Thank You, Danke

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Hier ein ganz festes Dankeschön an alle die uns unterstützt haben, während und vor unserer Reise. Mit Freuden haben wir immer wieder feststellen dürfen, dass sich auch nach längerer Zeit immer noch Menschen für uns und unseren Blog interessiert haben.

Speziell auch einen Dank und Gute Reise an all die Leute die wir unterwegs getroffen und mit denen wir gewisse Strecken zusammen gefahren sind.

in order of appearance, * Travelpartner

* Peter und Sybille,CH, Mowag

Trish and Bill, AU, Motorad

* Christian,CH, Toyota Hilux

Marion and Dave, SA, Landrover Defender

Tom and Carl, SA, Landrover

* Lilly und Stephen, D, Toyota Land Cruiser

* Bridge and Chris, SA, Landrover Defender,

* Jane und Darius, D/RP, Honda Africa Twin

Helen and Brian, SA, at there Home

* Papi und Alex, CH, Nissan Navarro

* Jun, Fabian und Tobias, D, Iveco

Conny und Detlef, D, Toyota Land Cruiser

Anita und Van, GB, Toyota Land Cruiser

Patrick und Elly, B, Toyota Land Cruiser

Jens und Janina, D, VW-Bus

Pat und Verena, D, Hanomag

Susi und Ruedi, CH, OKA

Henning und Carolin, D, Toyota Land Cruiser

Magdi und Alex, AT, Ford Van

Peter, AU, BMW 1200

Tamin, SA, Toyota Land Cruiser

* Kirsty and Simon, SA, Landrover Defender

Merry and Brett, SA, Toyota Hilux

* Stephen and Nolan, Honda XR 400

und natürlich auch an all die anderen die wir unterwegs getroffen haben!

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Top 5, Bottom 5

Bestes Land

1. Botswana (Wildnis, Landschaft, Parks, Infrastruktur, alles 1A!)
2. Kenia (ganz Afrika in einem Land! leider Parks ein bisschen kostspielig)
3. Südafrika (Parks mit bestem Preis-Leistungsverhältnis, manchmal fehlt Afrika)
4. Sambia (tolle Landschaft, South Louangwa super, allgemein eher zu teuer)
5. Namibia (einzigartige Landschaft ganzes Land ein Touristenresort)

Blödstes Land

1. Äthiopien (siehe Fazit)
2. Senegal (cadeau, cadeau)
3. Nigeria (es gibt keinen Grund nach Nigeria zu reisen, aber nette Menschen)
4. Kamerun (RHD nicht erlaubt?!)
5. Simbabwe (leidet darunter von Topnationen umgeben zu sein)

Überraschungen

1. Kongo (nicht böse, nicht dunkel, nicht unterentwickelt)
2. Mali (alles unkompliziert)
3. Gabun (sehr entwickelt)
4. Nigeria (haben wir auf Platz 1 der vorhergehenden Liste erwartet)
5. Mauretanien (arrogant? Wohl eher zurückhaltend, schöne Dünen)

Bester Park

1. Krüger Park (meiste Tierarten, beste Infrastuktur, billig)
2. Central Kalahari/Kgalagadi (ursprünglich wild)
3. Serengeti (siehe Tierfilme, zu teuer)
4. South Louangwa (Geheimtip)
5. Tsavo West (Landschaft incl. Kilimanjaro und Verlobungsring)

Coolste Piste

1. Lake Turkana Route, Kenia (ist einfach so)
2. Kayes – Manantali, Mali (Mali ist nicht nur Wüste!)
3. Loubango – Ruakana, Südangola (Vorboten des gesuchten Afrikas)
4. Franceville – Ojo, Gabun – Kongo (Landschaft toll, Fahrvergnügen top)
5. Brandberg, Namibia (scurile Landschaftsformen)

Bester Campingplatz

1. Croc Valley Camp, Mfuwe Gate, South Louangwa, Zambia (Elefanten im Camp)
2. Thakadu Camp, Ghanzi, Botswana (Luxus zwischen zwei mal Wildnis)
3. Letaba Camp, Krüger Park, Südafrika (Morgens Gamedrive, Nachmitags Waschmaschine für 2 Rand)
4. Erongo Plateau Camp, Eileen Farm, Namibia (Kleinod im Nirgendwo)
5. L’étoile du mer, Kamerun (Südsee und Tigerbrawns)

Bestes Essen

1. Marokko (Tagine)
2. Südliches Afrika (Braai)
3. Kamerun (Fisch, Streetfood, Omlette)
4. Kenia (Fisch am Strand)
5. Äthiopien (Injera, nicht für Domi)

Korrupteste/mühsamste Polizei

1. Kamerun
2. Nigeria
3. Senegal
4. Zimbabwe
5. mangels Kanditaten frei

Kompliziertester/mühsamster Grenzübergang

1. Einreise Sudan (Polizeiliche Registration, Admin, wohl viel einfacher von Norden her)
2. Diamma (Mauretanien – Senegal)
3. Kongo-DRC (Enreise DRC Verhandlungssache)
4. Marokko – Mauretanien (dauert bei uns 7h)
5. Botswana – Zimbabwe (Einreise mit dem Mietauto unerwartet mühsam)

Beste Tiersichtung

1. Wild Dogs, Tsavo East
2. Geparden mit Zebra Kill, Krüger Park
3. Mirgation der Gnus mit Löwin Massai Mara
4. Löwen mit Giraffen Kill, Moremi
5. Brown Hyaena, Kgalagadi

Schönste Landschaft/Aussicht

1. Serengeti
2. Lake Turkana Route zwischen South Horr und Loiyangalani
3. Kalahari, Botswana
4. Draataal, Marokko
5. Chobe Riverfront, Botswana

Netteste Menschen

1. Gabun
2. Südafrika
3. Zimbabwe
4. Sudan
5. Mali

It’s done!

