Bürokratiejungel in Schwarzafrika

Camping Djidjack, Palmarin, Senegal, Geoposition N14° 01’27.3’’ W16°46’05.7’’, Mereshöhe, 24.01.2011, Meereshöhe

toubadrive
belairplage
mowagloch
christina im hort

Wie bereits gesagt, haben die Senegalesen eine etwas besonder Umgangsform mit dem Carnet. So wird nicht wie üblich an der Grenze ein Einreiseformular gestempelt. sondern ein Passierschein ausgestellt, der 48h gültig ist. In dieser Zeit muss jeder nach Dakar und beim Zollamt zur definitiven Registrierung vorsprechen.
Soweitsogut. Natürlich passt uns das aber gar nicht in den Kram und so haben wir versucht das in St. Louis zu erledigen. Ging aber nicht. Einzig eine Verlängerung des “Passavant” auf 10 Tage wurde uns gestattet. Dazu mussten wir einen begründeten Antrag in Briefform schreiben, dieser wurde eingestempelt, fortlaufend nummeriert, eingetragen, kopiert und beantwortet, abgestempelt und unterschrieben. Zudem und das ist der Hammer, mussten wir zur Grenze zurück und das Carnet einstempeln lassen, und zwar nicht etwa auf dem dafür vorgesehenen Eingangsregistrierdrittel sondern auf der Quittung, die auf immer im Carnet verbleiben wird.
Natürlich sehen wir das als Einladung, den Einreisedrittel verschwinden zu lassen und nur mit dem Quittungsstempel rum und wieder auszureisen. Als wir am 22.01 von der Zebrabar aufbrechen, ist unsere Verlängerung also noch gültig wir wollen aber bei einer allfälligen Zollkontrolle nur das um den Einreisezettel erleichterte Carnet zeigen. Bleibt uns nur die Hoffnung, tatsächlich in den nächsten 5 Tagen von einer Zollkontrolle aufgehalten und kontrolliert zu werden. Und tatsächlich haben wir die Ehre bereits nach etwa 50 km. Wir werden natürlich nach einem Passavant gefragt und zeigen das Carnet.
Wir müssten aber noch ein Passavant haben!
Haben wir nicht, ob das nicht in Ornung sei mit dem Carnet?
Warten, telefoniern, Zollbeamter in Zivil taucht auf, fragt nochmal höflich nach einem Passavant.
Tut uns leid aber wir haben nur das Carnet das sei doch gestempelt?
So erklärt uns der Beamte nochmals das normale und scheinbar einzig gültige Vorgehen mit dem 48h-Passavant und dem Stempeln in Dakar. Hm…
Endich rücken wir mit der Story mit dem ursprünglichen Passavant, der gewährten Verlängerung und dem darauf folgenden Stempeln beim Zoll, was wir als genügend und endgültig erachtet hätten, ob dem nicht so sei?
Nein! Zollbeamter will unser Schrieben sehen, rechnet nach, findet heraus, dass die zehn Tage noch nicht abgelaufen sind, meint wir sollen am Montag in Dakar Vorsprechen und alles sei gut!
Nagutnadann. In der nächsten Stadt setzen wir uns in eine Imbissbude und besprechen den weiteren Ablauf. Dakar soll aus zwei Gründen der Horror sein. 1. Unendlicher Stau 2. Polizei die versucht alle Touristen mit fadenscheinigen Strafzetteln abzuzocken. Wir beschliessen bereits am Sonntag staufrei nach Dakar zu fahren, in der Nähe des Zollbüros zu übernachten, und am Montag in aller hergotsfrühe Stempel zu holen und abzuhauen. Zu unserem Glück ist genau an diesem Wochenende ein wichtiges Fest der Islamischen Bruderschaft in Touba und so ist sowieso alle Welt da und nicht in Dakar.
Auf Sonntag übernachten wir im Camp WAOU in M’boro und fahren also Sonntag nach Dakar rein. Problemlos finden wir das Zollbüro Nord. Wir parkieren schauen uns um und finden einen Wächter bei der gegenüberliegenden Fabrik, der uns einen Platz zum übernachten zeigt, und ein Auge auf unsere Fahrzeuge haben will. Aber der Platz mag uns gar nicht gefallen und so gehen wir zur nahegelegenen Bel Air Plage. Im dortigen Campement Monaco Plage fragen wir, ob wir nicht auf dem Parkplatz stehen können für die Nacht, wir würden auch im Hotelrestaurant essen. Der Manager will uns für 30’000 CFA ein Zimmer geben, dann sei parkieren im Innenhof auch drinn, Schlafen im Auto und WC,Douschen incl. Eigentlich kein schlechter Preis 10’000 pro Person, direkt am Strand, mitten in Dakar, hinter sicheren Mauern und WIFI. Aber uns ists zu teuer, erzälen von unserem Agreement mit dem Wächter und schwupdibub sind 3000 CFA pro Fahrzeug ok. Natürlich essen wir im Restaurant für total 40’000 CFA Mittag und Abendessen (ca 20 € pro Person) und so stimmt auch für den Manager die Kasse wieder. Abends suchen wir uns noch die Adresse des Angolanischen Konsulats heraus, das da ev das Angola Visum geben soll.
Am nächsten Morgen gehen wir sofort zum Zoll, wo wir anstandslos in 5 Minuten abgefertigt werden. Einziger Wehrmutstropfen, an der angegebenen Adresse des Angolanischen Konsulates gibt es kein Angolanisches Konsulat! Dafür erreichen wir auf der Suche des selben den westlichsten Punkt unserer Reise! N14° 40’ 39’’ W17°27’51’’
Zu der Abzockerpolizei bleibt nur zu sagen, ist uns nicht passiert! Nur einmal wurde mein Führerschein kontrolliert und nach dem Ablaufdatum gefragt. Ich versuche dem Polizisten zu erklären, das der bis zu meinem Tod gültig sei! Er schaut nochmals drauf meint, wohl wegen des schweizer Kreuzes, ah ich sei vom Roten Kreuz, bonne route et bonne journee!

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Urlaub vom Reisen

Campement Waou, M’boro, Senegal, Geoposition N15° 09.119'' W16° 53.069'' Höhe13m 22.01.2011

