied with and paid for at least 4 persons. Of course the forth person is the guide… Later, we meet an Austrian, who lives in Cap Verde. He tells us about the african saying: “The white man pays. Who else?”

Buschtage und Jungelnächte

Campement Wassadougu, Eingang Niokolo Koba Nationalpark, Senegal Geoposition N13° 20' 55.8'' W13° 22' 35.8'', Höhe 28m 29.01.2011

wildcampen
typischdorf
gambia

Nach Foundiougne verlassen wir die Küste oder was so dazugehört und werden erst wieder in Ghana auf sie treffen. Wir wollen als nächstens in den Niokolo Koba Nationalpark. Dieser befindet sich im äussersten Südosten des Senegal und so stehen die nächsten 2 Tage unter dem Moto Transfer dorthin. Unterwegs kaufen wir auf dem Markt von Kaolak zum ersten mal ein lebendiges Huhn, um es nachher zu verspeisen. Glücklicherweise können wir dieses gleich rupfen und ausnehmen lassen, so dass es nachher wie ein richtiges Poulet aussieht, so wie mans kennt!
Die Fahrt gestaltet sich sehr idyllisch, vorbei an runden Lehmhütten mit Strohdächern, mit Bastzäunen für den Familienclan eingezäunt. Davor arbeiten Frauen in bunten Kleidern, tragen Wasser auf dem Kopf vom Brunnen nach Hause. Wie man sich Afrika vorstellt. Übernachten tun wir in der Wildniss, komischerweise ungestört.
Am nächsten Tag essen wir dann noch in einer typisch Senegalesischen Gassenküche – also sozusagen bei der Köchin in der Stube, die nur ein Menu anbietet – zu Mittag, vorzüglich! Die Nacht verbringen wir am Rand des Parks in einem tollen Camp direkt am Gambiafluss, wo wir wegen der Hitze nachts alle Mowagtüren offen lassen. So können wir auch die einmaligen Jungelgeräusche einsaugen, die Grillen am Abend und nachts das “Wahu, wahu” von Pavianen, die ihren Schlafbaum verteidigen. Grandios! Ich bin in meinem Afrika angekommen.

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Don’t pay the Farryman, don’t even fix the Price! Until he gets you to the other side.

Campement Baobab sur Terre, Foundiougne, Senegal, Geoposition N14° 07’ 44.3’’ W16°28’13,7’’ Höhe 14m, 27.01.2011

fähre
baobab
domichris
pelikane
afrikleid
fleisch

An der Küste südlich von Dakar ist in Senegal der Pauschaltourist zuhause. Hier reiht sich Ferienklub an Ferienklub. Und alle sind voll mit Franzosen soweit diese nicht zwischen Marokko und Mauretanien auf eine Mine gefahren oder in Mauretanien selbst entführt worden sind.
Das ganze nennt sich Petit cotê und hat für uns den Vorteil, wiedermal auf einen Supermarkt zu treffen, wo wie uns mit allen für uns gebräuchlichen und dem Standardafrikaner fremden Sachen eindecken. Ganz am untersten Zipfel gibt es sogar einen Abschnitt, der praktisch verlassen, da nur schwer zugänglich, daliegt und zu dem fahren wir, machen im Campement Djijack nochmals 2 Tage Strandurlaub. Hier treffen wir auf ein älteres Ehepaar aus dem Tessin und einen jungen Österreicher, die bereits auf der Rückreise sind.
Das Campement liegt auf einer Landzunge im Delta des Sine-Salum. Dieses Delta beherbergt einen riesigen geschützten Mangrovensumpf und soll sehr sehenswert sein. So planen wir am 26.01 auf die andere Seite des Deltas, nach Foundiounne zu fahren und von dort eine Pirogenfahrt durch die Mangroven zu machen. Foundiougne ist eine Stadt aus der Französischen Kolonialzeit, soll noch alte Lagerhäuser und Quaianlagen der ehemaligen Erdnussausbeute beheimaten und auch die Hinfahrt hat ein ganz spezielles Amusebouche parat, man muss nämlich auf eine Fähre und wir sind uns nicht ganz sicher, ob diese gross genug ist für 5 Tonnen Mowag.
Tatsächlich ist Foundiougne sehenswert und hat doch mehr Geschichtliches zu bieten als auf den ersten Blick noch übrig geblieben scheint. Würden die 150 Jahre alten Lagerhäuser im Hafen von Marseille stehen würde ich mich nicht danach umdrehen aber hier zeugen sie von der Pionier und Entdeckerzeit, die leider für die einheimische Bevölkerung nicht sehr glücklich verlaufen ist. Auch wenn zur Hochblüte des Imperialismus der eigentliche Sklavenhandel bereits Vergangenheit war, so geht es doch um Raubbau an Mensch und Natur betrieben hier von Franzosen, anderswo von Briten oder Deutschen.
Heute ist Foundiougne ein Touristenort und als solcher auch die Heimat von Abzockerei und Souvenierverkauf. Keine fünf Meter ohne Anmache aber wir schlagen uns gut, müssen nur an der Fähre ein paar Federn lassen. Einen eigentlichen Camping gibts leider auch nicht aber wir können auf der Bungalowanlage vom Campement Baobab sur Terre stehen und buchen auch da gleich eine Pirrogenfahrt für den folgenden Tag.
Auf der Pirroge durch die Mangroven zu kurven und Vögel zu beobachten kann ich jedem empfehlen, lässt sich aber nicht gut in Worte fassen, da es doch vorallem Bilder sind die hängenbleiben. Erwähnenswert ist vielleicht, dass der Pirrogie, wenn er schon mal Sprit bezahlt bekommt, gleich auch einen Köder hinter sich herzieht und bei Gelegenheit auch einen Fisch aus dem Wasser ziehen will. Tatsächlich beisst auch ein Rotbarsch an und so weiss ich endlich wie eindrucksvoll dieser Fisch unfiletiert aussieht.
Am Abend hole ich noch mein vom selbsternannten Christian Dior geschneidertes Kleid ab! Juhu, es passt! Den Stoff konnte ich mir selber aussuchen, gekostet hats 7500CFA (nach Verhandeln), kein schlechter Deal:-)