Papi’s Büro, Starrkirch-Will, Geoposition N47°20.642' E007° 55.602, Höhe 447

Totes meer
Hafenriesen
unser schiff im Doppel
Käpten auf der Brücke
Elba on the flyby

Später, Danach, Abschluss, Zuhause oder wie auch immer. Wir habens geschaft, sind wieder zurück. Der Alltag schleicht auf uns zu, versucht uns ins alte Leben zurück zu reissen. Sicher fragen sich viele, wie so eine Heimkehr verläuft, aber wenn man bedenkt, dass die erste Muss-Handlung zuhause, das Ausfüllen der letztjährigen Steuererklärung war, bleibt einem die Neugierde im Halse stecken. Da will ich lieber, auf die letzten paar Tage unterwegs eingehen. Der Anfang vom Ende findet im Hafen von Ashdod statt, und zwar pünktlich, falls man bei einer Verspätung von einer Woche das Wort pünktlich verwenden will, am 29.12.2011. Wir haben uns ins Büro eines uns vom Hafenagenten der gebuchten Reederei zugewiesenen Forwarders zu begeben, der uns durch den Zoll geleitet. Tönt kompliziert und vorallem „formell“ ist aber eigentlich nichts anderes wie ein institutionalisierter Camal. Genaugenommen funktioniert der Forwarder, in unserem Fall eine Frau, auch genau gleich. Sie bringt uns erst durch die Kontrolle, hilft Zoll und Immigration zu erledigen, verhandelt Gebühren zu unseren Gunsten. Der letztgenannte Vorteil wäre eigentlich un-erwähnenswert, da der Forwarder einen stolzen Preis von 200 US$ kostet, unverhandelbar.
Wieder sind die israelischen Beamten sehr nett, entschuldigen sich für übertriebene Sicherheitsmassnahmen, lassen aber die hardcore Autokontrolle weg. Das Ganze dauert knapp 2 Stunden, danach sind wir für Israel ausgebucht, fahren zum Pier.
Das Frachtschiff, das uns nach Europa zurückbringt, kann am besten als schwimmendes Parkhaus bezeichnet werden. Fast 200m lang 50m breit und 50m hoch. Als wir vorfahren werden schon heftigst Autos rein und raus gefahren, dazu alles mögliche was man sich auf Rädern oder Raupen vorstellen kann. Kleine Opel, grosse Lastwagen oder grössere Futtersiebanlagen. Dazwischen Mowag rauf, verkeilt und angebunden. Was grosse Maschinen betrifft, ist der Ingenieur sowieso in einem Frachthafen an der richtigen Stelle. Ob jetzt eine Besichtigung des eigenen Ozeanriesen, der gewaltigen Bulkladekrähne oder des Containerports inklusive Containerschiff, it’s a boy's place!
Die Abfahrt ist irgendwann mitten in der Nacht geplant, davor geniesen wir bereits den alltäglich 2 mal servierten italienischen Dreigänger, und italienisches Essen auf einem italienischen Schiff bedeutet, Pasta sind sogar in der Suppe al dente! Wir geniesens auf jeden Fall, nicht nur das Essen, die ganze Fahrt ist 1A. Sind uns erst die 5 Tage auf See als grosse totzuschlagende Lebenspause erschienen, stellt sich schnell heraus, dass dem überhaupt nicht so ist.
Der normale Tag beginnt mit Aufstehen um 7.00 Uhr, danach Frühstück mit Mitpassagieren, deren hat es zwei, inklusive Geplauder bis Neun, danach erste Stippvisite auf der Brücke, deren Zugang zwar untersagt ist, aber gern gesehen wird. Man informiert sich über Kurs und Wetter. 11.00 Uhr folgt bereits das Mittagessen, das sich bis ca. 13.00 Uhr hinzieht. Nun folgt der Haupt-Brückenbesuch, denn von 12-16.00 Uhr hat Edward, der philipinische Offizier, zusamen mit Fidel Dienst. Meistens hängen wir da rum bis 16.00 Uhr. Danach Lesen und um 18.00 Uhr wieder Essen. Füllzeiten verbringen wir mit Tischfussball, Tischtennis, Schach oder ganz einfach ausgiebig heiss Duschen.
Schlussendlich verbringen wir 8 Tage auf dem Schiff, denn unplanmässig kommt eine Detour bis fast Istanbul dazu, für uns unerwartetes Sightseeing durch die Dardanellen.
Am 5. erreichen wir schleisslich Savona, von wo wir innert nicht einmal 24h Olten erreichen. Schluss, aus, ähä, da war doch noch was…
Ja genau: Wir befinden uns bereits in der Schweiz, haben Zollformalitäten ohne Probleme hinter uns gebracht, das Auto wieder repatriiert, Carnet gestempelt. An Coldrerio fahren wir vorbei, planen in Belinzona zu tanken, denn dies ist bitter nötig, alle Kanister und der Zusatztank sind absolut leer, der letzte Tropfen ägyptisches Discountbenzin im Tank.
Aber des Tankes Füllstand ist unscharf, der normale Überwacher durch die Km-Anzeige funktioniert wegen Nachfüllens unzuverläsig.
Es kommt, was kommen muss, der Treibstoff geht uns aus, kurz nach der Ausfahrt Lago Maggiore und etwa 300m vor dem Schild, auf dem die Information verbreitet wird, dass die nächste Raststätte in 1000 m erreicht ist.
Also gut Kanister auspacken, zu Fuss hin und zurück. Dauer 1h.
Um 15.00 Uhr erreichen wir nach 413 Tagen und 60600 km Olten.
Mission Accomplished.