Padelstina
St louis brücke


Jawol Reisen ist anstrengend! So anstrengend, dass man, will man sich zwischendurch mal Urlaub gönnen, den hart erarbeiten muss oder wie in unserem Fall sich behördlich eine Auszeit erstreiten. Wir machen das, indem wir, mit Hilfe der Zebrabar, die gegebenen 48 Stunden, die uns zur definitiven Carnetregistrierung in Dakar bleiben auf 10 Tage ausdehnen und so genügend Zeit haben, um in besagter Zebrabar ein paar ruhige Tage zu verbringen.
Die Zebrabar ist ein Campingplatz am Ufer des Senegalflusses, herrlich gelegen, und mit genügend Wasser, um Wäsche zu waschen, Laune und Tanks zu füllen und ordentlich zu spülen im Klo. Wir machen das alles, hängen zwischendurch rum, lassens uns einfach gutgehen, Ferien hald. Damit wir uns nicht total von Afrika entfremden, gehen wir zwischendurch einen Tag nach St Louis einer alten Kolonialstadt, die auf einer Insel mitten im Fluss gelegen ist und daher auch Afrikas Venedig genannt wird. Die 20 km Weg wollen wir mit dem Taxi zurücklegen, da wir unser Glück mit der hiesigen Polizei nicht herausfordern wollen. Wir, Christina und ich, machen uns also auf den Weg zur Hauptpiste des angrenzenden Dorfes, um ein Taxi zu schnappen. Diese verkehren hier nur wenn jemand mit dem Taxi hierhergefahren ist, und lesen dann auf dem Rückweg entsprechend wartende Personen auf. Im Normalfall funktioniert das recht gut, aber heute nicht. Es hält dafür ein Privater mit seinem Auto an und will uns mitnehmen, gegen entsprechendes Entgeld versteht sich, aber hinterher kommt schon ein öffentlicher Buss und so entscheiden wir uns für je 500 cfa zusammen mit drei anderen, einem Ziegenhirten incl. 2 Ziegen, sowie einer Frau mit Kleinkind und riesigen Möpsen zu fahren.
Zwischendurch steigen noch diverse Leute auf und auch wieder ab aber irgendwie wohl nicht genug, so lädt der Busschaufeuer einfach bei einer Haltestelle alle aus und fährt wieder zurück, um noch mehr Leute aufzugabeln, bezahlt haben wir noch nichts. Ein entgegekommendes Taxi wird angehalten, Geld wechselt zu Reservationszwecken den Besitzer, leider aber nicht unseres. So sitzen wir also an einer Kreuzung haben gelernt wie das Taxisystem im Senegal funktioniert und können wenn wir wollen dem Kleinkind zusehen wie es sich genüsslich an bereits erwähnter Brust labt.
Das ebenfalls bereits erwähnte Taxi kommt bald wieder zurück und alle bis auf uns und der Ziegenhirt incl. Ziegen steigen ein. Unser einziger Trost bleibt, dass wir es noch vor den Ziegen und zum selben Preis nach St. Louis schaffen.
In St. Louis gibt es recht viele Touristen und so auch dementsprechend viele Reiseführer, Souvenierverkäufer etc.. Wärend Chrisina einen Ersatz für Ihre Sonnenbrille sucht werde ich von einem selbsternannten Künstler angehauen, wir kriegen Kette (Christina) und Armband (ich) geschenkt und so erweichen wir uns seine Ware anzuschauen. Es sind Holzschnitzereien. Diese sind zwar toll, aber auch teuer. Der Künstler will nämlich 35’000 CFA für eine Wasserträgerin und ein ulkiges Nilpferd. Wir handeln ihn auf 15’000 CFA runter haben aber wohl trozdem zuviel bezahlt. Leider hat der Künstler nicht genügend Verpackungsmaterial und so wandert Die Ware in die Hände des angrenzenden Künstlers ders für ihn einpacken will, in dieser Zeit uns seine Ware präsentiert, aber leider auch nicht genügend Material hat. So geht es noch 2 Stände weiter, und ich stehe kurz davor nachzufragen, ob die Taktik einen bereits belieferten Touristen nochmalbeliefern zu wollen, dem hiesigen Durchschnitts IQ entspricht, aber schlussendlich sind unsere ersten Afrika Suveniers verpackt und so lassen wir alle noch Sprechenden mitten in ihrem jeweiligen Satz stehen und machen uns auf die Suche nach einem Internetcafe. Unterwegs kaufen wir noch Notfallmedikament für Malaria. Mit dem Internetcafe haben wir aber kein Glück, planen um auf Geldholen, haben ebenfalls kein Glück und so will uns ein netter junger Mann (Reiseführer) zur Bank führen, macht das auch sehr gut und danach auch zum Internetcafe. Leider hats aber im Moment auf der ganzen Nordseite der Insel keinen Srom, und so fällt das Internet ins Wasser des Senegal und wir wollen erst mal essen. Dankend verabscheiden wir uns vom Reiseführer, der uns seine handgeschriebene Karte hinterlässt und wir versprechen bei Bedarf anzurufen. So funktioniert das in Afrika, man lässt sich immer irgendwelche Telefonnummern geben. Nichtanrufen ist kein Problem aber sich die Möglichkeit nicht mal offen halten zu wollen ist unhöflich.
Wir finden ein vietnamesisches Restaurant, ich esse Rotes Curry mit Cocosnussaft Christina will Tié-bou-dienne, ein typisches senegalesisches Fischgericht, zu dessen Zubereitung es Strom braucht und das somit im Moment nicht verfügbar ist. So gibts Crevetten mit Reis. Das Essen ist köstlich und wir legen mit flambierter Banane im Teig noch eins obendrauf! Danach quälen wir uns komplet überfressen durch die Nachmittagshitze, sind heilfroh, dass der Strom irgendwann wieder kam und uns die Möglichkeit zum Verdauen in sitzender Haltung und im Schatten des Internetcafes eröffnet.
Letzter Task des Tages ist Einkaufen auf dem Markt. Gemüsse ist kein Problem aber wir wollen noch Fisch und Fleisch, denn abends soll gegrillt werden. Troz intensiver Suche in Teilen des Marktes die noch nie zuvor ein Europäer gesehen hat, finden wir kein Fleisch. Wir fragen nach, lassens uns erklären findens trotzdem nicht, lassens uns zeigen und stehen in einer Halle gesäumt mit blutigen Ständen, deren Inhaber zwar Fleisch verkaufen, aber vorallem Fliegen züchten. Wir lassen uns nichts anmerken, kaufen 1 Kilo Bakterien in allen möglichen Formen auf einer Rindsfleisch-Nährlösung. Es war gegrillt vorzüglich aber wir assens gut durch.
Anders verhält es sich mit Fisch, den gibts am Strassenrand in allen Farben und Formen. Wir wählen, was irgendwie bekannte Form hat, lassens grad ausnehmen. Da wir für den Fisch einen Extrasack brauchen ist natürlich sofort ein Sackverkäufer zur Stelle will 100 CFA dafür, die wir klein nicht haben. Es wird kurz hektisch, schliesslich bezahlen wir 2000 CFA für zwei Fisch ausgenommen incl. Sack bei der Fischfrau, wobei unklar bleibt, ob der Sackjunge ordnungsgerecht entlöhnt wurde.
Zurück auf dem Camping ist grillieren angesagt. (Grüsse dazu an Enea, Simon und Marion), zum ersten Mal in Afrika und auch zum letzten Mal mit Sibylle.
Sibylle steigt hier nämlich aus, will noch ein paar Wochen bleiben, und dann selber nach Mali weiter reisen. Schon vorher hat Peter beschlossen in Mali ebenfalls zurückzureisen. Vorerst wollen Peter, Christina und ich aber noch zusammen bis Bamako ab wo dann Christina und ich alleine unterwegs sein werden.

English Versions

Dear readers of my english versions. I appologize for not having translated for so long. I will not try to find strange excusions, I just say how it is: I’m lazy. I try to continue translating form time to time, but Domi writes faster than I can follow. Moreower, it is very complicated to translate Domis writing style. May be I will continue translating just the most important stuff.
Hope that at least some of you can understand a bit from the german versions. At least you have the pictures…

Mauretanien Fazit

Im Nachhinein noch ein paar zusammenfassende Worte über das Transitland Mauretanien. Obwohl wir nur einen Bruchteil des Landes gesehen haben, kann ich sagen, dass es sich lohnt, wenn man mal nach Westafrika mit dem Auto unterwegs ist, durch Mauretanien nicht nur durchzufahren. Die Dünen sind wunderbar und der Strand im Nationalpark sauber und erholsam. Auch die Leute sind wider Erwarten ganz nett. Von anderen Reisenden vernahmen wir immer, dass die Mauren ein etwas eigenes und nicht ganz so nettes Volk seien. Wir glauben eher, dass sie einfach anfangs sehr zurückhaltend sind. Lernt man sie aber näher kennen, können sie wirklich herzlich sein! Wohl ähnlich wie Schweizer….
Ein grosses Problem ist sicher der Wassermangel im Land, vorallem für uns Europäer. Aber es ist auch mal gut, eine solche Erfahrung zu machen. Im Süden nahe des Senegal Flusses sieht das aber schon anders aus und hier ist es schon “wie im richtigen Afrika” mit Busch- und Baumlandschaft, Hüttchen mit Strohdächern, bunten Märkten, idyllisch. Nouakchott ist auch eine ganz besondere Attraktion.
Zum Hinfliegen lohnt es sich meiner Meinung aber nicht, dafür gibts zu wenig zu sehen. Aber längerer Transit unbedingt.

Senegal? Senegal!

Zebrabar, Nähe St. Louis, Senegal, Geoposition N 15° 51’ 49.4’’ W 16° 30’ 43.2’’ Meereshöhe 18.01.2011

Damm
warzenschweine
St. Louis

Am 16.01 erreichen wir den Zoll von Diamma. Einen Tag später als geplant allerdings früh, da es vom Camp Keur Massene nur noch ca 50 km sind. Auf der Zufahrtspiste über den Senegaldamm mussten wir unterwegs 1000 Uguya Parkgebühr bezahlen, da sich der Zoll in einem Nationalpark befindet. Dies wohl als Einstimmung auf das was uns an der Grenze erwarten wird. Leider ist nämlich die Mauretanien-Senegalgrenze gemäss Reiseberichten die schwierigste in ganz Afrika. Vorallem am Hauptgrenzübergang in Rosso soll die Abzocke unerträglich sein. Ein wenig besser solls in Diamma sein, wesshalb wir uns den Umweg über total 100km Piste gönnen. Wir erreichen also die Grenze und stellen erst mal fest das ausser uns keiner da ist (der über die Grenze will versteht sich). Gut für uns! Wir halten direkt vor der Schranke und gehen mit dem Carnet erst mal zum Zoll, um das Auto wieder auszuführen. Dies geschieht anstandslos, ohne Forderung nach irgendwas und innert 5 Minuten. Euphorisch gehen wir zur Polizei weiter und werden auf halbem Weg von einem ergrauten Männlein in einer Holzhütte abgefangen, der 500 Uguya Wegzoll für die Commune will und dafür auch Quittungen ausstellt. Nagutnadann wir bezahlen, und gehen zur Polizei. Dort wird anstandslos ausgetragen, und 10 Euro Bearbeitungsgebühr verlangt! Wir fragen wieso, der Polizist sagt das sei immer so. Wir meinen das sei aber bei der Einreise nicht so gewesen! Ja, dass sei erst bei der Ausreise, aber einer der Polizisten schaut beschämt weg und irgendwie ist allen klar, das hier unberechtigt Geld kassiert wird. Leider geht die Verhandlung ein bischen unter, da Peter und Sibylle bereits an der Reihe sind und so bezahlen wir die 10 Euro. Dafür sind wir nach ca 20 Minuten durch!
Als nächstes fahren wir über die Brücke des Senegal-Flusses. Natürlich kostet auch diese Wegzoll, nämlich 8 Euro. Wir bezahlen nicht sondern lassen erst mal die Autos an der Schranke stehen, und gehen zur senegalesischen Polizei Zwecks Einreise. Hier ist man gerade am Essen und wir werden freundlich eingeladen. Wir lehnen dankend ab, versichern aber dem Polizisten, er soll sich ruhig Zeit lassen wir hättens nicht eilig. Vormalitäten werden erledigt und natürlich wird auch hier 10 Euro verlangt. Wir fragen wieso und wenigstens ist der Beamte so ehrlich und meint, dies sei sein Geschenk, dafür das er hier den ganzen Tag für uns rumhänge. Christina versuchts trozdem wegzudiskutieren aber leider klapts nicht und ich sage, ich könne ihm ja ein Geschenk geben. Er will sehen, ich gehe zum Wagen, der immer noch auf der Brücke steht und hole ihm ein kleines Sackmesser. Er lenkt ein, meint aber den Brückenzoll müssen wir sicher bezahlen!
Weiter gehts zum Zoll, wo unser Carnet leider nicht gestempelt wird! Dafür kriegen wir einen Passierschein, mit dem wir innert 48 Stunden bei der Zollbehörde in Dakar vorsprechen sollen, um das Ganze zu stempeln! Wir wollen aber nicht nur nicht nach Dakar, wir wollen eigentlich auch in der Zebrabar bei St. Louis ein paar Tage Urlaub machen vom Reisen! Der Zöllner meint wir könnens ja bei der Oberzollbehörde in St Louis versuchen, eventuell machen sie es da. Kosten tuts 5000 CFA was etwa 8 Euro sind. Wir lassen unsere Papiere liegen und gehen erst mal zum Geldwechseln. Beim Geldwechseln können wir auch gerade eine Versicherung lösen, was vom Reiseführer wärmstens empfohlen wird, da sonst das Auto stillgelet wird. Christina und ich wollen für 135 Euro eine 4-monatige Versicherung inklusive Carte Brun lösen, die bis nach Gabun zählt. Da wir uns das aber gut überlegen, meint die ältere Dame, wenn Geld ein Problem sei können wir auch tauschen, und wir geben eines unserer ältern Handys für 25 Euro sowie ebenfalls ein kleines Sackmesser für 10 Euro und bezahlen 100 Euro. Später in der Zebrabar wird uns bestätigt kein schlechtes Geschäft gemacht zu haben. Da sich das Ganze etwas hingezogen hat, kuckt mich der Zöllner erstaunt an, dass ich doch noch komme, meint mit einem Lächeln er habe gedacht, ich sei bereits gegangen. Bleibt noch der Brückenzoll. Ein letztes Mal versuche ich obs echt nicht mit 5000 CFA für beide geht, aber wir kommen nicht drum rum 4000 CFA zu bezahlen. Später erfahren wir auch das dies offizieller Preis ist und es dafür auch Quitungen gibt. Kein Wunder war der alte Mann stinkwütend und hatte mich einen bösen Menschen tituliert. Sorry alter Mann.
Bilanz der Grenzpassage:
Wegzoll Nationalpark 1000 Uguya
Zoll Mauretanien: problemlos
Polizeiliche Ausreise Mauretanien: 10 € Schmiergeld
Lokalgebühr: 500 Uguya
Brückenzoll: 4000 CFA
Polizeiliche Einreise Senegal: Sackmesser
Zoll Senegal: 5000 CFA (nicht abgeschlossen)
Versicherung: 100 Euro, Telefon, Sackmesser
Umrechnungskurse:
Uguya- Euro für 350 : 1 gewechselt
CFA-Euro hat einen festen Wechselkurs von 665 : 1, an der Grenze für 600 : 1 gewechselt
Total ohne Versicherung: 29.3 Euro, 1 Sackmesser

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Süsswasser

Camp Keur Massene, Mauretanien, Geoposition N16° 35.236' W16° 18.706' Höhe 14 Meter 15.01.2011

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Natürlich haben wir vergessen bei der Auberge nach dem Abzweiger zu fragen! Laut Reiseführer soll 79 km hinter Nouakchott rechts eine Piste abführen, die mit einem Metallschild gekennzeichnet sein soll. Natürlich gibt es so ein Schild nicht! Auf jeden Fall nicht bei Kilometer 79, wobei unserem Wissen verborgen bleibt, ob Kilometer 79 ab Stadtmitte oder ab Ortsgrenze ist. Mangels Alternativen halten wir uns einfach an die Kilometersteine am Strassenrand, was auch durchaus sinnvoll ist und können mit an auf Erfahrung beruhender Sicherheit behaupten, es gibt weder Schild noch Abzweiger bei Kilometer 79 und auch nicht davor oder danach. Es sei denn man fahre fort bis ca. Kilometer 120, behaupte der Kilometerstein sei ab Ortsmitte und der Führer ab Ortsgrenze und so könnte man mit etwas gutem Willen den Reiseführer als hilfreich titulieren.
Bei Kilometer 120 führt also eine Piste rechts ab und ist mit einem Schild (60 km bis zum Naturpark) gekennzeichnet. Wir biegen ab. Als nach ca 100 Meter ein paar Häuser kommen, die Hauptrichtung unscheinbar wird, ist uns allen klar, das es schwierig werden könnte aber ich habe Lust auf Abenteuer und will weiter. Es folgt Dornenbuschsavanne, Gralslande, Hitze, Staub, Afrika eben und ich habe das Gefühl angekommen zu sein.
Wir kommen zwar nur langsam voran aber das spielt eigentlich keine Rolle. Es ist menschenleer und wir könnten überall campieren, wenn wirs nirgendwo hinschaffen. Am Nachmitag folgt allerdings ein Dorf und kurz überkommt mich Panik als keine Strasse mehr zu sehen ist. Wir verringern Tempo und haben das Gefühl durch Vorgärten und Dorfplätze gleichermassen zu fahren aber irgendwie gehts immer weiter und die Himmelsrichtung stimmt. Leider ists mit der Dornenbuschsavanne nun vorbei, das Gelände wird unübersichtlicher und schwieriger. Zeitweise fahren wir über Dämme durch Sumpf, dichtes Buschland, dass die Struktur unserer Lackierung auf waagrecht stellt, vermehrt Dörfer mit bettelnden Kinder. Aber irgendwie gehts immer weiter und die Himmelsrichtung stimmt. Unterwegs überlebt Christina den Angriff einer Killerameise die von einem der Büsche wohl ins Auto abgestreift wurde und ich will in Zukunft vermehrt auf das Kleingetier achten, da es durchaus auch eine faustgrosse Spinne hätte sein können.
Leider ist die Routenbeschreibung nicht zu unserer Strasse passend und so erreichen wir erst das Dorf Keur Massene und nicht wie vorgesehen das Camp. Zudem haben findige Entwicklungshelfer den Ausbau der Strasse soweit vorangetrieben, das mitten im unterentwickelten aber glücklichen Naturschutzgebiet schon mal ein Damm steht der unsere Strasse kreuzt, zwar nicht den Weg aber den Blick auf den Wegweiser zum Camp versperrt.
Leicht genervt erreichen wir dann doch planmässig das Camp. Dieses ist wunderschön an einem See gelegen, verspricht Ruhe, Duschen und einen Stuhlgang, der seinen Namen auch verdient. Zum ersten Mal seit dem Oued Draa zwischen Westsahara und Marokko treffen wir hier wieder auf ein süsses Gewässer.