Trackfiles Januar 2012

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Trackfiles Dezember 2011

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Zivilisation ist....

Am Toten Meer, Ein Gedi, Geoposition N31° 27.544’, E035° 23.872’, Höhe -412muM

Christina am Roten Meer
Domi im Roten Meer

Von Elat geht’s innerhalb eines halben Tages nach Asdod.
Zivilisation ist nämlich, wenn alle Strassen bestens sind, wie zuhause. Auch sind alle relevanten Richtungen angeschrieben, für uns nicht unwesendlich, denn wir haben werder eine Strassenkarte noch die GPS Daten von Israel.
Von Voteil ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Ortschaften ebenfalls in English angeschrieben sind, denn nach Äthiopien und dem arabischen Raum treffen wir hier auf die dritte für uns unleserliche Schrift, nämlich hebräisch. Manchmal kämpfen wir trozdem mit der benötigten Richtung, denn nicht immer sind Ashdod oder Tel Aviv angeschrieben. Wir nehmen uns darum vor, trotz der zivilisatorischen Erungenschaften bei der nächsten Gelegenheit eine Strassenkarte zu kaufen.
Aber Israel ist klein, sehr klein sogar, ehe wir uns versehen sind wir in Ashdod, unserem Ziel, denn von hier bringt uns ein Frachtschiff der italienischen Grimaldi Lines nach Savona, Italien.
Wir streichen die Karte wieder von der Shoppingliste, gehen aber trotzdem einkaufen, geniessen die westliche Welt, denn
Zivilisation ist, wenn shoppen stressfrei ist, alles soviel kostet wie angeschrieben! Vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld, denn die Preise sind den fortschritlichen Umständen entsprechend. Wir haben das nötige Kleingeld nicht. Beschränken uns auf schlendern und Simkarte erstehen. Die Simkarte benötigen wir zur Kontaktaufnahme mit dem Hafenagenten, um Abfahrtszeitpunkt in Erfahrung zu bringen, denn
Zivilisation ist nicht, wenn alles pünktlich ist sondern
Zivilisation ist, wenn Terminverschiebungen vorangekündigt werden. So auch bei uns, unser Frachtschiff verkehrt nicht am 25.12 wie vorgesehen, sondern erst am 29.
Wir haben also 4 zusätzliche Tage, die wir uns hier um die Ohren schlagen müssen. Wir planen, die Tage nicht einfach in Ashdod abzusitzen, sondern einen Abstecher ans Tote Meer zu machen sowie die Zeit zu nützen, um im Internet Jobinserate zu durchwühlen und Bewerbungsunterlagen vorzubereiten. Zu diesem Zweck haben wir zur erstandenen Simkarte ein 5Giga Datenpacket erworben, dass zwar reichlich überproportioniert ist, aber das kleinste im Angebot. Kosten tuts 100 Scheckel (1 € = 5 Scheckel) und funktioniert nicht. Dies völlig unerwartet, denn die Vorgehensweise ist praktisch erpropt in vielen „unzivilisierten“ Ländern. Aber
Zivilisation ist, wenn man zur Verkaufsstelle zurück kann und die junge Verkäuferin einem zu helfen versucht.
Zivilisation ist auch, wenn sich die Verkäuferin ab unserem dreckigen Laptop eckelt, trotzdem sehr hilfsbereit, aber hilflos ist. Aber es gibt ja die Hotline, dort ist die Datenabteilung überlastet, verspricht innert zwei Stunden zurückzurufen. Tut sie nicht, also rufen wir an.
Zivilisation ist, wenn ich in einer Hotline freundlich begrüst werde, mich auf vier Sprachen durch ein endlos scheinende Optionsbaum wählen kann, um am Schluss mit der Null eine ausserordentliche Frage an ein menschliches Ohr richten zu können.
Die Datenabteilung sei jetzt geschlossen, wir sollen morgen nochmals anrufen. Ob es eine Direktwahl gäbe? Gibt es.
Wir rufen andern Tags an, Ja die Datenabteilung sei überlastet, man würde uns in zwei Stunden zurückrufen. Nein werde man nicht, wir warten und finden raus, dass die Direktwahl kostenpflichtig ist und uns irgendwann duch eine hebräische Stimme angesagt wird, dass unser ganzes Guthaben aufgebraucht ist.
Sehr frustrierend, denn eigentlich brauchen wir nur die richtigen Verbindungseinstellungen.
Wir geben noch nicht auf, gehen zu einer richtigen Orange-Servicestelle. Dort wird uns bestätigt, dass unsere Simkarte funktioniere, es also am Modem liege.
Ja, das wissen wir, wir brauchen die richtigen Einstellungen! Können sie uns nicht geben, wir könnten aber ein Orange USB-Modem Kaufen dann gehe es bestimmt.
Ja aber wir sind eben nur 7 Tage da, das lohne sich nicht.
Wieso wir denn nicht einfach WIFI benützen würden? meint die wiederum sehr freundliche Dame zum Abschied und wo sie recht hat hat sie recht. In Israel ist nicht nur das Campen wo immer Platz ist erlaubt und gratis, im Land gibt’s fast flächendeckend gratis WIFI-Spots! Ja im nächsten Leben machen wirs sicher so und sparen uns den Spiesrutenlauf durch die Orange-Kundenbetreuung.
Wir geben auf, rufen nochmals die 0-Option an und wünschen unser Datenpaket wieder in Sprechzeit zurückzutauschen, das funktioniere nicht.
Betroffenheit am anderen Ende, Ja wieso denn...ahso.... ja man könne uns sonst direkt mit der Daten-Hotline verbinden....
Kann man dann doch nicht, aber es wird uns hoch und heilig versprochen sofort zurückzurufen.
Natürlich ruft wieder keiner an. Wir lassen 2 Anstandsstunden verstreichen, rufen nochmals an, wünschen unser Paket zurückzugeben. Wieder Betroffenheit, wieder die Beteuerung einen letzten Versuch zu starten.
Nein Danke!
OK wir sollen ihm 30 Minuten geben, er rufe dann wieder zurück, entwerder mit getauschtem Packet oder mit Hilfe zur Datenverbindung.
Tatsächlich ruft er nach 30 Minuten zurück, tauscht ohne weiteren Komentar, das Datenpacket wieder in Gesprächsguthaben und bittet tausend mal um Entschuldigung.
Bleibt anzufügen, dass etwa drei Stunden später jemand von der Datenhotline anruft und uns auf hebräisch helfen will.
Tut uns leid wir sprechen nur english, eine Tatsache die trotz mehrfachem Telefonat den Weg nicht in die Costumer Relation Datenbank gefunden hat.
Dumm, denn er spreche nur Hebräisch, jemand der englisch könne werde uns zurückrufen.
Wir erklären ihm er solls vergessen wir verzichten!
Zivilisation ist wenn man trozdem lacht. Und Israel ist nicht das schlechteste Land zum warten, hier ist eigentlich alles erlaubt, die Leute sind ausgesprochen nett und heissen uns herzlich wilkommen in ihrem Land.
Wir tuns und verziehen uns ans Tote Meer.