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Nouakchott knockdown

Kiesgrube nähe Tiguent,Mauretanien, Geoposition N 17° 17’ 53,1’’ W 16° 06’ 49,9’’, Höhe14m, 14.01.2011

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Am 11.01. erreichen wir die mauretanische Hauptstadt Nouakchott (sprich nuakschott). Ursprünglich wollten wir hier das Mali-Visum organisieren. Das wurde in Rabat verworfen und in einen einfachen Infohalt in der Auberge Sahara umgeplant (wir wollen nach dem Abzweiger fragen, der direkt zum Diama-Zoll führt, um gar nicht erst in die Nähe von Rosso zu kommen). Jetzt ist hier Visum verlängern angesagt. Als wir am späten Nachmittag bei der Auberge eintreffen, fällt vorallem auf, dass hier alles vollgepfropft ist. Kurz vor uns ist nämlich eine 50 Köpfige Autoschieberbande aus Deutschland eingetroffen. Für die Cheffin in der Auberge ist das jedoch kein Problem, wir können wenn wir wollen vor dem Gebäude stehen, Parkplaz sei bewacht Duschen, WC und WIFI kann mitbenützt werden. Sowieso erinnert mich das Ambiente stark ans Restaurant Frohsinn in einer ixbeliebigen Stadt im Thurgau. Vor der Auberge stehen bereits zwei, die unterwegs in die Casamance sind.
Wir entscheiden uns 2 Nächte zu bleiben, und wenn wir schon mal da sind, das Mali-Visum doch zu holen, das sei sowieso besser. Am 12. verlängern wir das Visum im Innenministerium, durchqueren ein bisschen die Stadt, in ders laut Reiseführer gar nichts zu sehen gibt, ausser die Stadt selbst, gehen zurück zur Auberge, schlafen, gehen auf die Malinesische Botschaft beantragen das Visum und gehen zur Überbrückung der Zeit zum Strand wollen nachher sofort weiter. Doch leider ist hier fertig lustig.
Vom Strand kommen wir nämlich wegen weichem Sand nicht weg. Wir versuchens erst auf verschiedene Arten und Wege aber irgendwann ist klar das hier Sandbleche und luftablassen angesagt ist. Eigentlich mal eine nette Erfahrung, funktioniert dann auch recht gut, leider sind wir aber ein bischen im Stress, da wir zur Botschaft müssen um die Pässe abzuholen. Kurz nach dem Strand hats eine Tankstelle und wir wollen pumpen, da die Strassen nicht besonders gut sind und man sich mit 1.5 bar Reifendruck doch schnell einen Plattfuss einfangen kann. Beim Pumpen treffen wir auf Papis. Er kommt aus Guinea Bissau, will uns behilflich sein, was gerade vollkommen passend ist, da das Relais von Peters Anlasser auf Dauerlauf geschaltet hat, wohl jetzt absolut hinüber ist und Ersatz her muss! Um weiter fahren zu können, ohne den “Demerör” komplett zu verbraten, hängt Peter die Batterie ab, kann aber nun nicht mehr blinken, bremslichtlen und scheinwerferlen. Papis will mit uns auf die Suche kommen, muss aber erst noch nach Hause, Christina und ich begleiten ihn und Peter und Sybille gehen schon mal Pässe holen. Zusammen gehen wir wieder zu Papis der eigentlich Mendez heisst und laden die Frauen aus. Zu dritt fahren wir zur offiziellen Nissanvertretung, da Peter lieber ein neues Relais inklusive Vertrauen hätte. Unterwegs fahren wir an einer kleinen unscheinbaren Demo vorbei, ich frage Papis worums geht, er meint dies sei zur Gleichberechtigung der arabischstämigen und der schwarzen Bevölkerung.
Dazu muss man wissen, das in Mauretanien erst in den Achzigerjahren die Sklaverei abgeschaft wurde und das auch nur offiziell. Die Mauren, also die arabischstämigen, sehen sich selber als sehr gebildet und werden von Reisenden und Reiseführern als arrogant bezeichnet. Ich würde nicht so negativ eher reserviert und zurückhaltend sagen, aber tatsächlich sieht man in Nouakchott jeden Mauren irgend ein Schriftstück irgendwo hin tragen, einfach nur um gebildet auszusehen. Die Mauren stellen die Minderheit, sind aber gesetzlich bevorzugt wie das hald so ist bei Oberschichten. Die schwarze Bevölkerung ist klar benachteiligt.
Aber zurück zum Demerör. Wir fahren also zur Nissanvertretung und müssen erst mal feststellen, das hier gerade das Wochenende angefangen hat, und die offizielle Vertretung im offiziellen Wochenende ist. Also gehts wieder quer durch die Stadt zur nächsten Station, einem Autoelektriker. Die Demo hat sich in der Zwischenzeit ausgedehnt und stellt ein reales Hindernis für den Verkehr dar. Wir umfahren grossräumig. Unterwegs fällt mir auf, das viele Leute meinen Beifahrer erkennen und Papis eröffnet mir, dass er früher Profifussballer in Guinea-Bissau, dem Senegal und Mauretanien war. Der KFZ-Elektriker, der hier ganz sicher nicht so heisst, will das Relais ausbauen flicken und wenns nicht geht ersetzen. Peter will aber den Mowag keines falls abstellen, sondern nur Ersatz beschaffen, da er schwere Befürchtungen hat, dass das Relais nicht nochmal geflickt werden kann. Also wieder quer durch die Stadt zu den Ersatzteilhändlern. Wieder gehts an der Demo vorbei, die in der Zwischenzeit Polizitsen zum sperren von Strassen veranlasst und den Verkehr zeitweise komplett zum Erleigen gebracht hat. In den Sicherheitshinweisen vom EDA heissts unter Mauretanien: Meiden Sie unbedingt grosse Menschenansamlungen! Im nächsten Abschnitt wird aber von nichtzwingenden Reisen nach Mauretanien grundsätzlich abgeraten, so ist mir das gerade ziemlich egal. Die Stadt geht mir im Moment sowieso recht auf den Keks. Während wir so im Stau stehen kauft Papis bei nem Strassenhändler Colanüsse gibt mir eine mit dem Hinweiss aufputschend, gut für den Magen, das Gehirn und den Penis! Ich koste kann bis auf das Penisding alles bestätigen.
Kurz vor dem Einnachten erreichen wir schliesslich das Quartier der Ersatzteilhändler. Unter Ersatzteilhändler kann man sich einfach einen Dunklen Raum voller Autos, die in Einzelteile zerlegt sind, vorstellen. Da liegen Zylinderblöcke, Motoren, Kardanwellen, Türen, Autositze und auch Anlasser, alles im selben Raum. Dazu alle Händler im selben Viertel. Um sich wenigstens ein bischen orientieren zu können hat jeder Händler an seine Türen wenigstens die Automarken geschrieben, die er vorzugsweise hat. Wir suchen uns also eine Nissan-Tür aus, halten an. Sofort sind 10 Leute da, die alle genau so ein Teil haben, das wir brauchen, nämlich einen Anlasser für den Nissan Patrol SD133 Diesel. Wir machen uns mit dem erstbesten auf den Weg. Ich will ihn Dumbo nennen, erstens hat er abstehende Ohren, zweitens ist er klein und wie sich herausstellt ein Idiot. Kaum sind wir ein paar Schritt gelaufen, fängt Dumbo an zu telefonieren. Hier funktioniert das nämlich so: der potentielle Käufer kommt ins Viertel wird von einem Mittelsman aufgegriffen, der sucht dann, mit dem potentiellen Käufer im Schlepptau nach der benötigten Ware. Vielleicht hat der Mittelsmann tatsächlich Informationen die schneller zum Ziel führen, aber eigentlich ist er nur ein dummer Schmarotzer, der versucht ohne Arbeit und Wissen an irgend einem Geschäft teilzuhaben. Dumbo telefoniert also und wir marschieren so durch die Strassen. Zwischendurch zeigt er Peter mit hilfe seines Telefons an was der Anlasser kosten würde, nämlich 600’000 Uguyia (ca 2000 Euro) ich will ihn fragen, ob er den Bezug zur Realität verloren hat, aber das regelt sich von alleine. Neben uns hält nämlich ein Auto mit zwei anderen Mittelsmännern, die auch wissen wer so einen Anlasser hat. Wir steigen alle ein bis auf Dumbo, der auf der Strasse zurückbleibt und aus dem Rennen ist. Wir fahren ca. 50 Meter, stehen beim nächsten Ersatzteilhändler, der meint, Morgen hätte er einen und er koste 60’000 Uguya. Wir entscheiden das Ganze für heute abzublasen, da es mitlerweilen doch recht dunkel ist. Den Elektricker schicken wir mit dem Taxi zurück geben ihm 2000 Uguya als Unkostenbeitrag, da wir ihn eigentlich auch morgen nicht mehr brauchen. Wir gehen zurück zu Papis, wo seine Frau gekocht hat und Christina und Sibylle gewartet haben. Nachts schlafen wir auf der Strasse vor seinem Haus, was kein Problem ist, da es ein ruhiges Mittelstandsviertel ist. Papis lässt die Tür zum Hof offen, damit wir bei Bedarf reinkönnen.
Am Morgen des 14.01 stellen wir fest, das in der Nacht ein Strassenköter zwei von Papis Hasen geholt hat. Ursache war das offene Tor, wir fühlen uns schuldig, aber Papis meint, das läge alles in Gottes Hand, wenn Gott das so wolle, sei das eben auch richtig so. So sei das auch mit dem Anlasser das habe sicher etwas Gutes. Peter hat aber im Moment noch gar keinen Sinn für etwas Gutes, will zurück zur Auberge um dort das Auto sicher abstellen zu können und den Anlasser auszubauen. Papis, Sibylle und ich wollen in der Zwischenzeit zum Fischmarkt am Hafen um Fisch fürs Mittagessen zu kaufen. Als erstes dürfen wir aber mit Freuden feststellen, das der Anlasser wieder 1A funktioniert. Wir beschliessen, trozdem ein Eratzteil zu beschaffen aber nach dem Mittagessen bereits Richtung Süden aufzubrechen.
Aber erst der Fischmarkt. Selbstverständlich geht man hier nicht einfach zum Markt und kauft Fisch. Man geht zu einem Freund mit Beziehungen, der einem hilft bei einem Händler zu einem guten Preis Fisch zu kaufen. Papis erklärt mir, das dies nötig sei, da der meiste Fisch an Grossshändler verkauft wird. Tatsächlich ist das Ganze auch ein verdammt grosser Fischmarkt und das Angebot vielfälltig und kunterbunt und mausetot. Aber ich bin ja kein Vegetarier und Papis auch nicht kauft 2 Kilo Fisch für 1000 Uguya ca 3 Euro.
Nun also zur Anlasserbeschaffung. Zuerst gehen wir mal zu dem Mann von gestern, und sehen nach wie sich Angebot und Preis verändert haben. Selbstverständlich hat der Mann keinen, sondern erst morgen dafür hat sich der Preis auf 55’000 gesenkt. Wir wollen weiter schauen. 200 Meter, Drei Ecken und 10 Buden weiter treffen wir auf jemanden, der sofort weiss, was wir suchen, einen Patrol vor seinem Haus stehen hat, meint wir sollen reinschauen, das sei genau was wir brauchen. Tatsächlich ist das so, Preis 40’000. Während der Verhandlungen stöbert Peter so durch den Raum und findet ein Relais das genau passt, 15000 Uguya. Schliesslich kaufen wir Relais und Anlasser für 45’000 Uguya. Der Anlasser wird ausgebaut, an einem Auto, an dem sogar noch Nummernschilder dran sind, wir trinken Tee bedanken uns, gehen.
Ein letztes Mal kehren wir zurück zu Papis Anwesen, werden köstlich versorgt, verabschieden uns, verprechen in Kontakt zu bleiben (Facebook sei Dank) und ich bin froh wenigstens noch 1-2 Stunden aus dieser Stadt raus zu kommen.

Senegal

sind im Senegal aber leider gibts hier kein USB fuer den blogupdate darum erst mal nur alles palleti bei uns

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Trackfiles 01.01.2011 bis 11.01.2011

Auberge Sahara, Nouakchott, Mauretanien, Geoposition N18° 06' 08.9'' W15° 59' 49.9'' Meereshöhe

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Die rot-gelben Helden

Camp Iwik, Park National du Banc d’arguin, Mauretanien, Geoposition: N19°53’12”W16°17’56”, Höhe: ca. Meereshöhe, 10.1.2010

Strand im Park
work to do
first try
together
it works
donne
happy again

Heute haben wir den Spanier aufgestellt. Und zwar im wahrsten und im übertragenen Sinne des Wortes. Wie es dazu kam, lest hier.
Am Morgen stehen wir gemütlich auf, denn wir wollen heute nur bis zum nächsten Camp fahren und dann dort wieder einen gemütlichen Ruhenachmittag machen. Die Piste ist gut, ab und zu etwas schlammig. Wenn man nur etwas davon abkommt, merkt man sofort, dass es “schlipfrig” ist. Kurz vor unserem Ziel, das wir eigentlich schon in kürzester Zeit erreicht haben, sehen wir von Weitem ein Fahrzeug umgekippt am Strassenrand liegen. Ich denke zuerst: ein Fahrzeugfrack. Als wir näher kommen meint Domi: der liegt noch nicht lange dort. Tatsächlich sieht das auf die Seite gekippte Wohnmobil noch recht neu aus (so neu, wie halt ein Auto nach einen Crash noch aussehen kann) und wir halten an, um zu schauen, ob vielleicht noch jemand drin ist. Zum Glück nicht. Da erkennt Domi das Auto wieder: “das ist doch der Spanier, den wir in Dakhla getroffen haben”. Wir beschliessen ins nächste Dorf zu fahren und zu fragen, ob wir helfen können. Beim Dorf halten uns ein paar Parkwächter in einem 4x4 auf. Wir fragen nach dem Spanier. Sie erklären uns, dass er Hilfe bekommt und wir weiterfahren sollen. Das kommt mir jedoch etwas komisch vor und ich finde, wir sollten doch mal schauen, ob wir helfen können. Peter ist der selben Meinung und so fahren wir ins Dorf. Das Haus mit dem Spanier ist nicht schwer zu finden, da das ganze Dorf davor steht. Nun erfahren wir auch, warum uns die Wächter wegschicken wollten: die Polizei redet gerade mit dem Spanier. Dazu muss man wissen, dass die Mauretanier unglaublich obrigkeitshörig sind, die haben einfach total Schiss vor der Polizei. Da ich als einzige ein wenig spanisch spreche, betrete ich mal vorsichtig den Raum, in dem der Spanier mit der Polizei verhandelt. Nun merke ich auch, dass es unglaublich schwierig ist, so schnell von Französich wieder auf Spanisch umzustellen und ich stammle in Frapanisch, dass wir mit unseren Mowags eventuell helfen könnten, das Wohnmobil wieder aufzustellen. Wir erkundigen uns auch noch nach dem Gesundheitszustand des Spaniers. Er sei ok (obwohl er schon so wirkte, wie wenn er etwas unter Schock stünde), sein Kollege, der gefahren sei, habe sich jedoch an der Schulter verletzt und liege im Spital von Nouadibou. Der Unfall passierte gestern morgen um 8:00, Grund: zu schnelles Fahren und dann von der Spur abgekommen.
Nachdem die Polizeiformalitäten geregelt sind, machen wir uns mit allen anderen auf zum umgekippten Wohnmobil.
Die Diskussionen gehen los. Seile werden angekettet und wieder losgebunden, weil es anders vielleicht doch besser ist. Peter, der schon eine Menge Erfahrung mit umgekippten Autos in der Wüste hat und auch sonst als Mechaniker bei Autos einfach draus kommt, nimmt das Ruder in die Hand und erklärt, wie man es wohl am besten macht. Aber auch die Mauretanier scheinen nicht zum ersten Mal in einer solchen Situation zu sein. Unser gelber Mowag soll der “Zieher” sein. Das Seil wird am Chassis unseres Mowags befestigt. Unter Peters Anweisungen fährt Domi langsam mit Allrad und Geländegang (also Reduktion) im ersten (also im ½) Gang. Ich stehe abseits, mache Fotos. Das beruhig mich etwas, denn ich hoffe nur inständig, dass unserer Haus das durchhält, stelle mir schon vor, wie unser ganzer Wohnraum auseinandergerissen wird. Domi zieht also. Zuerst hebt sich das Unfallauto ein wenig, dann geht aber gar nichts mehr und der Mowag gräbt sich nur mehr und mehr ein. Oh nein, denke ich, jetzt bleiben wir noch stecken und kommen hier niemals wieder raus! Es wird wieder diskutiert. Domi ist etwas schräg gefahren, das Unfallauto wird also in einem etwas ungünstigen Winkel gezogen. Sie beschliessen, dass Peters Mowag jetzt auch ran muss. Team rot-gelb. Neue Seile werden angebunden, Peter fährt los, das Seil reisst! Nochmal, nun mit Drahtseil. Das klappt, stellt das Auto aber nicht auf. Nun kann aber Domi in eine neue Spur fahren. Davor schieben sie noch unser Ersatzrad unter das schon etwas angehobenen Unfallauto, damit des nicht wieder zurückfällt. Domi fährt in eine neue Spur. Diesmal soll er die Spur zuerst einmal vorfahren, also platt drücken, damit er sich nicht wieder eingräbt. Dann schlägt Peter noch vor, ein Seil um das Unfallauto herum zu legen, damit auch von oben gezogen wird. Konsturktion fertig. Nächster Versuch. Alle sind äusserst gespannt, wie die Seile. Die Mowags spuhlen, der Unfallwagen hebt sich, weiter, noch ein Stück. Plötzlich stellt er sich auf, aber nein, er droht auf die andere Seite zu kippen! Jedoch fällt er noch gerade rechtzeitig zurück auf die Räder (die Mowags bremsen rechtzeitig) ruckelt noch etwas hin und her und steht dann! Alle jubeln, der Spanier ist sichtlich gelöst. Die rot-gelben Helden sehten da, wie Felsen in der Brandung, als wäre nichts gewesen.
Dann das nächtste Problem. Starten. Geht nicht, das Öl ist ausgelaufen. Wir schleppen das Auto also bis zur Ortschaft ab, denn da hat es Öl. Öl auffüllen, starten. Geht nicht. Baterie leer. Ausgelaufen? Nein zum Glück nicht, nur der Motor verölt. Also zieht Domi den Karren nochmal an, der Mechaniker vom Dorf sitzt rein und lässt die Kupplung spicken. Rauchwolken steigen auf, der Motor läuft!!
Es wird noch gedankt, Fotos gemacht mit den Einheimischen, die wirklich unglaublich nett und witzig sind. Wir bekommen zum Dankeschön Cerveza vom Spanier geschenkt und machen uns dann auf zum nächten Camp. Zeitaufwand 3 Stunden. Erfahrungswert: ernorm. Die Mauretanier sind flotte Leute und unsere Mowags die besten Autos der Welt!