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Out of Africa

Parkplatz, Elat, Israel, Geoposition N29° 30.566’, E034° 55.336’, Meereshöhe, 19.12.2011

Schiff im Suezkanal
Sinai Halbinsel
Moses Berg

Ab Kairo fahren wir an den zum Roten Meer gehörenden Golf von Suez. Unterqueren am 18.12 den nach der selben Stadt benannten Kanal, um auf die Sinai Halbinsel zu gelangen.
Bei der Sinai Halbinsel sind wir uns nicht ganz sicher, ob diese geologisch noch zu Afrika zählt oder bereits zu Asien, sicherheitshalber befällt uns schon mal Wehmut und wir blicken voller Sehnsucht aufs gegenüberliegende Gebirge zurück.
Übernachten tun wir am ebenfalls Sinai bennanten Berg auf welchem Moses die zehn Gebote erhalten hat. An der Stelle, wo ihm der brennende Busch gesagt hat er solle diesen erklimmen, hats nämlich heute ein Kloster und dazugehörige touristische Infrastruktur. Wir geniesen diese, verzichten aber auf die Gipfelstürmung, wollen bereits heute versuchen Israel zu erreichen, denn Ausfahrt aus Ägypten soll kompliziert sein und Einfahrt nach Israel zeitintensiv.
Wir erreichen die Grenze Taba-Elat um die Mittagszeit. Vorerst scheint alles in geordneten Bahnen, zuerst eine Schranke, an welcher uns 2 Ä£ pro Person Stempelgebühr abgeknöpft werden, eine Gebühr, auf die auch mit entsprechender Tafel ordnungsgemäss hingewiesen wird.
Aber bereits kommen einige ununiformierte Gestalten des Weges, stellen inoffizielle Fragen, versuchen wohl das Feld für irgendwelche Abzocke zu ebnen. Wir lassens abprallen, fahren ohne Reaktion aber schnellst möglich ins Zollgebiet, wo wir von zwei weitern Polizisten zu einer sehr gründlichen Fahrzeugkontrolle eingeladen werden. Zu verbergen haben wir nichts und eilig haben wirs auch nicht, lassens über uns ergehen. Zum ersten Mal werden aber unsere Massai-Schwerter bemerkt und Anstalten gezeigt, diese zu konfiszieren.
Natürlich versuchen wir das zu verhindern, wollen diese keinesfalls aus den Augen lassen. Während ich nun das Auto wieder einräume, begleitet Christina mit unseren Pässen, die Schwerter ins Zollbüro, wo diese von Büro zu Büro und Rang zu Rang nach oben klettern, in Bubenaugen Freude auslösen und Mal für Mal ein altehrwürdiges schrrrrit beim ziehen aus der Scheide zum besten geben.
Ok, sei kein Problem, ein Militär werde uns zu den Israelis begleiten, und die Messer den dortigen Sicherheitskräften übergeben.
Ausreise Karte ausfüllen und wir werden ausgestempelt. Da wir ja noch das Auto haben, geht also Christina schon mal zu Fuss mit den begleiteten Schwertern zur Grenze und ich mit den Nummern und Fahrzeugpapieren zum Costums. Dort wird erst mal das Carnet gestempelt, und mit Quittung versehene 21 Ä£ kassiert, diesmal gibt’s auch einen Kassenzettel für mich.
Auch cool ist, dass die Polizei inklusive Trafficcort gleich im selben Gebäude zuhause ist. Kein suchen, kein Rumrennen, ein Formular wird mir ausgefüllt, die Chassinummer kontrolliert und 50 Ä£ kassiert. Diese sind nun nicht mehr quittiert aber mir ists egal, wir sind durch! Mühselig wars nicht, gedauert hats auch nicht übermässig lange. Alles in allem 75 Ä£ (13US$).
Nun geht’s also nach Israel, zurück zur westlichen Welt. Zwar war schon Ägypten zu den vorhergehenden Ländern recht entwickelt, aber krass ist’s doch. Elektronische Schranken die funktionieren, Klos die spülen und Regeln die einwandfrei zu befolgen sind. Als erstes muss Christina ins Auto klettern, damit wir zusammen an die Schranke stehen können um das Prozedere zu beginnen.
Ob wir Waffen oder waffenähnliche Sachen mitführen?
Ja, die Masseischwerter, die uns die Ägypter abgenommen haben.