Fortsetzung folgt…

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Bonjour, Bien venue en Mauretanie et un bonne annee.

Eingang zum Park National du Banc d’arguin, Chaimi, Mauretanien, Geoposition N20° 02’ 32.2’’ W15° 55’ 23.6’’ Höhe 40MüM
nomansland
eisenzug in mauretanien
mauretaniescher sand
tree

Um ca 10 Uhr erreichen wir die Grenze, unsere erste innerafrikanische, zwischen Marokko und Mauretanien, also eigentlich das hintere Ende einer Warteschlange bestehend aus ca. 20 Fahrzeugen. Vor uns tut sich ein Hürdenlauf auf, der wohl sämtliche Behörden umfasst, die in Marokko mit dem normalen Tourist in Kontakt kommen, dann folgen ca 5km vermintes Niemandsland, dass übersäht sein soll mit abgebrannten Autofracks und zum Ende schliesslich nochmals das selbe in mauretanisch Grün.
Erster Posten ist ein dicklicher Marokkaner, der für 10 Dirham hilft einen gelben Zettel auszufüllen, den nur er verteilt und der etwa 10 Angaben enthält wovon drei für Name, Vorname und Geburtsdatum wegfallen, also ohne weiteres selbst ausgefüllt werden kann, sofern man natürlich lesen und schreiben kann, was in diesen Teilen der Welt nicht selbstverständlich ist. Natürlich haben wir unsere letzten Dirhams vertankt, und sind komplett frei von einheimischer Währung! Als der Dicke telefoniert fragt Christina schnell nach 2 leeren Zetteln und wir zischen ab. Mit dem selbst ausgefüllt Zettel fahren wir zur ersten Schranke und übergeben diesen samt Pass zur Vorkontrolle einem Polizisten, machen Smaltalk verneinen die Frage nach schweizer Schokolade mit der Ausrede, dass wir diese bereits verspiesen haben, schliesslich seien wir über einen Monat in seinem schönen Land verweilt. Wir fragen nach dem ungefähren Ablauf, der tönt nach 10 min wird in der Wirklichkeit aber ca 3h in Anspruch nehmen.
Nächster Halt ist die polizeiliche Ausreise. Hier wird der Pass ausgestempelt, zudem ist für diesen Vorgang der gelbe Zettel unerlässlich, der hier definitiv meinen Besitz verlässt, natürlich muss auch hier in einer nicht allzu langen, aber dafür umso trägeren Schlange gewartet werden.
Nun folgt die Kontrolle des Autos und des Gepäcks. Wieso das bei einer Ausreise, bei der man nachher kein Flugzeug besteigt so lange dauert und so gründlich sein muss entzieht sich meiner Kenntis. Zudem ist auch die Gründlichkeit so eine Frage, denn Zöllner und Beamte in Zivil irren vollkommen planlos umher und schauen wahlweise in irgendwelche Autos und Gepäckluken. Irgendwann kommt aber so etwas wie System auf und einer sammelt alle Pässe inklusive Fahrzeugpapiere der umstehenden ein und ein Militär kommt mit einem vertrotteten Vierbeiner daher und benimmt sich so als wär dieser ein Drogenhund. Teilnahmslos beschnüffelt des Menschen bester Freund, dessen Grosstaten wohl mehr als nur ein Hundeleben zurückliegen, alle Autos und pinkelt an unseren Hinterreifen. Später sehe ich wie der Wauwau abgeleint wird und sich selbständig irgendwo in den Schatten verdrückt.
In der Zwischenzeit wurde registriert, dass wir wieder mit dem Auto ausreisen, dieses somit nicht verkauft haben, alles rechtens ist und wir erhalten Pass und Fahrzeugpapiere zurück und fahren zur nächsten Schranke, wo sämtliche Ausweise nochmals auf die benötigten Stempel kontrolliert werden. Es folgt die endgültige Ausreiseregistrierung. Dazu werden nochmals in etwa die selben Daten handschriftlich in ein grosses Buch eingetragen, die schon vor 3 Stunden auf dem gelben Zettel vermerkt wurden. Durch.
Als wir die Mauer zur sagenumwobenen Zone des Niemandslandes durchqueren muss ich unglaublich pinkeln und so mit Schrecken feststellen, dass hier keinesfalls niemand rumhängt. Geldwechsler stürzen sich auf uns, wimmeln wir aber ab. Nach ca 500 Metern halte ich, verrichte mein Geschäft. Falls hier die selben Verbote wie in Zürich am See gelten, solls niemand kümmern, denn es ist auch niemand zuständig es durchzusetzen. Das Niemandsland ist im Prinzip ebenso eine Sand-Steinwüste wie vor und nach der Grenze, allerdings liegen hier tatsächlich zahllose Autofracks neben der holprigen Piste. Ich will allerdings die Mähr von achtlosen französischen Touristen, die von der Piste abgekommen sind und auf Trettminen den Tod fanden, stark bezweifeln, sehen doch die Fracks weder deformiert noch ausgebrannt aus, scheinen schlicht und einfach ausgelaugte oder liegengebliebene “Schmugglerfahrzeuge” zu sein. Zudem frage ich mich, wieso es eigentlich immer Franzosen sind in diesen Geschichten. Natürlich gibts hier Minen - und auch ich fahre nicht ab der Piste - , aber wohl erst ab 100 bis 200 Meter Distanz.
Am Mauretanischen Zoll angekommen werden wir erst mal überaus freundlich begrüst gefolgt von dem Wunsch für ein gutes neues Jahr. Wir werden nach einem Fiche gefragt, einem Zettel, der alle wichtigen Daten enthält und dem Zöllner das Erfassen dieser erheblich erleichtert. Soeinen haben wir mal bei den Marokkanern abgestaubt und geben den auch hier ab was für die mauretanische Polizei kein Problem zu sein scheint. Es folgt eine weitere Kontrolle der Fahrzeuge, allerdings ist deren einziges Ziel die Suche nach etwas was als Geschenk erbittet werden kann. In unserem Fall will der Mauretanier ein Handy, was wir ihm nicht geben. Dafür erhält er einen der DRS 3 Schlüsselbändel, die mir Papi (Grüsse an ihn von allen an dieser Stelle) mitgegeben hat. Erst scheint er entäuscht aber sein Kollege will auch einen haben und so bin ich sicher, dass das Geschenk ein angemessenes ist. Wir können weiter und laufen in die Hände eines jungen Schlepper, der uns durch die Formalitäten helfen will, uns auch sofort zum richtigen Mann bei der Zollkontrolle und Fahrzeugregistrierung bringt. Da wir aber ein Carnet de Passage haben ist das soweiso ein Kinderspiel. Das Carnet ist so etwas wie ein Abreisskalender, um das Auto Zollfrei durch die Welt zu bringen. Man kommt an eine Grenze, der Zöllner stempelt das Carnet als eingereist, reisst einen Drittel einer Seite an der dafür pervorierten Stelle heraus und legt ihn zu seinen Unterlagen. Bei der Ausreise wird dann wieder gestempelt und der zweite Drittel wandert in die Unterlagen des Zollamtes. Der Rest bleibt als Quittung im Carnet.
Als nächstes folgt die eigentliche Kontrolle des Passes, sowie des Visas. Dies geht eigentlich recht schnell, leider muss man aber auch dafür nicht unwesentlich lange anstehen. Hier erfahren wir, dass unser Visum tatsächlich am 12.01 schon abläuft.
Nun ist die eigentliche Einreise abgeschlossen und wir erreichen Mauretanien. Bereits kurz nach der Grenze ist aber noch die Wechselstube, die wir diesmal nicht ungenuzt vorbeiziehen lassen wollen, zudem schliessen wir noch eine Versicherung ab, da unsere europäische Vericherung in Mauretanien nicht mehr gillt. Gültig ist sie 10 Tage, kosten tuts ca 20 CHF ist also etwa gleich teuer wie die Womo-Versicherung zuhause. Zum Schluss fragt unser “Helfer” noch nach einem cadeaux, was ihn ebenfalls zu einem stolzen Besitzer eiens DRS 3 Schlüsselbändels macht. Geholfen hat er, nötig wär er nicht gewesen. Zeitaufwand Mauretanien 2h. Wir beschliesen, nicht nach Nouadibouh zu fahren, sondern direkt Richtung Süden. Es folgt eine Landschaft, die geringfügig grüner ist als in der Westsahara. Dies reicht aus, um sie belebter zu machen und bei uns die Euphorie beim Betreten eines neuen Landes wieder auszulösen. Es folgen Polizeikontrollen, bei denen wir bald rutinemässig das marokkanische Formular abgeben. Freundliche Polizisten halten uns an, um uns auf die Gefahr einer kommenden Kamelherde aufmerksam zu machen, “Oh vous etez suisse! Roger Federer!” “Le meilleur”gebe ich zurück alle lachen und ich mag Mauretanien.