Ok, das sei registriert und kein Problem, wir bekommen diese zurück, wenn alles vorbei sei.
Nun öffnet sich die Schranke und wir können einfahren.
Sicherheitspersonal hats viel, aber alles junge Leute, freundlich und begeistert von unserem Auto. Nicht begeistert sind sie aber, vor dem was auch ihnen nun bevorsteht. Wir müssen nämlich das komplette Auto ausräumen und alles durchs X-Ray schicken! Dies haben wir schon gewusst, wurde uns von verscheidener Seite bereits gesteckt.
Nagutnadann, auspacken und zwar alles. Penibel achten wir darauf, ja nichts zu vergessen, denn auch gehört haben wir von anderen die Sachen vergessen oder bewusst nicht ausgepackt haben, und danach empfindlich gebüsst wurden.
Alles wird auf die bekannten Gepäckwagen geräumt und gescannt, aber irgendwann haben auch die Sicherheitsleute genug, lassen den Rest gut sein. Wir werden inzwischen zur Passkontrolle geschickt. Da wir im Sudan, einem wohl kritischen Land, waren, müssen wir hier zur Sondersicherheitsfachfrau, wo ich erst mal nach Namen (Dominik Giger), Namen des Vaters (Marcel), Namen des Grossvaters (Werner) und Geburtsort (Olten) gefragt werde.
-Wieso haben Sie einen Provisorischen Pass?
-Der andere war voll?
-Wo wurde dieser ausgestellt?
-Nairobi
-Nairobi?
-!?! Die Hauptstadt von Kenia?
-Wieso waren Sie im Sudan?
-Durchreise von Äthiopien nach Ägypten?
-Acht Tage?
-Ja...erster Tag Ankunft, dann nach Khartoum,etc...
-Also Tourismus?
-Jawol.
-Wie heisst Ihr Hotel in Israel?
-Wir sind Camper, schlafen im Auto. Wissen Sie vielleicht, wo in Elat ein Campingplatz ist?
-Die ganze Stadt ist voller Hotels, aber Campingplätze gibt es nicht, Sie können sich wo immer Sie wollen hinstellen! Ok, Sie können drausen warten.
-Soll ich Christina reinschicken?
-Nein, warten Sie einfach.
Also warten wir 1.5 Srunden! Die Frau ist sehr geschäftig, erledigt irgendwelchen Papierkram, der sicher nichts mit uns zu tun hat. Vielleicht werden wir im Geheimen beobachtet und auf zuhnehmende Nervosität kontrolliert. Eigentlich ist uns die Warterei auch egal, wenn nurnicht unser ganzer Krempel noch auf die Wiedervereinigung mit dem Auto warten würde...
Irgendwann werden wir gefragt, ob wir den Israel-Stempel im Pass haben wollen. Dies darum, weil diverse Arabische Nationen die Einreise verweigern, wenn man einen Sichtvermerk von Israel im Pass hat. Für mich kein Problem, denn ich habe ja eh nur den Provisorischen Pass im Angebot und Christinas Pass ist auch schon wieder halb voll.
Wir kriegen die gestempelten Pässe also zurück und werden zum Customs geschickt. Hier kommt uns zu Gute, dass unser Auto immer noch die Originalkennzeichen hat und dem entsprechend ordnungsgemäss Zuhause angemeldet und versichert ist. Denn in Israel gilt die europäische Versicherungskarte!
Heisst also für uns, nur Papierkrieg, keine Spesen. Während des Cellulosekrieges dürfen wir sogar das Auto einräumen gehen und können dann die fertigen Papiere abholen kommen.
Wunderbar.
Schneller als erwartet, aber immer noch lange genug verläuft die Einräumerei. Zu bemerken ist hierzu, dass bei der ganzen Räumaktion nichts zum Vorschein kam, was zur Kategorie „Ups, das haben wir ja auch noch mit!“ gehört, was aber nicht heisst, dass darunter nicht Sachen sind, die wir nicht mehr mitnehmen würden.
Als wir fertig sind, ists dunkel. Wir gehen zurück zum Zoll die Papiere abholen und fahren hinein nach Israel.
Jetzt ists defintiv. 19.12.2011 nach 384 Tagen Afrika sind wir draussen und natürlich haben wir die Masseischwerter vergessen, müssen nochmals zurück, kriegen diese problemlos ausgehändigt.

Verkehr

Salma Camp, Kairo, Ägypten, Geoposition N29° 58.184’ E031° 10.470’, Höhe 30müM, 17.12.2011

Pyramiden
Kairo
Sphinx
Verkehr in Kairo

Letzter Vorteil der Wüstenstrasse, sie führt direkt an den Pyramiden vorbei in den Grosssiedlungsraum von Kairo, einem der verstopftesten der Welt. Hier trifft Überbevölkerung auf tiefe Sprittpreise, vereinigt Morgendämmerung mit Abenddämmerung, lässt Nachts die Sterne verschwinden. Vorerst ist es aber noch nicht soweit, erst müssen wir uns mit dem Verursacher, des wohl weltdichtesten Smogs rumschlagen, dem Verkehr, ständig zunehmend auf unserer Route, ab den neuen Satelitenmilionenstädten, die entwerder nach einem in der ägyptischen Neugeschichte wichtigen Datum oder einem Präsidenten benannt sind. Wohnsilos wie im Chinesischen Chengdu reihen sich hier aneinander bis zum Horizont meistens unten bewohnt und oben noch im Rohbau.
Irgendwann tauchen tatsächlich die Pyramiden aus dem Kunstnebel auf, maiestätisch trohnen diese über der Grossstadt und von dieser komplett eingemauert. Wir schleichen mit dem Verkehr drumrumm, denn der Eingang ist gegenüber und da ist auch unser Camp. Leider bricht irgendwann der trotz Überlastung stehts erstaunlich flüssige Verkehr komplett zusammen. Ursache dafür eine Demo der islamischen Brüderschaft, die gerade die Parlamentswahlen gewonnen hat, nur um rauszufinden, dass gewählte Parlamentarier hier nichts zu melden haben. Darum geht es auch bei den immer noch andauernden Unruhen, wegen dehnen wir Kairo urprünglich meiden wollten. Jetzt sind wir hier und keine 100 Meter vor uns findet eine Demo statt, vorbei natürlich an den medienwirksamen Pyramiden, die mit Radpanzern und besetzten Maschinengewehrständen bewacht und abgeriegelt werden. Viel Polizei hats auch im Umkreis, die das doch eher kleine Grüppchen Demonstrierender bewachen. Angst haben wir nicht, fragen uns nur wie wir hier durchkommen, nur dann und wann pressen sich Autos am Tohuwabohu vorbei, das sich im Schritttempo vorwärts bewegt.
Auf einmal quitschts, ein Geräusch von Stahl auf Stahl oder besser Blech auf Massiv. Wir halten augenblicklich, um uns auch der restliche Verkehr, vorallem ein PW der sich von Links an uns vorbei quetschen wollte. Das hat uns gerade noch gefehlt, mitten im Chaos einer Grossstadt auf der Suche nach einer neuen Regierungsform ein Blechschaden. Nicht unser erster in Afrika, aber bisher haben wir das afrikanisch gelöst sind einfach weitergefahren. Daran ist hier aber nicht zu denken, 20 Meter weiter stehen 15 Polizisten und dahinter 5 Radpanzer besetzt mit Militarios, alle habens gesehen, alle warten auf die Fortsetzung des Szenarios, die wohl einzige Altagsunterbrechung heute. Irgendwie bleiben wir aber ruhig, verlassen uns darauf, dass wohl jeder mitgekriegt hat, dass wir hier grad garnichts dafür können. Ähnliches signalisieren auch die Umstehenden, die sich sofort als Helfer verdingen wollen und versuchen uns zu entkeilen. Aber das geht weder vorwärts noch rückwärts, der PW hat sich komplett in unser Stossstange verfangen. Hilft nur noch, mit vereinter Kraft das Auto zurseite hiefen, rums, noch ein bisschen mehr Blechschaden, aber frei. Einer der Polizisten weist uns zur Seite, warten. Diskussionen starten, wir denken an all die Horrormärchen, von Reisenden die unverschuldet in Crashs verwickelt wurden und als einzig potente Geldverteiler am Set zur Kasse gebeten wurden. Da passiert was völlig Unerwartetes, ein blauer PW hält, ein Mann mit natürlicher Autorität steigt aus, kommt auf uns zu, meint, keine Panik, er werde jetzt mit dem anderen sprechen komme dann zu uns, das gehe alles in Ordnung, hats gesagt, machts, kommt zurück meint ok könnt gehen, war nicht eure Schuld.
Cool!
Wir fahren noch ein wenig weiter, parkieren vor der Sphinx und besichtigen erstmal die Pyramiden wieder wie ganz normale Touristen. Diese fehlen hier aber komplett, wieder Vorteil Dominik und Christina. Wir schlendern fast einsam übers Gelände.
Das Fehlen der Touristen wird wohl auch der Grund gewesen sein, dass wir heute ganz ohne Probleme davon gekommen sind. Tourismus ist mit Abstand Ägyptens grösster Geldautomat, fast jeder ist davon direkt oder indirekt abhängig und im Moment fehlen über 90% der Besucher verglichen zu letztem Jahr. Umso erstaunlicher ist, dass das Hustling sowohl im Tal der Könige als auch um die Pyramiden im erträglichen Rahmen ist.
5000 Jahre blicken auf uns herab, während wir durchs Gelände schlendern, Fotos mit ein bis drei Pyramiden, Sphinx mit Pyramiden, Pyramiden mit Sphinx. Die Frauenkopfkatze ist dann auch, was uns am besten gefällt, die Pyramiden selber sind von etwas weiter weg fast eindrücklicher, ihre Grösse geht wegen der Seitenverhältnisse in der Pyramidenform fast ein wenig verlohren, wenn man zu nahe steht.