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Marokko – ein Fazit

Nun, da wir über einen Monat in Marokko verbracht haben, wage ich mal ein Fazit zu ziehen.
Gemüse- und Obststände an der Strasse, hängende, fliegenumschwirrte Rinder- und Hammelschenkel über den Tecken der Strassenmetzgereien, Eselkarren, winkende, lächelnde Menschen mit langen Gewändern – dieses Bild bietet der Norden und es ist ein afrikanischer Willkommensgruss. Der grüne Norden Marokkos ist sehr fruchtbar und gibt mit seinen Köngisstädten auch kulturell sehr viel her. Lohnen tun sich hier vor allem Fes und Marrakesch. Fes wegen seiner geschäftigen Ursprünglichkeit, den beeindruckenden Handwerken. Marrakesch wegen seinem Flair aus 1001 Nacht mit den Geschichtenerzählern, Musikern, Schlangenbeschwörern und Garsküchen auf dem Djamma el Fna.
Das marokkanische Essen ist wenig scharf, eigentlich unerwartet fad. Was aber nicht heisst, dass es schlecht ist! Eine Tagine mit Fisch oder Fleisch, Gemüse, Oliven, zum Teil Pflaumen ist einfach ein Gaumenschmaus, hmm!! Jeder, der schon mal in Marokko war, weiss jetzt wovon ich spreche. Den anderen empfehle ich, es unbedingt mal zu probieren! Auf dem Markt einkaufen und selber kochen macht aber auch riesig Spass!
Der landschaftlich einmalige hohe Atlas trennt das Land, und im Süden zeigt sich ein anderes Bild. Wüstenlandschaften, mit Oasen durchzogen, wo mächtige, rote Kasbahs die Berber beheimaten. Hier ist nichts mehr von der Fruchtbarkeit des Nordens zu sehen, das Gemüse ist teurer und das Wasser knapp. Wird man im Norden als Tourist kaum mehr beachtet, geht es auf den hiesigen Suqs schon “arabischer” zu und her. An kaum einem Touriladen kann man vorbeilaufen ohne gleich zum Tee eingeladen zu werden und mindestens 3 Schmuckschatullen voll Schmuck präsentiert zu bekommen – “hospitalité berber, avec ou sans sucre?”. Der Süden hat aber seinen eigenen Charme mit den Lehmhütten, den Kamelen, den Berbern mit Schesch.
Lohnen tut sich auf jeden Fall die Fahrt über den hohen Atlas von Marrakesch nach Zagora und auch ein Kameltripp ist etwas Schönes um das “Wüstenfeeling” zu bekommen. Oder auch mit dem Auto selber durchfahren, dann aber Sanddünen wählen, keine Steinpisten!
Weiter südlich folgt dann die Westsahara. Hier erfahre ich warum die Wüste “Wüst-e” heisst. Eine öde Sand- und Steinlandschaft zieht sich über ca. 1500km entlang einer Steilküste. Ohne jeglichen Schattenspender ist es hier so unwirtlich, dass es auch kaum besiedelte Gegenden gibt. Nur manchmal tut sich unter einer Klippe ein kleiner, idyllischer Sandstrand auf. Einer davon ist dann allerdings einer unserer bisher schönsten Übernachtungsplätze.
Auch die bettelnden Kinder nehmen von Norden nach Süden exponentiell zu. “Madame, donne-moi un Dirham, donne-moi un stylo”, die Eltern schauen zu, ermutigen sie noch. Diese Kinder haben jedoch alles; schöne, saubere Kleider, Rucksäcke, gute Schuhe. Leider geben aber zu viele Touristen den manchmal wirklich sehr mitleiderregenden Blicken aus weinerlichen Augen nach und schenken das Verlangte (auch ich werde leider einmal weich…). Dies ermutigt jedoch nur die Eltern, die Kinder betteln anstatt zur Schule zu schicken und bringt schlussendlich gar nichts. Wir nehmen uns vor, auf wirkliche Armut zu achten und nur in solchen Fällen den Eltern (!) etwas zu geben. Mal schauen, ob und wie wir das schaffen.
Schlussendlich bleibt eines zu sagen: Marrokko ist wirklich ein tolles Reiseland, es bietet für jeden Geschmack etwas. Vorallem für Individualtouristen ist es ein abwechslungsreiches Ferienziel. Domi und ich finden jedoch, dass wir es ziemlich gut ausgekostet haben und die Welt zu gross ist, es noch ein zweites Mal zu besuchen. Aber wer weiss, inshallah.

Der Visakonflikt

Camping Moussafir, Dakhla, Marokko, Geoposition N 23° 45.821 W15° 54.397 Meereshöhe 06.01.2011

Am 04.01 erreichen wir Dakhla. Früher eine reine Militärstadt heute der Treffpunkt von Kaitsurfer und allseits bekannter letzter Anlaufpunkt für Afrikafahrer, um Wasser zu tanken und Vorräte aufzustocken, zudem eine wilkommene Abwechslung nach 1500 km Einheitslandschaft. Dakhla liegt nämlich am Ende einer 30 km langen Landzunge, die ein seichtes Wasserbecken vom Meer abgrenzt (auch Lagune genannt), das bei Ebbe zu grossenteilen trockenliegt und bei Flut ein Tummelplatz für Extremsportler abgibt, die sich nicht ganz entscheiden können, ob sie jetzt Fallschirmspringer, Waikboardfahrer oder Surfer sein wollen. Selbstverständlich füllen auch wir unsere Vorräte hier komplett auf, wollen auch ein paar Tage ausruhen, denn laut Berichten von unerschrockenen Weltreisenden soll es in Mauretanien gar nichts geben, und was es gibt soll schrecklich teuer sein. Zudem soll die Polizei fürchterlich belästigend sein und eigentlich sei da gar nichts zu sehen…. Nichtdesdotroz freue ich mich auf dieses Land und bin total schokiert, frustriert, und überhaupt angeschissen, als uns die Erkenntnis überkommt, dass unser Visum nicht nur bei Nichteinreise sondern überhaupt am 12.01. verfällt. Da aber unser Senegalvisum sowieso erst ab15.01 gilt bleibt uns nichts anderes übrig, als in Nouakchott zum Innenministerium zu pilgern und um eine Verlängerung zu bitten. Naja sicherheitshalber wollen wir bei der Einreise nochmals nachfragen, wie das genau läuft mit der Visumsgültigkeit.
Auf dem Camping treffen wir zudem noch Billi und Trish, zwei Australier die mit dem Motorrad 2.5 Jahre im Uhrzeigersinn um Afrika gereist sind und mit Marokko 12 Uhr schon fast wieder erreicht haben. Die zwei verbreiten einen unglaublich positiven Geist und wir saugen genüsslich am Tropf der Informationen. Als die beiden allerdings meinen, sie wollen jetzt 1-2 Monate in Dakhla verweilen, denn hier sei doch das Paradies, überkommen mich doch leichte Zweifel an der Ergiebigkeit von Mauretanien und ich frage mich, obs nicht wohl doch das einfachste wäre, 3 Tage vor der Senegalesischen Grenze zu campen und auf Einlass zu warten. Am 07.01. fahren wir bis kurz vor die Grenze, da für uns die 380 km inklusive Zollformalitäten nicht an einem Tag zu schaffen sind.

Aus 1 mach 2

Aufgrund vielseitigen Wunsches haben wir unseren Blog zweigeteilt.
So ist Sibylles Tagebuch neu unter www.schnuefdis.org/st zu finden. So kommen neue Eintraege besser zur Geltung, da wir jetzt wohl nur noch sporadisch Internet haben.
Sobald ich herausgefunden habe, wies geht, mache ich noch Links in die Seiten, damit man hin und her switchen kann.

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Que sera sera!