Oasen-Kette

Achmed Safaricamp, Baharyia Oase, Ägypten,

Schlafplatz in der Wüste
Wüstenstrasse
Weisse Wüste
Karavane

Wer immer in Ägypten von A nach B durchs Niltal fährt, durchquert ununterbrochen besiedeltes Gebiet, ob er jetzt 5 Kilometer fährt oder 500. Umso erstaunt ist er jedes Mal, wenn er nur 5-10 Kilometer quer zum Nil fährt und sich in komplett unwirtlicher und unbewohnter Gegend wiederfindet.
Wir tun das ab Luxor, fahren die Ringstrasse durch die westlichen Oasen, eine bewährte Route für Leute, die von Ägypten mehr sehen wollen als nur den Streifen am Nil oder die Küste des Roten Meeres. Sehr praktisch auch, für Sandhasen, denn die komplett geteerte Strasse führt idealerweise tief hinein in die Wüste, von wo ein, zwei Abstecher durch besonders reizvolle Wüstenabschnitte gefahren werden können. Sandhasen sind wir nicht, haben auch keine Lust mehr auf Autoausgraben, wollen auch unsere Kupplung nicht überstrapazieren. Aber wie gesagt, die Teerstrasse tuts allemal, denn auch diese führt uns in die Weisse Wüste, die so toll sein soll oder eben durch die Oasen.
Obwohl alles Teerstrasse und wohl lückenlose Versorgung in allen Oasen, tanken wir pflichtbewusst alles voll, füllen Wasser, kaufen Vorräte, Wüste bleibt Wüste!
Zuerst fahren wir Richtung El Karga, ca. 300km durch zumeist flache Kieselwüste. Niemand da ausser manchmal ein paar Polizisten, die immer dasselbe wissen wollen Nationalität, wieviele, wohin? Swiss, two, El Karga.
Geschlafen wird in der Wüste kurz vor der ersten Oase, aber wir fühlen uns nicht ganz so wohl wie im Sudan, schauen penibel darauf, von der Strasse aus nicht gesehen zu werden.
Anderntags fahren wir erst durch die Oase von El Karga, dann wieder durch 200 km Wüste dann durch die Dakhla Oase.
Um nicht missverstanden zu werden hier die Anmerkung, dass besagte Oasen bewässertes Gebiet von bis zu 80km Ausdehnung umfassen. Tendenz zunehmend, denn die ägyptische Regierung versucht hier wohl krampfhaft neuen Siedlungsraum zu gewinnen, konzentriert sich doch die drittgrösste afrikanische Bevölkerung entlang von 1000km Nil, 83 Milionen waren es vor 2 Jahren als unser Reiseführer gedruckt wurde, inzwischen wohl 85, denn alle neun Monate nimmt die Bevölkerung um 1 Mio zu.
So bleibt leider auch die Oasenromantik auf der Strecke, keine weiten Palmenhaine im Sandmeer, nur Ackerbau, dazwischen grössere Städte. Würde man nicht 50 km später wieder durch 300 km Wüste fetzen, wäre die Frage „was wollen wir hier?“ wohl angebracht.
Wieder campen in der Wüste, die ab Dakhla wesentlich schöner ist. Auch führt das letzte Stück unserer Teerstrasse entlang dem grossen Sandmeer, liefert Dünen bis zum Horizont, haben wir auch noch nicht gesehen.
Leider hat sich bereits vor Dakhla ein nicht zu verdrängender Geruch nach Diesel im Auto ausgebreitet, deren Ursachenforschung schnell auf ein Leck im Zusatztank schliessen lässt, 100 Liter haben wir da eingefüllt.
Um wenigstens etwas zu retten, haben wir alsbald den Hahn zum Hauptank geöffnet und lassen den Treibstoff bereits in den noch nicht leeren Tank nachlaufen. Anundfürsich kein Problem, einzig der Sprittverbrauch lässt sich so nicht mehr berechnen, aber wen interessiert das schon in einem Land wo einmal Volltanken auch bei 150 Liter nur 20 Dollar kostet.
Auch ein Loch im Tank ist so nur ungemütlich, überall sonst äusserst ärgerlich und kostspielig. Sicherheitshalber tanken wir trotzdem in Dakhla nochmals voll, könnten so auch bei Totalverlust des Zusatztankes, die 800 km bis Kairo schaffen.
Aber zurück zur Strasse und den folgenden Oasen von Farafra und Baharyia. Diese sollen wieder ursprünglicher sein, und mehr Romantik versprühen, zudem folgt nach Farafra die weisse Wüste, ein Naturschauspiel mit ungewöhnlichen und schneeweisen Steinformationen. Sehenswert auf jeden Fall und dank des billigen Sprits ohne Frage ein lohnender Abstecher. Oasenfealing mag zwar Farafra noch nicht versprühen, aber die Einfahrt nach Bahariya dann endlich doch, Palmen und kleinbäuerlicher Bewässerungsfeldbau, mit heisser Quelle und Alexandertempel. Wir besuchens zu Fuss, denn hier gönnen wir uns eine Nacht in der Oase, im Camp von Achmed.