Am Strand, südlich Boujdour, Marokko Geoposition N 25° 58’ 11.6’’ W 14° 30’ 26.3’’ Meereshöhe 03.01.2011

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Wir reisen ab Tata parallel zur algerischen Grenze nach Westen. Die Landschaft ist zwar schön aber vollkommen frei von Abwechslung. So bin ich doch recht froh, dass wir jetzt täglich über 200 km fahren wollen um noch rechtzeitig an der Mauretanischen Grenze zu erscheinen. Am 14.01 verfällt nämlich unser Visum, wenn wir bis dahin nicht eingereist sind und bis zur Grenze sinds grob 2000km.
Am 30.12 hat Sibylle Geburtstag und das wollen wir natürlich nicht einfach so an ihr vorbei gehen lassen. Wir machen länger Mittagspause erreichen jedoch am Abend Bou Izakran und sind zuversichtlich, Silvester am Meer zu verbringen. Einzig Peters Anlasser teilt diese Zuversicht nicht, und steigt aus. Wir versuchen das Ding zu reparieren, können jedoch einzig den Schaden aufs dazugehörige Relais eingrenzen. Am Morgen wollen wir bei einem Mechaniker vorbei schauen, dieser kommt jedoch vom freundlichen Platzwart des Campings gerufen zu uns. Wir erklären ihm, dass das Relais hinüber ist, er will den Anlasser mitnehmen und in der Werkstatt schauen was er tun kann. Peter ist skeptisch, rechnet nicht damit, dass ein passendes Ersatzteil greifbar ist. Wir warten. Der Mechniker kommt zurück hat, das Relais geflickt sprich aufgedreht, eine neue Kontaktplatte eingesetzt, zugeschweisst. Glück für uns, dass die Mechaniker in Marokko auf reparieren spezialisiert sind und nicht auf austauschen wie bei uns. Kosten tuts ohne Handeln 200 Dirham und ich weiss jetzt, dass Anlasser auf französisch “demerör” heist. Da der Mechaniker aber nicht taubstumm war und auch keine Rechnung schreibt, beschränkt sich mein neu erworbenes Wissen auf die Aussprache.
Wir fahren zum Strand nach El Ouatia, auch Tan-Tan Plage genannt, und stellen unterwegs erst mal fest, dass sich das Blatt bei den Polizeiposten gewendet hat. Wird der an Geld potente Tourist im Norden noch freundlich vorbei gewunken und der einheimische Marokkaner kontrolliert, ist es im Süden umgekehrt. Der Tourist bringt Abwechslung und der Marokkaner nur Arbeit. Der erste fragt nach unserem Bébé, der zweite will wissen wies uns denn in Marokko gefällt, der dritte will Christina heiraten.
Am Strand machen wir einen Tag Pause gehen im Meer baden, machen die Neujahrfotos. Zur Belohnung derjenigen, die mein Gebrabel wirklich lesen und nicht nur Fotos anschauen, sei hier das Geständnis festgehalten: das Wasser war saukalt.
Am 02.01 wollen wir über Tarfaya nach Laayoune Plage fahren. An Tarfaya sind zwei Sachen bemerkenswert: Diesel kostet ab hier nur noch 5 Dirham und Antoine de Saint Exupéry war hier in de 20er Jahren teil der Französischen Besatzungstruppen (Postkourierflieger). Um dies für den Tourismus nutzbar machen zu können hat man ein kleines Denkmal aufgbaut. Hier soll er sich für den kleinen Prinz die Inspiration geholt haben, ein Buch, dem ich nichts abgewinnen kann, aber selbstverständlich tanke ich voll.
Auch in Tarfaya treffen wir beim Mittagessen auf zwei Amerikaner, die in der Wüste ein Projekt betreiben, bei dem Salzwasserpflanzen in Salzwasserbecken angepflanzt werden sollen und als Nahrung für Mensch und Tier herhalten sollen. Der ältere der beiden ist japanisch stämig, dies sieht man a) an seinem Äusseren und b) scheint er so alt, wie wohl nur Japaner es werden können. Er hat 6 Monate in Basel gelebt, und ich lasse mir von ihm sein Projekt erklären, verzichte aber auf allzu viele Fragen, da er doch sehr langsam spricht und wir heute noch weiter wollen. Trotz seines Alters hat er jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben mit seiner Forschung im Erfolgsfall die Welt verändern zu können.
In Tah überqueren wir die ehemalige Grenze zur ehemaligen Westsahara. Wir übernachten in Laayioune Plage auf einem Parkplatz neben anderen Wohnmobilisten. Am Morgen des 03. Januar kommt der obligatorische Parkgebühreintreiber und will 20 Dirham, ein eigentlich nicht übertriebener Preis aber ich frage trotzdem nach, obs nicht doch nur 10 Dirham kostet. Er meint jaja im letzten Jahr habe es 10 Dirham gekostet aber jetzt habe es aufgeschlagen. Wie praktisch! Ich behaupte, dass der Mann der gestern hier gewesen wäre uns gesagt habe es koste nur 10 Dirham, aber er lässt sich nicht beirren.
Kaum sind wir los gefahren kommen wir an einem Schiffsfrack vobei, das am Ebbstrand festsitzt. Es trägt den passenden Namen “Que sera sera”, was passiert assiert! Später sitze ich im Auto und summe die Melodie zu diesem Spruch, die jeder kennt und auch dir lieber Leser gerade durch den Kopf geht, vor mich hin und übersehe promt ein ziemlich heftiges Schlagloch, kassiere Schimpfe von Christina und verspreche wieder besser auf die Strasse zu achten. Wie einst die Portugiesen fahren wir entlang einer unwirtlichen Küste, fragen uns ob vor dem Ende der Welt noch was anderes kommt. Aufgrund mangelnder Abwechslung summts in meinem Kopf bereits wieder: Que sera sera, what ever will be, will be…..

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Ein Besuch im marokkanischen Hammam

In jedem Stadtquartier und jedem Dorf befindet sich in Marokko mindestens ein Gemeinschaftswaschsalon (=Hammam). Die Tatsache, dass es soviele davon gibt, macht es jedoch nicht einfacher, diese zu finden. Zumal die meisten nicht für den Tourismus gemacht sind. In der Nähe von Rabat suchen wir nämlich mal einen halben Tag lang eines, bis wir aufgeben. Zum Glück begleitet uns Doris Paulus vom Hotel Jnane Dar Diafa in Zagora in das dortige Hammam. Das Gebäude ist nur auf marokkanisch angeschrieben, mit 2 verschiedenen Eingängen, einer für Männer und einer für Frauen, logisch. Das wäre alleine schon mal das erste Problem gewesen. Wir betretten zuerst einen winzigen Eingangsraum, wo man sich zusammengequetscht mit einem Dutzend Marokkanerinnen bis auf die Unterhose auszieht und seine restlichen Sachen an der Rezeption abgibt. Mir ist zuerst etwas unbehaglich zumute, aber die anderen, sonst so eingepackten Frauen gehen so selbstvertändlich mit der Nackheit um, dass ich selber bald auch nicht mehr dran denke. Bepackt mit Schampoo und Badematten betreten wir dann den Vorraum des Hammam, wo sich WCs und Waschbecken befinden. Dann geht’s in drei weitere, miteinander verbundene Räume, einen warmen, einen heissen und einen unerträglich heissen. In jedem stehen Wassereimer, in die man sein Waschwasser mischen kann, je nach Temperaturbedürfnis. Den Raum für seinen Waschplatz sucht man sich auch je nach Bedürfnis aus, wir wählen den mittleren. Dann geht’s ans Schrubben mit einem Peelingschwamm, Öl und Seife. Die meisten Frauen sind hier mit ihren Kindern, Schwestern, Freundinnen, schrubben sich gegenseitig und plaudern. Wasser wird in grossen Mengen aus den Eimern auf die Körper geschüttet, es dampft und plätschert. Wir haben den Luxus zweier Waschfrauen, was allerdings irgendwie etwas fehl am Platz wirkt, da hier wirklich alles sehr einfach ist. Naja, so kann man wenigstens besser beobachten und eine kleine Massage kriegen wir auch noch. Für die Intimwäsche mache ich mich dann auf in den heissesten Raum, wobei ich dies erst realisiere, als ich schon fast in Ohnmacht falle. Schnell spühle ich mich mit kaltem Wasser ab. Später erfahre ich, dass meine arme Waschfrau gerade am Fasten war! Völlig ko verlassen wir die Waschräume und holen unsere Sachen wieder ab. Da wir uns nicht im Sardienenraum anziehen wollen, gehen wir rauf zur “la terrasse”. Dieser “Ruheraum” ist zwar grösser, aber nicht weniger vermüllt. Das übliche Phänomen in Marokko. Trotzdem können wir hier das Dampfbad entspannt nachwirken lassen und beobachten mit welcher Geschicklichkeit die marokkanischen Frauen ihre Kopftücher wieder montieren.

Happy New Year

christinadominik

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