Totenkult

Rezeikey Camp, Luxor, Ägypten, Geoposition Höhe Datum

Edfu Tempel Fassade
im Edfu Tempel
the holy barge
Fassade Karnak Tempel
Säulenhalle Karnak
Obelisken von Hatschepsut und Ehemann
Hatschepsut Tempel
Kolosse

Über Edfu und dessen Tempel fahren wir nach Luxor, um das Tal der Könige und den grossen Tempel von Karnak zu besichtigen. Die ersten richtigen Reisekilometer verlaufen problemlos, der Verkehr ist zwar so chaotisch wie sonst nirgendwo, aber es gilt auch hier das für uns vorteilhafte Gesetz des Stärkeren.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass mich in Edfu ein Kind aus einer Gruppe heraus durchs offene Fenster hindurch anspuckt! Das hatten wir bis jetzt noch nicht. Ich steige, Wut signalisierend, voll auf die Bremse schreie zum Fenster hinaus und will zurücksetzen. Natürlich habe ich keine Ahnung wer das war und wen ich eigentlich anschreien soll, aber afrikanisch tue ich einfach so als wüst’ ich es.
Die meisten Kinder lachen nur dumm, aber ein erwachsener Ägypter, der das ganze beobachtet hat kommt auf mich zu, entschuldigt sich zutiefst für die Landesbrut, und putzt mit seinem Ärmel den Saber von der Scheibe, die das meiste abbekommen hat. Ich lasse es gut sein, will anfahren, als einer meine Türe aufreist, ich wieder in die Bremse, wieder Geschreie meinerseits, ein anderer entschuldigt sich wieder. Ich stelle mir vor, eines der Kinder zu bezahlen um den Rotzbengel zu vermöbeln, denn ich kann das wohl kaum selber machen, aber was solls, wir waren wohl auf unsere Art nicht anders.
Sowieso mag mich das ganze gar nicht richtig aufregen, anders wie in Äthiopien, vielleicht wars die Entschuldigung, vielleicht auch das fehlende Betteln. Vielleicht auch nur die Stimmung allgemein, denn wir waren gerade im Tempel zu Efdu, gebaut in der Ptolemäierzeit also ungleich jünger als Abu Simbel, jedoch bis ende 19 Jh. verdeckt dann ausgegraben und noch heute praktisch vollständig intakt!
In Luxor treffen wir wieder auf Marc, der seine Reisegruppe auf Feluccas geschickt hat hier jetzt auf sie wartet. Auch er beklagt Abnüzungserscheinungen an der Kupplung, plant diese auszubauen, und hier zu ersetzen. Wir hätten eigentlich einen Ersatz mit und verzichten vorerst auf den Aufwand, denn dazu müsste wieder das Getriebe runter, eine Arbeit die wir uns bis zuhause aufsparen wollen, denn wir haben mittlerweile die Fähre ab Israel gebucht, fahren also nicht mehr allzu weit und zudem alles Teerstrasse.
Wer in Ägypten Ferien macht, geht entweder baden oder tauchen ans Rote Meer, oder eben Steinüberbleibsel anschauen. Macht er die Steintour, bleibt er sicher für ein paar Tage in Luxor, dem Zentrum für solches mit unzähligen Kult- und Grabstätten. Wir haben zwar ein reges Interesse an Historischem, denken aber, dass mit dem Haupttempelbesuch von Karnak, dem Hatschepsuttempel und dem Tal der Könige, das Soll erfüllt ist, der Rest getrost ausgelassen werden kann. Nicht so findet unser Führer, Abdulnabi, den wir zur Information und Hustlerabwehr angagiert haben, natürlich hofft er noch den einen oder andern Tag an uns zu verdienen, denn auch hier, obwohl so zahlreich wie sonst niergends, fehlt es an Touristen und zwar massiv.
Wir lassens trotzdem gut sein.
Der Tempel zu Karnak ist zwar wirklich riesig und hat das eine oder andere amuse bouche, aber im Gegensatz zu den intakten Tempeln von Edfu und Abu Simbel, ist’s grösstenteils eine Schutthalde. Auch Hatshepsut beeindruckt mehr von aussen.
Wirklich sehenswert sind jedoch die Grabeshöhlen im Tal der Könige, etwa 60 Gräber hat’s hier, davon sind aber nur jeweils 10 offen und mit einer Tageskarte können 3 davon besichtigt werden, Abdu unser Guide wählt für uns Ramses IV, Ramses III und Ramses IX aus, dies Aufgrund der ausserordentlichen Reliefs und der jeweiligen Grabesgrösse, die bei Ramses VI über 100m ins Gestein reicht.
Einzig das erwartete Indiana Jones-fealing bleibt auf der Strecke, denn die Gräber sind sehr geräumig und komplett ausgeleuchtet.
Zur Abrundung des Tages werden wir noch zu Abdu nach Hause eingeladen, wo wir seine Familie kennenlernen und Einblick kriegen in ägyptisches Altagsdasein, das sehr stark von der Grossfamilie geprägt ist. Abdu wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern im zweiten Stock eines noch nicht fertigen Hauses. Zuunterst wohnt sein jüngerer Bruder, der andere nebenan. Nicht fertig ist das Hausarum, weil oben immer noch die Armierungseisen aus den Eckpfeilern ragen, bereit einen weitern Stock aufzunehmen, sollte es Nachwuchsbedingt nötig werden. Alles in allem haben die drei Brüder ca eine halbe Hektare Land, das einer seiner Brüder hauptbewirtet, und von dem sie sich teilversorgen.
Abdu konnte als einziger und ältester studieren ist wohl für ausserordentliche Kosten der Familie zuständig, Krankenversicherung sozusagen.